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Islam

Istanbul: Hagia Sophia © goruma (Dominik Jesse)

Vor rund 1.000 Jahren war der Islam eine extrem fortschrittliche und tolerante Religion. Auch die Kultur der großen islamischen Länder war der des christlichen Europas weit überlegen, und das vor allem auf den Gebieten der Astronomie, Mathematik (arabische Zahlen) oder der Medizin.
Es ist daher wenig verständlich, dass die meisten islamischen Länder  - mit Ausnahme der Türkei- in der Wissenschaft und Technik kaum noch eine Rolle spielen Leider greift in immer mehr islamischen Ländern wie z.B. Libyen, Syrien, Tunesien, Algerien, dem Sudan oder Ägypen Chaos und Instalibilität um sich.

Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeines
  2. Glaubensinhalte des Islam
  3. Der Prophet Mohammed (570-632)
  4. Würdenträger im Islam
  5. Koran, Sure, Hadith
  6. Das islamische Recht, Scharia (Shari'ah)
  7. Religion und Staat
  8. Stellung der Frau
  9. Sexualität
  10. Alkohol, Schweinefleisch
  11. Ramadan
  12. Glaubensrichtungen im Islam
  13. Kaaba


Allgemeines

Hazrat-e Maasumeh, Qom, Iran © goruma (Saad Ali)

Spätestens seit dem 11. September 2001 mit der Zerstörung des World-Trade-Centers in New York verbreitet der Islam Angst und Schrecken und führt zu starken Abwehrbewegungen in den westlichen Kulturen. Nicht zuletzt die Diskussion um das Kopftuchverbot für Lehrerinnen oder die Ermordung des islamkritischen Filmregisseurs van Gogh in den Niederlanden machen eine regelrechte Antiislamstimmung deutlich. Auch das Anfang September 2010 erschienene Buch "Deutschland schafft sich ab"von Thilo Sarrazin fachte die Diskussion über den Islam und seine Menschen wieder an. Dieser Beitrag Text soll die Diskussion dadurch in sachliche Bahnen lenken, indem anerkannte Fakten vorgestellt werden. In Deutschland gibt es rund 200 repräsentative Moscheen mit Minaretten, Kuppeln und Waschgelegenheiten. Die restlichen rund 2.600 Moscheen befinden sich in Begegnungsstätten, Wohnhäusern oder sogar in Garagen u.ä.
Der Islam gliedert sich in die drei großen Richtungen: Sunniten, Schiiten uns Aleviten.
Der Islam unterscheidet sich in zwei wesentlichen Punkten vom Christentum, es sind dies:

  • Der Islam beherrscht Staat, Gesellschaft und Religion, eine Trennung von Staat und Religion gibt es in keinem islamischen Land.
  • Der Islam hat keine "Zeit der Aufklärung" durchlebt, so wie das Christentum.

Eine sachliche und vom Wissen fundierte Auseinandersetzung mit den Inhalten der islamischen Glaubenslehre ist bei über 4 Millionen Muslime in Deutschland, ca. 15 Mio. in Europa und weltweit sogar ca. 1,3 Milliarden Gläubigen ohne Zweifel auch für die Menschen erforderlich, die nicht beabsichtigen, in ein islamisches Land zu reisen. In den europäischen Ländern lebt die folgende Anzahl an Muslimen (geschätzte oder ungfähre Werte).

Land Anzahl der Muslime
Frankreich ca. 5-6 Millionen
Deutschland ca. 4,4 bis 4,7 Mio.
Großbritannien ca.2,4 Mio.
Spanien ca. 0,8 Mio.
Italien um 1 Mio.
Niederlande 900.000
Belgien 380.000
Griechenland 380.000
Österreich 340.000
Schweiz 320.000
Dänemark 210.000

Die Länder mit den größten islamischen Bevölkerungsanteilen außerhalb Europas sind (ungfähre bzw. geschätzte Werte):

Land Anzahl der Muslime
Indonesien 180 Mio.
Pakistan 145 Mio.
Bangladesch 118 Mio.
Indien 110 Mio.
Türkei 68 Mio.
Iran 65 Mio.
Nigeria 60 Mio.
Ägypten 56,5 Mio.
Algerien 31,5 Mio.
Äthiopien 30 Mio.
Marokko 29,5 Mio.
Afghanistan 30 Mio.
Sudan 26 Mio.
Saudi Arabien 23 Mio.
Irak 23 Mio.
Usbekistan 22,5 Mio.
Jemen 18 Mio.
Syrien 16 Mio.
USA grob geschätzt 6 Mio.
Libyen 5 Mio.
Libanon 5 Mio.
Palästina 3,2 Mio.

