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Leipzig: Bekannte Persönlichkeiten

Leipzig: Bach-Denkmal vor der Thomaskirche © goruma

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Nach seiner schulischen musikalischen Ausbildung am Michaeliskloster und der Ritterakademie sowie des Studiums der Orgel- und der Orgelbaukunst in Hamburg wurde Bach zunächst Hoforganist in Weimar. Nach Anstellungen als Hofkonzertmeister und Hofkapellmeister wurde ihm 1923 das Amt des Leipziger Thomaskantors übertragen. In Leipzig erlangte er hohes Ansehen als Orgelvirtuose, Komponist, Kompositionslehrer und Orgelgutachter. Eines seiner großen musikwissenschaftlichen Werke ist das "wohltemperierte Klavier".

Ernst Bloch (1885-1977)

Der jüdische so genannte "Philosoph der Hoffnung" entwickelte schon früh den Kerngedanken seiner eigenen Philosophie. Sein Hauptwerk ist der "Geist der Utopie". Während des Dritten Reiches emigrierte er in die USA. Ab 1949 lehrte er an der Universität von Leipzig und 1954 erschien der erste Band seines enzyklopädischen Hauptwerks "Das Prinzip Hoffnung".

Johann Gottlob Immanuel Breitkopf (1719-1794)

Der Sohn eines Druckers und Verlagsgründers trat in das Geschäft des Vaters ein und verband seine Arbeit dort mit seinen wissenschaftlichen Interessen. 1754 entwickelte er ein spezielles System des Notendrucks, erlangte damit einhellige Zustimmung der führenden Musiker seiner Zeit wie Telemann, Mozart und Bach und wurde zum führenden Musikverleger. Zudem experimentierte er mit dem Druck von Landkarten, Bildnissen und chinesischen Schriftzeichen.

Carl Gustav Carus (1789-1869)

Nach seiner Promotion und Habilitation in Gynäkologie lehrte er in Leipzig als Privatdozent und wurde Professor für Geburtshilfe. Sein "Lehrbuch der Gynäkologie" wurde zum Standardwerk. Carus erlangte internationales Ansehen mit seinen Werken zur Zootomie, Anatomie, Physiologie und Psyche. Er stand in Kontakt mit Caspar David Friedrich und Goethe und beschäftigte sich intensiv mit deren Werken.

Gustav Theodor Fechner (1801-1887)

Der Ehrenbürger der Stadt Leipzig war an der Universität Professor für Physik und richtete das erste physikalische Institut einer deutschen Universität ein. Außerdem beschäftigte er sich mit philosophischen, anthropologischen und ästhetischen Problemen. Zu seinen wichtigsten Werken zählen "Elemente der Psychophysik" und "Vorschule der Ästhetik". Unter dem Pseudonym Dr. Mises schrieb er Satiren, darunter "Warum wird die Wurst schief durchgeschnitten?".

Christian Gottlob Frege (1715-1781)

Der Leipziger Ratsherr und Kammerrat Leipzigs gründete 1764 mit gleichgesinnten Bürgern und Adligen die "Leipziger ökonomische Sozietät", die nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges Einfluss auf die Staatsreform und die Wiederherstellung des Landes nehmen wollte. Bis zu seinem Tod blieb er die tragende Figur dieser Vereinigung, die Wissenschaft und Kultur für die Förderung der Wirtschaft einsetzte und erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Landwirtschaft in Sachsen nahm.

Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

Der Professor für Philosophie an der Universität Leipzig wurde mit seinen Vorlesungen zu Poetik und Stilkunde, deren Hörer auch Johann Wolfgang von Goethe war, zum berühmtesten Professor der Universität. Vor seiner akademischen Laufbahn wurde er durch seine Fabeln und Erzählungen bekannt.

Johann Christoph Gottsched (1700-1766)

Der Sohn eines Pfarrers, der eigentlich Theologie studieren sollte, befasste sich während seiner universitären Laufbahn mit diversen anderen Themen und verteidigte 1719 seine erste Dissertation zur meteorologischen Physik. In Leipzig wurde er Herausgeber, Übersetzer, Dichter, Literaturtheoretiker, Universitätslehrer, Dekan und Rektor. Nach seiner zweiten Dissertation wurde er 1730 schließlich Professor für Poetik und Rhetorik an der Universität Leipzig.

Gustav Harkort (1795-1865)

Harkort gründete mit seinem Bruder Carl eine Kommissions- und Speditionsgesellschaft, eine Eisengießerei und einen Betrieb für galvanische Arbeiten. Er war Gründungsmitglied eines Vorbereitungskomitees zum Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Leipzig und Dresden. 1864 wurde er zum Ehrenbürger von Leipzig ernannt.

Samuel Heinicke (1727-1790)

Heinicke eröffnete 1778 in Leipzig das dritte Taubstummeninstitut der Welt, nach Edinburgh (1760) und Paris (1770), und unterrichtete seine Schüler nach der von ihm begründeten Lautsprachemethode.

