Länder der Welt
Städte
Unter Städte der Welt finden Sie nicht nur Städte wie Florenz oder Peking, sondern auch Städte wie Nukualofa und Zittau
Landkarten
Hier finden Sie Landkarten Afrika, Amerika, Arktis und Antarktis, Asien, Australien und Südsee, Europa!
Indischer Krait, Bungarus caeruleus
Inhaltsverzeichnis |
Allgemeines
In diesem Portal werden vier Arten der Kraits vorgestellt, die sich in vielen Eigenschaften sowie in ihrer Gigtwirkung sehr ähneln und alle zur Gattung der Bungarus-Schlangen gehören.
Es sind dies neben dem indischen Krait der:
Gelbgebänderte Krait
Blaue Krait
Rotkopf-Krait
Der indische Krait ist in Indien die gefährlichste Art der Kraits und für ca. 30% bis 40% aller Schlangenbissunfälle in dem Land verantwortlich.
Eines der prominentesten Opfer eines Bisses dieser Schlangengattung Bungarus war im Jahr 2001 (12. September) der US-amerikanische Schlangenforscher Joseph Bruno Slowinski, der im Alter von 38 Jahren anlässlich einer wissenschaftlichen Expedition im Norden von Myanmar (Burma). Ein Expeditionsteilnehmer verwechselte die hochgiftige Krait der Art Bungarus multicinctus (Vielbindenbungar) mit einer ungiftigen Dinodon. Er steckte sie in eiinen Sack, in den Slovinski später hineinfasste. Dabei biss ihm das Tier in den Finger. Da ihm auf Grund der Situation in dem Land nicht adäquat geholfen wurde, verstarb er nach ca. 24 Stunden, trotz verzweifelten Bemühens seiner Begleiter, u.a. mittels Mund-zu-Mundbeatmung, mit einem total gelähmten Körper qualvoll an Atemlähmung. Ihm zu Ehren stiftete im Jahr 2002 das "The Center for North American Herpetology" (Zentrum für nordamerikanische Schlangenforschung), in Lawrence im US-Bundesstaat Kansas, einen Preis mit dem Titel:
The Joseph B. Slowinski Award for Excellence in Snake Systematics |
|---|
Systematische Einteilung
| Familie | Giftnattern (Elapidae) |
|---|---|
| Gattung | Kraits (Bungarus) |
| Art | Indischer Krait (Bungarus caeruleus) |
Ausländische Bezeichnungen
- Englisch: Indian Krait; Common Krait
- Französisch:
Aussehen, Verhalten
Die Schlange erreicht eine Länge von etwa 0,90 bis sogar 1,75 m. Ihr nur dezent abgesetzter Kopf weist eine ovale Form auf. Der Rumpf der Schlange weist die - bei anderen Schlange bekannte - rundliche bis ovale Form auf. Die Tiere haben eine dunkle und glänzende Färbung, die durch hellere Querbänder unterbrochen ist.
Die Schlange legt zwischen Eier. Sie ernährt sich von vorwiegend von Schlangen, aber auch von Echsen, Amphibien und gelegentlich von Kleinsäugern. Das Tier ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Die Schlange gilt als eher ruhig und nicht allzu agressiv. Sie ist ein Bodenbewohner und zeigt keine Vorliebe für einen bestimmten Habitattyp.
Vorkommen
Die Schlange kommt in den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens vor. Und dort in:
Für die Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan bedeutet die Schlange im Prinzip eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Allerdings ist es bisher noch nicht zu Bissunfällen gekommen, da das Tier kaum in die befestigten Lager hineinkommen kann und sich die Soldaten außerhalb meist in Fahrzeugen bewegen.
Vermeiden eines Bisses
Gebiete, in denen diese Schlange vorkommen kann, sollte nur mit festem und hohem Schuhwerk begangen werden. Es sollte nicht in Felsspalten, in Gebüsche, Sträucher o.ä. gegriffen werden. Eventuell mit einem Stock diese vorher vorsichtig abklopfen. Das Tier sollte nicht gereizt und auf keinen Fall sollte im Falle einer Begegnung versucht werden, es zu fangen oder zu töten. Bei einer Begegnung auf Abstand bleiben bzw. gehen. Da die Schlange aber dämmerungs- und nachtaktiv ist, kann man tagsüber eher davon ausgehen nicht mit dieser Schlange zusammen zu treffen. Tagsüber versteckt sie sich unter Totholz oder verfaulten Pflanzenhaufen oder verlassenen Termitenhügeln.
Art des Gifts
Bei dem Gift der Schlange handelt es sich, wie bei allen Schlangen der Gattung Bungarus, um ein Nervengift (Neurotoxin), mit dem Namen Bungarotoxin. Das Gift blockiert in den Synapsen, den winzig kleinen Spalten zwischen den Nerven untereinander sowie zwischen den Nerven und Muskeln, die dortige Überträgersubstanz mit der Bezeichnung "Acetylcholin". Die Blockade des Acetylcholins im postsynaptischen Teil hat u.a. zur Folge, dass die gesamte Muskulatur einschließlich der Atemmuskulatur allmählich gelähmt wird. Außerdem ist mit Wirkungen auf die Hirnnerven zu rechnen.
