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Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern

Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern © goruma (M.Barton)

Das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern, das Heimatstadion des 1.FC Kaiserslautern, thront seit 1919 auf dem Betzenberg und ist mit seinen 268,50 Höhenmetern das höchstgelegene Fußballstadion Deutschlands. Die Fans der Roten Teufel, wie der 1.FC Kaiserslautern gerne auch genannt wird, haben das Stadion bei Spielen fest im Griff und heizen die Stimmung im legendären "Hexenkessel" immer wieder gewaltig an. Mit einer Kapazität von 48.500 Plätzen wurde das Fritz-Walter-Stadion als letztes der zwölf WM-Standorte 2006 fertig gestellt

Standort Kaiserslautern auf dem Betzenberg
Bauzeit 1919; Erweiterung: Februar 2002 – Februar 2006
Architekt Fiebiger GmbH
Besonderheiten FIFA WM-Stadion 2006
Nutzung Sportstadion, Heimatstadion des 1. FC Kaiserslautern
Platzangebot 48.500 Sitzplätze
Platzangebot zur WM 06 Vorrunde: etwa 37.000; Achtelfinale: etwa 36.400
Adresse
Fritz-Walter-Stadion
Fritz-Walter-Straße 1
D-67663 Kaiserslautern
Tel: 0049-(0)1805-3188 00

Anfahrt zum Stadion

Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern © goruma (M.Barton)

Das Stadion hat eine speziell auf die Bedürfnisse der Besucher hin ausgebaute Verkehrs-Infrastruktur und ist damit gut erreichbar.

Anreise mit dem Pkw
Das Park " Ride-System hält rund 10.000 Stellplätze bereit. Alle P " R Plätze sind von der Autobahn A 6 her erreichbar.
Im Norden: A 6, Abfahrt Kaiserslautern West in Richtung Weilerbach, IG-Nord: 5.000 Stellplätze. Im Osten: A 6, Abfahrt Kaiserslautern Ost, Parkplatz Schweinsdell: 2.800 Stellplätze. Im Westen: Direkt an der A 6, Abfahrt Kaiserslautern-Einsiedlerhof, Parkplatz Einsiedlerhof/ Opel: 1.200 Stellplätze. Im Süden: A 6, Abfahrt Kaiserslautern West in Richtung Pirmasens, Parkplatz Universität: 1.800 Stellplätze. Vom P " R Platz aus geht es mit dem Shuttle direkt weiter zum Stadion. Die Fahrt in die Innenstadt oder zum Stadion dauert maximal 15 Minuten.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Die Buslinie 2 fährt direkt zum Stadion. Vom Hauptbahnhof ist das Stadion am Betzenberg bequem in 15 Minuten zu Fuß zu erreichen. Das vorhandene Fußgängerleitsystem  zum Ziel.

Geschichte des Bauwerks

Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern © goruma (M.Barton)

Im Gegensatz zu den übrigen Modellen ist dieses Stadion niemals verkleinert worden, sondern kontinuierlich gewachsen, und zwar Schritt für Schritt ohne radikale Umbauten. 1919 konnte der FV Kaiserslautern das Grundstück am Betzenberg aufgrund der Lage günstig von der Stadt erwerben. Das Stadion wurde danach in Eigenregie errichtet. 1925 entschied sich der erfolgreiche Verein für den Bau einer richtigen Tribüne. Diese wurde jedoch bereits fünf Jahre später durch einen Sturm zerstört. Eine neue war lange Zeit nicht finanzierbar, bis 1932 der Freiwillige Arbeitsdienst eingeführt wurde. So entstand ein vereinseigenes Stadion mit einer Kapazität von 18.000 Plätzen und einer überdachten Nordtribüne. Vom Zweiten Weltkrieg blieb das Stadion relativ unbehelligt.

Dafür wurde es von den französischen Besatzungsmächten in der Nachkriegszeit als riesige Kfz-Werkstatt für schwere Kriegsfahrzeuge genutzt. Danach wuchs einfach kein Gras mehr.

Im Jahr 1963 wurde das Stadion für die neu gegründete Bundesliga fit gemacht. Dafür wurden 35.000 Zuschauerplätze geschaffen, beide Längstribünen überdacht und eine Flutlichtanlage eingebaut. 1973 wurde die Nordtribüne ausgebaut. 1978 wurde die Osttribüne überdacht und 1985 wurde das Stadion am Betzenberg nach dem Kapitän der Weltmeisterelf von 1954 in Fritz-Walter-Stadion unbenannt. 1993 wurde die Nordtribüne in einer Höhe von 40 m neu errichtet. Ursprünglich war sogar eine 60 m hohe massive Betonwand geplant, um das Stadion, das an dieser Stelle auf den ehemaligen Steinbruch stieß, abzustützen.

Dagegen gab es massive Proteste, sodass sich die Errichtung zweieinhalb Jahre hinzog und am Ende 51 Mio. DM verschlang. 1998 wurde die Südtribüne nochmals erneuert. Im Januar 2002 erteilte die Stadt Kaiserslautern, im Ausblick auf die WM 2006, die Genehmigung zum Umbau des Fritz-Walter-Stadions. Im Februar gab der symbolische Spatenstich den Auftakt zur Erweiterung. Unter der Regie des Architekturbüros Fiebiger GmbH, das seit 1970 sämtliche Umbauarbeiten leitete, sollte das gesamte Stadion exklusive der Nordtribüne ausgebaut werden, um die geforderte Kapazität von 48.500 Zuschauern zu erreichen. Allerdings behinderten bald finanzielle Schwierigkeiten den Fortschritt am Bau. Sowohl der 1. FC Kaiserslautern als Bauherr als auch das Bauunternehmen standen vor der Insolvenz. Der 1. FCK war zum Verkauf des Stadions gezwungen, um sich zu sanieren.

