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Körperscanner, Body-Scanner

Allgemeine Vorbemerkungen

"Lieber nackt als tot?" © goruma (V. Koppenwallner)

Vor geraumer Zeit gab es große öffentliche Aufregung in den Medien und Besorgnisse unter Datenschützern und besonders die Sorge, dass die Menschenwürde verletzt würde. Der Grund war, dass es Überwachungsgeräte gab und gibt, die den Menschen sozusagen nackt auf den dazu gehörigen Monitoren erscheinen lässt. Mit diesen Geräten war es möglich, Nichtmetalle oder auch Sprengstoffe, die unter der Kleidung verborgen sind, für das Sicherheitspersonal sichtbar zu machen. Die öffentliche Empörung über diese von der Öffentlichkeit als "Nacktscanner" bezeicneten Geräte war so groß, dass der Einsatz dieser Geräte seinerseits von den Politikern und Sicherheitsbehörden nicht weiter verfolgt wurde.

Aber die Industrie hat dennoch - von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt - an verbesserten Geräten gearbeitet, die die Sorgen vor möglichen Menschenrechtsverletzungen zerstreuen sollen. 
Infolge des missglückten Sprengstoff- bzw. Terroranschlags vom 25. Dezember 2009 auf eine Maschine der Delta-Airlines, die sich auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit/USA befand, wurde die Thematik einer verbesserten Überwachung auf den Flughäfen in der Öffentlichkeit wieder aktuell. 
Sinnvollerweise sollte bei dieser neuen Generation von Scannern, statt von Nacktscannern, korrekterweise von Körperscannern gesprochen werden.

Einige physikalische Grundlagen

Srahlenarten
Die bei den Scannern verwendete Strahlung ist "elektromagnetische Strahlung", zu der u.a. Radiowellen (Strahlung), TV-Wellen, Radarstrahlen (Mikrowellen) und Handystrahlen oder auch die Wärmestrahhlung (= Infrarotbereich) zählen. 
Eine besondere "Klasse" bildet dabei die Tera-Hertzstrahlung, (Tera = 1012), deren Frequenzen im Bereich zwischen der Wärmestrahlung (Infrarot-Region) und der Mikrowellenstrahlung liegen. An die Wärmestrahlung schließt sich übrigens zu  höheren Frequenzen das sichtbare Licht (Rot) an:

  • 10 GHz – 300 GHz (G = Giga) = Millimeterstrahlung
  • 300 GHz – 1 THz (T = Tera) = Submillimeterstrahlung
  • 1 THz – 10 THz (= eigentliche Tera-Hertzstrahlung)


Frequenz
Unter der Frequenz versteht man die Anzahl von Schwingungen pro Sekunde. Gemessen wird die Frequenz in Hertz (Abk. Hz), wobei gilt:
1 Hz = 1 Schwingung pro Sekunde.
Der Wechselstrom in den europäischen Haushalten hat beispielsweise eine Frequenz von 50 Hz und der Strom der deutschen Eisenbahn (DB) von 16 2/3 Hz.. Die Frequenz ist übrigens völlig unabhängig von der Spannung und der Stromstärke. Folgende Angaben der Frequenz sind üblich:

  • 1 kHz = 1.000 Hz (k = Kilo = 103)
  • 1 MHz = 1.000.000 Hz  (M = Mega = 106)
  • 1 GHz = 1.000.000.000 Hz  (G = Giga  = 109)
  • 1 THz = 1. 000.000.000.000 Hz (T = Tera = 1012)

Es sei erwähnt, dass die Wärmestrahlung einen größeren Bereich mit verschiedenen Frequenzen abdeckt. Die höchste dabei auftretende Frequenz - an der Grenze zur sichtbaren Farbe "Rot" - beträgt 350 bis 400 THz.

Welche Scanner sind möglich und wie funktioniert ein Scanner?

