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Tornados, Windhosen

Tornados © goruma (H.Ganter)

Unter Tornados versteht man kleinflächige Wirbelstürme, die sich aus instabilen Gewitterwolken entwickeln.
In der Regel besitzen Tornados nur einen Durchmesser von einigen hundert Metern, oft sogar nur von einigen zig Metern.
Im Inneren von Tornados werden Windgeschwindigkeiten bis über 400 km pro Stunde gemessen.
Sie erscheinen dem Beobachter wie dunkle Rüssel, die aus Gewitterwolken bis auf die Erde reichen.

Da der starke Regen in den Luftwirbeln nach oben gerissen wird und sich dabei große Wassertropfen zusammenfinden, bilden sich in den kalten höheren Schichten Hagelkörner. Diese Hagelkörner können Hühnerei groß werden und mit Geschwindigkeiten von bis zu ca. 150 km pro Stunde hernieder gehen. Ein derartiger Hagelsturm kann für Mensch und Tier sogar tödlich sein. Außerdem kann er beträchtliche Schäden in der Natur sowie an Häusern, Autos u.a. anrichten. Meistens lösen sich Tornados nach Minuten oder spätestens einigen Stunden von selber wieder auf.
Besonders tornadoreich ist der mittlere Westen der USA, in dem jährlich, vor allem im Frühjahr, über tausend größere und kleinere Tornados über das Land ziehen. Man spricht von der Tornado alley (Tornadoallee) in den Great Plains zwischen den Rocky Mountains und den Appalachen. Die US-Bundesstaaten Oklahoma, Arkansas und Missouri liegen vollständig innerhalb der Tornadoallee, außerdem der nordöstliche Teil von Texas, Nord-Louisiana, der nordwestliche Teil von Mississippi, Mittel- und Süd-Illinois, der Südwesten von Indiana und Teile von Nebraska. Dazugezählt werden außerdem kleinere Teile von Tennessee und Kentucky. In Europa werden zunehmend auch Tornados beobachtet, die hier oft, wenn auch nicht ganz korrekt - als Windhosen oder über dem Meer als Wasserhosen - bezeichnet werden.
Die Größe und Gewalt europäischer Tornados erreichte bisher jedoch bei weitem nicht die der amerikanischen. Auf ihrem Weg hinterlassen Tornados meistens eine Schneise größter Verwüstung. In den USA sind dabei sogar eine Reihe kleinerer Städte regelrecht ausgelöscht worden, oft mit zahlreichen Toten und Verletzten. In den USA begünstigt die Holzbauweise der meisten Häuser allerdings die starken Zerstörungen.

Die Wandergeschwindigkeit von Tornados ist mit etwa 40-50 km pro Stunde relativ groß. Ihre Stärke im Inneren wird mit Hilfe der so genannten Fujita-Skala gemessen. Die höchste bisher gemessene Windgeschwindigkeit wurde mit Hilfe eines mobilen Doppler-Radar, im Jahr 1999 bei Bridge-Creek im US-Bundesstaat Oklahoma, mit 510 km pro Stunde gemessen. Da die Windstärken in Tornados bisher allerdings nur selten präzise gemessen werden konnten, hat man die von den Tornados angerichteten Schäden in ihrer Klassifizierung mit herangezogen. Diese Klassifizierung der Stärke von Tornados stammt von dem Meteorologen Tetsuya Theodore Fujita (1921-1999) von der Universität Chicago/USA, der sie im Jahr 1971 einführte. Da die ursprüngliche Tabelle in Miles/h erschien, haben wir die Werte beim Umrechnen in km/h ein wenig auf- bzw. abgerundet.

Hinweis
Am 27. April 2011 raste einer der zerstörerischten Tornados der letzten 60 Jahre über Alabama und weitere Bundesstaaten der USA von Texas bis New York hinweg  Besonders schwer hatte es die Stadt Tucaloosa am Black Warrier River in Alabama getroffen. In der Stadt wurde ein Gebiet mit einer Breite von über einem Kilometer auf einer Länge von rund 10 km nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Insgesamt kamen über 300 und in Alabama über 200 Menschen ums Leben.
 

