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Taoismus

Der Taoismus hat seine Wurzeln im China des 4. Jahrhunderts v. Chr. Ursprünglich ist das, was wir als Taoismus bezeichnen, eine alte philosophische Lehre. Prägendes Element dieser Lehre ist das Tao oder Dau, ein Grundbegriff des philosophischen Denkens in China.

 

Allgemeines

Der Taoismus hat seine Wurzeln im China des 4.Jh. vor Christus. Ursprünglich ist, das, was wir als Taoismus bezeichnen eine alte philosophische Lehre. Prägendes Element dieser Lehre ist das Tao oder Dau, ein Grundbegriff des philosophischen Denkens in China. Es spielt sowohl im Konfuzianismus, welcher auf den Meister Konfuzius (551 - 479 v.Chr.) zurück geht, als auch in dem von Lao Tse (480 - 390 v. Chr.) geprägten Taoismus eine wesentliche Rolle. Im Gegensatz zum Konfuzianismus, der auf das weltliche Befolgen religiöser Riten hin ausgerichtet ist, gilt im Taoismus das Streben nach Macht und äußerem Fortschritt eher als schädlich. Praktiken im Taoismus sind Meditation und kontemplative Übungen, welche die Welt- und Selbsterkenntnis steigern sollen. Im Laufe der Zeit hat sich aus der Philosophie des Taoismus eine Religion entwickelt. So kann man zischen der reinen Philosophie die traditionell Lao Tse zugeschrieben wird und der taoistischen Religion unterscheiden. Innerhalb der taoistische Religion gibt es viele verschiedenen Traditionen, Rituale und Ausformungen der Lehre.

Neben dem bereits erwähnten Konfuzianismus und dem Buddhismus, ist der Taoismus eine der drei großen Lehren, die China bis heute maßgeblich beeinflussen. Die genaue Zahl der Menschen, die Anhänger des Taoismus sind, ist wegen den unterschiedlichen Ausprägungen in welchen er praktiziert wird und deshalb, weil er sich nur unklar von anderen Religionen abgrenzt, schwer zu schätzen. In etwa ist mit 400 Millionen Taoisten weltweit zu rechnen. In der kommunistischen Diktatur Chinas wurden vor allem in der Vergangenheit die Religionen und auch der Taoismus unterdrückt und verfolgt, weswegen viele Taoisten flohen, vor allem nach Taiwan. Hier blüht die taoistische Kultur nach wie vor. Auch in der Volksrepublik China besinnt man sich allmählich zurück auf sein religiöses Erbe. Viele der zerstörte Tempel und Klöster werden wieder aufgebaut und restauriert. Ungefähr dreitausend Heiligtümer sind mittlerweile wieder in China zu finden und ziehen Sinnsuchende wie Touristen gleichermaßen an.

 

Geschichte und Entwicklung zur Volksreligion

Die älteste Wurzel des Taoismus ist die Lehre vom Tao oder Dau. Der Begriff Tao kommt aus dem Chinesischen und bedeutet ursprünglich "Weg". Es ist neben und mit der Lehre vom Yin und Yang eines der ältesten Elemente des Taoismus und Grundbegriff des philosophischen Denkens in China. Konfuzius (551 - 479 v. Chr.) verstand unter Tao den Weg des Himmels, dem der Weg des Menschen entsprechen müsse, um in Harmonie mit dem ewigen Weltgesetz zu leben. Konfuzius formte dem entsprechend eine Morallehre, die dazu dienen soll, den Menschen diesen Weg des Handelns zu lehren. Lao Tse ( 480 - 390 v. Chr.) deutete den Begriff Tao anders, mehr als universelles Prinzip, als transzendentale erste Ursache. Für ihn wurde es nicht zur Methode, die den Menschen zum handeln auffordert, sondern die ihn eher zum Nicht-tun anregt. Das Nicht-tun, wird im Tao te king, dem Buch das traditionell auf Lao Tse zurückgeführt wird, immer wieder beispielhaft erwähnt. Dieses Buch entstand um 400 v. Chr. in einer Zeit in der in China die politischen Verhältnisse unsicher waren und viele Menschen Hunger litten.
Lao Tse und Konfuzius waren damals nicht die einzigen herumziehenden Weisen, die ihre Erkenntnisse vor allem den regierenden Lehensfürsten nahe bringen wollten. Im 6. Jh. v. Chr. war die Zhou-Dynastie an der Macht, unter deren Herrschafft das Reich sehr schwach geworden war. Die Territorialfürsten und Herzöge nahmen sich viele Freiheiten, unterdrückten das Volk und regierten als Despoten. Vermutlich trug die schlechte Situation der Untertanen dazu bei, dass diese, um ein Gegengewicht zu schaffen, die Lehren einzelner weiser Männer sehr hoch hielten und im Tao de Ching auch verschriftlichten.

