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Römische Antike
Traditionell wird die Gründung Roms auf das Jahr 753 v. Chr. datiert, wobei dieses Datum allerdings nicht wissenschaftlich fundiert ist . Sicher ist jedoch, dass die Gegend von Rom, am Lauf des Flusses Tiber, schon im 8. Jahrhundert v. Chr. besiedelt war.
Vor 500 v.Chr. hatten sich einzelne Siedlungen zu einer städtischen Gemeinschaft zusammen geschlossen, die sich auf sieben Hügeln (Palatin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin, Caelius und Aventin) erstreckte. Die ersten Herrscher der jungen Stadt waren etruskische Könige aus dem Adelsgeschlecht der Ruma, denen Rom seinen Namen verdankt. Über die so genannte Königszeit der Etrusker, die bis circa 510 v.Chr. andauerte, ist leider nur wenig bekannt.
Die circa 1000 Jahre antike römische Geschichte, ab 510 v.Chr. bis zum Untergang des weströmischen Reiches im Jahre 476 n.Chr., lassen sich in zwei Perioden gliedern. Das ist zum einen die Zeit der römischen Republik, von etwa 510 bis 30/27 v.Chr. und zum anderen diejenige der Kaiserzeit von 27 v.Chr. bis 476 n.Chr.
Die frühe römische Republik gewann durch den etruskischen sowie griechischen Einfluss, unter dem sie stand, einen relativ schnellen politischen und zivilisatorischen Vorsprung gegenüber den anderen Städten und Regionen des antiken Italiens. Wirtschaftliche Grundlagen Roms waren Ackerbau und Handel, während die häufig geführten Kriege zur Erweiterung des römischen Raumes beitrugen. Die innere Struktur Roms wandelte sich 367 v.Chr., als dem Volk gegenüber dem grundbesitzenden Adel die politische Gleichberechtigung eingeräumt wurde. Fortan ruhte die römische Verfassung auf drei Säulen, dem Senat, der Magistratur und der Volksversammlung. Ab 212 erhielten alle freien Männer Roms und der römischen Provinzen das römische Bürgerrecht. Im Jahre 116 erreichte Rom seine größte territoriale Ausdehnung. Es umfasste nun alle Länder des Mittelmeerraums, Teile des Rheinlands, Rumänien sowie England und reichte im Osten bis an den persischen Golf und das Kaspische Meer heran. Die gewaltige Ausdehnung des Römischen Reiches ging jedoch unter einschneidenden politischen Veränderungen in der Mutterstadt Rom vor sich. Die Republik wurde, nach einem Jahrhundert des Bürgerkriegs, von etwa 130 bis 30 v.Chr., durch die Kaiserherrschaft abgelöst. Mit Julius Cäsar, der sich ab 48 v.Chr. die Position des Diktators auf Lebenszeit sicherte, steuerte das Römische Reich auf eine quasimonarchische Alleinherrschaft zu. Nach der Ermordung Cäsars im Jahre 44 v.Chr. übernahm dessen Großneffe und Adoptivsohn Oktavian, später Augustus genannt, die überragende Stellung des ersten römischen Kaisers.
Nach der Zeit der Bürgerkriege konnte mit der Pax Romana, dem römischen Recht, für rund 250 Jahre ein relativer Frieden im Inneren, wie im Äußeren gesichert werden. Es ist jedoch nicht möglich, von einer tatsächlichen Periode des Friedens zu sprechen, da sich die antike römische Geschichte durch Kriege und Eroberungsfeldzüge geradezu auszeichnet. Bedeutend sind hier vor allem die drei Punischen Kriege gegen Karthago, die Kriege gegen die Kelten (Gallier), die Spanier und gegen die Makedonier. Durch die jeweiligen Siege wuchs Rom zum Herr des gesamten Mittelmeerraums heran. Mit der Alleinherrschaft des römischen Kaisers Konstantin über den Westen des Reiches wurde neben Rom, Konstantinopel im Jahr 330 zur neuen Reichshauptstadt erhoben. Nach der Teilung des Römischen Reiches 395 in ein Ost- und Westreich, blieb Konstantinopel bis zum Jahr 1453 die Hauptstadt von Byzanz. Das römische Westreich hingegen zerfiel mit der Absetzung des Kaisers Rumulus 476 n.Chr. auf Grund von germanischer Invasion und mündete in das europäische Mittelalter ein.