Anton Klippenberg (1874-1950)

Nach einem Studium der Germanistik an der Universität Leipzig war Klippenberg der alleinige Leiter des Insel-Verlags. Er sorgte für maßgebliche Veränderungen des Verlagsprogramms und setzte mit seinen Dünndruckausgaben neue Maßstäbe.

Ferdinand Lassalle
(1825-1864)
Lassalle gründete am 23. Mai 1863 in Leipzig den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" (ADAV) und legte damit den Grundstein der organisierten Arbeiterschaft. er wurde auf der Grundungsveranstaltung zum Präsidenten auf fünf Jahre gewählt. er starb drei Tage nach einem Duell um eine Frau, in die er sich verliebt hatte, am 31. August 1864

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716)
Der Sohn des Moralphilosophen Friedrich Leibniz wurde nach seinem Studium in Leipzig und der Promotion in Nürnberg mit kaum 24 Jahren zum Richter am Obersten Gerichtshof des Kurfürstentums Mainz berufen. Seine vielfältigen diplomatischen, wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Aktivitäten, seine Reisen und seine extensive Korrespondenz brachten ihn in Verbindung mit fast allen bedeutenden Köpfen Europas. Er leistete bedeutende Beiträge zu zahlreichen Gebieten der Wissenschaft, baute den ersten Rechenautomaten und entwickelte seine Philosophie von der "besten aller möglichen Welten.

Kurt Masur
(geb. 1927)
Dirigent. Neben seinen überragenden Leistungen als Künstler hatte er wesentlichen Einfluss darauf, dass die berühmten Leipziger "Montagsdemonstrationen" friedlich blieben. Er abeit seit als musikalischer Direktor an der New Yorker Philharmonie

Melchior Lotter (1470-1549)

Der Drucker leitete im 15. Jahrhundert die bedeutendste Druckerei Leipzigs. Er druckte als erster Leipziger Drucker mit griechischen Typen und auch viele andere wichtige Neuerungen in der Druckgeschichte gehen auf ihn zurück. In seinem Zweigbetrieb in Wittenberg wurde u. a. Luthers Übersetzung des Neuen Testaments gedruckt.

Hieronymus Lotter (1497-1580)

Der Unternehmer und Baumeister vieler bedeutender Gebäude war ab 1555 acht Mal Bürgermeister von Leipzig. Als einer der bedeutendsten Renaissance-Baumeister ging er in die Architekturgeschichte ein. 1574 musste er seine Häuser in Leipzig verkaufen und starb verarmt auf dem Lotterhof in Geyer.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Der junge Felix war begabter Schüler der Berliner Singakademie. Später gab er wichtige Impulse für die Bach-Renaissance im 19. Jahrhundert. Inspiriert von zahlreichen Kunstreisen entstanden viele seiner berühmten Kompositionen. 1835 wurde er zum Gewandhauskapellmeister nach Leipzig berufen, die folgenden Jahre brachten ihm seine größten Erfolge. 1843 ließ er das erste Bach-Denkmal errichten und gründete das erste deutsche Konservatorium. Mit 38 Jahren starb er in Leipzig an einem Schlaganfall.

Adam Friedrich Oeser (1717-1799)

Oeser wurde 1764 zum Direktor der neugegründeten Leipziger Kunstakademie berufen; mit seiner Lehre wollte er der Verbindung zwischen Kunst und Handwerk ihre einstige Bedeutung zurückgeben. Er initiierte die Zusammenarbeit zwischen der Leipziger Hochschule und den Verlagen der Stadt. Zudem arbeitete er als Maler für die Stadt und nahm entscheidenden Einfluss auf das Stadtbild Leipzigs.

Wilhelm Ostwald (1853-1932)

Der spätere Nobelpreisträger wurde 1887 nach Leipzig an den weltweit einzigen Lehrstuhl für physikalische Chemie berufen. Er gilt heute als Mitbegründer dieser Fachrichtung. Außerdem entwickelte er eine neue Form der Naturphilosophie.

Louise Otto-Peters (1819-1895)

Die Enkelin eines Kunstmalers der Königlichen Porzellan-Manufaktur Meißen schrieb Romane und Gedichte mit sozialkritischem und nationalrevolutionärem Inhalt, die den Nerv der Zeit trafen und besonders das Interesse und Vertrauen der Frauen weckten. Sie leitete die Vereinszeitschrift "Neue Bahnen" und schrieb mehr als 50 Werke, vor allem Erzählungen, Romane und Gedichtbände.

