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Marokko-Kobra, Naja haje legionis
Inhaltsverzeichnis |
Allgemeines
Es gibt rund 28 Kobraarten der Gattung Naja, obwohl es dazu in der Literatur verschiedene Angaben gibt. Die Königskobra beispielsweise gehört trotz ihres Namens zur Gattung der Schlangenfresser (Ophiophagus), und ist daher der Systematik nach keine "echte" Kobra". Eine Übersicht über die Gattungen der Schlangen, die umgangssprachlich als Kobras bezeichnet werden, aber keine "echten" sind, finden Sie bei Goruma unter: Kobras
Es gibt die folgenden Arten und Unterarten von echten Kobras. Diese lassen sich in die asiatischen und afrikanischen Kobras unterteilen.
Die Kobra gehört zu den afrikanischen Kobras.
Die afrikanischen Kobras mit ihren Unterarten
| Naja anchietae | Naja annulata - Naja annulata annulata - Naja annulata stormsi | Naja annulifera |
|---|---|---|
| Naja ashei | Naja christyi | Naja haje - Naja haje haje - Naja haje arabica - Naja haje legionis |
| Naja katiensis | Naja melanoleuca | Naja mossambica |
| Naja multifasciata | Naja nigricincta - Naja nigricincta nigricincta - Naja nigricincta woodi | Naja nigricollis |
| Naja nivea | Naja nubiae | Naja pallida |
Von dieser hier vorgestellten Kobraart Naja haje gibt es die folgenden Unterarten:
Naja haje haje
Naja haje anchieta
Naja haje arabica
Naja haje legionis
Es sei aber daraufhingewiesen, dass diese Schlange von einigen Herpethologen nicht als eigene Unterart der Naja haje, sondrn als geografische Farbvarianz der Naja haje (Ägyptische Kobra) angesehen wird.
Systematische Einteilung
| Familie | Giftnattern (Elapidae) |
|---|---|
| Gattung | Echte Kobras (Naja) |
| Art | Ägyptische Kobra -(Naja haje) |
| Unterart | Marokko-Kobra (Naja haje legionis) |
Ausländische Bezeichnungen
- Englisch: Moroccan Cobra
- Französisch:
Aussehen, Verhalten
Diese Kobraart besitzt eine Länge von 1,20 m bis 1,60 m - in seltenen Fällen sogar bis zu 1,90 m. Jungtiere schlüpfen gelbbraun mit dunkelbraunen Sprenkeln aus dem Ei, der Kopf und die Halspartie sind dunkelbraun bis schwarz gefärbt, eine mehr oder weniger ausgeprägte helle Kehrpartie kann vorhanden sein. Die helle Körperfärbung der Jungtiere wandelt sich in den ersten zwei Lebensjahren in ein sattes Schwarz um. In Teilen ihres Verbreitungsgebiets können auch teilweise rotbraun gefärbte Partien übrigbleiben.
Wie fast alle Kobras ist sie mit Hilfe ihrer verlängerten Nackenrippen in der Lage, ihren Nacken zu dem bekannten Halsschild zu spreizen. Diese Kobraart ist prinzipiell nicht in der Lage zu speien. Sie ist bodenbewohnend und dämmerungs- und nachtaktiv. Ihre Nahrung sind hauptsächlich Frösche, Kröten Kleinsäuger wie Ratten und Mäuse, Vögel und kleine Reptilien. Zur Fortpflanzung legt sie bis zu 40 Eier. Bevor sie zubeißt macht sie in der Regel eine Reihe von Drohgebärden und beginnt fast wie eine Katze zu fauchen.
Vorkommen
Diese Schlange kommt ihrem Namen entsprechend in Marokko inklusiv der nörlichen Westsahara und im westlichen Algerien vor.
Diese Schlange bevorzugt trockene, steinige mit niedriger Vegetation versehene Lebensräume. Ihre Verstecke findet sie unter größeren Steinenansammlungen oder in verlassenen Nagetierbauten. Aufgrund ihrer Vorliebe sich in der Nähe von Wasserstellen aufzuhalten, findet man sie gelengentlich auch in der Nähe menschlicher Ansiedlungen. Die Schlange wird von marokkanischen "Schlangenbeschwörern" nebst anderen Schlangen wie Puffottern für öffentliche Vorführungen verwendet.
Vermeidung eines Bisses
Gebiete, in denen diese Schlange vorkommen kann, sollte nur mit festem und hohem Schuhwerk begangen werden. Eventuell mit einem Stock den Boden vorher vorsichtig abklopfen. Beim Laufen ist fest aufzutreten Das Tier sollte nicht gereizt und auf keinen Fall sollte im Falle einer Begegnung versucht werden, es zu fangen oder gar zu töten. Bei einer Begegnung auf Abstand bleiben bzw. gehen. Allerdings beißen Kobras nicht so schnell zu, sondern richten sich auf und spreizen ihren Nackenschild und fauchen dabei fast wie eine Katze - auch Scheinbisse führt sie durch.