Ab dem 5. Jh. v. Chr. wurde das chinesische Reich sehr unstabil. Unter vielen Kriegen und Blutvergießen entstanden mehrere selbständige Reiche. Gegen Ende dieser Zeit bildeten sich größere Staaten wie Jin, Qi, Shu und Qin. Die Staaten begannen den Adel zurück zu drängen und stattdessen den Staat mit Hilfe von Beamten zu verwalten. Möglicherweise haben all diese Wirrnisse dazu beigetragen, dass sich die Bevölkerung stark um die Ausformung religiöser Lehren und Praktiken bemühte. In der Han-Dynastie, die auf die Qin -Dynastie (221 - 202 v.Chr.) folgte und bis ins 3. Jh. nach Christus reichte, verbanden sich alte Volkssagen, volkstümliche Bräuche und Riten mit der taoistischen Philosophie. Auch Einflüsse aus dem Buddhismus wurden mit aufgenommen. Die taoistische Religion war polytheistisch im Gegensatz zu den monotheistischen Religionen, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam, die nur an einen Gott glauben. Der Glaube war bestimmt von einem reichhaltigen Götterhimmel, der von Schule zu Schule unterschiedlich sein konnte. Gemeinsam waren fast allen der Glaube an die drei obersten Gottheiten, die auch die Drei Reinen genannt werden. Ihre Namen sind Yuanshi tianzun, der Gott des Uranfangs, Daojung, der Gott des magischen Juwels und Daode tianzun, der Gott des Tao und des De, welcher als Vergöttlichung von Lao Tse gilt. Der taoistische Pantheon, das heißt Götterhimmel wird von den unterschiedlichsten kosmischen Gottheiten, Naturgöttern, Dämonen, Geistern, Unsterblichen und Vollkommenen bevölkert. Der Sitz des Pantheons waren heilige Berge und Grotten. Eine gemeinsame liturgische Tradition verband den Glauben an die unterschiedliche Götterwelt und sollte genauso wie Tempel und Altar ein irdisches Abbild zur Ordnung der Himmelswelt schaffen. Im 2. Jahrhundert n. Chr. entsteht die erste taoistische Organisation bzw. "Kirche". Ihr Gründer war Zhang Daoling, der 142 n. Chr. die so genannte Bewegung der Himmelsmeister gründete. Die Bewegung zeichnete sich durch revolutionäre Gedanken aus. Die Han-Dynastie sollte gestürzt werden und Zhang Daoling sollte regieren, damit die Endzeit beginnen könnte. Jedoch entstand in der Himmelsmeister-Bewegung auch eine ausgeprägte Ethik und ein gefestigter taoistischer Kultus. So kann man sagen, dass die Kirche des Zhang Daolings verschiedene taoistische Gemeinschaften vereinigte. Während der nachfolgenden Dynastien bis ins 14. Jh. n. Chr. entwickelte sich die Himmelsmeister-Bewegung zu einer breitenwirksamen Organisation und religiösen Macht. Die Verehrung Lao Tses wurde zu einem offiziellen Kult und landesweit wurden taoistische Tempel gegründet. Im laufe der Jahrhunderte gewannen die Tempel als Institutionen immer mehr an Bedeutung, da sie auch Aufgaben wie die Organisation von Märkten und das Eintreiben von Handelssteuern übernahmen.

Aus der auf diese Zeit folgende Ming-Dynastie (1368- 1644 n.Chr.) sind die meisten taoistischen Schriften erhalten und sie wird oft als die Blütezeit des Taoismus bezeichnet. Unter der letzten chinesischen Dynastie, der Qing-Dynastie im 17. Jh. wurde der Taoismus aus politischen Gründen und weil die Qing den orthodoxen Konfuzianismus bevorzugten, mit Verboten und Restriktionen belegt. Im 19. Jh. wurden sämtliche Tempel, taoistische, wie buddhistische aufgelöst und zum Teil zerstört. Unter der Kulturrevolution von Mao Zedong, zwischen 1966 und 1976 wurden nicht nur die verbliebenen Klöster und Tempel vernichtet, sondern auch religiöse Schriften verbrannt und Mönche wie Nonnen vertrieben und "umerzogen". 

