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Schwulen- und Lesbenreisen

Einleitung, Gesetze gegen Homosexualität

Kroatien, Strand
Abendstimmung in Kroatien © goruma (T.Asthalter)

Bekanntlich gehören homosexuelle Menschen oft zu dem eher wohlhabenderen und besonders reiselustigen Teil unserer Gesellschaft. Nicht ohne Grund spielte daher diese Zielgruppe auf der letzten ITB (Internationale Reisebörse) eine wichtige Rolle.
Wegen der sehr unterschiedlichen rechtlichen und gesellschaftlichen Situation in den verschiedenen Ländern der Erde sollen hier einige Hinweise für reisende lesbische oder schwule Paare oder auch Einzelreisende gegeben werden. Aber auch in Deutschland war Homosexualität lange Zeit strafbar und wurde in den ersten zwei Jahrzehnten der Existenz der Bundesrepublik teilweise fanatisch verfolgt. Ganz zu schweigen von der grauenvollen Behandlung während der Zeit der Nationalsozialisten.

Constitutio Criminalis Carolina
Die Constitutio Criminalis Carolina stammt aus dem Jahr 1532. Dem Gesetz nach konnten Beschuldigte nur bestraft werden, sofern sie ein Geständnis abgelegt hatten. Und wer nicht gestand wurde mit Hilfe der Folter dazu gebracht. Gegen Sexualstraftäter, wie u.a. Homosexeuelle, wurden teilweise barbarische Strafen verhängt - bis him zum langsamen "Rösten"

Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten
Dieses Gesetz stammt von 1794 und wurde unter Friedrich II. (1712-1786) begonnen und nach seinem Tod von Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) vollendet. Dieses sehr umfangreiches Gesetzeswerk  war der erste und bis heute einzige Versuch einer  Zusammenfassung des Zivilrechts,  des öffentlichen Rechts sowie des Strafrechts in einem Gesetzbuch. Homosexualität wurde seinerzeit noch mit anderen Sexualstraftaten unter dem Begriff "Sodomie" zusammengefasst. Die entsprechenden Paragrafen seien wörtlich dargestellt. 

§ 1069
Sodomiterey und andre dergleichen unnatürliche Sünden, welche wegen ihrer Abscheulichkeit hier nicht genannt werden können, erfordern eine gänzliche Vertilgung des Andenkens
§ 1070
Es soll daher ein solcher Verbrecher, nachdem er ein- oder mehrjährige Zuchthausstrafe mit Willkommen und Abschied ausgestanden hat, aus dem Orte seines Aufenthalts, wo sein Laster bekannt geworden ist, verbannt und das etwa gemißbrauchte Thier getödtet oder heimlich ausder Gegend entfernt werden
§ 1071
Wer jemanden zu dergleichen unnatürlichen Lastern verführt oder mißbraucht, der ist doppelter Strafe schuldig
§ 1072
Machen sich Aeltern, Vormünder, Lehrer oder Erzieher dieses Verbrechens schuldig:
So soll gegen dieselben vier- bis achtjährige Zuchthausstrafe mit Willkommen und Abschied statt finden.

Strafgesetzbuch für die Preußischen Staaten
Das Strafgesetzbuch für die Preußischen Staaten trat 1851 in Kraft

Deutsches Strafgesetzbuch
Im Strafgesetzbuch des neu gegründeten Deutschen Reiches vom 1. Januar 1872 wurde Homosexualität nach dem neu eingeführten § 175 verfolgt und geahndet. Dem Gesetz zufolge wurden sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe gestellt.

Unter den Nationalsozialisten
Unter den Nationalsozialisten wurde der Gesetzestext des § 175 im Jahr 1935 erheblich verschärft, so wurde die Höchsstrafe drastisch angehoben und der Tatbestand von beischlafähnlichen auf sämtliche unzüchtigen Handlungen erweitert. Der zusätzlich eingefügte § 175a für erschwerte Fälle sah Strafen zwischen einem Jahr und zehn Jahren Zuchthaus vor. Aber unabhängig von der Gesetzeslage wurde zahlreiche Homosexuelle ohne Gerichtsverfahren in die Konzentrationslager verschleppt und dort ermordet.

Zwischen 1945 und 1968
Wenn man sich vergegenwärtigt, dass viele Jahre nach dem Krieg ca. 80% der Richter am Bundesgerichtshof "nazibelastet" waren, verwundert es nicht, dass die §§ 175 und 175a aus der Zeit des Nationalsozialismus weiter galten und teilweise rigoros zur Anwendung kamen. Erst 1968 kam es zu einer ersten und 1973 zu einer zweiten Reform desStrafrechts. Aber erst nach der Wiedervereinigung wurde im Jahr 1994 der § 175 ersatzlos gestrichen.

