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Bistum Passau

Kurze Übersicht

Dom St. Stephan in Passau ©goruma (koppenwallner)

Das Bistum Passau umfasst eine Fläche von rund 5.442 km², obwohl es früher mit einer Fläche von 42.000 km² zu den größten Bistümern des „Heiligen Römischen Reiches“ zählte und sich einschließlich Wiens bis nach Ungarn ausdehnte. Die Anfänge des Bistums gehen auf das Jahr739 zurück.
Es befindet sich im Osten Bayerns und umfasst den östlichen Teil des Regierungsbezirks Niederbayern und den Raum Altötting-Burghausen. Auf dem Gebiet des Bistums bekennen sich rund 500.000 zur römisch-katholischen Kirche, das sind rund 89% der auf dem Gebiet des Bistums lebenden Menschen. Die Diözese (= Bistum) hat 19 Schulen in katholischer Trägerschaft und 202 Kindergärten und Horte sowie neben zahlreichen Einrichtungen der Caritas, sechs ambulante Alten- und Krankenpflegestationen sowie 10 Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen.
In dem Bistum Passau liegt der Wallfahrtsort Altötting, wo sich u.a. die „Schwarze Madonna“ befindet. Altötting wird jedes Jahr von über einer Million Pilger besucht. Das Bistum gehört zur Kirchenprovinz des Erzbistums München

Insgesamt gibt es in Deutschland sieben Erzbistümer und zwanzig Bistümer, also 27 Diözesen. In Deutschland leben ca. 27 Mio. Katholiken , 26,5 Mio. Protestanten und rund 2 Mio. Christen, die anderen christlichen Gemeinschaften angehören.  Es sei außerdem erwähnt, dass es in Deutschland rund 24.500 katholische und 26.000 evangelische Kirchen - bei ca. 2.000 Moscheen - gibt.

Finanzen, Bistumsvermögen

Öffentlicher Bistumshaushalt
Über den  Öffentlichen Bistumshaushalt laufen u.a. die Kirchensteuer und eine Reihe von staatlichen Leistungen. Die Bilanzen dieses Haushalts sind öffentlich zugänglich bzw. werden vom Bistum veröffentlicht. Dieser Haushalt wird meistens von einem Gremium kontrolliert, in dem sich auch katholische Laien befinden.

Bischöflicher Stuhl

Unter diesem Begriff versteht man Teile des Eigentums eines Bistums bzw. Erzbistums, das nahezu steuerfrei ist. Eine Kontrolle üben der Bischof selbst und einige bischöfliche Institutionen - wie der Vermögensverwaltungsrat - aus.  Dieses Vermögen wurde innerhalb vieler Jahre durch Schenkungen, Erbschaften, Stiftungen oder Aktien erworben. Auch Immobilien, Ländereien, Wälder, Brauereien, Banken oder Akademien und deren Erträge, wie z.B. Zinsen zählen dazu. Der Bischöfliche Stuhl ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist gegenüber staatlichen Institutionen nicht auskunftspflichtig.

Vermögenshaushalt des Bistums
Der Vermögenshaushalt des Bistums ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Aufsicht führt ein so genannter Kirchensteuerrat, der seine Aufsicht aber meist an den Diözesanverwaltungsrat delegiert hat. Die Vermögenswerte bleiben gegenüber anderen Personen geheim, und es besteht gegenüber dem Staat und seinen Institutionen keine Auskunftspflicht. Zudem besteht nur eine eingeschränkte Steuerpflicht.

Vermögenshaushalt des Domkapitels
Der Vermögenshaushalt des Domkapitels ist ebenfalls eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die dem Staat gegenüber nicht auskunftspflichtig ist und deren Vermögenswerte teilweise geheim sind. Zudem besteht nur eine eingeschränkte Steuerpflicht.
Die Aufsicht führt das Domkapitel, das z.B. auch dem Papst Vorschläge für die Wahl eines neuen Bischof machen kann.
Es gibt Schätzungen, dass einige deutsche Bistümer bzw. Erzbistümer über ein Vermögen, auch in Form von Ländereien oder Immobilien, von einigen Milliarden Euro verfügen - darin sind nicht die Werte von Domen, Kirchen u.ä. eingerechnet.

Die Bischofskirche

Dom St. Stephan
Die Bischofskirche des Bistums Passau ist der Dom St. Stephan.
Noch vor der Erhebung Passaus zum Bistum (739) wurde um 720 eine dem heiligen Stephan geweihte Kirche im romanischen Stil erbaut. Sie wurde bei der Belagerung der Stadt durch Kaiser Otto II. (955-983) im Jahr 978 zerstört. Und um 985 wurde an deren Stelle eine ebenfalls romanische dreischiffige Episkopal-Kirche geweiht. Der ebenfalls nicht mehr erhaltene frühgotische Dom entstand in den Jahren von 1221 bis 1313. Der spätere und noch heute erhaltene spätgotische Ostteil mit dem Chor und dem Vierungsturm entstand zwischen den Jahren 1407 und 1598.
Der Dom liegt in der Passauer Altstadt zwischen der Donau und dem Inn auf einer 13 m über der Donau befindlichen Anhöhe. Der Dom ist einer der größten Dome mit der größten barocken Innenausstattung nördlich der Alpen. Die heutige Kirche entstand in der Zeit zwischen 1668 und 1693, während der Zeit des Barocks. Sie wurde unter dem Fürstbischof Wenzeslaus Graf Thun, Fürstbischof von 1664 bis 1673, nach einem verheerenden Stadtbrand von 1662 begonnen. Durch einen weiteren schlimmen Stadtbrand im Jahr 1680 wurde die Kirche erheblich beschädigt, wurde aber im ursprünglichen Stil weiter gebaut bzw. renoviert. Die Planung dieser Barockkirche stammte im Wesentlichen von dem italienischen Architekten und Baumeister Carlo Lurago (1615-1684).

