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Zisterzienser

Die Zisterzienser sind ein Mönchsorden der katholischen Kirche, der im Jahr 1098 in Ostfrankreich als Reformorden gegründet wurde.

Das Ziel seiner Gründung war, den bestehenden alten Benediktinerorden zu erneuern, der im Jahr 529 in Mittelitalien gegründet wurde und lange das westeuropäische Mönchtum geprägt hatte.

Das 12. Jahrhundert war die Blütezeit des Zisterzienserordens, danach ging seine Ausstrahlungskraft zurück, und andere Orden wurden mächtiger, wichtiger und einflussreicher.

Es gibt den Zisterzienserorden bis heute.

Entstehung des Ordens

Benedikt von Nursia (480-547) hatte 529 auf dem Berg oberhalb der Stadt Cassino, zwischen Rom und Neapel gelegen, das Kloster gegründet, das dank seiner weisen Ordensregel zum Vorbild für das Mönchtum in ganz Westeuropa wurde: Monte Cassino. Im Unterschied zum osteuropäischen Mönchtum hatte praktische Arbeit anfangs bei den Benediktinern einen großen Stellenwert ("Ora et labora" - "Bete und arbeite", hieß es in der Regel Benedikts).

Die Mönche bebauten unbewohnte Gegenden, in denen sie Obst, Getreide oder Wein anbauten, sie legten Fischteiche an, unterrichteten in ihrer Klosterschule die Kinder und schrieben Bücher ab. Diese Tüchtigkeit führte aber dazu, dass die Mönche immer wohlhabender und politisch einflussreicher wurden.
Ursprünglich sollten und wollten sie aber in Armut und Demut leben.

Vom 8. bis zum 12. Jahrhundert ist die Geschichte des Mönchtums in Westeuropa deshalb eine Geschichte der Versuche, wieder etwas einfacher und zurückgezogener zu leben.

Im 11. Jahrhundert häuften sich diese Versuche und waren schließlich erfolgreich.

Zwei Gründe gab es dafür:

Erstens gewann der Papst Gregor VII. 1077 seinen Machtkampf gegen den Kaiser Heinrich IV.. Dadurch war er zu dem mächtigsten Mann Europas geworden und hatte einen viel größeren Handlungsspielraum als vorher. Er verordnete der Kirche die "gregorianischen Reformen", die sie mächtiger, unabhängiger und schlagkräftiger machten.

Zweitens verdoppelte sich zwischen 1050 und 1200 die Bevölkerung Europas. Deshalb gingen viele "überflüssige Söhne" in die Klöster, weil sie nicht wussten, wohin sie sonst gehen sollten. Übrigens waren auch die Kreuzzüge eine der Folgen dieser Bevölkerungsexplosion. Dadurch konnten jetzt viele Versuche gemacht werden, wie der Benediktinerorden am überzeugendsten an seine Gründungsideale anknüpfen konnte.

Viele Menschen gründeten seinerzeit überall neue Klöster und experimentierten mit neuen Ordensregeln. Unter diesen Menschen war auch der Gründer der Zisterzienser. Er stammte aus einer Ritter-Familie und hieß Robert de Molesme. Als er aus seinem alten Kloster geworfen wurde, weil die dortigen Mönche seine radikalen Ideen nicht mitmachen wollten, zog er mit ein paar Mit-Mönchen in die Wildnis und gründete mit denen sein eigenes Kloster.
Das war 1098, und die sumpfige, wilde Gegend südlich von Dijon in Ostfrankreich, die sie zu ihrem neuen Zuhause wählten, hieß Cîteaux, lateinisch Cistercium.
Deswegen wurden und werden sie Zisterzienser genannt.
Der Nachfolger von Robert von Molesme im Kloster von Cîteaux - Abt Alberich - erwirkte im Jahr 1100 die Anerkennung des Ordens durch Papst Paschalis II.