Die Stadt bat sich als Käufer an. Allerdings konnte sich die Baufirma nicht mehr retten und eine neue musste gefunden werden. Die Ost- und die Westtribüne wurde um jeweils 9.000 Sitzplätze erweitert. Zu beiden Seiten der Haupttribüne entstanden schlanke Türme. Da das Stadion durch die Vergrößerung immer weiter in den Abhang hineinrutschte, mussten auch die Türme, wie einst die Nordtribüne, in einem aufwendigen Verfahren tief im Grund verankert werden. In 30 m Tiefe jenseits vom Spielfeldniveau schlägt der Turm seinen Anker.

Die Südtribüne wurde ebenfalls ausgebaut, sodass das 1.200 t schwere Dach um vier Höhenmeter nach oben gezogen werden musste. Mit einer neuen Flutlichtanlage, neuer Soundanlage und allen notwendigen Details ausgestattet, konnten die Erweiterungsmaßnahmen im Februar 2006 rechtzeitig zur WM abgeschlossen werden.

Beschreibung des Gebäudes

Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern © goruma (M.Barton)

Das Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg, von eingefleischten Fans auch gern "Betze" genannt, ist niemals ein Stadion der technischen oder architektonischen Superlative gewesen. Doch in punkto Emotionen kann es sich durchaus mit den großen Stadien Deutschlands messen, ja mitunter überbietet es diese sogar. Dicht und gefährlich kocht die Atmosphäre im so genannten Hexenkessel auf. Auch der ehemalige Bayern-Trainer Udo Lattek erinnert sich an die dämonische Wirkung des Stadions, "Früher haben wir bei Spielen auf dem Betzenberg immer die Hosen voll gehabt." Eindrucksvoll kämpfte sich der 1. FC Kaiserlautern durch die Jahrzehnte im Spitzenfußball. Dementsprechend hat sowohl der Verein als auch das Stadion eine geradezu mythische Bedeutung für die Einwohner von Kaiserslautern. Leider stieg dieser Traditionsverein am Ende der Spielsaison 2005/2006 in die 2. Bundesliga ab.

Von außen betrachtet wirkt das Fritz-Walter-Stadion wirklich monumental. Einer Festung gleich, wird man zunächst von dem 40 m hohen Koloss der Nordtribüne in Empfang genommen. Natürlich hat diese Bauweise nichts mit psychologischer (Fußball)Kriegsführung zu tun, sondern vielmehr mit Statik. Die exponierte Lage erforderte eben auch eine exponierte Bauweise, insbesondere durch den vom ehemaligen Steinbruch ausgehöhlten Grund. Im Inneren bietet sich daher ein ganz anderes Bild und die wuchtigen Tribünen wirken auch noch nach der Erweiterung bescheiden. Die Haupttribüne beherbergt neben einem exklusiven Restaurant im obersten Stockwerk auch zwölf Logen, wovon eine stets für die Fans reserviert wird. In diesem Bezug zum Zuschauer liegt auch die Stärke des Stadions: 70 Sitzreihen formieren sich zu einer Wand, die weder durch Absätze noch von Mauern unterbrochen wird und 40.000 Sitzplätze, natürlich in Rot gehalten, setzen sich in einem einzigen Rang von der Osttribüne über die Südtribüne in die Westtribüne fort. Nur die Haupttribüne hebt sich ab. Zudem wird sie an beiden Seiten von jeweils einem Logen- und einem Medienturm flankiert. Während der Logenturm sieben Stockwerke hat, wurde der Medienturm auf sechs reduziert, um bessere Arbeitsbedingungen im Fernsehstudio zu schaffen. Zudem dienen die Türme als Stützen für die Dachkonstruktion, da sich eine freitragende Dachkonstruktion als zu teuer erwies. Auf der Gegengeraden wird das Dach daher noch von zwei eingezogenen Pfeiler gestützt. Insgesamt kostete die Erweiterung rund 72 Mio. Euro.

Nutzung, Größe

Das Fritz-Walter-Stadion gliedert sich in eine im Norden liegende Haupttribüne, die, von zwei Türmen flankiert, aus dem restlichen Stadion herausgehoben erscheint. In der Westkurve stehen die Fans des 1. FCK, und die Ostkurve wird für gewöhnlich für die Gästefans reserviert. Das Fritz-Walter-Stadion hat eine Kapazität von 48.500 Plätzen. Ausgestattet mit zwei Anzeigetafeln von je 50 m2 und 232 Leuchten mit einer Beleuchtungsstärke von 1.500 Lux wird das Stadion in ein beeindruckendes Licht getaucht.

Die Architekten

Fiebiger GmbH. Architekten und Ingenieure: 1950 von Volker Fiebiger gegründet. Das interdisziplinäre Büro für Tragwerksplaner und Architekten ist mit jeweils einem Sitz in Kaiserslautern, Leipzig und Beijing (Peking), VR China, vertreten. Das Œuvre ist breit gefächert und reicht von Schwerpunktsetzungen in der Automobilindustrie über Sanierungsarbeiten bis hin zum Sakral- und Wohnungsbau. Im Bereich Sportbauten war die Fiebiger GmbH federführend bei folgenden Projekten: Carl-Benz-Stadion in Mannheim, Mönchengladbach Arena, Stadion am Bruchweg in Hannover und Niedersachsenstadion in Hannover (nur Überdachung).




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