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Kapkobra, Naja nivea

Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeines
  2. Systematische Einteilung
  3. Aussehen, Verhalten
  4. Vorkommen
  5. Vermeidung eines Bisses
  6. Art des Gifts
  7. Folgen eines Bisses
  8. Erste Hilfe
  9. Gegenserum (Antiserum)
  10. Prognose
  11. Zusammenarbeit
  12. Giftnotruf-Zentralen

Allgemeines

Kapkobra © Goruma (aufgenommen im Reptilienzoo Nockalm)

Wie ihr Name sagt, kommt die Kapkobra  neben anderen Ländern auch in Teilen Südafrikas vor. Die Kapkobra ist trotz ihrer vergleichsweise geringen Länge die giftigste Kobraart in Afrika.

Es gibt mittlerweile 30 Kobraarten der Gattung Naja, obwohl es dazu in der Literatur verschiedene Angaben gibt und die Taxonomie in stetigem Fluss ist. Die Königskobra beispielsweise gehört trotz ihres Namens zur Gattung der Schlangenfresser (Ophiophagus) und ist daher der Systematik nach keine "echte" Kobra".  Die Kobras lassen sich in die asiatischen und afrikanischen unterteilen Die Kapkobra gehört zu den afrikanischen Kobras.

Die afrikanischen Kobras mit ihren Unterarten

Naja anchietaeNaja annulata
- Naja annulata annulata
- Naja annulata stormsi
Naja annulifera
Naja arabicaNaja asheiNaja christyi
Naja hajeNaja katiensisNaja melanoleuca
Naja mossambicaNaja multifasciata Naja nigricincta
- Naja nigricincta nigricincta
- Naja nigricincta woodi
Naja nigricollisNaja niveaNaja nubiae
Naja pallidaNaja senegalensis 

Systematische Einteilung

FamilieGiftnattern (Elapidae)
GattungEchte Kobras (Naja)
ArtKapkobra (Naja nivea)

 Ausländische Bezeichnungen

  • Englisch: Yellow cobra, Cape cobra
  • Französisch:

Aussehen, Verhalten

Kapkobra © Goruma (aufgenommen im Reptilienzoo Nockalm)

Diese Kobraart besitzt eine Länge von 1,20 m bis 1,70 m. Ihre Färbung variiert sehr stark und zwar von einem reinen Gelb über verschiedene Brauntöne bis hin zum Schwarz. Die Tiere können unifarben oder aber auch mit mehr oder weniger zahlreichen Sprenkeln versehen sein. Jungtiere schlüpfen unifarben gelb-braun mit einer schwarzen Kehlzeichnung aus dem Ei. 
Ihr abgerundeter Kopf ist vom Rumpf kaum abgesetzt und besitzt ein leicht zugespitztes Maul. Ihre Augen sind relativ groß mit einer runden Pupille. Die Körpermitte wird von 19 bis 21 Reihen ungekielter Schuppen umgeben. Wie fast alle Kobras ist sie mit Hilfe ihrer verlängerten Nackenrippen in der Lage, ihren Nacken zu dem bekannten Halsschild zu spreizen. Die Kapkobra ist tag- und dämmerungsaktiv. Ihre Nahrung sind hauptsächlich Frösche, Kleinsäuger wie Ratten und Mäuse, Vögel und kleine Reptilien. Zur Fortpflanzung legt sie zwischen 6 bis 20 Eier. Kapkobras sind nicht sehr nervös und angriffslustig.

Vorkommen

Kapkobra © Goruma (aufgenommen im Reptilienzoo Nockalm)

Diese Schlange kommt im südwestlichen Afrika und dort in Namibia, Botswana (Botsuana), Lesotho und in Südafrika vor. Sie lebt vorwiegend in trockenen und steinigen Gebieten sowie in sandigen Flussläufen. Auf Grund des starken Auftretens von Ratten und Mäusen kommt sie häufig auf entsprechenden Anbauflächen und in der Nähe menschlicher Siedlungen vor.