Durch eigene Regeln wurde der Orden 1118 unter Abt Stephan Harding selbstständig. Im Unterschied zu den schwarzen Kutten der Benediktiner trugen und tragen die Zisterzienser weiße Kutten.

Zisterzienserinnen

Es gibt aber neben den Männerorden der Zisterzienser auch Zisterzienserinnen, wobei das erste Frauenkloster, das mit Cîteaux in Verbindung stand und sich den Regeln der Zisterzienser verpflichtet fühlte, 1113 in Frankreich gegründet wurde.

Und Anfang des 13. Jahrhunderts gab es bereits über 800 Frauenklöster, die aber anfangs nicht offiziell zu dem Orden gehörten - da die Aufnahme von Frauenklöstern in den Orden zunächst abgelehnt wurde. Aber bereits 1228 ist die offizielle Aufnahme in die Ordensgemeinschaft durch historische Quellenfunde belegt.

Besonderheiten

Von Cîteaux verbreitete sich der Orden vor allem nach Osten, nach Deutschland, und in die Gebiete jenseits der Elbe, in denen Slawen lebten.

Sie zu missionieren wurde Hauptaufgabe der Zisterzienser.

Für sie war das ein Ausdruck des "Labora"-Auftrages, eine nützliche Arbeit - genau wie Landrodung und -bewirtschaftung.

In Frankreich gingen sie gegen die als "Ketzer" verfemten Albigenser vor, und in Spanien sogar gegen die eindringenden Araber. Bei all dem wollten sie lieber etwas zu streng sein, als etwas zu lasch, wie sie die anderen Mönche ihrer Zeit fanden. So duldeten sie keinen Schmuck in den Klöstern, und außer Altarbildern auch keine Bilder. Glocken durften eine bestimmte Größe nicht überschreiten, statt Türmen gab es in den Zisterzienserklöstern nur kleine Dachreiter.

Fern von Heerstraßen und Wasserwegen, in wilden Gegenden wählten die Mönche ihren Platz, und sie wollten nur von eigener Arbeit, nicht von Spenden, Zöllen, kaiserlichen Renten oder sonstigen Zuschüssen leben. Da aber viel mehr Menschen bei ihnen Mönch werden wollten, als sie es praktikabel fanden, stellten sie zahlreiche "Laienbrüder" ein, die bei der Bewirtschaftung halfen. Sie zählten nicht als eigentliche Mönche - und über die Zeit überließ man ihnen immer mehr von der Arbeit, die man eigentlich angetreten war, selbst zu tun.

Jede dieser Klosterneugründungen irgendwo in der Wildnis stand unter der Aufsicht des Mutterklosters, von dem aus die Initiative zu dieser Klosterneugründung ausgegangen war. So kam es zur Ausbildung einer regelrechten "Klosterkette".

Bis zu dieser neuen Form der Organisation war jede Klosterneugründung von anderen Klöstern weitgehend unabhängig gewesen. Nun wurde jedes Kloster immer wieder von seinem Mutterkloster beaufsichtigt ("visitiert"). Auch das Ur-Kloster in Cîteaux wurde visitiert, von Abordnungen der vier ältesten Töchterklöster. Einmal im Jahr versammelten sich die Äbte aller Klöster in Cîteaux, um zu beratschlagen.

Ab 1120 gab es auch Zisterzienserinnen.

Mitte des 12. Jahrhunderts gab es schon über 300, um 1270 sogar 671 und am Ende des Mittelalters mehr als 700 Zisterzienserklöster. Dieses "Filiations"- System, das dann eine große Kloster-Kette bildete, wurde von den Zisterziensern aber nicht erfunden, sondern von einer "Konkurrenz-Kette" übernommen, die etwas älter war und (nicht weit entfernt von Cîteaux) in Cluny ihren Ausgangspunkt hatte. Dort war man darauf gekommen, sich nur dem Papst zu unterstellen.