Viele Taoisten flohen nach Taiwan, wo die taoistische Religion nach wie vor große Bedeutung hat. In China besinnt man sich mittlerweile zurück zum religiösen Erbe, sodass Klöster und Tempel wieder aufgebaut und renoviert werden. Ausbildungsstätten für Mönche und Nonnen werden geschaffen und es gibt sogar einige universitäre Forschungsstellen für Taoismus. Eine offizielle Form des Taoismus wurde in den letzten Jahren in China eingeführt, die den Patriotismus und den Dienst an der Öffentlichkeit betont. Die Ausbildung eines Taoisten in der Volksrepublik umfasst die taoistische Glaubenslehre, Rituale, Musik, Kalligraphie, das heißt, die Kunst des Schönschreibens, Philosophie, Kampfkunst und Englische Sprache. Jedoch gehören viele taoistische Priester nicht den Regierungsorganisationen an, sodass nicht klar ist, wie viele und in welcher Tradition amtieren. Zu vielen Anlässen werden die Tempel von Tausenden Pilgern besucht. So ist klar, dass der Taoismus auch heute noch in der Volksrepublik China eine große Rolle spielt.

 

Lao Tse

Darauf habe er den Tao te king, bestehend aus mehr als 5000 chinesischen Zeichen, niedergeschrieben und ihm übergeben. Dann sei er nach Westen gegangen, kein Mensch weiß wohin. Der Name Lao Tse bedeutet soviel wie ehrwürdiger Meister. Je nach Umschrift existieren mehrere Schreibweisen des Namens, wie Laotse, Lao-tzu oder Laozi. Über die Lebenszeit des Lao Tse, der traditionell als Begründer des Taoismus gilt, sind nur ungenaue Angaben überliefert. Während die Tradition sagt, er wäre 604 v. Chr. geboren, geht die heutige Wissenschaft davon aus, dass er wahrscheinlich 480 - 390 v. Chr., das heißt knapp drei Jahrhunderte später lebte. Die erste historische oder biographische Quelle über den Philosophen und Denker Lao Tse findet sich in der Geschichtsschreibung des Sima Qian, einem Chronisten aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Sima Qian schreibt selbst, dass seine Quellenlage sehr unsicher ist und er widersprüchliche Aussagen über Lao Tse gefunden hat - er ist nicht sicher, ob Lao Tse wirklich gelebt hat. Es wird berichtet, dass Lao Tse im Staat Tschu, in der heutigen chinesischen Provinz Honan (eine südliche Provinz, der so genannten Nordprovinzen) gelebt haben soll, und Beamter beim Fürstenhof war. Das 6. Jahrhundert war in China die Zeit der streitenden Reiche und von Unruhen und Kriegen geprägt. Es wird als eine Blütezeit der chinesischen Philosophie beschrieben, da viele Gelehrte sich Gedanken machten, wie wieder Frieden und Stabilität erreicht werden könnten. Unter diesem Hintergrund muss auch die Biographie und das Werk Lao Tses gesehen werden. Die Legenden berichten, dass er das Chaos und den Verfall des Reiches vorhersah und ihn angesichts des Hoflebens und der Staatsgeschäfte bald Abscheu und Überdruss überwältigte. Enttäuscht darüber, daß seine Lehren und Ratschläge so wenig befolgt wurden, verließ er das Land gegen Ende seines Lebens. Auf einem schwarzen Wasserbüffel reitend, erreichte er die Grenze. Der Grenzwart jedoch wollte ihn nicht gehen lassen, ohne dass der Alte seine Weisheit und sein Wissen für die Nachwelt aufzeichnete. So soll Lao Tse sein Wissen, in mehr als 5000 chinesischen Schriftzeichen, aufgeschrieben und dem Grenzwart übergeben haben. Die Sammlung seiner Lehren ist als Tao te king bekannt. Es wird bereichtet, dass Lao Tse, nachdem er seine Weisheit aufgeschrieben hatte, als Einsiedler in den Bergen über 160 Jahre alt wurde. Andere Quellen sprechen sogar davon dass er als 200 jähriger starb, was er durch die Vollkommenheit im Tao erreichte. Lao Tses Streben nach Zurückgezogenheit und Namenlosigkeit im zweiten Abschnitt seines Lebens steht jedoch bis heute im Widerspruch zur Bekanntheit seiner Person.