Art des Giftes
Folgen eines Bisses
Die ersten Beschwerden können bereits nach wenigen Minuten bis erst nach 15 Stunden mit neurologischen Symptomen wie hängenden Augenlidern (Ptosis) sowie Sprach- und Schluckbeschwerden auftreten. Später stellen sich zunehmend Lähmungen, bis hin zum Aussetzen der Atmung ein. Im Bereich der Bissstelle kommt es zu eher geringen lokalen Schmerzen, Schwellungen oder Ödemen, die meist ohne Nekrosenbildung abheilen. Es besteht nach einem Vollbiss durchaus Lebensgefahr besonders infolge einer Atemlähmung.
Erste Hilfe
Die allgemeinen Regeln, wie man sich bei einem Schlangenbiss zu verhalten hat, sind bereits in unserer allgemeinen Einleitung über Schlangen dargestellt worden. Sie seien der Bequemlichkeit halber hier nochmals abgedruckt:
- unbedingt Ruhe bewahren, sowohl körperlich wie auch psychisch. Falls vorhanden, ist die Gabe eines Beruhigungsmittels empfehlenswert
- die gebissene Extremität ruhig stellen, den Arm in eine Schlinge legen und das Bein möglichst schienen.
- sofern es irgendwie möglich ist, sollte die gebissene Person im Liegen transportiert werden
- die Schlange identifizieren
- darauf achten, ob sich Symptome einer Vergiftung zeigen, z.B. an der Bissstelle oder, bei neurotoxischen Vergiftungen, Lähmungen oder auch eine Augenstarre.
- die Gabe von Flüssigkeit ist sinnvoll, aber nur in Form von Wasser und nicht als Alkohol oder Kaffee.
- alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass die gebissene Person schnellstens professionelle Hilfe bekommt.
- sollten Atembeschwerden auftreten, kann das Leben über viele Stunden mittels einer Mund-zu-Mundbeatmung erhalten bzw. verlängert werden.
- das Aussaugen, Ausschneiden oder Ausbrennen der Bisswunde hat sich als nicht sinnvoll erwiesen
Neben diesen allgemeinen Maßnahmen ist bei einem Biss dieser Schlange das Anlegen eines Immobilisierungs-Druckverbandes bis zur Anspruchnahme professioneller Hilfe sehr sinnvoll. Näheres dazu siehe unter Giftschlangen.
Gegenserum (Antiserum)
Es gibt kein monovalentes Antiserum, also ein Antiserum, das speziell gegen das Gift dieser Schlange wirksam ist. aber es gibt diverse polyvalente Antiseren, die im Notfall zur Anwendung gelangen können, ihre Wirksamkeit ist jedoch, vor allem bei später Anwendung, fraglich. Besteht die Möglichkeit einer künstlichen Beatmung, sind die Überlenschancen recht gut, da die Toxine innerhalb von wenigen Tagen metabolisch abebaut wetden und danach die spontane Atmung wieder einsetzt.
Prognose
Ohne eine schnelle Hilfe durch eine Serumgabe und/oder eine künstliche Beatmung kann ein Biss der Marokko-Kobra mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit tödlich enden. So erreicht beispielsweise nur ein Teil der gebissenen Einheimischen lebend ein Krankenhaus, da der Tod infolge einer Atemlähmung bereits innerhalb von 30-60 Minuten eintreten kann.
Zusammenarbeit
Seit Anfang September 2008 arbeiten wir mit der folgenden sehr bedeutenden österreichischen Schlangenfarm zusammen:
Reptilienzoo Nockalm
Eigentümer: Peter Zürcher
Vorwald 83
9564 Patergassen
Österreich/Kärnten
Tel.: 0043 - 4275 - 23165
Mobil: 0043 - 676 - 734 4 270
Der Reptilienzoo - idyllisch im Bundesland Kärnten gelegen - beherbergt eine große Anzahl der verschiedensten Schlangen, von den Kobras über Klapperschlangen, Kreuzottern, Aspisvipern bis hin zu Puffottern und Mambas - um nur einige zu nennen. Der Zoo eignet sich sowohl für Einzelbesucher wie auch für Familien oder Schulklassen.
Er liegt ca. 40 km von Villach in Richtung Kleinkirchheim entfernt.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Die Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Informationen finden Sie unter folgender Webadresse:
www.reptilienzoonockalm.at
Giftnotruf-Zentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kompetente Giftnotruf-Zentralen - die auch im Fall von Schlangenbissen im Ausland - 24-stündig erreichbar sind, finden Sie unter:
Giftnotruf-Zentralen in Deutschland
Giftnotruf-Zentralen in Österreich und der Schweiz
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