Strafrechtsreform von 1969
Im Jahr 1969 kam es durch die Große Koalion unter Bundeskanzler Kiesinger zu zwei Strafrechtsreformen. Infolge der 1. Reform des Strafgesetzes(1. StrRG) vom 25. Juni 1969 wurde der § 175 reformiert, indem das Totalverbot homosexueller Handlungen aufgehoben wurde und nur noch Sex mit einem Mann unter 21 Jahren, homosexuelle Prostitution und Ausnutzung eines Dienst-, Arbeits- oder Unterordnungsverhältnisses strafbar blieben. Die Gesetzesänderungen traten am 1. September 1969 in Kraft.

Große Strafrechtsreform von 1973
Im Zuge der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt wurde am 23. November 1973 eine umfangreiche Reform des Sexualstrafrechts durchgeführt. So wurde im Gesetz nicht mehr von "Verbrechen und Vergehen wider die Sittlichkeit“ gesprochen, sondern von "Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ und der Begriff der "Unzucht" wurde durch "sexuellen Handlungen“ ersetzt. Der § 175 blieb zwar noch bestehen, aber strafbar war demzufolge nur noch der Sex mit männlichen Minderjährigen unter 18 Jahren. Für sexuelle Kontakte zwischen Frauen gab es interessanterweise im Strafgesetz keine Regelung. Hier galt und gilt ein Alter von 14 Jahren (§172)- und unter bestimmten Umständen eines unter 16 Jahren (§ 182)- als "Schutzalter".

Streichung des § 175
Am 31. Mai 1994 beschloss der Bundestag mit dem 29. Strafrechtsänderungsgesetz, den § 175 im Strafgesetzbuch ersatzlos zu streichen.

Allgemeine Hinweise

Kroatien, Insel
Kroatien © goruma (T.Asthalter)

Auch wenn homosexuelle Beziehungen in einer Reihe von Ländern nicht explizit strafbar sind, ist doch oft mit Diskriminierung, Straftaten durch Einheimische (Erpressung, Körperverletzung, Raub) oder Schikanen durch staatliche Institutionen zu rechnen. Dies gilt für nahezu alle Länder Afrikas, zahlreiche Länder Asiens und auch für Teile Südamerikas. Daher sollten folgendes beachtet werden:

1. Beim Ausfüllen von Visaanträgen jeden Hinweis auf Homosexualität vermeiden (Familienstand = ledig)
2. Nicht als Paar in Erscheinung treten - sondern unauffällig bleiben
3. In Gesprächen mit Einheimischen, z.B. mit den Hotelangestellten oder -gästen eine Freundin und/oder eigene Kinder erwähnen
4. Im Zimmer auseinander stehende Betten benutzen
5. Auf keinen Fall anderen anderen Personen Hinweise auf sexuelle Handlungen geben - z.B. durch lautes Stöhnen u.ä.
6. Sexuelle Kontakte gegen Geld können zu Erpressungen, Körperverletzungen, Gefängnisstrafen oder gar der Todesstrafe führen
7. Sex mit Kindern (unter 14 Jahre) im Ausland - Mädchen wie Jungen - ist auch in Deutschland strafbar.

Homosexualität in Afrika

Ägypten, Hotel
Hotel in Ägypten © goruma (T.Asthalter)

Das einzige Land, in dem es sogar ein Gesetz gegen die Diskriminierung Homosexueller gibt ist die Republik Südafrika.
In Mauretanien, dem Sudan und dem Norden von Nigeria droht sogar die Todesstrafe. In vielen Ländern drohen mehrjährige Haftstrafen. Und sofern homosexuelle Handlungen nicht ausdrücklich verboten sind, werden derartige Handlungen oft wegen Vertoß gegen die öffentliche Ordnung oder als unmoralische Handlung verfolgt.

Homosexualität in Nordamerika

In allen Bundesstaaten der USA ist Homosexualtät legal.