Glaubensinhalte des Islam

Tatzenkreuz
Felsendom, Jerusalem © goruma

Ein Moslem glaubt an Allah, also an Gott. Neben Allah gibt es keine weiteren Götter, er ist einzig, ewig und allmächtig. Insofern ist er durchaus mit dem Glauben an dem Christengott vergleichbar. Er ist so übergroß, dass er sich jeder menschlichen Vorstellung entzieht, deshalb ist auch jegliche bildliche Darstellung von ihm verboten. Aus diesem Grund sind auch alle Gesetze und Gebote genauestens zu befolgen und sie sind für alle Zeiten gültig und dürfen nicht verändert bzw. dem Zeitgeist angepasst werden.
Es sei erwähnt, das Islam ins Deutsche übersetzt in etwa bedeutet:

"Ergebung, Unterwerfung"

und der Begriff Moslem bedeutet sinngemäß übersetzt:

"Einer, der sich unterwirft."

Damit ist natürlich die Unterwerfung unter Gott und seine Gebote gemeint.Gott offenbarte sich seinem Propheten Mohammed, der Gottes Offenbarungen seinen "Sekretären" diktierte, die sie aufschrieben. Nach dem Tod Mohammeds im Jahr 632 wurden diese Niederschriften von dem ersten Kalifen gesammelt, geordnet und in 114, als Suren bezeichneten Teilen dargestellt.
Es sei erwähnt, dass die Offenbarungen in Arabisch erfolgten und wegen der Einzigartigkeit nicht übersetzt werden sollen. Daher werden sie, z.B. in Moscheen in Arabisch vorgetragen. Die Sammlung der Offenbarungen in den 114 Suren (Kapiteln) ist der Koran.
Eine weitere sehr wichtige Schrift im Islam ist die Sunna. Darunter versteht man die Darstellung des vorbildlichen Lebens von Mohammed. Sie wurden niedergeschrieben in der Hadith, den mündlichen Überlieferungen und Äußerungen von Mohammed. Ein Moslem befolgt die folgenden fünf Säulen des Islam:

  • der Glauben an den ewigen, einzigen und allmächtigen Gott (Allah)
  • die täglichen 5 Gebete in Richtung Mekka, zu denen in islamischen Ländern der Muezzin aufruft
  • die Abgabe der Armensteuer "Zakat"
  • das Einhalten des Fastenmonats Ramadan.
    Der Ramadan beginnt und endet im 9. Monat des islamischen Mondkalenders. Da das Mondjahr kürzer ist als das Sonnenjahr, schwankt der 9. Monat im Laufe von Jahrzehnten von Januar bis Dezember des Sonnenjahres, also unserer Jahresrechnung.
  • eine Pilgerfahrt nach Mekka, die mindestens einmal im Leben eines Moslems erfolgen sollte. Dort muss er siebenmal die Kaaba umrunden und dabei Allah loben und preisen.

Der Prophet Mohammed (570-632)

Mohammed (Muhammad ibn Abd Allah ibn Abd al-Muttalib ibn Hashim ibn Abd Manaf al-Quraschi) kam um das Jahr 570 in Mekka zur Welt.
Sein Vater, ein Haschimit, starb bereits vor seiner Geburt. Als er 6 Jahre alt war starb auch seine Mutter, aus diesem Grund übernahm sein Großvater seine Erziehung. Als Jüngling arbeitete er als Schafhirte. Später unternahm er jedoch Handelsreisen in verschiedene Länder. Im Alter von 25 Jahren heiratete er die erheblich ältere Witwe eines verstorbenen Kaufmanns. Mit ihr zusammen hatte er u.a. seine Lieblingstochter Fatima, die im Jahr 606 zur Welt kam. Nach dem Tod dieser seiner ersten Ehefrau im Jahr 619 heiratete Mohammed 9 weitere Frauen. Mit diesen Frauen hatte er keine weiteren leiblichen Kinder. Seine Lieblingsfrau war übrigens Aischa bint Abi-Bakr, die er im Jahr 623 zur Frau nahm.
Bei seinen religiösen Meditationen fühlte er sich zunehmend zu einem Gott hingezogen und lehnte die damals herrschende Vielgötterei strikt ab. Der Legende nach soll ihm im Jahre 610 der Erzengel Gabriel in einer Höhle (Hiraa) in der Umgebung von Mekka erschienen sein und ihm die ersten Offenbarungen eines Gottes (Allah) vermittelt haben. Nicht zuletzt auf Grund der Ablehnung seiner religiösen Ideen verließ er im Jahr 619 Mekka und zog in das einige hundert Kilometer entfernte Yathrib, das heutige Medina.
Übrigens beginnt die islamische Zeitrechnung mit dem Tag seiner Ankunft in Medina. Von Medina aus verbreitete er seinen Herrschaftsbericht zusammen mit seinen religiösen Vorstellungen. Mekka, das sich ihm und seinen Ideen entgegenstellte, wurde von ihm im 630 unterworfen. Er starb im Jahr 632 in Medina, wo er auch begraben wurde. Sein Grab ist bis heute erhalten und gilt als Heiligtum im Islam.
Mohammed war dem islamischen Glauben nach ein Mensch und damit auch sterblich, aber er gilt als vollkommen und als absolutes Vorbild für jeden Moslem.