Körperscanner, Body-scanner © Smiths Detection (Smiths Heimann GmbH, Wiesbaden)

Detektoren mit Röntgenstrahlung
Der Einsatz von Scannern, die mit Röntgenstrahlung arbeiten und dabei die Rück- bzw. Streustrahlung nutzen, sind aus Strahlenschutzgründen abzulehnen und würden besonders bei Vielfliegern zu einem deutlich erhöhten Krebsrisiko führen. Röntgenstrahlung wird jedoch seit längerem zur Durchleuchtung des Gepäcks eingesetzt, was jedoch zu keinerlei Gefährdungen von Menschen führt, da die Strahlung nach Abschalten des Geräts augenblicklich verschwunden ist.

Messung der körpereigenen Strahlung
Der menschliche Körper strahlt bekanntlich Wärme ab, aber auch andere Strahlung mit niedrigeren Freqenzen. Prinzipiell könnte diese Strahlung detektiert und in ein sichtbares Bild umgewandelt werden. Einen Vergleich bietet ein Kernspin-Tomograf, der die über Radiostrahlung (z.B. 40 MHz) im menschlichen Körper erzeugte Strahlung von angeregten Wasserstoffatome (Protonen) misst und daraus bekanntlich hervorragende Schnittbilder erstellt. Aus Sicht des Strahlenschutzes ist gegen eine derartige Scanmethode absolut nicht einzuwenden, da nur körpereigene Strahlung gemessen und in Bilder umgewandelt wird. Da aber die Intensität der körpereigenen Strahlung mit höherer Frequenz stetig abnimmt, sind die so erzeugten Bilder zu wenig kontrastreich, sodass man diese Art der Messung nicht mehr verwendet.

Scannen mit Tera-Hertz-Strahlung
Obwohl in diesem Zusammenhang oft von Tera-Hertz-Strahlung gesprochen wird, ist das nicht  ganz korrekt, da die eingestzte Strahlung im Giga-Hertzbereich liegt. Bei der "aktiven" Untersuchung mit den Ganzkörperscannern werden auf die zu untersuchende Person von dem Scanner Strahlen im Bereich von 10 bis 30 GHz abgestrahlt und deren Rückstreuung (Rückstrahlung) oder auch Streustrahlung gemessen. Mit Hilfe des Scanners kann dabei ein "Bild" der Körperoberfläche erzeugt werden und verdächtige Gegenstände - besonders die aus Nichtmetall (Keramikmesser, Sprengstoff) - sichtbar gemacht werden. Es sei erwähnt, dass die Frequenzen bei Abstandsmessungen bei Kfz. im Bereich von 70 bis 80 GHz liegen.

Wie funktioniert die Kontrolle mit dem Scanner?
Bei einem typischen Scanner der Fa. Smiths-Heimann steht der zu untersuchende Passagier vor einer Art "Wand" mit einer Fläche von 1 m mal 2 m (= 2 m²). In dieser Wand befinden sich eine große Anzahl von Antennen. Neben dem Passagier befindet sich - wie eine Art Lampe - der Sender für die Hochfrequenz. Die in der Wand befindlichen Antennen wirken "nur" als Reflektoren für die mm-Wellen (10-30 GHz). Die mm-Wellen werden vom Sender  neben der Person ausgestrahlt, durch die Wand auf die Person reflektiert, von dort wieder zurück auf die Wand reflektiert und von der Wand zurück zum Sender reflektiert. Die Antennen können so programmiert werden, dass sie das gesamte Volumen vor der
Wand bis zu einem Abstand von ca. 1,5 m abtasten. Die Wand wirkt somit als eine elektronische Linse für die mm-Wellen, welche die Person im Endeffekt punktweise abtasten. Um den gesamten Körper untersuchen zu können, muss sich die Person sowohl mit dem Rücken als auch mit der Körpervorderseite zur Wand hin wenden. Die gesamte Prozedur dauert etwa 10 Sekunden. Die verwendete Sendeleistung beträgt unter 1 Milliwatt (mW = 1 Tausendstel Watt) und liegt daher weit unter den derzeitigen Grenzwerten für Strahlung dieser Frequenz.
Während des Scanvorgangs erzeugt das hier beschriebene System kein Standbild sondern - wenn sich die gescannte Personen vor dem Scanner bewegt - einen Film. Die in der Presse dargestellten Standbilder stammen von einer anderen Firma, die von einer Person jeweils zwei Standbilder, und zwar von vorn und hinten gesehen, erzeugt.

