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Studie des BfS zur Kinderkrebserhöhung in der Umgebung von Kernkraftwerken

Darstellung und Diskussion der Studie

Am 10. Dezember 2007 wurde anlässlich einer Pressekonferenz in Berlin vom Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, eine vom Deutschen Kinderkrebszentrum in Mainz im Auftrag des BfS erstellte Studie zur Krebshäufigkeit von Kindern in der Umgebung von Kernkraftwerken veröffentlicht und sorgte für ein riesiges Medien- und Politikerecho:
Für diese Studie wurden im Umkreis von 5 km um 16 Kernkraftwerke (AKW) in 41 Landkreisen Kinder im Alter bis zu 5 Jahren untersucht und mit einer entsprechenden Kontrollgruppe verglichen. Die Daten wurden zwischen 1980 bis 2003 erhoben.

Diese Studie geht in ihrer Aussage über zwei frühere Studien hinaus, da sie nicht nur erhöhte Werte in der Umgebung von Kernkraftwerken (KKW) aufzeigte, sondern auch deren Verteilung in Abhängigkeit von der Entfernung zum KKW. Die Studie zeigte, dass eine Erhöhung der Krebs- und Leukämiefälle nicht nur auf die 5 km-Zone begrenzt war, sondern bis zu ca. 50 km Entfernung eine Erhöhung festzustellen war.
Die Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigten Studien in Großbritannien und zwei deutsche Vorgängerstudien KKW I und KKW II.
Das Ergebnis der Studie ist unter Wissenschaftlern unumstritten, aber bisher fehlt jede logische Erklärung über die Ursachen der Erhöhung. Die Leiterin der Studie, Prof. Maria Blettner vom Institut für medizinische Biometrie der Universität Mainz, schließt im Gegensatz  zum Präsidenten des BfS ionisierende Strahlung als Ursache definitiv aus. In einem Interview im Berliner Tagesspiegel vom 11. Dezember sagte sie u.a., es gäbe beispielsweise vergleichbare Häufungen bei Standorten, in denen KKW`s zwar geplant aber nie gebaut wurden.

Krebsfälle
Es ergaben sich nach der Studie insgesamt 77 Krebsfälle.  Den bisherigen Erkenntnissen nach hätten aber nur 48 Krebsfälle auftreten dürfen.  Es traten also in dem beobachteten Zeitraum von 24 Jahren 29 zusätzliche Krebsfälle auf. Das bedeutet, dass in der Umgebung eines Kernkraftwerks von 5 km jährlich im Mittel zusätzlich 1,2 Krebserkrankungen bei Kindern bis zu einem Alter von 5 Jahren auftraten. 

Leukämie
Bei den Leukämieerkrankungen wären im Mittel bei den untersuchten Kindern 17 Fälle zu erwarten gewesen. Es wurden aber 37 Fälle, also 20 mehr als erwartet gefunden. Das bedeutet, dass nur aufgrund des Wohnorts in der Umgebung eines KKW eine Steigerung von 17 auf 37 Leukämieerkrankungen auftrat. das heißt, dass in der Umgebung eines KKW`s  im Umkreis von 5 km im Mittel 0,8 Leukämiefälle pro Jahr zusätzlich aufgetreten sind. Es sei darauf hingewiesen, dass in Deutschland im Mittel pro Jahr von 100.000 Kindern (auch über 5 Jahre) 4 an Leukämie erkranken.

Mögliche Ursachen
Dieser Befund widerspricht allen bisher bekannten Erkenntnissen über die Wirkung von ionisierender Strahlung auf den Menschen. 
Eine mögliche Erklärung wäre, dass Kleinkinder extrem empfindlich auf  ionisierende Strahlung reagieren. Dagegen spricht, dass diese Empfíndlichkeit dann weit über 1.000 Mal größer sein müsste als bei erwachsenen Menschen. Nach der deutschen Strahlenschutzverordnung darf die Strahlenbelastung  für die Bevölkerung nicht höher als 1mSv pro Jahr sein. Im störungsfreien Betrieb stößt ein KKW aber nur einen Bruchteil dieser erlaubten Dosis aus. Ein Steinkohlekraftwerk entlässt z.B. mehr Radioaktivität ins Freie als ein (intaktes) KKW. 
Da ein Kraftwerk um 1.000 Megawatt (Mega = 1 Mio.) Leistung besitzt und ein großer Anteil dieser Leistung in elektrische Energie umgewandelt wird, könnten die erhöhten Werte auch auf die 50-Hertz Wechselspannung zurückzuführen sein, z.B. durch zahlreiche Überlandleitungen. Dagegen spricht wieder, dass die Magnetfelder bereits nach wenigen 100 m erheblich geschwächt sind.
Auch Schallschwingungen unterhalb der Hörschwelle von 16 Hertz (Infraschall), die möglichweise beim Betrieb des Reaktors und der Turbinen entstehen, werden diskutiert.
Möglich wären auch genetische Dispositionen, die durch im KKW beschäftigte Eltern an ihre Kinder weiter gegeben wurden. 
Ein wichtiger und irgendwie plausibler Grund liegt in den Gegebenheiten, nach denen KKW-Standorte ausgesucht werden:
Sie liegen stets in der Nähe von Flüssen, sie müssen erdbebensicher sein, woraus bestimmte geologische Formationen folgen und es handelt sich stets um ländliche Gebiete. Es ist bekannt, dass andere Erkrankungen, z.B. bei behüteten Stadtkindern und bei eher Pollen, Staub und Tierschmutz ausgesetzten Landkindern verschiedene Häufigkeiten besitzten. Das bekannteste Beispiel dafür sind Allergien.
Das sind einige der möglichen Erklärungsversuche - es gibt noch viele andere, die aber meist nahezu unmöglich für den beobachteten Anstieg verantwortlich sein können. Der Präsident des BfS brachte den derzeitigen Wissensstand mit der folgenden Einschätzung auf den Punkt:

    Es gibt Hinweise für ionisierende Strahlung als Ursache - aber keine Beweise

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