Anton Philipp Reclam (1807-1896)

Der Sohn eines Buchhändlers erwarb nach vierjähriger Ausbildung im Verlag seines Onkels das "Literarische Museum", schloss einen eigenen Verlag an diese Leihbibliothek an und kaufte 1839 eine Druckerei. Er begann mit der Herausgabe von Bibeln, Wörterbüchern, Liedersammlungen und Klassikerausgaben, Verlag und Druckerei prosperierten. Bald erkannte Reclam, dass in der Bevölkerung das Bedürfnis nach günstigen Ausgaben der literarischen Klassiker bestand, 1858 gab er sämtliche Dramen Shakespeares heraus sowie 1867 Goethes Faust für zwei Groschen und wurde fortan "Groschen-Reclam" genannt. Das Unternehmen wurde bis heute immer weiter ausgebaut.

Philipp Erasmus Reich (1717-1787)

Nach seiner Buchhändlerlehre übernahm die Weidmannsche Verlagsbuchhandlung und wurde zum "ersten Buchhändler der Nation". Reich war Kunstsammler und eine zentrale Gestalt des kulturellen Lebens der Stadt. Er war der erste Sekretär der "Buchhandlungsgesellschaft in Deutschland" und Vorreiter für das viel später entstehende Urheber- und Verlagsrecht.

Emil Adolf Roßmäßler (1806-1867)

Roßmäßler gilt als Vater der Aquarien (Aquaristik), auch und vor allem in Privathaushalten. Durch Publikationen in Form von Aufsätzen und Büchern zur Pflege von Fischen und (Wasser)Pflanzen konnte er das Interesse der Menschen für dieses Gebiet wecken. Sein Werk von 1857 "Das Süßwasseraquarium" gilt als eines der wichtigen ersten Standardwerke zu dieser Thematik. Zusammen mit Alfred Edmund Brehm (1829-1884), vielen bekannt durch "Brehms Tierleben", schrieb er in den Jahren 1863 bis zu seinem Tod das zweibändige Werk "Die Tiere des Waldes". Außerdem war Roßmäßler auch politisch aktiv und u.a. in den Jahren 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.

Clara Schumann (1819-1896)

Die Pianistin gab schon in frühster Jugend Konzerte, sie spielte schon mit elf Jahren Mozart, Hummel, Bach, Chopin und Liszt. Mit 16 Jahren galt sie als Pianistin von europäischem Rang und heiratete, gegen den Willen ihrer Eltern, den Komponisten Robert Schumann. Es folgten zahlreiche Konzertreisen, und Clara Schumann begann selbst zu komponieren. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie nach Berlin und gab später in Frankfurt am Main Unterricht am Konservatorium.

Christian Thomasius (1655-1728)

Der spätere Advokat studierte im Hauptfach Jurisprudenz an der Universität Leipzig. Er promovierte 1976 zum Dr. jur., hielt Privatvorlesungen und publizierte Lehrbücher und Abhandlungen zum Zivilrecht. Er gründete die erste deutsche gelehrte Zeitschrift, die ihm den Beinamen "Vater des Journalismus" einbrachte. Er war Mitbegründer und Direktor der Universität Halle und prägte dort die juristische Fakultät mit seiner Ausrichtung auf das Praktische des Faches.

Wolfgang Tiefensee (geb.1955)

Er war ab 1998 Oberbürgermeister der Stadt und in seinem Amt sehr populär. Nach starkem Druck aus seiner Partei, der SPD, entschloss er sich 2005 schweren Herzens, als Minister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in das Kabinett von Bundeskanzlerin Merkel zu wechseln. Sein Amt als Bundesminister trat er am 22. November 2005 an. Er ist zugleich Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Seit dem Jahr 2003 ist er Träger des französischen Ordens "Ritter der Ehrenlegion".

Richard Wagner (1813-1883)

Der Schüler der Nikolai- und Thomasschule nahm in seiner Jugend heimlich Kompositionsunterricht und studierte ab 1831 Musik an der Universität Leipzig. In Leipzig wurden drei seiner Kompositionen uraufgeführt: Die "Neue Ouvertüre", die "Ouvertüre in d-moll" und die "Symphonie in C-Dur". Er wurde kurz darauf Kapellmeister in Magdeburg und Königsberg. In Dresden wurde er zum Hofkapellmeister und der "Fliegende Holländer" sowie der "Tannhäuser" wurden hier uraufgeführt. Weitere seiner Werke sind "Tristan und Isolde" und "Ring der Nibelungen".

Carl Friedrich Ernst Weiße (1781-1836)

Der Sohn eines Kammermusikers gründete im Jahr 1819 die "Leipziger-Feuer-Versicherungsanstalt", die von vielen Repräsentanten des damaligen Wirtschaftslebens gefördert wurde. Die Versicherungsgesellschaft wurde bis heute als die "Alte Leipziger" erhalten.

Wilhelm Wundt (1832-1920)

Der Assistent von Hermann Helmholtz am Heidelberger Institut für Psychologie wurde 1864 zum außerordentlichen Professor für Anthropologie und medizinische Psychologie ernannt. 1875 wurde er als Professor für Philosophie an die Universität von Leipzig berufen und lehrte dort bis zu seinem Tod. 1879 gründete er in Leipzig das erste Institut für experimentelle Psychologie.




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