 

Würdenträger im Islam

Eine hierarchische Priesterschaft, vergleichbar dem im Christentum, gibt es im Islam nicht. Aber dennoch besitzt auch der Islam religiöse Führer, Schriftgelehrte und gelehrte Kenner und Interpreten des Glaubens:

  • Imam
    Früher waren die Imame die obersten religiösen Führer im Islam. Heutzutage ist es zu einer Bezeichnung für besonders angesehene religiöse Personen geworden. Siehe dazu auch die 12 Imame der Schiiten.
  • Kalif
    Die Kalifen waren die direkten Nachfolger Mohammeds und hatten neben der obersten religiösen Führerschaft auch die weltliche, u.a. durch den Oberbefehl über eine Armee inne. Ein Kalif ist somit der oberste religiöse und weltliche Herrscher. Bei den Sunniten gibt es derzeit kein Kalifat. Die Schiiten allerdings, z.B. im Iran, warten auf die Wiederkehr des "verborgenen" 12. Kalifen Muammed al-Mahdi, in dessen Stellvertretung der oberste Führer des Landes zur Zeit regiert und handelt.
  • Mullah
    Ein Mullah (engl. Mullah) ist ein besonders ausgebildeter oder gelehrter religiöser Lehrer und Prediger. Es war ursprünglich die allgemeine Bezeichnung der schiitischen Religionsgelehrten. Im Iran sind es die religiösen und oft auch politischen Führer in der Hierarchie unterhalb des Ayatollah.
  • Ayatollah
    Der Titel Ayatollah wird offiziell nur im Iran verliehen. Ein Ayatollah ist der höchste Geistliche der Schiiten. Er muss sich viele Jahre theologischen Unterweisungen unterziehen und sich durch besondere theologische Schriften hervorgetan haben. Nach der Verfassung des Irans übt der Ayatollah die religiöse und weltliche Herrschaft in Vertretung für den verborgenen 12. Kalifen bzw. Imam.

 

Koran, Sure, Hadith

Jerusalem: Goldene Kuppel des Felsendoms © goruma (Dominik Jesse)

Wie erwähnt stellt der Koran die dem Propheten Mohammed von Gott gegebenen Offenbarungen dar. Er ist somit, wie die Bibel für die Christen, die heilige Schrift der Moslems. Die ersten Offenbarungen Allahs werden ihm um das Jahr 610 n.Chr. zuteil. Er ist in 114 Kapitel, Suren genannt, gegliedert, die ihrerseits wiederum in Verse unterteilt sind.
Der Koran entstand in einem Zeitraum von mehreren Jahrzehnten und zwar bereits zu Lebzeiten des Propheten. Da Mohammed selber wahrscheinlich nicht schreiben konnte, wurden die Texte von seinen Anhängern, in einer Art von Sekretären anfangs als "Lose Blattsammlung" aufgeschrieben und immer wieder um neue Offenbarungen ergänzt.
Noch vor dem Tod Mohammeds (532) waren die Offenbarungen und die Texte abgeschlossen. Wenige Jahre nach Mohammeds Tod entstand auf Anordnung des dritten Kalifen Uthmann, exakt Uthmann ibn Affan (576-656), Kalif von 644 bis 656, der erste zusammenfassende und in einer Art Buchform gebundene Koran.
Er war, wie erwähnt, in Arabisch geschrieben. Man kann außerdem feststellen, dass der Koran für die Verbreitung einer einheitlichen arabischen Sprache mit der Lutherbibel für ein gemeinsames Hochdeutsch vergleichbar ist.