Stärke auf der Fujita-Skala Windgeschwindigkeit in km/h Sprachliche Beschreibung Auswirkungen auf die Umwelt Häufigkeit in %
F0 kleiner 117 leichter Tornado leichtere Schäden, wie abgebrochene Äste oder umgeworfene Plakatwände ca. 30
F1 117 - 180 mäßiger (moderate) Tornado Wellblechdächer und Dachziegeln werden abgehoben, Umwerfen von Wohnwagen
Versetzen von fahrenden PKW`s
ca. 40
F2 181 - 253 starker (significant) Tornado Dächer werden völlig abgedeckt, Wohnmobile werden völlig zerstört, große Bäume werden entwurzelt
Gegenstände werden geschossartig umhergeschleudert
ca. 21
F3 254 - 331 verwüstender (severe) Tornado Züge entgleisen, ganze Hauswände werden eingedrückt, Wälder werden entwurzelt
LKW`s werden umgeworfen und/oder versetzt.
ca. 6
F4 332 - 418 vernichtender (devasting)Tornado Holzhäuser werden teilweise zerstört, PKW`s werden umgeworfen
auch schwere Gegenstände werden zu Geschossen
ca. 2
F5 418 - 511 katastrophaler (incredible) Tornado selbst stärker gebaute Holzhäuser werden völlig zerstört. Autos fliegen über 100 m durch die Luft unter 1
F6 über 511 unvorstellbarer (inconceivable)Tornado Ein Tornado dieser Stärke wurde bisher nicht gemessen und ist zur Zeit mehr von theoretischem Interesse. 
Möglicherweise befinden sich in Tornados der Stäke F5 kleinere Regionen, in denen derartige Windstärken vorommen.
unter 1

Entstehung von Tornados

Entstehung von Tornados © goruma (H.Ganter)

Obwohl Tornados, z.B. im Verhältnis zu Hurrikans, nur eine relativ geringe Ausdehnung von einigen 100 m, oft sogar unter 100 m, besitzen, ist der Grund für ihre Entstehung - vor allem in den USA - in einer Großwetterlage zu sehen:Über dem Golf von Mexiko entstehen sehr warme und feuchte Luftmassen. Wenn sich diese Luftmassen in nordwestlicher Richtung über das Festland hinweg bewegen, treffen sie dort auf kältere und relativ trockene Luft, die sich aus den Rocky Mountains in südöstlicher Richtung bewegt. Durch die großen Unterschiede von Temperatur und Luftfeuchte der beiden Luftmassen entsteht eine so genannte feuchtlabile Schichtung. Als Folge davon kommt es zu einer starken vertikalen Umschichtung von Luftmassen in engen Aufwindschloten. In Bodennähe strömt Luft nach oben und erfährt durch Turbulenzen einen Drehsinn. Da generell die Windgeschwindigkeit mit der Höhe zunimmt, versetzt die nach oben strömende Luft die gesamte Gewitterzelle in eine zyklonale Rotation. Durch die Fliehkräfte in der Wolke wird ein lokal begrenztes Luftdruckminimum erzeugt, und durch den starken Abfall des Luftdrucks kommt es zur Ausbildung des typischen Rüssels, der im oberen Teil mit Wassertropfen und im unteren Teil mit aufgewirbeltem Staub gefüllt ist.
Der extreme Bodendruckgradient beschleunigt die Luft am inneren Rand des Rüssels auf mehrere hundert km/h. Ein Druckausgleich wird dabei durch die Coriolis- und die Zentrifugalkraft verhindert, sodass die Erscheinung einige Zeit lang bestehen beleiben kann.


Kommentare
ben-milan diesing!  (Freitag, 07.05.2010)
ja die seite könnte mehr bilder vielleicht auch ne bissel videos haben sonst ist sie super geeignet..... naja wenn dann noch ein bissel für kinder da wäre.. es schon eine echt gut seite sein...... lg ben-milan diesing!
kevin  (Freitag, 26.02.2010)
Ich zwar erst 10 jahre alt aber ich find tornados cool außerdem wenn sie aus der superzelle kommen
stefanie  (Sonntag, 16.08.2009)
hallo.... ich bin zwar erst 20 und habe noch nie einen tornado gesehen außer im tv, interressiere mich aber sehr dafür.es gibt so viele fragen die ich habe , aber keiner kann sie mir beantworten auch nicht das internet.
Eckhard S.  (Dienstag, 26.08.2008)
Wilfried hat recht. In der Nähe eines Tornados glaubt man wirklich, dass die Welt untergeht1
Wilfried M.  (Freitag, 02.05.2008)
Letztes Jahr hatte ich mich in den USA während meines Urlaubs den Tornado-Jägern angeschlossen und dabei eine Reihe dieser Wirbelstürme aus relativer Nähe erlebt. Man glaubt, dass die Welt untergeht. Eine breite dunkel-schwarze Wand, die heulend und jaulend alles niedermacht, was im Weg liegt. Wir sollten In Europa froh sein, dass es derartige Naturphänomene hier nicht oder nur sehr selten gibt.


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