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Bistum Essen

Kurze Übersicht

Das Bistum Essen umfasst eine Fläche von 1.891 km² und ist damit der Fläche nach die kleinste deutsche Diözese. Das Bistum wurde erst im Jahr 1958 als Ruhrbistum gegründet. Auf dem Gebiet der Diözese leben insgesamt 2,6 Mio. Menschen, von denen sich rund 844.000 zur römisch-katholischen Kirche bekennen. Bischof der Diözese Essen ist seit 2009 Dr. Franz Josef Overbeck. Der Bischof von Essen wird auch als Ruhrbischof bezeichnet. Der erste Bischof der neu gegründeten Diözese Essen war Franz Kardinal Hengsbach.
Neben der Bischofsstadt Essen gehören die folgenden Großstädte zum Bistum:
Bochum, Bottrop, Duisburg, Gelsenkirchen, Gladbeck, Mülheim und Oberhausen. Das Bistum umfasst 260 Pfarreien.

Insgesamt gibt es in Deutschland sieben Erzbistümer und zwanzig Bistümer, also 27 Diözesen.
In Deutschland leben ca. 27 Mio. Katholiken , 26,5 Mio. Protestanten und rund 2 Mio. Christen, die anderen christlichen Gemeinschaften angehören. Es sei außerdem erwähnt, dass es in Deutschland rund 24.500 katholische und 26.000 evangelische Kirchen - bei ca. 2.000 Moscheen - gibt.

Finanzen, Bistumsvermögen

Öffentlicher Bistumshaushalt
Über den  Öffentlichen Bistumshaushalt laufen u.a. die Kirchensteuer und eine Reihe von staatlichen Leistungen. Die Bilanzen dieses Haushalts sind öffentlich zugänglich bzw. werden vom Bistum veröffentlicht. Dieser Haushalt wird meistens von einem Gremium kontrolliert, in dem sich auch katholische Laien befinden.

Bischöflicher Stuhl

Unter diesem Begriff versteht man Teile des Eigentums eines Bistums bzw. Erzbistums, das nahezu steuerfrei ist. Eine Kontrolle üben der Bischof selbst und einige bischöfliche Institutionen - wie der Vermögensverwaltungsrat - aus.  Dieses Vermögen wurde innerhalb vieler Jahre durch Schenkungen, Erbschaften, Stiftungen oder Aktien erworben. Auch Immobilien, Ländereien, Wälder, Brauereien, Banken oder Akademien und deren Erträge, wie z.B. Zinsen zählen dazu. Der Bischöfliche Stuhl ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist gegenüber staatlichen Institutionen nicht auskunftspflichtig.

Vermögenshaushalt des Bistums
Der Vermögenshaushalt des Bistums ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Aufsicht führt ein so genannter Kirchensteuerrat, der seine Aufsicht aber meist an den Diözesanverwaltungsrat delegiert hat. Die Vermögenswerte bleiben gegenüber anderen Personen geheim, und es besteht gegenüber dem Staat und seinen Institutionen keine Auskunftspflicht. Zudem besteht nur eine eingeschränkte Steuerpflicht.

Vermögenshaushalt des Domkapitels
Der Vermögenshaushalt des Domkapitels ist ebenfalls eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die dem Staat gegenüber nicht auskunftspflichtig ist und deren Vermögenswerte teilweise geheim sind. Zudem besteht nur eine eingeschränkte Steuerpflicht.
Die Aufsicht führt das Domkapitel, das z.B. auch dem Papst Vorschläge für die Wahl eines neuen Bischof machen kann.
Es gibt Schätzungen, dass einige deutsche Bistümer bzw. Erzbistümer über ein Vermögen, auch in Form von Ländereien oder Immobilien, von einigen Milliarden Euro verfügen - darin sind nicht die Werte von Domen, Kirchen u.ä. eingerechnet.