 

Das islamische Recht, Scharia (Shari'ah)

Auf wenigen Gebieten sind die kulturellen Unterschiede zwischen den liberalen, westlichen Staaten und den konservativen islamischen Staaten so groß, wie in der Ahndung von Straftaten.
Die Scharia bedeutet in deutscher Übersetzung etwa "göttliches Gesetz". Die Moslems leiten sie aus dem Koran und zwar aus der 45. Sure Vers 18 ab. Damit spiegelt sie einen unmittelbaren göttlichen Willen wider. Da im Koran insgesamt nur 500 Verse, also ca. 8 %, irgendeinen Bezug zu juristischen Problemen besitzen, wurde zur Ergänzung die Sunna, also das Vorbild Mohammeds herangezogen. Die Scharia nebst der Sunna regelt nicht nur das Strafrecht, sondern auch das Ehe-, Erb- und Wirtschaftsrecht. Darüber hinaus legt sie die Bekleidungsvorschriften, vor allem für Frauen fest. Für Frauen gilt, das sie ihre körperlichen Reize, und dazu gehören auch Arme, Beine und Haare vor Fremden zu verbergen haben. Viele Verbrechen werden nicht vom Staat oder Geistlichkeit, sondern von den Opfern bzw. deren Angehörigen geregelt. So kann sogar ein Mord straffrei bleiben, wenn die Angehörigen sich z.B. mit einer Entschädigung zufrieden geben. Aber bestimmte Handlungen wie Unzucht, Alkoholmissbrauch oder Diebstahl werden staatlicherseits hart bestraft. So steht auf Diebstahl die Amputation der rechten Hand als Strafe. Unzucht, z.B. Ehebruch einer Frau, wird in vielen islamischen Ländern immer noch mit dem Tod durch Steinigen bestraft.
In der Wirtschaft belastet das Zinsverbot in der Sure 2 Vers 278 den Kapitalmarkt erheblich. Man findet aber allerlei Auswege, um dieses Problem "korangerecht" zu umgehen.
Seit der 19. islamischen Konferenz der Außenminister in Kairo und deren "Deklaration der Menschenrechte im Islam" vom 5. August 1990 ist im 25. Artikel die Shari'ah zur Basis islamischen Rechts geworden.

 

Religion und Staat

Istanbul: Ortaköy Camii © goruma

Die Vorstellungen eines Kalifats umfasste stets die Einheit von Religion und Staat. Diese Vorstellung hat sich bis heute in nahezu allen islamischen Ländern und besonders in der Theorie des Islams gehalten. Eine Ausnahme davon macht - zumindest nochl - die Türkei, in der seit dem Gründer der modernen Türkei und den ersten Präsidenten der "Republik Türkei", Mustafa Kemal Atatürk (1881-1938), Staat und Religion streng getrennt sind. Unter Präsident Erdogan wird diese Trennung zunehmend aufgelöst.
In Saudi Arabien dürfen sich Frauen nur im Tschador in der Öffentlichkeit zeigen. Der Tschador bedeckt dabei den ganzen Körper einschließlich der größten Teile des Gesichts.
Eine besondere Stellung besitzt der Ayatollah im Iran. Näheres dazu unter "Schiiten".

 

Stellung der Frau

Nach der Lehre des Islams hat die Frau dem Manne zu dienen und ihm zu gehorchen. Sie ist primär für das Haus und die Kindererziehung da. Der Mann besitzt ihr gegenüber sogar ein Züchtigungsrecht. Aber vor Allah sind Männer und Frauen gleich. Damit können Frauen wie Männer nach ihrem Tod ins Paradies gelangen.

 

Sexualität

Außerhalb der Ehe ist Sexualität strikt verboten und kann in einigen Ländern sogar mit dem Tod bestraft werden. Ehebruch wird in vielen islamischen Ländern relativ grausam mit dem Tode bestraft, so z.B. durch das Steinigen. Innerhalb der Ehe gilt Sexualität jedoch als gottgefällig und legitimer Quell der Lust. Männer dürfen dem Koran nach bis zu 4 Frauen haben, eine Frau jedoch nur einen Mann.