 

Das Tao te king

Das Tao te king kann als Grundschrift des Taoismus bezeichnet werden. Die Tradition führt diese Schriftsammlung auf den chinesischen Weisen und Philosophen Lao Tse zurück. Es existieren mehrere Transkriptionen des Namens Tao te king, wie zum Beispiel Tao te ching oder Daodejing. Das Buch ist eine Sammlung von Sprüchen und in Reim bzw. Versform verfasst. Die Tradition glaubt an die Verfasserschaft des Lao Tse, der, so erzählt es die Legende im 5. Jh. vor Christus lebte. Was die tatsächliche Entstehungszeit des Tao te king angeht, gehen die Meinungen der Forscher sehr auseinander. Die Mutmaßungen reichen von 800 bis 200 vor Christus. Einige Zitate aus dem Tao te king finden sich in vielen anderen schriftlichen Überlieferungen dieses Zeitraums. Jedoch lässt sich nicht mit Sicherheit klären, wer wen zitiert hat.

In seiner heutigen Form wird das Tao te king in zwei Bücher mit insgesamt 81 Kapiteln unterteilt. Der erste Teil behandelt das Tao, der zweite das Te. Beides sind Grundbegriffe aus der taoistischen Philosophie. Das Buch enthält keine logisch aufgebaute Konstruktion einer Weltanschauung, sondern erscheint vielmehr als eine ungeordnete Sammlung mystischer Aphorismen, die zu eigener, subjektiver Interpretation anregen. Daher entstanden im Lauf der Zeit auch mehrere hundert Kommentare, die den Text auslegen, sowie hunderte Übersetzungen. Der Text ist vermutlich einer der am häufigsten übersetzten chinesischen Texte. Es gibt allein 35 englische Übersetzungen. Der Umgang mit Übersetzungen dieses Textes ist sehr schwierig. Durch die inhaltliche Vieldeutigkeit des Tao te king und Schäden am Text, die durch die Überlieferung entstanden sind, ist die Klarheit der Lehre und eine eindeutige Deutung schon in der Ursprache, dem Chinesischen, nicht einfach. Durch die Übersetzung in eine andere Sprache verliert die Schrift nochmals an Klarheit, und schließlich lässt es sich kaum vermeiden, dass der Übersetzer in dem Bestreben, einen lesbaren Text zu liefern, mit seiner Übersetzung zugleich eine Deutung vorlegt. Schon der Titel Tao te king ist nicht eindeutig zu übersetzen, bedeutet aber in etwa "Das heilige Buch vom Weg und der Tugend".

 

Tao und Te

Tao ist ein Grundbegriff der alten chinesischen Philosophie und stellt keine persönliche Gottheit dar. Die genau Bedeutung von Tao ist schwer zu ergründen, auch wenn es ursprünglich mit Weg übersetzt wird. Genauso bezeichnet Tao den Urgrund, den Ursprung, die Ratio und den Logos. Der Inhalt des Buches von Lao Tse, dem Tao te king widmet sich vor allem den Begriffen Tao und Te. Dem Leser oder der Leserin des Tao te king erscheinen sie zunächst möglicherweise als reine Metaphern. Ihre Bedeutung entfaltet sich erst im Laufe des Lesens und steigert sich wahrscheinlich, je öfter man die Aphorismen und Verse liest. Das Tao erscheint als ein Nichts, ein Unsagbares und Unbegreifliches, dass den Mittelpunkt der Welt bildet. Im ersten Abschnitt des Buches wird das Tao als Ursprung aller Dinge und Wesen beschrieben und gleichzeitig als etwas, das jenseits all dieser Dinge und Wesen steht. Damit ist das Tao größer als alles, was es auf der Welt gibt und entzieht sich jeder Beschreibung. Lao tse versucht dennoch sich dem unbegreiflichen und unfassbaren Tao sprachlich anzunähern.