Vermeidung eines Bisses

Gebiete, in denen diese Schlange vorkommen kann, sollte nur mit festem und hohem Schuhwerk begangen werden. Eventuell mit einem Stock den Boden vorher vorsichtig abklopfen. Beim Laufen ist fest aufzutreten Das Tier sollte nicht gereizt und auf keinen Fall sollte im Falle einer Begegnung versucht werden, es zu fangen oder gar zu töten. Bei einer Begegnung auf Abstand bleiben bzw. gehen.

Art des Giftes

Ihr Gift ist in seiner Gefährlichkeit durchaus vergleichbar mit dem der schwarzen Mamba. Es handelt sich in der Hauptsache um ein sehr starkes Neurotoxin, also ein das Nervensystem schädigendes Gift - mit wenigen Anteilen, die das Gewebe zerstören.

Folgen eines Bisses

Die ersten Beschwerden können bereits nach 15 Minuten hängende Augenlider sowie Sprach- und Schluckbeschwerden sein. Später stellen sich zunehmend Lähmungen, bis hin zum Aussetzen der Atmung ein. Im Bereich der Bissstelle kommt es nur zu geringen lokalen Schmerzen, Schwellungen oder Ödemen. Es besteht nach einem Vollbiss absolute Lebensgefahr.

Erste Hilfe

Die allgemeinen Regeln, wie man sich bei einem Schlangenbiss zu verhalten hat, sind bereits in unserer allgemeinen Einleitung über Schlangen dargestellt worden. Sie seien der Bequemlichkeit halber hier nochmals abgedruckt:

  • unbedingt Ruhe bewahren, sowohl körperlich wie auch psychisch. Falls vorhanden, ist die Gabe eines Beruhigungsmittels empfehlenswert
  • die gebissene Extremität ruhig stellen, den Arm in eine Schlinge legen und das Bein möglichst schienen.
  • sofern es irgendwie möglich ist, sollte die gebissene Person im Liegen transportiert werden
  • die Schlange identifizieren
  • darauf achten, ob sich Symptome einer Vergiftung zeigen, z.B. an der Bissstelle oder, bei neurotoxischen Vergiftungen, Lähmungen oder auch eine Augenstarre.
  • die Gabe von Flüssigkeit ist sinnvoll, aber nur in Form von Wasser und nicht als Alkohol oder Kaffee.
  • alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass die gebissene Person schnellstens professionelle Hilfe bekommt.
  • sollten Atembeschwerden auftreten, kann das Leben über viele Stunden mittels einer Mund-zu-Mundbeatmung erhalten bzw. verlängert werden.
  • das Aussaugen, Ausschneiden oder Ausbrennen der Bisswunde hat sich als nicht sinnvoll erwiesen

Neben diesen allgemeinen Maßnahmen ist bei einem Biss der Kapkobra das Anlegen eines Immobilisierungs-Druckverbandes unbedingt bis zur Anspruchnahme professioneller Hilfe erforderlich. Näheres dazu siehe unter Giftschlangen.

Gegenserum (Antiserum)

Es gibt mehrere polyvalente Antiseren. Im Gegensatz zu den monovalenten Antiseren wirken polyvalente Antiseren gegen eine Reihe von Schlangen  - aber mit einer geringeren Wirkung als monovalente.
In der Republik Südafrika gibt es eine Reihe von Notrettungsstellen, die auf die Behandlung von Vergiftungen durch diese Schlange eingerichtet sind, was in Botswana oder Lesotho nicht unbedingt der Fall ist. Die Gabe eines Antiserums ist aber stets mit der Gefahr einer allergischen Reaktion bis hin zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock verbunden. Daher ist dessen Anwendung stets im Einzelfall genau abzuwägen und sollte nur durch einen erfahrenen Arzt erfolgen. Aber es kann auch reichen, den Gebissenen künstlich zu beatmen.

Prognose

Ohne Behandlung ist mit sehr einer hohen Wahrscheinlichkeit in wenigen Stunden mit dem Tod zu rechnen. Spätschäden sind allerdings in der Regel nicht zu erwarten.