Die Geschichte des antiken Roms ist geprägt von Eroberung und territorialer Expansion. Die römische Antike löste, durch die Eroberung des griechischen Raums, die Epoche des antike Griechenlands, dessen Kolonialherrschaft und Vormachtstellung ab. Die römische Kultur bezieht sich jedoch vielmals auf diejenige der Griechen und nimmt sich auch in politisch gesellschaftlicher Hinsicht ein Beispiel am antiken Vorgänger. Mit der Teilung des Reiches 395 in Morgen- und Abendland, begann zwar die antike römische Großmacht zu zerfallen, doch wurde im Osten mit Byzanz eine neue Epoche geboren, die auf den Grundzügen des alten Roms basierte. Wohingegen im Westen die Epoche des christlich geprägten Mittelalters begann.
Bedeutende Persönlichkeiten der römischen Antike
Die bedeutendsten Persönlichkeiten der römischen Antike lassen sich hauptsächlich in der Politik, Staats- und Heerführung finden. Meist sind es Namen von Kaisern und Gegenkaisern, die uns überliefert wurden. Diese Gewichtung verdeutlicht die herausragende Bedeutung Roms, als Staats- und Kriegsmacht.
Die Brüder Tiberius Sempronius Gracchus (163/162-133 v.Chr.) und Gaius Sempronius Gracchus (154/153-121 v.Chr.), jeweils Volkstribune, erreichten durch ihre Kämpfe für eine gerechtere Verteilung von Ackerland an die Bauern, sowie den Gesetzentwürfen zur Verteilung verbilligten Getreides an die Armen Bekanntheit. Beide Brüder wurden während der daraufhin folgenden Aufstände zur Zeit des Bürgerkrieges ermordet.
Gaius Julius Cäsar (100/102-44 v.Chr.), der berühmte Staatsmann und Feldherr zeichnete sich besonders durch seine Kriegsführung gegen Gallien und Spanien aus. Nachdem er sich 44 v.Chr. in Rom zum Diktator auf Lebenszeit ausgerufen hatte, wurde er, dieser Machtstellung zur Folge, am 15.03.44v.Chr. von Brutus (85-42 v.Chr.) und Cassius (gest. 42 v.Chr.) im Senat ermordet.
Cäsars Adoptivsohn Oktavian (63 v.Chr.-14 n.Chr.) war ab 31 v.Chr. erster römischer Kaiser und bekam 27 v.Chr. vom Senat den Ehrennamen Augustus verliehen. Er ist zudem bekannt durch die Einnahme Alexandrias und seinen siegreichen Feldzügen gegen Spanien sowie an Rhein und Donau. Unter Augustus erlangte das Römische Reich eine Zeit des Wohlstands und des Friedens.
Der römische Kaiser Nero (37-68), der durch seine Skrupellosigkeit und Machtbesessenheit hervorstach, herrschte von 54 bis ins Jahr 68, in dem er den Freitod wählte. Er ließ seine Mutter und Frau ermorden und löste, nach dem Großbrand Roms 64, durch unbegründete Anschuldigungen, die erste Christenverfolgung aus.
Der bedeutende römische Kaiser Hadrian (76-138) zeichnete sich vor allem durch die Sicherung des Reichs aus. Er ließ Limes und Hadrianswall errichten sowie in Rom das Pantheon und die Engelsburg bauen. Hadrian wird sowohl als Griechenfreund und Philosoph beschrieben.
Mark Aurels (121-180) Herrschaftszeit ist geprägt durch nahezu unaufhörliche Kriege und Feldzüge. Er wurde zudem durch die philosophischen Texte "Selbstbetrachtungen" bekannt, in denen es um Menschenliebe, Weltgeschehen und die Unbeständigkeit des Seins geht.
Unter Kaiser Konstantin der Große (280-337), der ab 327 Alleinherrscher des Westreichs war, wurde Konstantinopel im Jahr 330 zur neuen Reichshauptstadt erhoben. Er förderte das Christentum, zu dem er sich bekannt hatte und berief 325 das erste Kirchenkonzil ein.