Als Ursprung und Quelle allen Seins durchzieht das Tao alle Erscheinungen der Welt, es durchdringt als Prinzip alles, was es gibt. Es ist zugleich Sein und Nicht-Sein. Anhand von Gleichnissen wird im Tao te king beschrieben, wie das Tao vom Menschen erkannt und erlebt werden kann. Die Wirkung des Tao kann laut Lao Tse auf zweierlei Weisen erkannt werden. Zum einen, indem der Mensch die Erscheinungen der Welt beobachtet und so sieht, wie und was das Tao wirkt. Zum anderen kann das Tao erlebt werden, indem man sich ganz von der Welt und ihren Vorgängen abkehrt, wodurch man das Tao unmittelbar erleben könne. Wer die Welt beobachtet wird nach Lao Tse einen unentwegten Wandel, ein Wechselspiel von Kräften erkennen. In diesem Wechsel wird auch das Gesetz vom Ausgleich der Gegensätze sichtbar. Lao Tse greift hierbei auf eine ältere Tradition zurück, wie sie im I Ging, dem Buch der Wandlungen beschrieben worden ist. Dies ist die Lehre von den Kräften Yin und Yang, die als gegensätzliche Prinzipien in der Welt wirksam sind. Den meisten ist das Yin-Yang Zeichen bekannt, das aus einem Kreis besteht, der durch eine doppelt gekrümmte Linie in eine schwarze und eine weiße Hälfte geteilt ist. Im schwarzen Teil des Kreises befindet sich ein weißer Punkt und umgekehrt. Der Kreis selbst symbolisiert die Ureinheit dieser beiden Kräfte, welche bei Lao Tse das Tao ist. Wer die Wechselwirkungen der äußeren Welt studiert und das dahinter liegende Prinzip erkannt hat, kann dieses Prinzip wiederum auf die Welt anwenden und gelangt so zum Te.

Als Te wird bezeichnet, was ein Mensch erlagt, der sein Leben nach dem Tao ausrichtet. Te bezeichnet also einen Zustand des Menschen. Für das Te existieren ebenso unterschiedliche Interpretationen wie für das Tao, so kann es je nach Bedeutungszusammenhang mit Sinn, Leben oder auch Tugend übersetzt werden.

 

Taoistische Praktiken

Im Laufe der Jahrtausende entstanden in China eine Vielzahl taoistischer Schulen mit unterschiedlichen Lehrinhalten und Praktiken. Eine Sammlung von Schriften die im Jahr 1442 zusammengestellt wurde und als taoistischer Kanon bezeichnet wird, enthält neben philosophischen Schriften auch Texte über Magie, Medizin, Mystik, Alchemie, Moral, Meditationstechniken, Ritualpraktiken und Hymnen. Da der Taoismus keine institutionelle Form hat, wie etwa die christlichen Kirchen, ist die Anwendung von Ritualen und Techniken regional sehr unterschiedlich und lässt sich schwer fassen. Im Westen bekannt geworden sind in den letzten Jahren vor allem die Praxis des Qi Gong, des Tai Chi und die Philosophie des Feng Shui.

 

Qi Gong

Die Technik des Qi Gong beruht auf einer alten chinesisch-philosophischen Tradition und ist auch im Buddhismus verbreitet, jedoch entstammt die bekannteste Ausformung des Qi Gong dem Taoismus. Der Praktik des Qi Gong liegt die Vorstellung vom Qi zu Grunde, welches Kraft, Energie, Lebenshauch usw. bezeichnet. Der Begriff bezieht sich aber nicht nur auf die menschliche Energie, sondern schließt auch die Energie der Natur und des Universums mit ein. Alle Dinge und alles Leben, und auch der menschliche Organismus sind Manifestationen des Qi. Die Körperfunktionen können nur aufrechterhalten werden, wenn das Qi im Körper fließen kann. Jede Stauung und Schwäche führt zu Krankheit. Daher ist eine der wichtigsten Aufgaben des medizinischen Qi Gong die Regulierung des Qi-Flusses im menschlichen Meridiansystem sowie dessen Stärkung. Die Techniken des Qi Gong bestehen in der Regel aus harmonisch, fließenden Bewegungen in Kombination mit Atemübungen und meditativen Elementen. Durch die sanften Bewegungsabläufe soll das Qi im Körper und im Geist ins Fließen gebracht werden. In Europa wird Qi Gong vor allem zur Heilung von Schlafstörungen, zur Stressbewältigung und zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit empfohlen.

 

Tai Chi

Tai Chi, das auch chinesisches Schattenboxen genannt wird, ist ebenso wie Qi Gong eine Bewegungskunst, die körperliches und geistiges Training in sich vereint. Tai Chi geht von einem Energiezentrum nahe der Hüften in der Mitte des Körpers aus. Durch 13 Grundbewegungen, so genannten Bewegungsbildern, die lückenlos ineinander fließen, soll die Energie aus diesem Zentrum in andere Bereiche des Körpers weitergeleitet werden. Mit unter braucht es viel Ausdauer und Geduld die Bewegungsablaufe richtig zu beherrschen. Die Praxis von Tai Chi soll zu innerer Ausgeglichenheit, körperlicher und geistiger Entspannung führen.