Bestraft wird man dagegen in:
Bahamas - Männer bis zu 10 Jahren, Frauen bis zu 2 Jahren
Barbados - verboten, wird aber nicht verfolgt
Dominikanische Republik - in der Öffentlichkeit bis zu 2 Jahren Haft
Grenada - verboten bzw. illegal
Jamaica - bis zu 10 Jahren Haft
Kuba - in der Öffentlichkeit bis zu 12 Monate Haft
Nicaragua - bis zu 8 Jahren Haft
Puerto Rico - verboten bzw. illegal
St. Vincent u. Grenadines - - verboten bzw. illegal
Trinidad und Tabago - 20 Jahre Haft, bei Minderjährigen lebenslang

Homosexualität in Mittel- und Südamerika

Argentinien - als Verstoß gegen die öffentliche Moral drohen bis zu 30 Tage Haft
Bolivien - an sich nicht strafbar, aber Homosexuelle werden unter Vorwänden von der Polizei verfolgt.
Chile - es drohen Haftstrafen.
Kolumbien - an sich nicht strafbar, aber Homosexuelle werden unter Vorwänden von der Polizei verfolgt. Bei der Einreise kann ein HIV-Test verlangt werden.
Paraguay - "Verhalten gegen die Moral" ist strafbar, was zur  Justizwillkür führt.
Peru - gesetzlich nicht verboten, aber Gesetze zur Wahrung der öffentlichen Moral werden oft gegen Homosexuelle angewandt.
Venezuela - Gesetze zur Wahrung der öffentlichen Moral werden oft gegen Homosexuelle angewandt.

Homosexualität in Asien

Afghanistan - es droht die Todesstrafe
Armenien -  5 bis 7 Jahre Haft.
Bahrain - bis zu 10 Jahre Haft
Bangladesch - bis zu 10 Jahre Haft. Hin und wieder kommt es auch zu einer lebenslangen Haft.
Bhutan - 14 Jahre bis lebenslange Haft.
Brunei - bis zu 10 Jahre Haft
China - gesetzlich nicht verboten, aber Gesetze zur Wahrung der öffentlichen Moral werden oft gegen Homosexuelle angewandt.
Georgien - an sich strafbar, es wird aber nicht mehr verfolgt
Irak - bis zu 7 Jahre Haft
Iran - bis zu 100 Peitschenhiebe, es kann aber auch die Todesstrafe verhängt werden.
Jemen - es kann zur Todesstrafe kommen
Jordanien - es droht Haft
Kambodscha - gesetzlich nicht strafbar, aber die Haltung gegenüber Homosexuellen ist ausgesprochen feindseelig.
Katar - bis zu 5 Jahren Haft
Südkorea - nicht ausgesprochen verboten, aber stark verpönt
Kuwait - bis zu 7 Jahre Haft.
Laos - Homosexuelle Handlungen werden als Verstoß gegen "die volkstümlichen Sitten und Gebräuche" bestraft.
Libanon - bis zu 1 Jahr Haft wegen "Verstoßes gegen die Natur".
Malaysia - bis zu 20 Jahre Haft.
Mongolei - Homosexuelle Handlungen werden als "unsittliche Befriedigung sexuellen Verlangens" bestraft.
Nepal - bis zu 2 Jahre Haft.
Oman - bis zu 3 Jahre Haft.
Pakistan - es droht die Todesstrafe
Papua-Neuguinea - bis zu 5 Jahre, bei Analverkehr bis zu 14 Jahre Haft.
Philippinen - in der Öffentlichkeit strafbar.
Saudi-Arabien - es droht die Todesstrafe
Singapur - es droht lebenslange Haft.
Sri Lanka - bis zu 12 Jahre Haft.
Syrien - bis zu 3 Jahre Haft.
Tadschikistan -  es drohen Haftstrafen.
Türkei - an sich nicht strafbar, aber zahlreiche Vorschriften zum Schutz der öffentlichen Moral,  werden gegen Homosexuelle angewandt.
Turkmenistan - bis zu 5 Jahren Haft.
Usbekistan - bis zu 3 Jahren Haft.
Vereinigte Arabische Emirate - bis zu 14 Jahre Haft.
Vietnam - Homosexuelle Handlungen können als Verstöße gegen die öffentliche Moral bestraft werden.

Homosexualität in Australien und der Südsee

In ganz Australien gibt es für Homosexuelle keine Probleme.
Bei den Südseeinseln werden homosexuelle Handlungen auf den Cook-Islands mit bis zu 10 Jahren Haft bestraft, auf Fidji mit bis zu 14 Jahren. Auf West-Samoa drohen bis zu 7 Jahre Haft.

Homosexualität in Europa

Kroatien, Sonnenuntergang
Kroatien, Sonnenuntergang © goruma (T.Asthalter)

In Europa gibt es mittlerweile keinen Staat, in dem Homosexualität noch strafbar ist.
Allerdings werden homosexuelle Handlungen z.B. in der Türkei aufgrund zahlreicher Vorschriften zum Schutz der öffentlichen Moral oft gegen Homosexuelle angewandt.
Vorsicht ist zudem in einigen Ländern des Balkans angeraten. Auch wenn homosexuelle Handlungen hier nicht strafbar sind, ist mit Verfolgung von "Bürgern" oder auch der Polizei zu rechnen.
 




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