Wissen » Gesellschaft » Religionen » Die 27 deutschen Bistümer » Die 27 deutschen Bistümer: Bistum Erfurt

Europäische Länder

Informieren Sie sich detailliert über das Land Ihrer Wahl

      Europäische Länder

Städte

Unter Städte der Welt finden Sie nicht nur Städte wie Florenz oder Peking, sondern auch Städte wie Nukualofa und Zittau

      Städte

Tiere

Sie interessieren sich für Tiere der Länder. Mehr dazu finden Sie hier.

      Tiere

Landkarten

Hier finden Sie Landkarten Afrika, Amerika, Arktis und Antarktis, Asien, Australien und Südsee, Europa!

      Landkarten

Kochrezepte

So kocht die Welt..

      Kochrezepte

Bistum Erfurt

Kurze Übersicht

Erfurter Dom © goruma

Das Bistum Erfurt umfasst eine Fläche von 12.000 km², bei rund 160.000 Mitgliedern der römisch-katholischen Kirche. Insgesamt leben rund 2,37 Mio. Menschen auf dem Gebiet der Diözese (= Bistum). Das Bistum umfasst den größten Teil des Bundeslandes Thüringen mit Ausnahme eines kleinen Gebiets um Geisa im Südwesten, das zum Bistum Fulda gehört sowie eines größeren Teils im Südosten um Schleiz und Greiz und im Osten um Gera, Altenburg und Eisenberg. Als Gründungsdatum des Bistums gilt das Jahr 742.
Im Bistum Erfurt liegen u.a. die folgenden Städte: Weimar, Jena, Gotha, Eisenach, Meiningen, Suhl, Nordhausen, Sömmerda, Saalfeld und Apolda. Der Diözesanbischof ist Dr. Joachim Wanke. Insgesamt gibt es in Deutschland sieben Erzbistümer und zwanzig Bistümer, also 27 Diözesen. In Deutschland leben ca. 27 Mio. Katholiken, 26,5 Mio. Protestanten und rund 2 Mio. Christen, die anderen christlichen Gemeinschaften angehören.  Es sei außerdem erwähnt, dass es in Deutschland rund 24.500 katholische und 26.000 evangelische Kirchen gibt - bei ca. 2.000 Moscheen.

 

Finanzen, Bistumsvermögen

Öffentlicher Bistumshaushalt
Über den  Öffentlichen Bistumshaushalt laufen u.a. die Kirchensteuer und eine Reihe von staatlichen Leistungen. Die Bilanzen dieses Haushalts sind öffentlich zugänglich bzw. werden vom Bistum veröffentlicht. Dieser Haushalt wird meistens von einem Gremium kontrolliert, in dem sich auch katholische Laien befinden.

Bischöflicher Stuhl

Unter diesem Begriff versteht man Teile des Eigentums eines Bistums bzw. Erzbistums, das nahezu steuerfrei ist. Eine Kontrolle üben der Bischof selbst und einige bischöfliche Institutionen - wie der Vermögensverwaltungsrat - aus.  Dieses Vermögen wurde innerhalb vieler Jahre durch Schenkungen, Erbschaften, Stiftungen oder Aktien erworben. Auch Immobilien, Ländereien, Wälder, Brauereien, Banken oder Akademien und deren Erträge, wie z.B. Zinsen zählen dazu. Der Bischöfliche Stuhl ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist gegenüber staatlichen Institutionen nicht auskunftspflichtig.

Vermögenshaushalt des Bistums
Der Vermögenshaushalt des Bistums ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Die Aufsicht führt ein so genannter Kirchensteuerrat, der seine Aufsicht aber meist an den Diözesanverwaltungsrat delegiert hat. Die Vermögenswerte bleiben gegenüber anderen Personen geheim, und es besteht gegenüber dem Staat und seinen Institutionen keine Auskunftspflicht. Zudem besteht nur eine eingeschränkte Steuerpflicht.

Vermögenshaushalt des Domkapitels
Der Vermögenshaushalt des Domkapitels ist ebenfalls eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die dem Staat gegenüber nicht auskunftspflichtig ist und deren Vermögenswerte teilweise geheim sind. Zudem besteht nur eine eingeschränkte Steuerpflicht.
Die Aufsicht führt das Domkapitel, das z.B. auch dem Papst Vorschläge für die Wahl eines neuen Bischof machen kann.
Es gibt Schätzungen, dass einige deutsche Bistümer bzw. Erzbistümer über ein Vermögen, auch in Form von Ländereien oder Immobilien, von einigen Milliarden Euro verfügen - darin sind nicht die Werte von Domen, Kirchen u.ä. eingerechnet.