Etwa 4 mg (1 mg = Tausendstel Gramm) des Giftes dieser Schlange sind beim Menschen tödlich. Bei einem Angriffsbiss werden von der Schlange in der Regel zwischen 20 und 30 mg injiziert, also ein Mehrfaches der tödlichen Dosis.
Folgen eines Bisses
Die ersten Symptome nach einem Vollbiss dieser Schlange sind keine lokalen Symptome und meist kaum sichtbare Bissmarken. Selten sind Schwellungen der Lympfknoten, leichte Schmerzen evtl. auch ein Juckreiz an der Bissumgebung. Die ersten neurologischen Symptome sind ein Herabhängen der Augenlider (Ptosis). Spätere Giftwirkungen sind zunehmende Lähmungserscheinungen, bis hin zur Atemlähmung. Übelkeit mit Erbrechen treten auf. Weiterhin kommt es zu Bewusstseinsstörungen - bis hin zur Bewusstlosigkeit. Der Tod tritt ohne Antiserum auf Grund eines Herzkreislaufversagens oder, ohne künstliche Beatmung nach 24 bis 30 hdurch Sauerstoffmangel ein!
Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass die neurotoxischen Folgen oft auch nach erfolgreicher Antiserumanwendung noch nach Tagen wegen einer Giftnachresorbtion wiederkehren können. Daher muss die gebissene Person einige Tage intensiv beobachtet werden.
Gegenserum, Antiserum
Es gibt zwei verschiedene monovalente und ein polyvalentes Antiseum gegen das Gift dieser Schlange. Unter monovalenten Seren versteht man Antiseren, die speziell gegen eine Schlangenart bzw. -Unterart wirken. Polyvalente Antiseren dagegen wirken gegen eine ganze Reihe von Schlangenarten oder sogar Gattungen - in der Regel aber nicht so wirksam wie die monovalenten.
Die Antiseren gegen eine Reihe anderer Bungarusarten wirken in diesem Fall aber nicht unbedingt beim Gift dieser Schlange.
Die Gabe eines Antiserums ist aber stets mit der Gefahr einer allergischen Reaktion bis hin zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock verbunden. Trotz dieser Tatsache ist die Gabe eines Antiserums nach einem Biss dieser Schlange zwingend erforderlich.
Erste Hilfe
Die allgemeinen Regeln, wie man sich bei einem Schlangenbiss zu verhalten hat, sind bereits in unserer allgemeinen Einleitung über Schlangen dargestellt worden. Sie seien der Übersichtlichkeit halber hier nochmals erklärt:
- unbedingt Ruhe bewahren, sowohl körperlich wie auch psychisch. Falls vorhanden, ist die Gabe eines Beruhigungsmittels empfehlenswert
- die gebissene Extremität ruhig stellen, den Arm in eine Schlinge legen und das Bein möglichst schienen.
- sofern es irgendwie möglich ist, sollte die gebissene Person im Liegen transportiert werden
- die Schlange möglichst identifizieren
- darauf achten, ob sich Symptome einer Vergiftung zeigen
- die Gabe von Flüssigkeit ist sinnvoll, aber nur in Form von Wasser, Säften und nicht als Alkohol, Cola oder Kaffee
- alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass die gebissene Person schnellstens professionelle Hilfe bekommt
- das Aussaugen oder Ausbrennen der Bisswunde hat sich als nicht sinnvoll erwiese
- auch das Kühlen mit Eis hat sich als wirkungslos und teilweise sogar schädlich erwiesen. Durch starkes Kühlen können sich bildende Gewebsnekrosen verstärkt werden und es kann zu Durchblutungsstörungen komme
Das Anlegen eines Immobilisierungs-Druckverbandes ist nach einem Biss dieser Schlange sehr empfehlenswert. Damit kann die Überlebenszeit bis zum Einsatz professioneller Hilfe um Einiges verlängert werden.
Prognose nach einem Biss
Bei der Injektion einer entsprechenden Menge Gift ist ohne professionelle Hilfe in Abhängigkeit von dem Zustand des Opfers fast immer tödlich, wobei der Tod nach einigen bis zu ca. 30 Stunden zu erwarten ist.
Zusammenarbeit
Seit Anfang September 2008 arbeiten wir mit der folgenden sehr bedeutenden österreichischen Schlangenfarm zusammen:
Reptilienzoo Nockalm
Eigentümer: Peter Zürcher
Vorwald 83
9564 Patergassen
Österreich/Kärnten
Tel.: 0043 - 4275 - 23165
Mobil: 0043 - 676 - 734 4 270
Der Reptilienzoo - idyllisch im Bundesland Kärnten gelegen - beherbergt eine große Anzahl der verschiedensten Schlangen, von den Kobras über Klapperschlangen, Kreuzottern, Aspisvipern bis hin zu Puffottern und Mambas - um nur einige zu nennen. Der Zoo eignet sich sowohl für Einzelbesucher wie auch für Familien oder Schulklassen.
Er liegt ca. 40 km von Villach in Richtung Kleinkirchheim entfernt.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Die Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Informationen finden Sie unter folgender Webadresse:
www.reptilienzoonockalm.at
Giftnotruf-Zentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kompetente Giftnotruf-Zentralen - die auch im Fall von Schlangenbissen im Ausland - 24-stündig erreichbar sind, finden Sie unter:
Giftnotruf-Zentralen in Deutschland
Giftnotruf-Zentralen in Österreich und der Schweiz
Benoten sie diesen Artikel
