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Templer

Allgemeines

Der Templerorden entstand als geistlicher Ritterorden in Folge der Kreuzzüge ins Heilige Land. In diesen und anderen Ritterorden verbanden Geistliche, in der Regel Mönche, ihr religiöses Engagement mit dem des weltlichen Rittertums. Sie waren also bewaffnet und zum Kämpfen bereit. Die klassischen Kreuzzüge dienten dem Ziel, das Heilige Land, und vor allem Jerusalem, für das Christentum zu erobern und zu beherrschen.

Der erste Kreuzzug fand in den Jahren 1096 bis 1099 statt. Dieser erste Kreuzzug zu dem vom Papst Urban II. (1042-1099) auf dem Konzil von Clermont (1095) aufgerufen worden war, endete mit der Eroberung Jerusalems. Die Herrschaft des Christentums, und damit auch der Ritter im Heiligen Land, endete im Jahr 1187/1188 nach der vernichtenden Niederlage des Kreuzfahrerheeres bei Hattin (4. Juli). Hattin liegt in der Nähe des Sees Genezareth im Norden des heutigen Israels.

Geschichte des Ordens

Tatzenkreuz
Tatzenkreuz © goruma (T.Asthalter)

Das tatsächliche Gründungsdatum des Ordens ist umstritten. Aber der 13. Januar 1129 gilt als der wahrscheinlichste Termin. Die Gründungsväter des Ordens waren acht Personen, die neben den geistlichen Gelübden, also der Armut, Keuschheit und dem Gehorsam, sich noch verpflichteten als Ritter den Schutz der Pilger ins Heilige Land zu übernehmen. Die ursprüngliche Bezeichnung des Ordens lautete, Papere Militie Christi (Die armen Ritter Christi). Unter Balduin II. (1118-1131), König von Jerusalem, wurde der Name dann später wie folgt geändert:

Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Christi
(Die arme Vereinigung Christi und des Tempels Salomon)

Im Laufe der Zeit wuchs der Einfluss der Templer, nicht zuletzt durch die starke Fürsprache von Bernhard von Clairviaux (um 1090-1153). Im Jahr 1139 wurde der Templerorden durch Innozenz II. (ca. 1116-1143) direkt dem Papst unterstellt, was ihn für weltliche Herrscher nahezu unantastbar machte.
An der Spitze des Ordens, der zeitweise über 15.000 Mitglieder und über 9.000 über ganz Europa verteilte Besitzungen besaß, stand ein gewählter Großmeister. Im Gegensatz zu den Maltesern und dem Deutschen Orden sicherten sich die Templer keinen eigenen Staat, so dass sie im Laufe des 14. Jahrhunderts zunehmend in Konkurrenz zu den weltlichen Herrschern gerieten. Der Orden nahm von Pilgern Geld an zur Aufbewahrung an und mit den dazu gehörigen Papieren hatten sie einen Anspruch darauf, dass ihnen des Geld am Pilgerort wieder ausgezahlt wurde.
Eine der bedeutendsten kulturellen Taten der Templer ist ihr Mitwirken bei der Einführung der Gotik in den europäischen Kirchenbau. Eine ihrer deutschen Niederlassungen war die Siedlung "Tempelhove", im Berliner Bezirk Tempelhof (neuerdings: Tempelhof-Schöneberg).

Das Ende des Ordens am 22. März 1312
König Philipp IV. - der Schöne (1268-1314) - König von Frankreich, war hoch verschuldet, u.a. auch bei den Templern. Um an das Vermögen der Templer zu gelangen und ihre mögliche Bedrohung für seine Regentschaft als kampferprobte Ritter auszuschalten, ging Philipp einen klugen aber auch barbarischen Weg. Es fanden sich Zeugen, die den Orden ketzerischer Taten beschuldigte. So sollten bei den Aufnahmeritualen die Neumitglieder das Kreuz bespuckt und homosexuelle Handlungen (damals als Sodomie bezeichnet) begangen haben. Nachdem Papst Bonifazius VIII. (1235-1303) sich einen Ketzerprozess widersetzt hatte, starb er im Jahr 1303 an den Folgen eines Attentats. Sein Nachfolger war Papst Benedikt XI., der aber nur von 1303-1304 regierte. Danach folgte Klemens V. (1264-1314), Papst ab 1305, ein Franzose, der in Avignon residierte. Er traute sich nicht, dem Orden zu Hilfe zu kommen bzw. ihn offiziell zu unterstützen.
Auf Befehl von Philipp wurden am 13. Oktober 1307 alle Ordensmitglieder in Frankreich (ca. 2.000) in einer generalstabsmäßig durchgeführten Aktion verhaftet und der Ketzerei angeklagt. In Folge der Folter gestand der Großmeister des Ordens Jacques de Molay (1243-1314), den Vorwurf der Ketzerei, den er aber später widerrief. Eine Reihe der Templer wurden als Ketzer verbrannt.
Der Orden wurde am 22. März 1312 von Klemens V.- auf starkes Betreiben von Philipp - Kraft seines päpstlichen Amtes endgültig aufgelöst. Jacques de Molay selber wurde nach dem Widerruf seines Geständnisses im Jahr 1314 in Paris als Ketzer verbrannt. Am Ort seiner Hinrichtung, an der Westseite des Pont Néuf auf der Île de la Cité, wird er mittels einer kleinen Gedenktafel geehrt.

In der Nachfolge des Templerordens wurde im Jahr 1319 der Orden der Christusritter in Portugal gegründet. In ihm fanden viele der alten Templer eine neue Heimat. Aber dieser Orden spielte und spielt kaum eine Rolle. Es gibt auch in Deutschland einige 100 Mitglieder es Ordens - Männer und Frauen, die sich besonders in sozialen Projekten engagieren.

al-Aksa-Moschee - al-Aqsa-Moschee

Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem © goruma (Dominik Jesse)

Es sei darauf hingewiesen, dass der Templerorden seinen Namen auf den alten Tempel in Jerusalem zurückführt, an dessen Stelle allerdings bereits damals die al-Aksa-Moschee stand. Nach der Eroberung Jerusalems durch christliche Ritterheere im Jahr 1099 wurde die Moschee den Vorgängern des Ordens wenig später als Hauptquartier übergeben. Erst nach der schweren Niederlage der christlichen Ritter und der Eroberung Jerusalems durch Saladin (1137-1193) im Jahr 1187 wurde das Gebäude wieder als Moschee genutzt.

Templerkapelle in Wettin

Templerkapelle in Wettin
Templerkapelle in Wettin © goruma (T.Asthalter)

Im Stadtteil Mücheln von Wettin an der Saale - rund 15 km nordwestlich von Halle (Sachsen Anhalt) gelegen - befindet sich die einzige in Deutschland noch erhaltene Kapelle bzw. Kirche des Templerordens. Nach dem Kirchenrecht der römisch-katholischen Kirche werden Gottesdiensträume als Kapelle bezeichnet, die nicht die volle Rechtsstellung einer Kirche haben.
Diese turmlose Saalkirche wurde zwischen 1260 bis 1280 im frühgotischen Stil errichtet. Der Grundriss der Kirche hat eine Fläche von nur 6 mal 14,5 Meter. Ihre Höhe beträgt rund 10 m und endet mit einem Satteldach.




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