Mögliche Gefahren und Einwände

Röntgenstrahlung
Wie bereits erwähnt, ist der Einsatz von Röntgenstrahlung für derartige Zwecke absolut inakzeptabel, da hierdurch das Krebsrisiko und das Risiko für das ungeborene Leben bei Schwangeren - besonders bei Vielfliegern - beträchtlich erhöht würde. Mit großer Wahrscheinlichkeit stünden einem derartigen Einsatz daher auch starke rechtliche Bedenken im Wege. Aber es ist kein Hersteller bekannt, der an Scannern arbeit und forscht, die mit Röntgenstrahlen arbeiten.

Tera-Hertz-Strahlung
Eine Strahlung mit einer Freqenz von 10 bis 30 GHz dringt nur wenige mm in den Organismus ein. Wobei sie meist in der  - je nach Lage (Arme, Beine, Bauch oder Rücken) - einige mm dicken Haut absorbiert wird. Je höher die angewandten Frequenzen jedoch werden, umso geringer wird die Eindringtiefe, die dann irgendwann die Hautoberfläche (Epidermis) praktisch nicht mehr durchdringt. Es ist immer noch umstritten, ob derartige Strahlung außer zu thermischen Wirkungen (= Erwärmung) auch zu anderen Schäden führen kann.  Dazu laufen noch Untersuchungen, z.B. der EU, ob es zu Störungen der Chromosomen in Lymphozyten (weiße Blutkörperchen) kommen kann. Es sei erwähnt, dass eine Forschergruppe in Israel im Jahr 2008 derartige Störungen nach einer über 2-stündigen Einstrahlung von Frequenzen mit 100 GHz  gefunden hatte. Durch andere Forscher konnten diese Ergebnisse allerdings bisher nicht bestätigt werden. Aber bei Leistungen von unter 1 Milliwatt (mW) und einer Bestrahlungsdauer von ca. 10 Sekunden - wie bei den hier vorgestellten Scannern - ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mit Schäden zu rechnen

Zusammenfassung
Letztendlich  müssen der Bürger und die Politik entscheiden, ob es akzeptabel ist, Menschen vor Antritt eines Fluges für 10 Sekunden - und das anonym - möglicherweise in ihrem Schamgefühl zu verletzen, dafür aber das Risiko, in die Luft gesprengt zu werden, erheblich zu verringern. Oder aber, ob man lieber ein bestimmtes Sicherheitsrisiko in Kauf nimmt, um die "Menschenwürde" nicht zu tangieren. Die neueste Kritik zu dem Gerät kommt jetzt von Datenschützern, die u.a. beklagen, dass Windeln bei Inkontinenz, Prothesen, Herzschrittmacher oder künstliche Darmausgänge sichtbar gemacht werden können. Da stellt sich allerdings die Frage, wo denn eingentlich der Unterschied zur Feststellung beim Abtasten liegt.
Es wäre interessant, auf Flughäfen dazu einmal die Passagiere zu befragen!

Der Scanner in den Niederlanden

Nach dem oben erwähnten missglückten Terroranschlag auf eine auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol zum Flug in die USA gestartete Maschine, wurde der Einsatz von Körperscannern nach einer Entscheidung des niederländischen Innenministeriums und der Airportverwaltung ab Mitte Januar 2010 bei allen USA-Flügen Vorschrift. Die Entscheidung war nach Angaben der Regierung in enger Abstimmung mit den US-Sicherheitsbehörden getroffen worden. Zugleich forderten die Niederlande die EU auf, Kontrollen mit den Ganzkörperscannern auf Flughäfen europaweit verpflichtend zu machen. Die Einführung der Scanner wurde von der überwiegenden Mehrheit der Niederländer begrüßt, da nach deren Meinung die Sicherheit von Flugpassagieren Vorrang vor Bedenken über die Verletzung der Intimssphäre haben müsse.

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