 

Alkohol, Schweinefleisch

Alkohol, Schweinefleisch
Einem gläubigen Muslim ist das Essen von "unreinem" Schweinefleisch und das Trinken von Alkohol strikt verboten. In vielen muslimischen Ländern, wie z.B. in Saudi-Arabien oder dem Iran, wird der Besitz oder der Genuss von Alkohol streng bestraft.
Einen hohen Rang hat auch die Einhaltung der Gebote des Fastens während des Ramadans.

 

Ramadan

Der Ramadan beginnt mit der ersten sichtbaren Mondsichel nach Neumond im  9. Monats des Mondjahres und dauert 29 oder 30 Tage lang.
Während des Ramadans darf zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken werden, zudem sind alle Genussmittel wie Drogen oder das Rauchen und auch Sex verboten.
Nach dem Koran beginnt der Tag mit dem Fasten, sofern man einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden kann. Von der strengen Fastenregel ausgenommen sind Kinder vor der Pubertät, Schwangere, Alte und Kranke. Am Ende des Ramadans wird ein dreitägiges "Abschiedsfest" gefeiert.

 

Glaubensrichtungen im Islam

Iran: Yazd, Hazireh-Moschee © goruma (Saad Ali)

Sunniten, Schiiten

Die Schiititen sind besonders stark im Iran, Irak und im Libanon vertreten. Der Begriff Schiit leitet sich von dem Begriff "schi at ali" = "Anhänger des Ali" ab.
Dieser Ali (Ali ibn Abi Talib) war ein Vetter und Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Wie vorher bereits kurz erwähnt, hatte Mohammed offiziell keinen Nachfolger ernannt. Daher wählten die nach seinem Tod (632) versammelten Führer den Vater seiner Lieblingsfrau Aischa, Abu Bakr, zum neuen religiösen Führer und 1. Kalifen. Dieser schlug kurz vor seinem Ableben seinen engen Vertrauten Umar als Nachfolger vor, der damit 634 zum 2. Kalifen wurde. Umar war u.a. ein erfolgreicher Kriegsherr, der einen entscheidenden Sieg über die Perser errang. Nach dem Tod wurde Uthman ibn Affan zu seinem Nachfolger und 3. Kalifen gewählt. Aber Uthman machte sich zahlreiche Feinde, was im Jahr 656 zu seiner Ermordung führte. Die anschließende Wahl Alis zum Kalifen durch seine Anhänger wurde aber durch Anhänger von Uthmann, vor allem dem Herrscher Syriens aus dem Stamm der Umaija, nicht anerkannt. Im Laufe der Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern Alis und seinen Gegnern wurde Ali im Jahr 661 ermordet. Sein Sohn Hassan verzichtete danach zwar, aber sein Bruder Husain erhob Anspruch auf das Amt des Kalifen. Er wurde im Jahr 680 bei Kerbala vernichtend geschlagen und getötet.
In der Folge dieser Vorgänge spalteten sich die Anhänger Alis im 7. Jahrhundert von der Mehrheit der Muslime ab und wurden bzw. werden bis heute als Schiiten bezeichnet. Die Mehrheit nannte sich ab dieser Zeit Sunniten. Der Begriff stammt von Sunna, was im Deutschen soviel wie Brauch bedeutet. Das Grab des Sohnes von Ali, also von Husain, also eines Enkels von Mohammed, genießt bei den Schiiten allerhöchste Verehrung. Sein Grab in Kerbala (heute Irak) ist ein wichtiger relgiöser Ort für alle Schiiten.
Eine der Kernglaubensaussage der Schiiten ist neben dem Glauben an Allah und seine Gebote der Glaube an die 14 Unfehlbaren. Dazu zählen der Prophet Mohammed und dessen Tochter Fatima. Außerdem gehören dazu die zwölf Imame (Kalifen), die mit Ali beginnen:

  1. Ali ibn Abi Talib (Hazrat Ali) (gest. 661)
  2. Hassan ibn-Ali (Ali-Hasan) (gest. 669)
  3. Hussein ibn-Ali (Al-Husain) (gest. 680)
  4. Ali Zain al-Abidin (gest. um 713)
  5. Muammad al-Bagir (gest. um 733)
  6. Dschafar al-Sadiq (gest. 765)
  7. Musa al-Kazim (gest. 799)
  8. Ali al-Rida (gest. 818)
  9. Muhammad al-Taqi (gest. 835)
  10. Ali al-Hadi (gest. 865)
  11. al-Hasan al-Askari (gest. 873)
  12. Muhammad al-Mahdi

