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Tropische Wirbelstürme, Hurrikans

Tropische Wirbelstürme © goruma (Fr. Ganter)

Tropische Wirbelstürme sind riesige Tiefdruckwirbel, in denen Wind-Geschwindigkeiten von über 200 km/h auftreten können. Ihre Ausdehnung kann mehrere 100 km betragen und der herrschende Luftdruck kann typischerweise unter 950 mbar liegen. Es besteht derzeit unter den meisten Wissenschaftlern die übereinstimmende Auffassung, dass infolge der Klimaerwärmung Tropische Wirbelstürme nicht häufiger vorkommen - aber mit größerer Heftigkeit.

Den bekannt gewordenen Rekord hält der Hurrikan "Tip" von 1979 mit einem Luftdruck von 870 mbar in seinem Zentrum. Derartige Wirbelstürme besitzen jedoch Zuggeschwindigkeiten, die erheblich geringer als ihre Windgeschwindigkeiten sind. Sie ziehen mit Zuggeschwindigkeiten von etwa 3 m/s äquatornah - bis 25 m/s in höheren Breiten. Ihr nahezu windstilles Auge erreicht dabei einen mittleren Durchmesser von 15-30 km. Derartige Wirbelstürme entstehen in der Regel in einem Bereich von 0,5° bis 15° nördliche Breite. Voraussetzung für ihre Entstehung ist jedoch eine Mindest- Wassertemperatur von etwa 26,5°C.
Im Atlantik und damit in der Karibik und im Golf von Mexiko ist wegen der erforderlichen Mindest- Wassertemperaturen nur in den Monaten Mai bis etwa Ende Oktober mit Hurrikans zu rechnen.

Obwohl sie dasselbe Wetterphänomen bedeuten, werden diese Wirbelstürme in den verschiedenen Regionen der Erde verschieden bezeichnet.

  • In Mittel- und Nordamerika werden derartige Stürme als Hurrikans bezeichnet. Besonders betroffen sind in den Monaten Mai bis November die Karibik, Mexiko sowie die südlichen Staaten der USA, wie z.B. Florida.
  • In Südostasien sowie in Ostasien heißen diese Stürme Taifune. Besonders betroffen sind Indonesien, die Philippinen, Japan sowie die Ostküste Chinas. Aber auch die Inseln des Südpazifiks sind von derartigen Stürmen betroffen.
  • Die im Gebiet von Bangladesch (Golf von Bengalen) auftretenden Wirbelstürme werden auch als Sturmzyklone bezeichnet. Die so genannten "Wiily-Willy" im Gebiet von Australien sind allerdings keine richtige tropische Wirbelstürme, sondern eher große Tornados. Näheres davon siehe über Tornados, Windhosen.

    Tropische Wirbelstürme verursachen häufig schwerste Schäden mit riesigen Sachschäden und oft vielen Menschenopfer. Nicht zuletzt die gewaltigen Niederschlagsmengen, die im Gebiet eines tropischen Wirbelsturms niedergehen, führen oft zu gewaltigen Überschwemmungen. So fielen im Jahr 1896 auf Mauritius im südwestlichen Indischen Ozean in 4 Tagen etwa 18.000 mm Niederschlag. Eine gigantische Menge an Wasser, die in wenigen Regionen der Erde allenfalls im ganzen Jahr niedergeht. Sofern derartige Stürme übers Land kommen schwächen sie sich relativ schnell ab, da die Energiezufuhr aus dem Wasser fehlt und die starke Reibung mit der Erdoberfläche zu Energieverlusten führt.

Ein extrem starker Wirbelsturm war der Hurrikan "Andrew". Andrew traf mit mittleren Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h, in Böen sogar über 300 km/h, am 24. August 1992 die Küstenregion von Florida. Der in zweistelliger Milliardenhöhe gehende Schaden war noch viele Jahre später zu erkennen. Der Sturm kostete 14 Menschen das Leben und machte etwa 250.000 obdachlos.
Einer der stärksten Wirbelstürme, der die Karibik heingesucht hat, war Mitte September des Jahres 2004 der Hurrikan "Ivan". Er gehörte zur Klasse 5 mit Windgeschwindigkeiten über 250 km/h.
Am Abend des 29. August 2005 traf einer der stärksten Hurrikans (Stufe 5), mit dem Namen Katrina, der je das Festland der USA getroffen hat, aus dem Golf von Mexiko auf die Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama. Aufgrund des Sturms musste die Stadt New Orleans (Louisiana) mit ca. 500.000 Einwohnern vollständig evakuiert werden. Die gesamte Stadt stand nach dem Bruch einiger Deiche wochenlang meterhoch unter Wasser, die Strom- und Wasserzufuhr war völlig zusammen gebrochen. Zigtausende von Menschen mussten viele Tage unter geradezu barbarischen Bedingungen in der Stadt ausharren, bis endlich Hilfe kam. Allein in New Orleans geht man von 1.103 Toten, 2.096 Vermissten und 125.000 zerstörten Gebäuden aus.
Die ca. 50.000 Einwohner zählende Stadt Biloxi im US-Bundesstaat Mississippi ging wochenlang durch die Weltpresse, da sie nahezu komplett zerstört worden war. Der Schaden, den der Sturm angerichtet hatte, überstieg wahrscheinlich die Summe von 200 Milliarden US-Dollar. Er war eine der größten Naturkatastrophen, die die USA bisher je erlebt hatte.
Der Wrbelsturm Sidr traf Mitte November 2007 mit Windgeschwindigkeiten bis zu 240 km/h auf Bangladesch. Besonders in den Küstenregionen richtete der Sturm verheerende Schäden an. Nach Schätzungen des regionalen "Roten Halbmonds" kamen möglicherweise bis zu 10.000 Menschen ums Leben, ca. 20.000 wurden verletzt und 500.000 Menschen wurden obdachlos oder benötigten staatliche Hilfe. Im ganzen Land brachen für Wochen die Strom- und Telefonverbindungen zusammen.
Myanmar, das frühere Birma wurde am 5. Mai 2008 von dem Wirbelsturm "Nargis" mit Windgeschwindigkeiten weit über 200 km/h getroffen. Im Irrawaddy-Delta richtete der Sturm die schwersten Schäden an, aber auch Rangun wurde hart getroffen. Das wahre Ausmaß des Sturms wird wohl nie bekannt werden - aber seriöse Quwellen gehen von über 100.000 Toten, Millionen Obdachlosen und ganzen völlig vernichteten Landstrichen aus. Wochenlang ließen die Militärmachthaber keine fremde Hilfe ins Land, was die Opferzahler erheblich vergrößerte.
Man unterteilt tropische Wirbelstürme in 5 Gefahrenklassen und zwar nach der  so genannten Saffir-Simpson-Skala.