 

Feng Shui

Wörtlich übersetzt bedeutet Feng Shui "Wind und Wasser". Benannt sind damit die Kraft und Energie des Himmels, sowie die Kraft der Erde. Auch das Feng Shui verweist auf eine lange, fast 2000 Jahre alte, taoistische Tradition. Sie besagt, dass ein Mensch nur gesund und glücklich sein kann, wenn auch das Umfeld in dem er lebt mit der Lebensenergie des Kosmos, dem Qi, im Einklang steht. Der Ursprung des Feng Shui liegt im taoistischen Ahnenkult Chinas, wonach der Bestattungsort eines Verstorbenen so ausgewählt wurde, dass er sich auch nach seinem leiblichen Tod an diesem Ort wohl fühlt. In Süd- und Südostasien besteht die Tradition einen besonderen Begräbnisort auszuwählen bis heute.

Die Methode des Feng Shui lässt sich jedoch nicht nur auf Grabmale anwenden, sondern auch auf Wohnräume, Gärten, Krankenhäusern und Büros. So ist es in Hong Kong, vor allem auch bei dem Bau von öffentlichen Gebäuden und Geschäftsgebäuden, üblich, sie nach den Grundsätzen des Feng Shui zu errichten. Bei der Einrichtung nach Feng Shui muss darauf geachtet werden, dass die Yin und Yang Kräfte, als die zwei Gegensätze, die in der Welt und im Kosmos wirksam sind auch in Räumen Ausgewogenheit finden. So werden spitze Kanten oder Ecken, die Yang symbolisieren meist mit weichen fließenden Stoffen oder hellen Pflanzen geschmückt, die Yin Energie in sich tragen. Auch die Ausrichtung von Zimmern und Möbeln nach den vier Himmelsrichtungen spielt im Feng Shui eine große Rolle. Obwohl alle dem eine tiefere Philosophie zu Grunde liegt, die sich nicht allein auf das Einrichten und Gestalten von Lebensräumen bezieht, erfreut sich Feng Shui im Westen vor allem auch als Modeerscheinung großer Beliebtheit und bietet Feng Shui Beratern wie Ausbildern neue, interessante Arbeitsplätze.

 

Taoistische Klöster

Während der Kulturrevolution in China, die zwischen 1966 und 1976 stattfand, wurden viele taoistische und buddhistische Tempel und Klöster zerstört. Seit Beginn der Reform und Öffnung Chinas, besinnt sich die Regierung der Volksrepublik sich jedoch wieder auf ihr altes Erbe und gestattet den Gläubigen die zahlreiche Klöster wieder aufzubauen und zu restaurieren. Es gibt viele berühmte Berge und Klöster, die in China als taoistische Heiligtümer gelten. Am bekanntesten sind vielleicht die so genannten "Fünf Berge": der Taishan-Berg in der ostchinesischen Provinz Shandong, der Hengshan-Berg in der zentralchinesischen Provinz Hunan, der Huashan-Berg in der nordwestchinesischen Provinz Shaanxi, der Hengshan-Berg in der nordchinesischen Provinz Shanxi und der Songshan-Berg in der zentralchinesischen Provinz Henan. Unter den berühmten taoistischen Tempeln finden sich der Baiyun-Tempel in Beijing (Peking), der Xuanmiao-Tempel in Suzhou, der Zhongyue-Tempel in Henan und der Mazu-Tempel in Meizhou der Provinz Fujian. Viele von den sich dort befindenden taoistischen Klöster sind öffentlich zugänglich, manche stehen sogar unter staatlichem Denkmalschutz. Ungefähr gibt es in China insgesammt 1500 taoistische Tempel und Klöster und zirka 25.000 Mönche und Nonnen. Wer in ein taoistisches Kloster eintreten möchte, muss vier Bedingungen erfüllen. Man muss über 18 Jahre alt sein, einen Mittelschulabschluss vorweisen, freiwillig und ohne Druck ins Kloster kommen und auch die Eltern müssen ihre Zustimmung geben.

 

 


Kommentare
Kleinschmidt  (Donnerstag, 26.01.2017)
Danke für diese kurze Geschichte über Taoismus oder so. Ich habs mir eh nicht durchgelesen ;^). GORUMA: Bildung und Wissen hat noch niemandem geschadet.


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