Theodosius (347-395), römischer Kaiser seit 379, erklärte das Christentum zur neuen Staatsreligion und verbot dafür heidnische Kulte. Er teilte das Reich unter seinen Söhnen in ein Westreich mit Hauptstadt Rom und ein Ostreich mit Hauptstadt Konstantinopel auf.
Die vier bedeutendsten Dichter der römischen Antike sind Cicero (106-43 v.Chr.), Vergil (70-19 v.Chr.), Ovid (43 v.Chr.-16/17) und Seneca (4 v.Chr.-65).
Cicero, Staatsmann, Philosoph und Schriftsteller, war Mittler der griechischen Kultur und Bildung. Seine bekanntesten Schriften heißen "Über die Reden", "Über den Staat" sowie "Über die Gesetzte". Er wurde nach der Ermordung Cäsars, gegen dessen Alleinherrschaft er sich aussprach, erneut zum Führer des Senats gewählt.
Vergil erlangte Bekanntheit durch sein Heldenepos "Aneis", das von der Herrschaft des Augustus handelt. Zudem schrieb er Dichtungen über Hirten und die Arbeit der Bauern. Besonders im Hoch- und Spätmittelalter sowie in der Renaissance wurden seine Werke rezepiert. Die "Metamorphosen", etwa 250 Mythendarstellungen sowie Liebesdichtungen machten Ovid zu einem bekannten, großen römischen Dichter.
Der Philosoph, Politiker und Dichter Seneca beeinflusste im Besonderen das neuzeitliche Drama und die französische Klassik. Der Erzieher Neros wurde von seinem Zögling im Jahre 65 zum Selbstmord gezwungen.
Epochale Errungenschaften
Aquädukt
Das Aquädukt ist eine römische, oberirdisch verlaufende Wasserleitung, die auf Bogenbauten geführt wird. Diese Bogenstellungen sind oftmals mehrgeschossig. Als herausragendes Beispiel lässt sich der Pont du Gard bei Nimes in Frankreich anführen.
Therme
Als Therme wird eine antike, öffentliche Badeanstalt beschrieben. Die Therme enthielt ursprünglich ein Wannensitzbad, ein Schwitzbad und ein Schwimmbecken. Seit dem ersten Jahrhundert v.Chr. wurden Umkleideräume, ein mäßig warmes Bad, ein warmes Bad, ein Kaltbad und ein Warmluftraum hinzugefügt. Die Kaiserbäder enthielten zudem Ringkampfanlagen, Freibäder, Massageräume, Gärten sowie Wandelhallen.
Römisches Recht
Das Recht des römischen Staates galt dem Einzelfall, der wissenschaftlich analysiert wurde. Es wurde im ausgehenden Mittelalter rezipiert und gilt als Grundlage der europäischen Gesetzbücher. Die, im römischen Recht entwickelten Begriffe und Rechtsinstitute bestimmen noch heute die meisten europäischen Rechtsordnungen.
Römische Ziffern
Die Römischen Ziffern waren bis zum 15.Jahrhundert die allgemein gebrauchten Zahlenzeichen Europas. Es stehen: I für 1, V für 5, X für 10, L für 50, C für 100, D für 500 und M für 1000. Die Buchstaben werden dem Wert entsprechend beliebig hintereinander geschrieben. Nur die Zahlen 4 und 9 werden durch die Vorsetzung der I vor V oder X gebildet.
Stilprägende Bauten
Durch den Kontakt mit der griechischen Architektur und den regionalen architektonischen Vorbildern der Etrusker entwickelte sich die römische Baukunst zu einer Art Stilmischung heraus. Die Römer verwandten die bekannte griechische Bauordnung vor allem am Außenbau. Der Innenraum sollte wesentlich durch eine reiche dekorative Ausstattung bestimmt sein. Er wurde oftmals durch Mosaike an Wänden und Boden sowie farbigen Säulen Steinreliefs und Wandmalerei ausgestattet. Im Gegensatz zu den Griechen, die ihre soliden Bauwerke aus Steinblöcken errichteten, bauten die Römer Gebäude aus einem betonartigen Gussmauerwerk, das später mit Marmor oder Stein verkleidet werden konnte. Eine große Errungenschaft, die auf der vereinfachten Bauweise durch die Verwendung des Gussmauerwerks basierte, ist die Wölbung, aufzufinden in Kuppel und Kreuzgewölbe.