So war man alle Autoritäten vor Ort los, die sich sonst in die Klosterangelegenheiten eingemischt hätten. Beide Klosterketten rivalisierten nun darum, die wahre Erbin Benedikts zu sein.

Die Zisterzienser warfen Cluny Prunksucht und Überheblichkeit vor, und Cluny schaute auf die Nachahmer aus Cîteaux herab. In Cluny stand eine prachtvolle Liturgie im Mittelpunkt und war wichtiger als alles andere. Gewaltige Kirchengebäude, größer als der alte Petersdom in Rom, waren mit aufwändigen Fresken bemalt.

Bei den Zisterziensern dagegen fand sich eine strenge, schlichte und einfache Ästhetik. Aber in den zurückhaltenden Klostergebäuden herrschte eine innige Frömmigkeit. Die wurde ganz wesentlich vom größten Zisterzienser geprägt: Bernhard von Clairvaux.

Niedergang des Ordens, Struktur

Niedergang
Seine Macht hatte den Orden in den Augen vieler allmählich korrumpiert.

Wer im 13. Jahrhundert Mönch werden wollte, wandte sich nun lieber den neuen Bettelorden, z.B. den Franziskanern zu.

Die hatten von Anfang an gar keinen Besitz mehr, um gar nicht erst in die Gefahr geraten zu können, reich und damit zu Verrätern an ihrem Gründungsideal zu werden. Auch die Kolonisierung und Missionierung in den Slawenländern jenseits der Elbe waren im frühen 13. Jahrhunderts weitgehend erledigt.

Durch die mit der Kulturarbeit verbundene Landrodung, die sich wiederum zu einem landwirtschaftlichen Großunternehmen entwickelte, reich geworden (allein der Verkauf des gerodeten Holzes brachte zwangsläufig Geld ein, dazu kamen die Erträge aus Pferde- und Fischzucht, Bergbau und Wollhandel), führten die verbliebenen Zisterzienser inzwischen ein viel bequemeres Leben als früher.

Sie lebten behaglich von dem Ertrag der Arbeit der Laienbrüder. Außerdem wurden die Städte immer wichtiger, dort "spielte die Musik".

Die Zisterzienser auf dem Land gerieten dadurch immer mehr in den Hintergrund. Später waren auch die Reformation und die damit einhergehenden Klosterauflösungen fatal für die gerade in den nördlichen Ländern weit verbreiteten Zisterzienser.

Es ging für die Zisterzienser nun nur noch darum, überhaupt als eigener Orden zu überleben.

Im Jahr 1664 wollte man noch einmal alle verbliebenen Kräfte mobilisieren. Im neuen Kloster La Trappe (in der Normandie) sollte nun die ursprüngliche Lebensweise von Cîteaux wieder zur Geltung gebracht werden. Wieder wollte man, wie am Anfang, eher etwas zu streng sein, als etwas zu lasch. So gab es bei den nun nach La Trappe benannten Trappisten kein Fleisch, kein Fett, keine Eier, keinen Fisch und auch keinen Wein. Sogar Einzelzellen wurden als zu Verwöhnung empfunden, stattdessen gab es nur Gemeinschaftszellen. Ein bis auf Messe und Beichtzeit andauerndes Schweigen wurde zum Hauptmerkmal dieser "Zisterzienser der strengen Observanz", die mit den alten "Zisterziensern der allgemeinen Observanz" bis 1892 noch einen gemeinsamen Orden bildeten.

Im Jahr 1892 wurden die Trappisten dann zum eigenen Orden, und 1900 wurde durch päpstliches Dekret das 1898 erworbene und in der Französischen Revolution aufgelöste Cîteaux zu ihrem Haupt- und Mutterkloster erklärt.
Damit war aber die Geschichte der Zisterzienserorden noch nicht am Ende, denn noch heute gibt es ihn, und etwa 1.500 Mönche und 900 Nonnen gehören ihm an. In zahlreichen Klöstern und Klosterruinen kann man sich auf seine Spuren begeben.