An der Stelle des heutigen Doms wurden über die Jahrhunderte – seit dem Jahr 730 - mehrere Bischofskirchen errichtet, von denen nur noch der spätgotische Ostteil bis heute erhalten ist. Insofern vereinigen sich in dem Dom zwei Bauten mit verschiedenen Stilelementen. Daher nimmt der Passauer Dom unter den Kathedralen im deutschen Raum eine Sonderstellung ein. Man spricht gerne von einem barocken Dom mit einer gotischen Seele. In den Jahren 1972 bis 1980 fand eine große Renovierung des Inneren des Doms statt – unter Beibehaltung seiner kulturellen Substanz.

Der Passauer Bischof

Der 84. Bischof von Passau war seit Februar 2002 Wilhelm Schraml, der am 13. Dezember 2001 von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) zum Bischof von Passau ernannt worden war. Die feierliche Amtsübernahme fand am 23. Februar 2002 statt. Er folgte damit Altbischof Dr. Franz Xaver Eder - der aus Altersgründen seinen Rücktritt eingereicht hatte.
Am 1. Oktober 2012 nahm Papst Benedikt XVI. sein aus Altersgründen eingereichtes Rücktrittsgesuch an. Seitdem ist der Bischofsstuhl vakant.

Besoldung des Bischofs

Aufgrund des "Hauptschlusses der außerordentlichen Reichsdeputation" (Reichsdeputationshauptschluss) vom 27. April 1803 - nach den vorangegangenen Enteignungen der Kirchen unter Napoleon - zahlt der deutsche Steuerzahlen noch heutzutage  ca. 500 Millionen Euro als Entschädigung an die beiden großen Kirchen - unabhängig von der Kirchensteuer.
Davon werden u.a. die Bischöfe bzw. Erzbischöfe sowie die Weihbischöfe besoldet. Die Höhe dieser Besoldung entspricht in etwa der eines Staatssekretärs in einem Bundes- oder Landesministerium.

 

Kleiner geschichtlicher Abriss

Das Bistum Passau wurde im Jahr 739 von dem aus England stammenden Missions-Erzbischof Bonifatius (672-754) gegründet. Das Christentum kam allerdings schon sehr viel früher durch römische Soldaten und Siedler in die Region. Zeitweilig, etwaum 1010, war das Bistum mit rund 42.000 km² das größte Bistum im „Heiligen Römischen Reich“. Da es aber größtenteils im heutigen Österreich lag, kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Das war auch der Grund dafür, dass sich die Passauer Bischöfe etwa Ende des 15. Jahrhunderts entschlossen, das Bistum in zwei große Verwaltungseinheiten aufzuteilen.
Erwähnenswert ist das Wirken von Fürstbischof Urban von Trembach, Fürstbischof von 1561 bis 1598, der zur Zeit des Trienter Konzils sehr segensreich für Passau und das Bistum wirkte. Das Konzil von Trient (Stadt in Südtirol/Italien) fand in Form von vier Sitzungsperioden zwischen 1545 und 1563 statt. Es diente vor allem der Auseinandersetzung mit der Reformation.
Unter Kaiser Friedrich III. (1415-1493) gelang es den Habsburgern von Papst Paul II. (1417-1471) im Jahr 1469 die Bulle "In supramae dignitatis specula" zu erwirken, womit die Bistümer Wien und Wiener Neustadt errichtetet werden konnten. Damit gingen diese Gebiete dem Bistum Passau verloren und es war nicht zu verhindern, dass im Jahr 1783 auch noch der restliche österreichische Anteil des Bistums verloren ging und das Bistum jetzt nur noch über rund ein Siebtel seiner ursprünglichen Ausdehnung besaß. Aus den abgetrennten Teilen entstanden noch die Diözesen Linz und St. Pölten.
Im Zuge der Säkularisierung unter der napoleonischen Herrschaft wurde im Jahr 1805 das weltliche Fürstentum abgeschafft, womit es keinen Fürstbischof mehr gab. Gleichzeitig wurden alle weltlichen Besitztümer eingezogen und fast alle Klöster aufgelöst. Und im Jahr 1821 wurde das Bistum Passau zum „Suffraganbistum" von München und Freising. Es gehörte damit zur Kirchenprovinz dieses Erzbistums. Heutzutage gehören zum Erzbistum von München und Freising neben dem Bistum Passau noch die Bistümer Augsburg und Regensburg.
Nicht unerwähnt sollte Bischof Karl Josef von Riccabona (1761-1839), Bischof von 1826 bis 1839, bleiben. Er begann nach der Säkularisierung mit dem religiösen Wiederaufbau des völlig darniederliegenden Bistums. So errichtete er u.a. neue Lehranstalten, da die alten durch die Säkularisation aufgelöst worden waren. Durch das Entgegenkommen von König Ludwig I. (1786-1868) von Bayern konnte bereits im Januar 1829 das Diözesanseminar eröffnet werden. Und im Jahr 1833 wurde durch einen königlichen Akt ein Lyzeum in der Diözese eröffnet. Aber er kümmerte sich auch um die Armen in seiner Diözese. So setzte er die Armen von Wallersdorfs, seiner früheren Pfarrei, und das zweite Waisenhaus in Passau als seine Erben ein.

Kontakt

Bischöfliche Pressestelle
Domplatz 3
94032 Passau
Tel. 0851 - 393 - 309
Fax: 0851 - 393 - 810




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