Die Bischofskirche

Essener Münster, Essen
Essener Münster, Essen © goruma (Dr.Ramm)

Die Bischofskirche des Bistums Essen ist das Essener Münster. Es steht am Burgplatz in der östlichen Innenstadt von Essen.
Die ehemalige Essener Stiftskirche, das „Münster am Hellweg“, wurde im Jahr 1958 - dem Gründungsjahr des Bistums Essen - zur Kathedralkirche des Bistums Essen erhoben.
Die erste Kirche an der Stelle des heutigen Münsters wurde von dem Hildesheimer Bischof Altfrid und der Äbtissin Gerswid in den Jahren 845 bis 870 errichtet. Es war ein dreischiffiger Bau mit einem Querhaus, dreiteiligem Chor und einer Vorhalle im Westen.
Dieser Bau brannte aber im Jahr 946 nieder, wurde danach aber wieder aufgebaut und um eine im Osten gelegene Krypta erweitert. Vermutlich wurde noch vor dem Brand im Jahr 920 ein erster Westbau errichtet, der aber nicht erhalten ist. Dagegen ist der unter der Äbtissin Mathilde (971 1011) errichtete zweite Westbau bis heute erhalten. Er gehört zu dem ältesten Teil des Münsters. Noch heute hat der Bau etwas von einer Burg. Mit seiner Oktogonform (Achteckform) und die durch Säulen gestützten Bögen erinnert er ein wenig an die Pfalzkapelle Karls des Großen von 800 in Aachen.

Um die Jahrtausendwende begann man mit einer Renovierung des Lang- und Querhauses. Unter der Regentschaft der Äbtissin Theophanu, Äbtissin von 1039 bis 1058, wurden die Umbauten mit einer Erneuerung des Chores und der östlichen Krypta abgeschlossen. Die Weihe der Krypta erfolgte im Jahr 1051.
Im Jahr 1275 wurden Kirche und Stiftsgebäuden bei einem Großfeuer stark zerstört. Daraufhin wurde in den folgenden Jahrzehnten unter den Äbtissinnen Berta von Arnsberg und Beatrix von Holte eine gotische Hallenkirche mit einem Hallenchor errichtet. In dem Chor wurden ältere erhaltene Gebäudeabschnitte wie die Krypta, der Westbau, die Vierung und die untere Mauerzone der Langhauswände einbezogen. Diese gotische Stiftskirche wurde am 8. Juli 1316 feierlich geweiht. Mit dem gotischen Neubau entstand der Frauen- oder Gräfinnenchor als Empore für die Stiftsfrauen an der Nordseite der Kirche. Er wurde durch einen erneuten Brand zerstört, aber danach wieder aufgebaut. Ebenfalls wurde um diese Zeit ein großer Turm über der Vierung errichtet.
Zwischen den Jahren 1731 bis 1789 wurde – dem herrschenden Zeitgeist entsprechend - das Innere der Kirche im barocken Stil umgestaltet. Aber anlässlich umfangreicher Restaurierungsarbeiten in den 1880er Jahren wurde die barocke Innenausstattung der Kirche wieder entfernt und neugotisch umgestaltet. Außerdem riss man den aus dem 15. Jahrhundert stammenden Vierungsturm ab. Aber ansonsten ist der alte Bau im Westen der Kirche aus ottonischer Zeit noch heute erhalten. In den Jahren 1943 und 1945 infolge der Bombenangriffe stark zerstört. Da der Kirchenschatz in kluger Voraussicht bereits seit 1939 ausgelagert worden war, überstand er den Krieg unbeschadet. Nach Kriegende wurde mit dem Wiederaufbau des Münsters begonnen und im Wesentlichen mit der Bistumsgründung 1958 abgeschlossen.

