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Duisburg: Loveparade 2010

Am 24. Juli 2010 kam es in Duisburg während der 19. Loveparade zu einem folgenschweren Gedränge unter den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung. Das traurige Resultat des Unglücks waren 21 Tote und mehr als 500 teilweise schwer Verletzte.

 

Was war die Loveparade?

Bekanntermaßen war die Loveparade eine Technoparade, die normalerweise jährlich stattgefunden hat. Was da zunächst im Jahre 1989 zum ersten Mal durch Berlin gezogen war begann zunächst als ein recht spontaner und umso kleinerer Raver-Umzug, der als politische Demonstration eingestuft werden konnte. Dieser anfangs bescheidene Umzug sollte sich bis 2006 zu einer gigantisch-hysterischen Straßenparade für junge Raver und Raverinnen entwickeln, die bald schon als größte Tanzveranstaltung der Erde Weltruhm genoss und viele Nachahmer fand. Nach endlosen Querelen und Geldproblemen und dem Ausfall der Veranstaltung in den Jahren 2004 und 2005 verabschiedete sich die Loveparade schließlich 2006 ganz aus der deutschen Hauptstadt – sehr zur Freude so mancher Berliner. Sie wechselte von 2007 bis 2010 in verschiedene Ruhrpott-Städte, wurde indes für das Jahr 2009 abgesagt, weil die Ausrichterstadt Bochum die Kapazität für einen Umgang mit solchen Menschenmassen nicht besaß.

 

Wie kam die Loveparade nach Duisburg?

Bereits im Juni 2007 haben Verhandlungen zwischen der Stadt Duisburg und dem Veranstalter der Loveparade begonnen, die schließlich zu dem Ergebnis führten, die Loveparade für das Jahr 2010 nach Duisburg zu holen. Dafür nutzte man das Gelände des früheren Güterbahnhofs, das sich in der Nähe des Hauptbahnhofs ausbreitet und sich u.a. durch eine gute Erreichbarkeit auszeichnet. Kritische Stimmen, die sich warnend auf Organisationsprobleme und das nicht gut gewählte Veranstaltungsgelände bezogen, wurden weitest gehend ignoriert. Unglaublicherweise wurde der frühere Duisburger Polizeipräsident u.a. deshalb vom CDU-Kreisverband zum Rücktritt gezwungen, weil er sich 2009 skeptisch zum Veranstaltungsgelände geäußert hatte. Man muss aber erwähnen, dass durch den Ausfall der Loveparade im Jahre 2009 der Druck auf die Stadt Duisburg groß war, das Megaereignis möglich zu machen. Und so kam es auch. Insgesamt wurden etwa 1,4 Millionen Besucher geschätzt, die sich an diesem 24. Juli 2010 unter dem Motto „The Art of Love“ in Duisburg eingefunden haben. Diese Zahlen werden mittlerweile nicht ohne Grund angezweifelt.

 