Zusammenarbeit

Seit Anfang September 2008 arbeiten wir mit der folgenden sehr bedeutenden österreichischen Schlangenfarm zusammen:

Reptilienzoo Nockalm
Eigentümer: Peter Zürcher
Vorwald 83
9564 Patergassen
Österreich/Kärnten
Tel.: 0043 - 4275 - 23165
Mobil: 0043 - 676 - 734 4 270

Der Reptilienzoo - idyllisch im Bundesland Kärnten gelegen - beherbergt eine große Anzahl der verschiedensten Schlangen, von den Kobras über Klapperschlangen, Kreuzottern, Aspisvipern bis hin zu Puffottern und Mambas - um nur einige zu nennen. Der Zoo eignet sich sowohl für Einzelbesucher wie auch für Familien oder Schulklassen.
Er liegt ca. 40 km von Villach in Richtung Kleinkirchheim entfernt.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Die Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Informationen finden Sie unter folgender Webadresse:
www.reptilienzoonockalm.at

Giftnotruf-Zentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Kompetente Giftnotruf-Zentralen - die auch im Fall von Schlangenbissen im Ausland - 24-stündig erreichbar sind, finden Sie unter:

Giftnotruf-Zentralen in Deutschland

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Kommentare
Daniel  (Dienstag, 10.02.2009)
Wenn ich mir die von dir angegebenen Werte von 0,32 bzw. 0,72 mg/kg ansehe, nehm ich mal an, dass die von der cm-reptiles Seite stammen. Diese Seite ist, meiner Meinung nach, sehr zweifelhaft. Erstens kommen mir einige Werte sehr komisch vor, 2. wird da noch nicht einmal auf eine Maßeinheit hingewiesen, die die Zahlen erklärt und 3. vor allem wegen fehlender Quellenangaben. Kannst du mir einen Link nennen in dem, der von dir angesprochene Dr. Brian Fry, diese Werte bestätigt?
Dennis  (Montag, 09.02.2009)
Hallo Daniel. Ich gebe dir in Bezug auf die LD-50 Diskussion und schwankenden Wirkungen der Gifte von Tier auf Mensch auf jeden Fall Recht. Doch im Allgemeinen werden die subkutanen LD-50 Messungen verwendet, um das potenteste Gift von Schlangen zu veräußerlichen. Wenn man sich die LD-50 Listen von Dr. Brian Fry und weiteren Toxikologen anschaut, sehe ich zumindest immer einen Wert von 0,32 (mg/kg) bei der Schwarzen Mamba und 0,72 bei der Kapkobra. Klar ist das alles relativ und schwankend, aber es ist nicht meine Aufgabe Belege dafür aufzuführen, dass die schwarze Mamba giftiger ist als die Kapkobra, sondern ich merke nur an, dass es für mich keinen Beleg dafür gibt, dass die Kapkobra ein potenteres Gift besitzt, obwohl dies in zahlreichen Quellen steht und wie du schon angemerkt hast, oftmals in Berichten einfach übernommen wird. Und das das Gift der Kapkobra stärker o. dreimal stärker auf den menschlichen Organismus wirken soll als das der Schwarzen Mamba halte ich für äußerst gew...
Daniel  (Montag, 09.02.2009)
Sowohl die Kapkobra wie auch die Schwarze Mamba besitzen ein sehr potentes Gift, dass ohne medizinische Hilfe mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Tod führt. Sicher kann die Schwarze Mamba als die "gefährlichere" Schlange erachtet werden und ich sags mal ganz wertfrei, die meisten Autoren sprechen davon, dass das Gift der Kapkobra "stärker"ist, als dass der Schwarzen Mamba, wobei da sicher auch der eine vom anderen abkupfert teilweise. Aber ein wesentlicher Punkt wird dabei gerne vergessen und das ist die Menge des abgegeben Gifts. Ein Höllentier wie es hier in den unteren Beiträgen anklingt ist Naja nivea sicher nicht. Ganz im Gegenteil gilt sie eher als scheu, ruhig und beissfaul. Unfälle sind sehr selten, was ich zumindest von Namibia sicher sagen kann.
Sebastian  (Montag, 06.10.2008)
Ein afrikanischer Freund von mir (Schwarzer), ein Stdent an der Universität von Kapstadt, wurde vor ca. 3 Jahren von einer Kapkobra in Südafrika bei einem Ausflug ins Bein gebissen. Er ist daran gestorben, vielleicht auch, weil er viel zu spät in eine Klinik gebracht wurde.


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