StärkeBezeichnungWindgeschwindigkeit in km/h
1schwach118-153
2mäßig154-177
3stark178-209
4sehr stark210-249
5verwüstend250-380

Entstehung eines tropischen Wirbelsturms

Beispielhaft sei die Entstehung eines Hurrikans vor der westafrikanischen Küste dargestellt:

Bei Wassertemperaturen in dieser Region von über ca. 26,5° C, und das bis zu Tiefen von etwa 50 m, steigt sehr warme und stark wasserdampfhaltige Luft nach oben auf.
Das führt auf Meereshöhe wegen der dadurch "fehlenden" Luft zu einem Tiefdruckgebiet.
Diese warme Luft kann bis zu rund 20 km Höhe, also etwas über den Rand der Troposphäre hinaussteigen. Dort kühlt sich die Luft ab und gibt dabei den gelösten Wasserdampf in Form von Regen wieder ab. Außerdem entstehen dichte Wolken. In das so entstandene Tiefdruckgebiet am Boden dringt weitere warme Luft aus der Umgebung ein und steigt wiederum hoch. Außerdem können in der Höhe auf Grund von Wellenschwingungen in diesem Gebiet Bereiche höheren und tieferen Luftdrucks entstehen. Diese so genannten Wellenstörungen, die zu einer weiteren Verstärkung des bestehenden Tiefdrucks führen, sind eine weitere Bedingung für das Entstehen eines Hurrikans.
Die Luft in diesen Bereichen, die aus höheren nördlicheren Breitengraden in das Tiefdruckgebiet einströmt, hat auf Grund der Erdrotation eine geringere Geschwindigkeit als die Luft in den Äquator näher liegenden Breiten. Daher bleiben diese Luftmassen beim Einströmen in das Tiefdruckgebiet etwas zurück, sie besitzen damit auf der Nordhalbkugel eine Rechtsablenkung. Dasselbe geschieht mit den schnelleren Luftmassen, die aus äquatornäheren Breiten in das Tief einströmen. Sie eilen den dortigen Luftmassen etwas voraus, was ebenfalls einen Rechtsdrall zur Folge hat. Man bezeichnet die dafür verantwortliche Kraft als Corioliskraft. Aus diesem Grund beginnen sich um den Mittelpunkt des tropischen Tiefdruckgebiets, das spätere Auge eines Hurrikans, die Luftmassen gegen den Uhrzeigersinn zu drehen. Sofern dieses Tiefdruckgebiet bei seiner anfangs westwärts gerichteten Bahn stets Nachschub von warmer feuchter Luft erhält, verstärkt sich der Prozess und ein tropischer Wirbelsturm kann entstehen. Nur rund 50% der so entstandenen Tiefdruckgebiete werden allerdings auch tatsächlich zu einem tropischen Wirbelsturm.

Die Bahngeschwindigkeit, also die Bewegung des Auges, in eine bestimmte Richtung beträgt äquatornah zwischen 10 -30 km/h, bei höheren Breiten kann sie jedoch bis zu 80 km/h betragen. Auf der Südhalbkugel drehen die Stürme anders herum, als auf der Nordhalbkugel, also im Uhrzeigersinn, da alle Winde nach links abgelenkt werden.
Auf Grund der Strömungsverhältnisse und der damit verbundenen geringeren Wassertemperaturen entstehen südlich des Äquators im Südatlantik keine Wirbelstürme.


Kommentare
özlem  (Montag, 15.06.2009)
was war die höste geschwindigkeit eines tornados? Jeremie: 475 km pro Stunde
Ebru  (Montag, 15.06.2009)
wann wird ein meteorit auf die erde stürzen? Josef: wahrscheinlich im Jahr 2012!


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