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Wirkung hoher Strahlendosen auf den Menschen
Seit es Leben auf der Erde gibt und solange der Mensch die Erde bevölkert, waren die Lebewesen und damit auch der Mensch der Wirkung der natürlichen Strahlung ausgesetzt. Wie unter Natürliche Strahlenbelastung dargestellt, beträgt sie heutzutage im Mittel 2,2 mSv (0,0022 Sv).
Man kann davon ausgehen, dass die genannte Strahlenbelastung nicht nur mit gesundheitlich gut verträglich ist, sondern möglicherweise über die Erzeugung von Mutationen sogar für die Entwicklung des Lebens von Vorteil war. Insofern kann sie guten Gewissens als Maßstab bzw. als Vergleich für die Höhe anderer Strahlenbelastungen herangezogen werden. In der folgenden Tabelle ist dargestellt, mit welchen Wirkungen bei einer kurzfristigen Einwirkung von ionisierender Strahlung auf den gesamten menschlichen Organismus zu rechnen ist. Bei einer Teilkörperbestrahlung ist allerdings mit anderen und meist weniger dramatischen Folgen zu rechnen
| Ganzkörper-Äquivalentdosis | Wirkungen auf den menschlichen Organismus |
|---|---|
| Bis ca. 1 Sievert | Eine Äquivalentdosis des ganzen Körpers bis etwa 1 Sv haben keine direkt zu bemerkenden Auswirkungen und zeigen kaum Symptome. Allerdings steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken um ca. 7,5% an |
| Von 1 bis 2 Sievert | Es gibt merkliche Symptome wie Müdigkeit, Erbrechen und Durchfall (auch blutig). Für kranke und ältere Menschen besteht ein erhöhtes Risiko. Es käme zu einer Erhöhung der Letalität von ca. 10% innerhalb von 4-6 Wochen. Das Krebsrisiko ist später erheblich, über 10% erhöht. Man spricht von einem Strahlenkater |
| Von 2 bis 3 Sievert | Schwere Strahlenkrankheit, mit erheblichen Symptomen. Die Blut bildenden Zellen im roten Knochenmark werden geschädigt, ebenso die Zellen des Magen-Darm-Traktes. Es käme zu einer Erhöhung der Letalität von ca. 40% nach 4-6 Wochen. Das Krebsrisiko ist später erheblich, über 15% erhöht. |
| Von 3 bis 4 Sievert | Sehr schwere Strahlenkrankheit. Symptome wie vorher, aber in verstärkter Form. Eine intensivmedizinische Versorgung wird erforderlich. Es käme zu einer Erhöhung der Letalität von ca. 50% nach 4-6 Wochen. Beim Überleben ist später das Krebsrisiko erheblich, möglicherweise bis zu 20%, erhöht. |
| Von 4 bis 6 Sievert | Extrem schwere Strahlenkrankheit mit schweren Blutungen und einem extrem schlechten Allgemeinbefinden. Bei 6 Sv ist trotz einer intensivmedizinischen Betreuung mit einer Letalität von über 90% zu rechnen. |
| Von 6 bis 8 Sievert | Eine derartige Strahlenbelastung wird nicht überlebt. Die Zellen des Magen-Darm-Traktes sind zerstört, die Blut bildenden Zellen im roten Knochenmark sind zerstört und zahlreiche innere Organe stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Betroffenen sterben innerhalb von etwa vier Wochen unter geradezu erbärmlichen Umständen. |
| Von 8 bis 10 Sievert | Der Tod tritt mit einer Sicherheit von 100% innerhalb von etwa vier Wochen ein. |
| Von 10 bis 20 Sievert | Der Tod tritt mit einer Sicherheit von 100% nach ein bis zwei Wochen ein. |
| Über 20 Sievert | Der Tod tritt mit einer Sicherheit von 100% nach ca. 7 Tagen ein. |
| Über 50 Sievert | Der Tod tritt innerhalb von Stunden ein, neben all den bereits geschilderten Schäden kommt es auch zu Schäden im zentralen Nervensystem, so dass die Betroffenen bereits sehr schnell nach der Bestrahlung das Bewusstsein verlieren. |
Therapeutische Maßnahmen
Beim Eindringen (Inkorporation) von radioaktiven Substanzen in den menschlichen Organismus sollte so schnell wie irgend möglich alles versucht werden, so viel wie möglich davon aus dem Organismus zu entfernen. Dies kann z. B. mit Hilfe von Chelaten, bestimmten organischen Substanzen, geschehen. Auch das so genannte "Berliner Blau", an sich in der Malerei verwendet, wurde z.B. nach dem Unfall von Tschernobyl (April 1986, Ukraine) zum Entfernen des radioaktiven Cäsiums verwendet.
Bei Äquivalentdosen über ca. 3 Sievert ist in der Regel eine intensivmedizinische Versorgung dringend erforderlich. Wegen der starken Blutungsneigung müssen rote Blutkörperchen sowie Blutplättchen mittels Bluttransfusionen verabreicht werden. Weiterhin wird eine Ernährung über eine intravenös gelegte Kanüle erforderlich sein. Die Gabe von Antibiotika ist ebenfalls erforderlich. Insgesamt muss leider festgestellt werden, dass die Behandlungsmöglichkeiten bei stärkeren Verstrahlungen sehr begrenzt sind. Knochenmarkstransplantationen, die z. B. nach dem Unfall von Tschernobyl von eingeflogenen US-amerikanischen Ärzten durchgeführt worden sind, wurden alle nicht überlebt. Ab Dosen von 6 Sv ist, trotz aller derzeit möglichen Therapien, der Tod der betroffenen Person so gut wie nicht mehr zu verhindern.
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