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Venustransit

Allgemeines

Prinzip eines Venustransits © goruma

Von den acht Planeten befinden sich der Merkur und die Venus auf Bahnen um die Sonne, die näher an der Sonne näher liegen als die Erdbahn. Man nennt sie daher die "Inneren Planeten". Dagegen verlaufen die Bahnen von Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun weiter von der Sonne entfernt als die Erdbahn. Daher werden sie auch als "Äußere Planeten" bezeichnet. Es ist deswegen unmittelbar einsichtig, dass sich nur die beiden "Inneren Planeten" zwischen die Erde und die Sonne schieben können.

Venustransit, Venusdurchgang

Die Bahn der Venus um die Sonne ist gegenüber der Erdbahn um rund 3,4° geneigt. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt die Venus rund 225 Tage (Erde: 365). Der Durchmesser der Venus beträgt rund 12.100 km und ist damit nahezu genau so groß wie der mittlere Erddurchmesser von 12.742 km.
Wegen der Bahnneigung von 3,4° wandert die Venus - von der Erde aus gesehen - meistens oberhalb oder unterhalb an der Sonnenscheibe vorbei. Sonne, Venus und Erde stehen dann nicht in einer Linie. Aber sofern es dazu kommt, dass die drei Himmelskörper auf einer Linie liegen, "wandert" die Venus - von der Erde aus gesehen - als kleiner schwarzer Punkt über die Sonnenoberfläche hinweg.
Im Prinzip ist dieser Vorgang mit einer Sonnenfinsternis - durch den Mond hervorgerufen - vergleichbar. Da die Venus jedoch nur rund ein Tausendstel der Sonnenoberfläche bedeckt, spricht man nicht von einer Sonnenfinsternis, sondern vom Venustransit. Es sei erwähnt, dass Johannes Keppler (1571-1630) bereits im Jahr 1630 den Venustransit von 1631 vorausberechnet hatte, der aber in Europa nicht sichtbar war.
Historisch besonders im Gedächtnis geblieben ist der Venustransit  vom 3. Juni 1769, der von rund 250 Wissenschaftlern an 130 Beobachtungsorten - u.a. von James Cook (1728-1779) auf Tahiti, von Maximilian Hell (1720-1792) in Schweden oder von Christian Mayer (1719-1783) in St. Petersburg - beobachtet und vermessen wurde.
Durch diese verschiedenen Messungen konnte die bis dahin nicht genau bekannte Entfernung der Sonne von der Erde zu rund 150 Mio. km berechnet werden.
Die Idee, auf diese Weise die Entfernung der Sonne von der Erde zu bestimmen, stammte von dem britischen Astronomen Edmund Halley (1656-1741). 
Heutzutage spielt ein Venusdurchgang für die Wissenschaft nur noch eine untergeordnete Rolle, so hofft man beim  Durchgang eines Planeten (nicht der Venus) über andere Sonnen besser zwischen Sonnenflecken und einem Planetendurchgang unterscheiden zu können. Das ist bei fernen Sonnen oft die einzige Möglichkeit Planeten zu identifizieren. Zudem liefert der Venusdurchgang Informationen über die Atmosphäre der Venus.
Beim  Venustransit vom 8. Juni 2004 war die Venus rund 42 Mio. km von der Erde und 109 Mio. km von der Sonne entfernt.

Ein Venustransit besitzt folgende Periodizität:
Nach einem Transit kommt der nächste rund 8 Jahre später zustande, dann nach 105,5 Jahren, dann wiederum acht Jahre später und dann erst wieder nach 121,5 Jahren. Danach wiederholt sich das Ganze. 
Die letzten Transite waren 1874, 1882, 2004 und 2012. Erwähnenswert ist, dass es im 20. Jahrhundert zu keinem Venustransit gekommen ist.
Der  letzte Transit im 21. Jahrhundert fand am 6. Juni 2012 in Berlin zwischen 00:10 und 06:50 Uhr statt. Der Sonnenaufgang war in Berlin um Uhr 04:45, ab diesem Zeitpunkt war die Venusscheibe vor der Sonne daher prinzipiell erst sichtbar.  Den ganzen Venustransit konnte man in Australien, auf Hawaii oder jenseits des nördlichen Wendekreises beobachten.
Den nächsten Venustransit gibt es erst wieder am 11. Dezember 2117 zu sehen.

Achtung !!
Es ist äußerst gefährlich für die Augen, ohne Schutz in die Sonne zu schauen. Es muss daher eine so genannte "Finsternisbrille" verwendet werden - Sonnenbrillen sind NICHT geeignet! 
Und ganz besonders gefährlich ist es, ohne Schutz den Vorgang mittels eines Teleskops bzw. Fernglases zu betrachten
Durch die Bündelung der Sonnenstrahlen in einem Teleskop kommt es in kürzester Zeit zur Verbrennung der Netzhaut des Auges und damit zur Erblindung.
Eine gute Möglichkeit, den Transit (indirekt) mit Hilfe eines Teleskops zu beobachten besteht darin, das Bild der Sonne auf eine helle Fläche zu projizieren.

Merkurtransit

Der Merkur ist der innerste und damit sonnennächste Planet unseres Sonnensystems. Auch der Merkur kann - wie die Venus - über die Sonnenscheibe wandern. Dies geschieht sogar häufiger als ein Venustransit. So finden im 21. Jahrhundert insgesamt 14 Merkurtransite statt - der erste war am 7. Mai 2003, der nächste findet am 9. Mai 2016 statt und der letzte dieses Jahrhunderts wird am 12. November 2098 stattfinden.
Ein gemeinsamer Transit von Venus und Merkur ist prinzipiell nicht möglich.
Die Bahn des Merkur ist rund 7° gegenüber der Erdbahn geneigt. Ein Umlauf um die Sonne dauert rund 88 Tage. Der Merkur ist mit einem Durchmesser von 4.480 km der kleinste Planet unseres Sonnensystems. Wegen seiner Größe und größeren Entfernung ist die Scheibe des Merkurs, die über die Sonnenscheibe hinwegwandert, daher einiges kleiner als die Venusscheibe.




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