Struktur der Zisterzienser
Die Zisterzienser, die sich in der Tradition des Mutterklosters in Cîteaux sehen, bilden zusammen die "Familia Cisterciensis". Dazu zählen der Zisterzienserorden (Ordo Cisterciensis), der Zisterzienserorden der strengeren Observanz (Trappisten), zwei selbständige Frauenkongregationen sowie die Gemeinschaft der Laien-Zisterzienser.

 

Kloster Lehnin
Das Kloster liegt in der gleichnamigen Gemeinde "Kloster Lehnin" im Landkreis Potsdam-Mittelmarkin Deutschland.

Die Ortschaft liegt rund 30 km südwestlich von Potsdam sowie rund 60 km von Berlin entfernt- an der Bundesautobahn A 2
Das Kloster wurde bereits im Jahr 1180 gegründet, aber im Zuge der Reformation im Jahr 1542 säkularisiert. Nach ihrer anfänglichen Blütezeit verfiel die Anlage zusehends. Sowurde das Kloster beispielsweise in der Zeit von 1770 bis ca. 1820 teilweise von der Bevölkerung als Steinbruch missbraucht. Von 1871 bis 1877 wurde das Gebäude dann aufwendig rekonstuiert. Die Klosterkirche gehört mittlerweile mit zu den wichtigsten romanisch-gotischen Backsteinbauten in Brandenburg. Heutzutage beherbergt das ehemalige Kloster das Luise-Henrietten-Stift der "Evangelischen Landeskirche von Berlin-Brandenburg"

Brandenburg, Kloster Lehnin, Klausur

Kloster Lehnin, Klausur

Brandenburg, Kloster Lehnin, Innenhof

Innenhof

Brandenburg, Kloster Lehnin, Königshaus

Königshaus

Bernhard von Clairveaux

Nach Bernhard (1090-1153) wird der Zisterzienser-Orden bisweilen auch "Bernhardiner-Orden" genannt. Er war ein religiöses Genie des Mittelalters. Ursprünglich war er Ritter und trat im Jahr 1113 mit 30 Gefährten ins Stammkloster in Cîteaux ein. Zwei Jahre später wählte man ihn aus, Gründerabt des neuen Tochterklosters Clairvaux (nördlich von Dijon) zu sein. Bernhard konnte unglaublich gut predigen und seine Zuhörer völlig begeistern. Er entfachte lodernden Enthusiasmus selbst da, wo er sich nur über Dolmetscher verständigen konnte. Unter Papst Eugen III., der früher Mönch in Clairvaux gewesen war, erreichte Bernhards Einfluss seinen Gipfel. Der von Eugen angeregte 2. Kreuzzug (1147-1149) wurde von Bernhard organisiert. So gewann der Orden große politisch-kirchliche Autorität. Genau das aber, die Verstrickung in Politik und Macht, hatten Robert von Molesme und seine Getreuen ursprünglich vermeiden wollen. Unter der Hand hatte sich, der Tüchtigkeit und Fähigkeit der Ordensmitglieder wegen, der gleiche Vorgang bei ihnen wiederholt, den sie bei anderen kritisiert hatten. Sie hatten sich von ihrem Gründungsgeist entfernt und waren mächtig geworden. Ja, sie waren sogar zur kirchlichen Großmacht des 12. Jahrhunderts geworden.

Bad Doberan, Kloster Doberan
Kloster Doberan in Bad Doberan © goruma (T.Asthalter)

Bad Doberaner Münster
Es gilt als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Ursprünge gehen auf eine Klostergründung der Zisterzienser 1171 zurück.

Im Jahr 1294 Beginn des Neubaus des gotischen Münsters. 1552 Klosterauflösung in Folge der Reformation.

Plünderungen im 30jährigen Krieg.

1884 Beendigung einer Generalrestaurierung der Kirche. In der Kirche finden Gottesdienste statt und sie wird jährlich von ca. 200.000 Menschen besichtigt.




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