Das Pantheon in Rom, erbaut unter Hadrian um 126, lässt sich als Beispiel für diese neue Bauart der freistehenden Kuppelarchitektur anführen. Die Höhe vom Boden bis zum Scheitel der Kuppel beträgt 43,40m und entspricht damit dem Durchmesser der Rotunde. Das Licht fällt durch eine Rundöffnung im Mittelpunkt der Kuppel in den Bau. Geschmückt wurde der Innenraum mit korinthischen Dekorationselementen. Im Jahr 609 wurde das Pantheon, das vorher allen Göttern der römischen Antike geweiht war, in eine christliche Kirche umgewandelt.
Eine weitere Meisterleistung der römischen Architektur nach Vorbild griechischer Baukunst ist das Kolosseum in Rom. Der Bau, welcher circa 50.000 Zuschauern die Teilnahme an Gladiatoren- und blutige Tierkämpfe ermöglichte, wurde im Jahr 80 mit Wettkämpfen von 100 Tagen Dauer eingeweiht. Die Außenfassade ist gemäß der griechischen Ordnung gegliedert, das Erdgeschoss in einer Abwandlung der dorischen Ordnung, darüber die ionische und die korinthische Ordnung. Die Ovalform des Amphitheaters stellt eine Verdopplung des halbkreisförmigen Baus der griechischen Theateranlage dar.
Die stilprägende römische Architektur zeichnete sich zudem durch Stadtplanung, Befestigungsanlagen, festen Straßen- und Brückenbau sowie der Führung von Wasserleitungen, Aquädukte genannt, aus. Innerhalb der römischen Stadt setzte sich ein Streben nach Standardisierung durch. Zwei Hauptachsen wurden so angelegt, dass sie sich im rechten Winkel, inmitten der Stadt schnitten. Eine der Straßen führte von Süden nach Norden, die andere von Ost nach West. Der zentrale Treffpunkt bildete Marktplatz oder Forum. Diese Stadtplanung findet sich noch heute in London, Damaskus, Regensburg, Nimes und weiteren Städten wieder.
Zur Befestigung der römischen Städte und des Römischen Reiches dienten Befestigungsanlagen, wie zum Beispiel der Hadrianswall, errichtet unter Kaiser Hadrian, im nördlichen England und der süddeutsche Limes.
Zu den typisch römischen Bauwerken gehört zudem der Triumphbogen, der meist an Hauptstraßen und Kreuzungen errichtet wurde. Er hatte häufig drei Durchgänge und war mit Reliefs geschmückt, welche die Heldentaten ihrer Erbauer schilderten. Als Beispiel fungiert hier der Konstantinsbogen in Rom aus dem Jahr 315, der sich gegenüber dem Kolosseum befindet und den Sieg Kaiser Konstantins verewigt.
Bildende Kunst
Wie in der Architektur, übernahmen die Römer auch in der Bildenden Kunst, besonders in der Skulptur, die künstlerische Fertigkeit der Griechen. Reliefs, Büsten und realistische Portraits in Form von Skulpturen wurden üblicherweise bei den Griechen in Auftrag gegeben. Im Gegensatz zur griechischen Idealität ging es den Römern meist um die Bekundung ihres gesellschaftlichen Rangs und das persönliche Repräsentationsbedürfnis.
Das Hauptgebiet der römischen Plastik war das realistische Portrait mit charakteristischen Gesichtszügen und Frisur, dem häufig eine standardisierte Gewandfigur als Körper hinzugefügt wurde.
In den Reliefdarstellungen wurden meist römische Gottheiten, wie Jupiter, Juno, Minerva und Apoll gezeigt. Oftmals fungierten diese Reliefs auch als Schmuck an Grabstätten. Ebenfalls Tradition besaßen, mit Reliefs verzierte Ascheurnen und Portraitbüsten von Verstorbenen. Ab etwa 100n.Chr. fertigte man für die Körperbestattung große Sarkophage an, die reich mit Reliefs aus Alltag oder Mythologie geschmückt wurden. Die aufwendigen Reliefs findet man jedoch auch an Triumphbögen und Säulen, welche dem Ruhm der Kaiser dienten, wieder. Der Triumphbogen des Titus, welcher dessen Sieg über die Juden darstellt, der Konstantinbogen, der den Sturz Maxentius durch Konstantin verewigt und die Mark Aurel Säule, mit den Reliefs der siegreichen Kriege Aurels, zeigen das Bestreben der Römer durch die bildliche Darstellung dem Augenblick Dauer zu verleihen. Dieser Aspekt bestimmt die römische Bildhauerkunst bis zuletzt.
