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Hanoi: Soziale Situation und Kriminalität

Soziale Situation

Hanoi: Mann mit Hund © goruma (Dominik Jesse)

Hanois Einwohnerzahl steigt permanent. Dies hängt mit der Bedeutung der Stadt als Hauptmetropole und als politisches Zentrum des Landes zusammen. Unter dem starken Zuwachs leidet indes die Infrastruktur, deren Grundlagen teilweise auf das frühe 20. Jahrhundert zurückgehen. Die meisten Menschen in Hanoi kommen aus umliegenden oder ferneren Provinzen und sind keine gebürtigen Hanoianer.

Obwohl in Hanoi nur 3,6% der gesamten Landesbevölkerung (ca. 82.000.000) leben und die Stadt nur 0,3% des gesamten vietnamesischen Territoriums abdeckt, werden hier 8% des nationalen Bruttoumsatzes und 45% der wirtschaftlichen Umsätze des gesamten Deltas des Roten Flusses erwirtschaftet. Vor allem seit den 1990ern wächst die industrielle Produktion rapide an (durchschnittliches Wachstum pro Jahr rund 19% (1991-95), 16% (1996-2000) und 21% (2001-2003). Neben der Industrie dominieren noch der (nationale und internationale) Handel sowie der Tourismus.

Gemeinsam mit dem ökonomischen Wachstum hat sich auch Hanois Erscheinungsbild gewandelt. Die Infrastruktur wird ununterbrochen auf den neusten Stadt zu bringen versucht, neue Straßen werden gebaut und das öffentliche Transportsystem wird verbessert. Die Anzahl der Einwohner mit Telefonanschluss betrug im Jahre 2003 30%. Neue urbane Gebiete entstehen und wachsen schnell. Zwischen 1996 und 2000 wurden 1,5 km2 neue Wohnflächen errichtet: Tendenz steigend. Soziale Dienste haben sich an Zahl und in Qualität verbessert. Das öffentliche Netz zur Krankenbehandlung wurde ausgedehnt. Dank dieser Verbesserungen und der wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt besitzt Hanoi den höchsten Entwicklungsindex des Landes. Die Einwohner setzten sich für die Versorgung armer Menschen und für eine Unterstützung der kulturellen Lebensweise ein.

 

Kriminalität

Hanoi ist eine sichere und liebenswürdige Stadt mit viel Charme und netten hilfsbereiten Menschen. Gewaltkriminalität gegenüber Ausländern ist selten. Die meisten Hotels, Reiseagenturen, Restaurants etc. bieten einen vertrauensvollen und hilfreichen Service an, doch sollte man sich vor Augen halten, dass natürlich auch unter ihnen hier und da auch schwarze Schafe sein können. Man sollte daher immer (und vor allem in Zügen und auf belebten Märkten) auf seine Wertsachen achten und ein gesundes Misstrauen an den Tag legen, ohne jedoch paranoid zu werden.

"Touts" fangen den ortsunkundigen Reisenden bereits an Bahnhöfen oder Bushaltestellen ab und bringen diesen "gratis" zu einem bestimmten Hotel. Es empfiehlt sich, genaustens klarzustellen, dass die Fahrt gratis bleibt. Sollte das Hotel nicht gefallen, darf man nicht zögern, es zu verlassen. Man sollte niemandem glauben, der sagt, das gewünschte Hotel sei voll, unsauber, illegal etc. Er will einen nur zu einem anderen Hotel bringen, wo er eine Kommission erhält. Dienste wie Gratis-Frühstück oder -Internet werden versprochen, doch oft späterhin nicht mehr erwähnt. Es ist immer ratsam, mehrere Hotels aufzusuchen und Preise sowie Service zu vergleichen. Viele Hotels beinhalten ein Reisebüro: Auch hier empfiehlt sich das Vergleichen der Preise und Leistungen mit anderen Anbietern. Das Berechnen des doppelten oder dreifachen Preises für westliche Reisende ist weit verbreitet. Am besten, man spricht mit anderen Reisenden und tauscht Erfahrungen aus.

Hotels, die man auf jeden Fall meiden sollte, sind Thien Tan Hotel und Ocean Star Hotel in der Altstadt von Hanoi. Diese arbeiten mit unlauteren Mitteln. Hotels, die von der Regierung betrieben werden, verlangen beim Bezahlen der Endrechnung eine 10%-Steuer auf die Zimmerpreise. Dies ist zwar üblich in Vietnam, doch erfährt man davon oft erst beim Auschecken, was eine böse Überraschung werden kann. Also: Vorher danach fragen.

Taxipreise sind nicht immer gleich. Es gibt viele Taxianbieter in der Stadt, die jeweils andere Anfangs- und Kilometerpreise berechnen. Viele Taxifahrer wollen einen Preis aushandeln und den Meter nicht benutzen. Allerdings wird man bei kürzeren Strecken dann immer zu viel zahlen. Preise sollten nur bei längeren Touren ausgehandelt werden. Viele Taxifahrer benutzen den Meter, haben aber einen kleinen Knopf an diesem angebracht, mit welchem sie die Preise auf dem Meter selbständig während der Fahrt erhöhen können. Ein wachsames Auge des Reisenden ist ratsam. Auch fahren manche Taxifahrer bewusst einen Umweg zum angestrebten Ziel. Dies kann man nur umgehen, wenn man ein Bewusstsein von den Entfernungen (durch vorherigen Blick auf eine Stadtkarte) entwickelt.

Handtaschen, Rucksäcke, Kameras etc. sollten im Auge behalten werden. Teilweise werden sie von fahrenden Mopeds aus weggerissen. Bettler, Cyclo-Fahrer oder Händler können ein Problem sein, doch wird man sie meist schnell mit einem freundlichen Kopfschütteln los. Genervt oder böse sollte man nicht reagieren, will man sein Gesicht nicht verlieren. Aufpassen sollte man vor Kinderscharen: Sie stürmen auf einen zu und lenken ab, während sich von hinten ein Kind aus den Hosentaschen des ahnungslosen Opfers bedient.

Das alles klingt sehr schlimm und Nerven aufreibend, ist es aber nicht. Sollte man in Taxis oder Hotels oder Restaurants zu viel bezahlen, handelt es sich meist nur um sehr kleine Beträge im Gegenwert von vielleicht 0,50 €. Mangelndes Handelsgeschick, Selbstbewusstsein oder Unkenntnis von den Gegebenheiten sind daran aber eher schuld als "böse Vietnamesen". Ohne gesunden Menschenverstand aber sollte man ohnedies nirgendwohin fahren. Es ist wichtig in Hanoi (und ganz Vietnam), stets ruhig und freundlich zu bleiben, Fehler nachsichtig anzusprechen und eine gesunde Mischung aus Misstrauen und Risikobereitschaft mitzubringen.




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