Die Bistumskirche

Die Bischofskirche des Bistums Erfurt ist der St. Marien-Dom zu Erfurt.
Bischofskirchen werden auch Kathedralen genannt, weil in ihnen die "Cáthedra" steht, das ist der Sitz des Bischofs, auf dem er während eines Gottesdienstes stets seinen Platz hat und der als Zeichen der bischöflichen Autorität allein dem Bischof vorbehalten ist.
Der Erfurter Dom ist nicht nur wegen seiner Architektur und seiner Lage über der Stadt weltberühmt. In seinem mittleren Glockenturm befindet sich die „Gloriosa“, die weltweit größte mittelalterliche, frei schwingende Glocke. Nach der Gründung des Bistums im Jahr 742 wurde auf dem heutigen Domberg eine erste Kirche errichtet. Aber erst im Jahr 1154 wurde mit dem Bau einer steinernen großen Basilika im romanischen Stil auf dem Domberg begonnen, die im Jahr 1182 geweiht wurde. In den Jahren 1201 und 1237 wurden der Nord- und der Südturm fertig gestellt. Im Jahr 1307 wurde schließlich der Bau des Mittelturm beendet.
Die Grundsteinlegung des Hohen Chors fand 1349 und seine Weihe 1370 statt. Dem Zeitgeist folgend wurde 1455 das Langhaus, also der mittlere Teils der Kirche, der zum Altar führt, der romanischen Basilika abgerissen und mit dem Bau einer (spät)gotischen Halle begonnen, die ab 1465 für ihre Zwecke genutzt werden konnte. Im Jahr 1868 wurde der Langbau nochmals umgestaltet. Bis 2004 fanden eine Reihe von Umbau-  und Restaurierungsarbeiten statt, wie beispielsweise die Restauration der Glasmalereien des Hohen Chors, der Turmanlage oder des barocken Hochaltars.

Der Erfurter Bischof

Seit dem Jahr 1994 war Dr. Joachim Wanke der zuständige Bischof in dem Bistum. Er wurde am 8. Juli 1994 von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) zum Bischof des nach der Wiedervereinigung neu gegründeten Bistums Erfurt ernannt. Bis zu diesem Zeitpunkt war er Apostolischer Administrator im Bischofsrang in Erfurt und Meiningen.
 Nach dem Tod von Bischof Hugo Aufderbeck im Jahr 1981 trat er dessen Nachfolge als Apostolischer Administrator an, bis er dann 1994 Diözesanbischof des Bistums Erfurt wurde.
Bischof Wanke trat am 1.10. 2012 auf eigenen Wusch, der vom Papst genehmigt wurde, in den Ruhestand. Seitdem ist der Bischofsstuhl vakant

Besoldung des Bischofs
Aufgrund des "Hauptschlusses der außerordentlichen Reichsdeputation" (Reichsdeputationshauptschluss) vom 27. April 1803 - nach den vorangegangenen Enteignungen der Kirchen unter Napoleon - zahlt der deutsche Steuerzahlen noch heutzutage  ca. 500 Millionen Euro als Entschädigung an die beiden großen Kirchen - unabhängig von der Kirchensteuer.
Davon werden u.a. die Bischöfe bzw. Erzbischöfe sowie die Weihbischöfe besoldet. Die Höhe dieser Besoldung entspricht in etwa der eines Staatssekretärs in einem Bundes- oder Landesministerium.

Kleiner geschichtlicher Abriss

Etwa zu Beginn des 8. Jahrhunderts kamen die ersten christlichen Missionare nach Thüringen. Bereits im Jahr 742 gründete der heilige Bonifatius das Bistum Erfurt. Zur Bischofskirche wurde die Marienkirche auf dem heutigen Erfurter Domberg. Aber bereits um 755 wurde das Bistum Erfurt wieder aufgelöst und in das Bistum Mainz eingegliedert. Zu diesem gehörte es danach rund 1.000 Jahre. Infolge der Reformation um 1521 wurde der Katholizismus in Erfurt und Umgebung nahezu vollständig verdrängt.
Nach dem Wiener Kongress 1815 wurden Teile von Thüringen dem Bistum Paderborn zugeordnet.
Mit der Neuordnung durch das Preußische Konkordat in den Jahren 1929/1930 kamen Teile Thüringens zu den Bistümern Fulda und Würzburg. Das blieb im Prinzip so bis 1994, obwohl
mit der Ernennung von Joseph Freusberg zum Weihbischof im Jahr 1953 und seinen Nachfolgern Hugo Aufderbeck und Joachim Wanke Formen kirchlicher Organisation unter den besonderen Bedingungen der DDR aufgebaut werden mussten. Und ab 1973 wurde die katholische Kirche im Thüringer Raum von einem Apostolischen Administrator für Erfurt-Meiningen geleitet. Territorial gehörte das Thüringer Gebiet aber über die innerdeutsche Grenze hinweg weiter zu den Bistümern Fulda und Würzburg. Und, wie erwähnt, wurde am 8. Juli 1994 das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen zum Bistum Erfurt erhoben.

Kontakt

Bischöfliches Ordinariat
Herrmannsplatz 9
99084 Erfurt
Tel. 0361 – 6572 - 0
Fax 0361 – 6572 - 444




Kommentieren

eMail:  

Name:  

Kommentar:  


Benoten sie diesen Artikel


 
gut 1   2   3   4   5  schlecht 

Bistum Hildesheim

Mit einer Fläche von rund 30.000 km² ist das Bistum Hildesheim nach den Erzbistümern Hamburg (3...

      Bistum Hildesheim

Erzbistum Köln

Das Erzbistum Köln umfasst eine Fläche von rund 6.181 km² - das ist etwa ein Fünftel der Fläche...

      Erzbistum Köln

Bistum Limburg

Das Bistum Limburg umfasst eine Fläche von rund 6.182 km². Auf dem Gebiet des Bistums leben ins...

      Bistum Limburg

Bistum Münster

Das Bistum Münster besteht aus zwei nicht zusammenhängenden Teilen in Nordrhein-Westfalen und Nieder...

      Bistum Münster

Bistum Passau

Das Bistum Passau umfasst eine Fläche von rund 5.442 km², obwohl es früher mit einer Fläche von...

      Bistum Passau

Bistum Regensburg

Das Bistum Regensburg ist mit einer Fläche von 14.665 km² das flächenmäßig größte bayerische Bi...

      Bistum Regensburg