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Botulinumtoxin, Botox

Allgemeines

Das Botolinumtoxin ist ein hochgiftiges Nerven-Gift, das über die Hemmung der Reizausbreitung in den Nerven lähmend  auf die Muskeln wirkt. Es entfaltet seine Wirkung dabei in den Synapsen, den kleinsten Spalten, über die die Nerven untereinander sowie Nerven und Muskeln elektrisch verbunden sind. Dabei greift das Gift in den Wirkungs-Kreislauf der dort befindlichen Überträgersubstanz, dem Acetylcholin, ein.
Das Wort leitet sich aus dem Lateinischen botulus = Würstchen und toxicum = Gift ab. Es entsteht meist aus verdorbener Nahrung unter Luftabschluss, wie in Konserven oder Einweckgläsern, durch das Botulinus-Bakterium. Es sei darauf hingewiesen, dass der LD50-Wert von in das Blutsystem oder unter die Haut gespritztem Botox, nur 1 ng (1 ng = 1 Milliardestel Gramm) pro kg Gewicht ist. Dabei versteht man unter dem LD50-Wert den Wert in Gramm, bei dessen Gabe die Hälfte der betroffenen Versuchstiere (meist Mäusen) verstorben ist. Es sei erwähnt, dass das Gift des australischen Inlandtaipans, einer der giftigsten Schlangen weltweit, eine LD50 von 0,025 mg = 25.000 ng besitzt. Botulinumtoxin ist also rund 25.000 mal so wirksam wie das Gift des Taipans. Eine Vergiftung mit dem Botulinumtoxin trat früher u.a. beim Verzehr von schlecht konservierten Fleischkonserven auf. Daher auch der Name. Heutzutage sind Vergiftungen dieser Art sehr selten geworden, zumindest in den Industrienationen.
Das in der Medizin benutzte Botulinumtoxin ist unter dem bekanntesten Handelsnamen Botox® erhältlich. Akute Vergiftungen sind dabei praktisch ausgeschlossen. Aber es gibt hier und dort Hinweise darauf, dass das Gift trotz seiner extrem geringen Dosierung auch weit ab von der Infusionsstelle - im Zentralen Nervensystem (ZNS) - nachweisbar ist und dort möglicherweise bei häufigerer Anwendung zu Spätschäden führen kann.        

Botox in der Schulmedizin

Etwa mit Beginn der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts wird das Toxin - in entsprechend geringer Dosierung - auch als Arzneimittel bei einer Reihe von Erkrankungen eingesetzt. So z.B. bei:
  • Dystonien ( fehlerhafter Spannungszustand von Muskeln)
  • Schielen
  • Lidkrämpfen
  • Muskelkrämpfen
  • muskulären Verspannungen
  • übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose)
  • Achalasie (neuromuskuläre Störung von glattmuskulären Hohlorganen, z.B. der Blase)
  • bei einer Reihe von Schmerzen als Schmerztherapeutikum

Botulinumtoxin in der kosmetischen Medizin

In der kosmetischen Medizin werden Botox®-Injektionen zur Behandlung von Falten im Gesicht, besonders in der Stirn- und Augenregion (Krähenfüße) eingesetzt. Aber auch in der Kinn-und Unterkieferregion kann es angewendet werden.
Die Anfänge dieser Anwendung des Toxins gehen auf den US-amerikanischen Augenarzt Alan B. Scott, einen der Pioniere der medizinischen Botox-Behandlungen, zurück. Er hatte als auffällige Nebenwirkung das „Verstreichen“ von Gesichtsfalten nach der Behandlung des Blepharospasmus (Bewegungsstörung desAuges durch einen Lidkrampf ) beobachtet. Aber er erkannte seinerzeit nicht die Bedeutung dieses Phänomens für die Anwendung in der ästhetischen Medizin. Dies taten erst seine Mitarbeiter Jean Carruthers und ihr Mann Alistair Carruthers, deren erste Publikationen im Jahr 1990 zur Faltenkorrektur mit Botulinumtoxin A erschienen. Aber erst im Jahr 2000 wurde das Toxin von der FDA (Food and Drug Administration) in den USA auch für kosmetische Anwendungen zugelassen. In Deutschland besteht keine offizielle Zulassung für Zwecke der rein kosmetischen Behandlung, sodass eine Behandlung stets für den Hersteller und den Arzt ein Haftungsrisiko beinhaltet.
Dosierung
Bei der Anwendung in der kosmetischen Medizin werden die Mengen nicht in Gramm bzw. dessen Unterheiten angegeben, wie oben unter Allgemeines erläutert, sondern in so genannten Units. Bei einem dem Hersteller von Botox®  (bei den anderen ist es vergleichbar) bedeutet 1 Unit den oben erklärten LD50-Wert für Mäuse. In einer Flasche zur Anwendung am Menschen befinden sich z.B. 100 derartige Units des Botuöinumtoxin A. Mit der Menge des in dieser Flasche befindlichen Toxins könnte man also 50% einer größeren Anzahl von Mäusen töten. Umgerechnet in Gramm sind in den nur auf Rezept verkauften Flaschen je nach Hersteller zwischen 1 ng und 5 ng. Die für einen Menschen mit einem Gewicht von z.B. 50 kg tödliche Menge liegt  - wie oben dargestellt - bei ca. 50 ng (1 ng = 1 Milliardelstel Gramm). Wie erwähnt, ist die Anwendung - zumindest was akute Vergiftungen betrifft -  daher völlig unbedenklich.
Anwendung
Zur Faltenkorrektur wird das Botulinumtoxin in der Umgebung der Falten mittels einer sehr dünnen Nadel injiziert. Der Eingriff ist nahezu schmerzfrei. Auf Grund der Wirkung des Giftes auf die Nerven (genaue Wirkung s. oben) in dieser Gesichtsregion wird die Mimikmuskulatur gehemmt, was zu einer deutlichen Verringerung von Falten führt. Die Wirkung einer derartigen Behandlung hält zwischen minimal 3 bis maximal 6 Monaten an.
Die Preise liegen in Deutschland bei ca. 200 bis 300 € pro Behandlung jeweils einer Gesichts-Region. Aber natürlich ist der Preis dieser, selbst zu bezahlenden, kosmetischen Behandlung auch ein Stück Verhandlungssache.
Das Spritzen des Toxins darf nur durch einen Arzt erfolgen und sollte möglichst durch einen Facharzt für Plastische Chirurgie, der über eine sehr intensive fachärztliche Ausbildung verfügt, durchgeführt werden.
Mittlerweile werden regelrechte so genannte "Botoxpartys" veranstaltet, auf denen sich viele der Anwesenden gemeinsam von einem anwesenden Arzt behandeln lassen. Der Grund dafür ist, dass bei derartigen “Massenanwendungen“ der Preis um einiges günstiger liegt als bei einer Einzelanwendung.




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