Die Katastrophe

Für die Loveparade wurden durch eine Sonderbauverordnung Nordrhein-Westfalens Fluchtwege vorgeschrieben, die in ihrer Gesamtbreite 440 Meter betragen sollten. Interessanterweise hat das Duisburger Bauamt die Veranstaltung genehmigt, obwohl der Veranstalter für das eingezäunte Veranstaltungsgelände nur 155 Meter breite Fluchtwege nachweisen konnte. Indes wurde bauamtlich festgelegt, dass sich nicht mehr als 250.000 Personen zur selben Zeit auf dem Veranstaltungsgelände aufhalten dürften sowie dass die Fluchtwege auf Ost- und Südseite jeweils eine Mindestbreite von 10 Metern haben mussten und nicht behindert werden durften. Insgesamt, so der Veranstalter, sollten ungefähr 1.000 Sicherheitskräfte für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Loveparade sorgen.
Nachdem die ersten Personen ab 12:00 Uhr hereingelassen wurden und sich der Besucherstrom immer mehr verstärkte, bildete sich etwa gegen 15:00 Uhr im oberen Hauptrampen-Bereich ein Rückstau, denn die Besucher verteilten sich nicht so auf dem Gelände, wie man es geplant und angenommen hatte. Gegen 15:30 Uhr wurde die Polizei um Mithilfe gebeten, mehrere Sperren zu errichten, um den immensen Besucherstrom einzudämmen. Außerdem sollten die Zugangsschleusen vor den Tunneleingängen zunächst blockiert werden. Trotz aller Maßnahmen konnte keine vollständige Sperrung der Eingangsschleusen erreicht werden. 
Die neu eingelassenen Besucher erzeugten nun einen so großen Druck, dass die Polizeiketten gegen 16:15 Uhr aufgeben mussten. An der Hauptrampe nun sammelten sich ebenfalls Besucher, welche das Veranstaltungsgelände verlassen wollten. Die Besucher, die hinaus wollten, trafen so auf diejenigen, die hinein wollten. Auf diese Art ergab sich - verkürzt und vereinfacht  geschildert - ein Druck nach beiden Seiten, der gegen 17:00 Uhr dermaßen stark wurde, dass mehrere Personen quasi zu Tode gequetscht wurden. Diese Todesopfer - dreizehn Frauen und acht Männer aus insgesamt sieben Ländern – starben an einer massiven Brustkompression. Weiterhin wurden etwa 500 Personen (teilweise) schwer verletzt. 

Die zunächst weiterlaufende Loveparade endete vorzeitig etwa gegen 23:00 Uhr. Der Grund lag darin, dass zahlreiche Künstler ihre geplanten Auftritte absagten, als sie von den dramatischen Ereignissen gehört hatten.

 

Und danach?

Nach dem Unglück schoben sich die Behörden, der Veranstalter, die polizeiliche Einsatzleitung sowie die Politiker und Sachverständigen gegenseitig die Verantwortung zu. Es hieß, der Veranstalter habe die volle Verantwortung zu tragen, wohingegen anderseits Stimmen die anwesenden Polizeikräfte verantwortlich machten. Auch der Stadt wurde eine erhebliche Mitschuld attestiert, denn sie hatte aus kommerziellen Gründen heraus die Auflagen nicht ausreichend hervorgehoben und kontrolliert. Weiterhin hieß es, die Polizei sei technisch nur unzureichend ausgestattet gewesen.
Ein ökumenischer Trauergottesdienst fand am 31. Juli 2010 in Duisburgs Salvatorkirche statt, der auch von hochrangigen Politikern besucht wurde – indes ohne die Anwesenheit des Duisburger Oberbürgermeisters Adolf Sauerland.
Am 25. Juli 2010 erklärte der Veranstalter, dass dies die letzte Loveparade gewesen war und es in Zukunft keine mehr geben werde.

Die Abwahl
Am 12. Februar 2012 fand eine Abstimmung zur Abwahl des damaligen Oberbürgermeisters Adolf Sauerland statt. An der Abstimmung nahmen 151.390 wahleberechtigte Duisburger teil, wobei 129.833 für die Abwahl stimmten. Damit war Sauerland per Volksentscheid seines Amtes enthoben.

Denkmal

Am 26. Juni 2011 wurde in der Nähe der Unterführung, in der das Unglück seinen Ausgang genommen hatte, ein offizielles Denkmal zum Gedenken an die 21 Opfer errichtet. Das von dem Duisburger Künstler Gerhard Losemann gestaltete Mahnmal wurde von einer privaten Stiftung initiiert und auch bezahlt. Das rund 6 m lange und 3 m hohe Denkmal besteht aus einer Stahlplatte an der  21 umstürzende Vierkantrohre aus Stahl die 21 zu Tode gekommenen Menschen symbolisieren sollen. An der Einweihung nahmen rund 200 Menschen teil - der durch das Unglück stark in die Kritik geratene Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nahm an der Einweihung allerdings nicht teil.




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