Der Essener Bischof

Franz Josef Overbeck
Der Bischof des Bistums Essen ist Dr. Franz Josef Overbeck.
Der Wahlspruch des Bischofs lautet:
"Den Menschen zeigen, wo es zu Gott geht
Der heutige Bischof wurde am 19. Juni 1964 in Marl in Nordrheinwestfalen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Marl. Am dortigen Geschwister-Scholl-Gymnasium legte er im Jahr 1983 das Abitur ab. Im Jahr 1983 begann er in Münster mit dem Studium der Theologie, wechselte aber bereites 1984 zum weiteren Studium der Theologie und Philosophie nach Rom, das er 1990 beendete. Ein Jahr zuvor, nach dem bestandenen Examen - am 10. Oktober 1989 - wurde Overbeck durch den damaligen Kurienkardinal Joseph Ratzinger in Rom zum Priester geweiht. Zu seinen sechs Jahren Studium langem Studium in Rom sagte er einma:. Das prägt. „Römer bleibt man Zeit seines Lebens“!
Nach einer Reihe weiterer Stationen wurde er am 18. Juli 2007 durch Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Matara (Nordafrika) und Weihbischof in Münster ernannt und am 1. September 2007 im Dom zu Münster geweiht.
Seine Ernennung zum Bischof von Essen - dem Ruhrbischof - erfolgte am 28. Oktober 2009 ebenfalls durch Papst Benedikt. Seine feierliche Einführung in das Bischofsamt erfolgte am 20. Dezember 2009 im Dom von Essen durch Kardinal Meissner - dem Erzbischof von Köln.
Am 24. Februar 2011 wurde Overbeck von Papst Benedikt XVI.  zudem zum Militärbischof der Bundeswehr ernannt. Sein Amtssitz als Militärbischof befindet sich in Berlin in der Straße "Am Weidendamm 2"

Besoldung des Bischofs
Aufgrund des "Hauptschlusses der außerordentlichen Reichsdeputation" (Reichsdeputationshauptschluss) vom 27. April 1803 - nach den vorangegangenen Enteignungen der Kirchen unter Napoleon - zahlt der deutsche Steuerzahlen noch heutzutage  ca. 500 Millionen Euro als Entschädigung an die beiden großen Kirchen - unabhängig von der Kirchensteuer.
Davon werden u.a. die Bischöfe bzw. Erzbischöfe sowie die Weihbischöfe besoldet. Die Höhe dieser Besoldung entspricht in etwa der eines Staatssekretärs in einem Bundes- oder Landesministerium.

Kleiner geschichtlicher Abriss

Kardinal Hengsbach vor dem Dom, Essen
Kardinal Hengsbach vor dem Dom © goruma (Dr.Ramm)

Erste Pläne, ein Bistum an der Ruhr einzurichten, gab es schon Anfang des 20 Jahrhunderts. Verhandlungen mit der preußischen Regierung scheiterten, und es kam 1929 nur zur Gründung der Bistümer Aachen und Berlin. Die Pläne zur Gründung des Bistums Essen wurden erst 1951 wieder aufgegriffen.
Die Verhandlungen zwischen dem Vatikan und dem Land Nordrhein-Westfalen führten am 19. Dezember 1956 zu einem Vertrag über die Errichtung des Bistums Essen, für das die Bistümer Köln, Münster und Paderborn einen Teil ihrer Gebiete abtreten sollten. Damit umfasste das neue Bistum den zentralen Teil des Ruhrgebietes – allerdings ohne die Städte Dortmund und Recklinghausen.

Zur Bischofskirche des neuen Bistums wurde die ehemalige Essener Stiftskirche, das alte Münster am Hellweg auserwählt. Zum ersten Bischof der Diözese ernannte Papst Pius XII. (1876-1958) am 18. November 1957 den Paderborner Weihbischof Franz Hengsbach, der am 1. Januar 1958 feierlich inthronisiert wurde. Für seinen Bischofsring wählte Hengsbach übrigens ein Stück Steinkohle, um auf diese symbolische Art und Weise die Verbindung zu den Menschen in seiner Diözese zum Ausdruck zu bringen. Seine Ernennung zum Kardinal erfolgte am 29. Mai 1988 durch Papst Johannes Paul II.

Bei seiner Ernennung am 28. Oktober 2009 zum Bischof von Essen durch Papst Benedikt XVI., war Franz Josef Overbeck der jüngste deutsche Bischof.

Kontakt

Bistum Essen
Zwölfling 16
45127 Essen
Tel.: 0201 - 2204-1
Fax: 0201 – 2204 - 570




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