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Kärntner Hornviper, Ammodytes gregorwallneri

Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeines
  2. Systematische Einteilung
  3. Aussehen, Verhalten
  4. Vorkommen
  5. Vermeidung eines Bisses
  6. Art des Gifts
  7. Folgen eines Bisses
  8. Erste Hilfe
  9. Gegenserum (Antiserum)
  10. Prognose
  11. Zusammenarbeit
  12. Giftnotruf-Zentralen

Allgemeines

Kärntner Hornviper © goruma (Reptilienzoo Nockalm)

Diese Schlange kommt nur in Kärnten, der Steiermark und im nördlichen Slowenien vor. Diese Schlange ist eine Unterart der Europäischen Hornotter. Was aber in der Wissenschaft nicht unumstritten ist.
Da die Region in Kärnten viel und gerne von Touristen besucht werden, darf eine Beschreibung dieser Schlange hier natürlich nicht fehlen.

Systematische Einteilung

FamilieGiftvipern (Viperidae)
GattungHornviper (Vipera)
ArtEuropöische Hornotter (Vipera ammodytes)
UnterartKärntner Hornviper (Vipera ammodytes gregorwallneri)

 Ausländische Bezeichnungen:

  • Englisch: Long Nosed Viper

Aussehen, Verhalten

Die Schlange wird bis zu 110 cm cm lang. Sie besitzt eine grau-braune Grundfärbung mit dunklen Flecken auf der Rückenseite. Ihre Bauchseite ist grau-schwarz gesprenkelt. Der Kopf besitzt eine Dreiecksform und ist deutlich vom Rumpf abgesetzt. Auffällig ist das Horn auf der Nasenspitze
Ihre Nahrung besteht aus kleinen Nagern, Echsen oder auch Vögeln. Die Schlange ist überwiegend tagaktiv. 
Das Tier bringt seinen Nachwuchs lebend zur Welt, legt also keine Eier. Die Schlange ist eher scheu und verschwindet in der Regel bei einer Annäherung.

Vorkommen

Die Kärntner Hornviper kommt nur in den österreichischen Bundesländern Kärnten und der Steirmark vor, außerdem im nördlichen Teil von Slowenien. Sie liebt sonnige, trockene und steinige Örtlichkeiten, so Geröllhalden, felsige Wiesenhänge oder auch Bahndämme. Sie kommt bis zu einer Höhe von ca. 800 m vor.

Vermeidung eines Bisses

Beim Wandern in den Gebieten, in denen die Schlange vorkommt, sollte man möglichst hohes und festes Schuhwerk tragen. Beim Übernachten im Freien darauf achten, dass Zelte geschlossen sind und auch keine Wohnwagen- oder Autotüren offen bleiben. Auch sollte man nicht in einem Schlafsack oder ähnlichem nächtigen, obwohl es eher unwahrscheinlich ist, dass man nachts von dem Tier attackiert wird

Art des Giftes

Der Hauptanteil des Giftes dieser Schlange besitzt ein beachtliches Potenzial, ist aber in der Regel nicht lebensbedrohend. Die Anteile in des Gftes bestehen aus das Blut und Gewebe schädigenden Anteilen.

Folgen eines Bisses, Symptome

Es sei darauf hingewiesen, dass es wichtig ist abzuwarten, ob es sich bei dem Biss um einen Angriffbiss (Jagdbiss) oder einen Verteidigungsbiss gehandelt hat. Das gilt übrigens für den Biss aller Giftschlangen. Bei einem Verteidigungsbiss muss nicht zwangsläufig auch Gift injiziert worden sein. Beim Jagdbiss dagegen ist damit zu rechen, dass eine größere Menge Gift injiziert wurde. 
Es treten als erste Symptome nach einem Jagdbiss dieser Schlange im Bereich der Bisswunde Schwellungen auf und es kommt in deren Umgebung zu blass-bläulichen (lividen) Verfärbungen. Mit Gewebezerstörungen in der Umgebung der Bissstelle und einer Beeinträchtung des Allgemein zustands ist zu rechnen. Sehr schnell nach dem Biss kommt es zu erheblichen Schmerzen.
Obwohl bei gesunden und jüngeren Menschen keine unmittelbare Lebensgefahr besteht, sollte unbedingt so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Erste Hilfe

Die allgemeinen Regeln, wie man sich bei einem Schlangenbiss zu verhalten hat, sind bereits in unserer allgemeinen Einleitung über Schlangen dargestellt worden. Sie seien der Bequemlichkeit halber hier nochmals abgedruckt:

  • unbedingt Ruhe bewahren, sowohl körperlich wie auch psychisch. Falls vorhanden, ist die Gabe eines Beruhigungsmittels empfehlenswert
  • sofern es irgendwie möglich ist, sollte die gebissene Person im Liegen transportiert werde
  • darauf achten, ob sich Symptome einer Vergiftung zeigen, z.B. sehr schnell in Form von starken Schmerzen
  • die Gabe von Flüssigkeit ist nicht nur sinnvoll sondern unbedingt notwendig - aber nur in Form von Wasser oder Säften und nicht als Alkohol oder Kaffee.
  • alle Möglichkeiten ausschöpfen, dass die gebissene Person schnellstens professionelle Hilfe bekommt.
  • das Aussaugen oder Ausbrennen der Bisswunde sollte unbedingt unterlassen werden
  • das Ausschneiden der Bisswunde verschlimmert möglicherweise die Giftwirkung, da es z.B. bei Gerinnungsstörungen zu unkontrollierten Blutungen kommen kann.
  • auch das Kühlen mit Eis hat sich als wirkungslos und teilweise sogar schädlich erwiesen. Durch starkes Kühlen können Gewebsnekrosen verstärkt werden und es kann zu Durchblutungsstörungen kommen.

Das Anlegen eines Immobilisierungs - Druckverbandes ist nach einem Biss dieser Schlange ist absolut nicht empfehlenswert, da die lokalen Wirkungen nur verstärkt würden. Näheres dazu siehe unter Giftschlangen

Gegenserum (Antiserum, Antitoxin)

Es gibt ein Gegenserum. Aber dessen Anwendung ist nur bei sehr schweren Vergiftungs-Fällen erforderlich und sinnvoll, nicht zuletzt deswegen, weil die Gabe eines Antiserums stets mit der Gefahr einer allergischen Reaktion bis hin zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock verbunden ist. Daher ist dessen Anwendung stets im Einzelfall genau abzuwägen und sollte nur durch einen erfahrenen Arzt in einem entsprechenden Zentrum erfolgen. Die  Infusion von physiologischer Kochsalzlösung kann sinnvoll sein. Der Hämatokrit sowie die Plasmaelektrolyte sind kontinuierlich zu prüfen und Normabweichungen ggf. therapeutisch zu behandeln.

Prognose

Ohne Behandlung ist in der Regel nicht mit dem Tod zu rechnen. Auch ist nicht mit länger andauernden Folgeschäden zu rechnen.

Zusammenarbeit

Seit Anfang September 2008 arbeiten wir mit der folgenden sehr bedeutenden österreichischen Schlangenfarm zusammen:

Reptilienzoo Nockalm
Eigentümer: Peter Zürcher
Vorwald 83
9564 Patergassen
Österreich/Kärnten
Tel.: 0043 - 4275 - 23165
Mobil: 0043 - 676 - 734 4 270

Der Reptilienzoo - idyllisch im Bundesland Kärnten gelegen - beherbergt eine große Anzahl der verschiedensten Schlangen, von den Kobras über Klapperschlangen, Kreuzottern, Aspisvipern bis hin zu Puffottern und Mambas - um nur einige zu nennen. Der Zoo eignet sich sowohl für Einzelbesucher wie auch für Familien oder Schulklassen.
Er liegt ca. 40 km von Villach in Richtung Kleinkirchheim entfernt.

Öffnungszeiten, Eintrittspreise
Die Öffnungszeiten, Eintrittspreise und weitere Informationen finden Sie unter folgender Webadresse:
www.reptilienzoonockalm.at

Giftnotruf-Zentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Kompetente Giftnotruf-Zentralen - die auch im Fall von Schlangenbissen im Ausland - 24-stündig erreichbar sind, finden Sie unter:

Giftnotruf-Zentralen in Deutschland

Giftnotruf-Zentralen in Österreich und der Schweiz

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Kommentare
Moin Moin  (Donnerstag, 15.01.2009)
Die Kärntner können stolz auf ihr Land sein, sie haben da sogar neben der Kreuzotter eine eigene Schlange in ihrem Bundesland. Da kann sich z.B. Bayern mal eine dicke Scheibe abschneiden - nicht mal Bruno konnte dort überleben.
Klaus Bornstetten  (Dienstag, 23.09.2008)
Super, ich habe nirgendes eine so zusammenfassende Beschreibung der Kärntner Hornviper wie bei euch gefunden. Und da habt ihr absolut Recht - diese Schlange gehört an dieser Stelle unbedingt dargestellt! Mit lieben Schlangengrüßen. Euer Klaus


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