Wahhabiten

Die Wahhabiten gelten als die strengste und konservativste Glaubensrichtung innerhalb des Islam. Sie leben vor allem in Saudi Arabien, dessen Herrscherhaus sich dem Wahhabismus angehörig fühlt und ihn ständig zu expandieren sucht. Der Wahhabismus geht auf Muhammad ibn Abd al-Wahhab zurück, der im 18. Jahrhundert in Zentralasien lebte und lehrte.In Saudi Arabien dürfen der Lehre der Wahhabiten nach z.B. Frauen kein Auto fahren, ohne eine familiäre Begleitung nicht verreisen oder sich nur im Tschador außer Haus bewegen. Auch Schmuck, weltliche Musik oder Parfüms sind ihnen verboten. Es sei erwähnt, dass Wahhabiten im Jahr 1802 die Stadt Kerbala eroberten und das Grabmahl Husseins, einem Enkel von Mohammed zerstörten. Noch erstaunlicher ist, dass sie Jahre später sogar die Kaaba in Mekka und die Grabstätte des Propheten Mohammeds in Medina zerstörten. Ihre Begründung für diesen ungeheuerlichen Frevel war, dass Allah keiner Kultstätten bedarf.

Aleviten

Die Glaubensrichtung der Aleviten entstand im 13. Jahrhundert in Anatolien/Türkei. Ihre Religion besteht aus einer Symbiose aus Teilen des Christentums, der Genesis (Schöpfungsgeschichte) sowie der Schia, vor allem durch die Verehrung des schiitischen ersten Imams Ali. Ihr Glaube zeichnet sich durch Toleranz, Humanität und Liberalität aus. So wird die Scharia beispielsweise von ihnen abgelehnt. Auch das Verhältnis zu den Frauen entspricht eher westlichen Vorstellungen. Aleviten beten in der Regel nicht in einer Moschee, sondern treffen sich in speziellen Versammlungsräumen zum Beten und Tanzen. Es sei erwähnt, dass sie im osmanischem Reich als Häretiker galten und verfolgt wurden. In der Türkei bekennen sich rund 20 % der Bevölkerung zu der Glaubensrichtung der Aleviten.

 

Kaaba

Die Kaaba in Mekka gilt den Moslems aus aller Welt als das größte Heiligtum. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Kaaba "der Würfel". Und in der Tat ist dieses im völligen Schwarz erscheinende Heiligtum ein Würfel mit einer Fläche von 10 x 12 m und einer Höhe von 15 m.
Die Kaaba befindet sich im Innenhof der großen Moschee in Mekka. An ihrer südlichen Ecke befindet sich der schwarze Stein. Der Legende nach ist dieser Stein ein Geschenk des Erzengel Gabriel an Abraham.
Die Pilger, die nach Mekka gereist sind, müssen die Kaaba siebenmal umrunden und haben dabei laut Allah zu loben und zu preisen. Das an dieser Stelle früher gestandene Bauwerk wurde bereits vor dem Islam als Wallfahrtsort und Heiligtum angesehen. Seit dem Tod von Mohammed im Jahr 632 ist es ein rein islamisches Heiligtum. Nach der islamischen Überlieferung wurde sie bereits von dem Propheten Ibrahim (Abraham) und seinem Sohn Ismail (Ismael) erbaut, die von den Arabern als ihre Stammväter angesehen werden. So wie übrigens auch von den Juden.
Im Jahr 1630 wurde an dieser Stelle von dem türkischen (osmanischen) Sultan Murad IV. (1610-1640), Sultan von 1623-1640, ein Neubau errichtet, der im Prinzip bis heute erhalten ist. Die Aufsicht, Fürsorge und Pflege sowie die Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung dieser heiligen Stätte obliegt dem Königreich Saudi Arabien.


Kommentare
Brigit Pfeffer  (Mittwoch, 08.04.2015)
Ich finde, jede Glaubensrichtung ist gut, schlecht ist nur das, was Menschen daraus machen. Glauben sollte n i e ein Grund zum Streiten oder gar zu Kriegen oder Morden sein
Christian  (Samstag, 17.01.2015)
Es wird immer gesagt, der Islam ist eine friedliche und menschenfreundliche Religion und die Terrorakte in Paris, London oder Madrid gehören nicht zum Islam. Auch nicht die in Afghanistan odr dem Irak. Gehören dann auch Saudi Arabien, der Iran, Pakistan, die Schabadmilizen, Boka Haram, Isis oder Al Khaida auch alle nicht zum Islam? Was ist denn dann Islam igentlich?


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