Die Malerei des antiken Römischen Reichs fand ihre Blütezeit ab dem 2.Jahrhundert v.Chr. Es lassen sich vier herausragende Stile der römischen Wandmalerei feststellen. Der erste Stil schließt an die griechischen Vorbilder an und bevorzugt architektonische Elemente als Darstellung. Der zweite Stil lässt Bilder wie Fenster, gerahmt an der Wand erscheinen, die meist Landschaften und mythologische Szenen aufzeigen. Der dritte Stil, ab 40 v.Chr., verwendet Scheinarchitektur und phantastische Darstellungen. Der späte vierte Stil, der in Pompeji circa 63 n.Chr. zu finden ist, weist griechische mythologische Szenen, impressionistisch wirkende Landschaften und wirklichkeitsgetreue Portraits auf. Die Wandmalerei diente in erster Linie der Ausschmückung von Wohnräumen.
Ein anderer, oft verwendeter Schmuck der Innenräume römischer Bauwerke ist das Mosaik. Die kleinen Steine, Flusskiesel und später auch Glaswürfel, wurden zu teppichartigen Mustern am Boden oder darstellenden Motiven an den Wänden zusammengesetzt. Herausragende Beispiele für die römische Malerei und Mosaikkunst finden sich an freigelegten Hauswänden in Rom, Pompeji und Herculaneum. Die beiden letzteren Städte fielen einem Ausbruch des Vulkans Vesuv im Jahre 79 n.Chr. zum Opfer und konnten erst nach neueren Ausgrabungen wieder bewundert werden.
Neben Bildhauerei und Malerei kam dem Kunsthandwerk zur Zeit der römischen Antike eine große Bedeutung zu. Geschnittene Halbedelsteine, deren Darstellungen Schmuckstücke zierten, Münzprägung sowie Glasbläserei und Silberschmiedekunst erlangten künstlerische Meisterschaft und hohen kulturellen Wert.
Römische Antike in Deutschland
Da die Römer bei ihren Eroberungsfeldzügen bis zum Rheingebiet vorstießen, lassen sich vorwiegend in Süd- und Mitteldeutschland Relikte römischer Kultur finden. Es handelt sich dabei vorwiegend um römische Bauten, wie Kastelle und Befestigungsanlagen. Die Städte Mainz, Trier, Augsburg, Regensburg und Baden-Baden stechen in diesem Sinne besonders heraus. Es lassen sich jedoch unzählige römische Elemente in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern finden.
Die Stadt Mainz wurde zwischen 18 und 13 v.Chr. als römisches Militärlager mit Kastell errichtet. Das Regensburger Kastell stammt aus dem Jahr 179. Diese beiden Kastelle waren große Legionslager, wohingegen sich weitere 61 kleinere Anxiliarlager entlang des Limes, dem römischen Befestigungswall, von Rheinland-Pfalz, durch Hessen und Bayern erstreckten.
Trier, von Kaiser Augustus im Jahr 15 v.Chr. gegründet, war bis Ende des 4.Jahrhundert Verwaltungssitz und Kaiserresidenz der gallischen Präfektur. Man kann dort bedeutende römische Bauten, wie ein Amphietheater, Thermen, das Stadttor Porta Nigra und eine Brücke besichtigen. Die römischen Denkmäler in Trier wurden 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Die Städte Augsburg und Baden-Baden haben ebenfalls eine alte römische Geschichte. Augsburg, wie der Name erahnen lässt, wurde im Jahr 15 v.Chr. von Kaiser Augustus gegründet und beherbergte ebenfalls ein römisches Legionslager. Baden-Baden ist durch seine große römische Bäderanlage bekannt. Die heutigen Thermen knüpfen an diese Tradition an.
Neben diesen Bauwerken sind zum einen der Emiliusstollen in St. Barbara (Saarland), das älteste bekannte Zeugnis römischen Kupferbergbaus in Deutschland, und zum anderen der römische Podiumstempel in Badenweiler (Baden-Württemberg) herausragende antik-römische Relikte im deutschen Raum.
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