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Malariamedikamente
Die nachfolgende Tabelle zeigt Malariamedikamente nach den Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Stand Juli 2007.
Die Angaben sind rein informativ und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Einzelheiten sind den Gebrauchsinformationen bzw. der Packungsbeilage zu entnehmen. Letztlich muss der Arzt individuell über die geeignete Prophylaxe und Therapie entscheiden.
| Wirkstoff | Handelspräparate | Prophylaxe | Standby | Therapie | Resistenzen | Wichtige Einschränkungen | Wichtige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Artemether + Lumefantrin | Riamet | nein | ja | M. tropica (unkomplizierter Verlauf) | nur selten Stämme von Pl. falciparum | Nicht für Personen mit Herzerkrankungen oder für Kinder unter 12 Jahren und unter 35kg Körpergewicht geeignet, für Schwangere liegen keine gesicherten Daten vor (strengste Risikoabwägung!). | In erster Linie Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel |
| Atovaquon + Proguanil | Malorone | ja | ja | M. tropica (unkomplizierter Verlauf) | nur selten Stämme von Pl. falciparum | Nicht für Kinder unter 11kg Körpergewicht geeignet, für Schwangere liegen keine gesicherten Daten vor (strengste Risikoabwägung!), in Europa ist die Zulassung auf einen Anwendung von maximal 28 Tagen begrenzt. | Verdauungstörungen, Übelkeit und Kopfschmerzen (in der Regel nur leicht und vorübergehend) |
| Chinin | Chininum dihydrochloricum (z. Injektion), Chininum hydrochloricum (Tabletten) | nein | in Ausnahmefällen | M. tropica (komplizierter Verlauf) i.d.R. in Kombination mit einem Tetrazyklin (Doxycyclin, Clindamycin) | nur selten Stämme von Pl. falciparum | Kontraindiziert bei Glucose-6-phosphatdehydrogenase-Mangel, Myasthenia gravis, Schäden des Sehnervs und Tinnitus. Für Schwangere nicht geeignet. Einschränkungen bei Herzrhythmusstörungen. | Verdauungstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, neurologische Ausfallserscheinungen, Kopfschmerzen, Verwirrtheit. Selten Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen. Überempfindlichkeitsreaktionen betreffen häufig Haut, Blutbild, Leber und Bronchien. |
| Chloroquin | Resochin, Weimerquin, Chlorochin | ja (auch Säuglinge und Kleinkinder, ggf. auch Schwangere) | ja | M. tertiana, M. quartana | - Stämme von Pl. falciparum in fast allen tropischen Ländern - Pl. vivax sporadisch in Teilen Südostasiens und Ozeaniens | In vielen Gebieten hohe Resistenzraten! | Meist leicht und temporär. Häufig Schlaflosigkeit. Seltener bei längerer Anwendung Augen und Netzhautschäden (augenärztiche Kontrolle!). Trotz besserer Schutzwirkung stärkere Nebenwirkungen bei Kombination mit Proguanil (nur in Ausnahmefällen empfohlen). |
| Doxycyclin | ja (als Alternative zu Mefloquin oder Atovaquon/Proguanil), in Deutschland allerdings nicht für die Prophylaxe zugelassen (nur Off-Label-Use bei Indikation möglich) | nein | in der Therapie nur in Kombination eingesetzt, i.d.R. bei der komplizierten M. tropica zusammen mit Chinin. | Nicht für Schwangere, Stillende und Kinder unter 8 Jahren geeignet. | U.a. phototoxische Reaktionen belichteter Hautareals, Verdauungsstörungen und bei Frauen Vaginalmykosen. Sehr selten Begünstigung eines intrakraniellen (innerhalb des Schädels) Hochdrucks möglich | ||
| Mefloquin | Lariam | ja | ja | M. tropica (unkomplizierter Verlauf) | nur selten Stämme von Pl. falciparum | Nicht für Schwangere im 1. Trimenon und Stillzeit (Empfängnisverhütung wird angeraten!) oder für Kinder unter 3 Monaten und unter 5kg Körpergewicht geeignet. | Häufig psycho-vegetative Nebenwirkungen, Verdauungsstörungen, seltener allerg. Hautreaktionen, epileptische Anfälle oder psychotische Symptome. Häufigkeit abhängig von der Dosis, ggf. begünstigt durch Vorerkrankungen bzw. Einnahme best.Medikamente. |
| Primaquin | Primaquine | ja (in den Empfehlungen der DTG nicht aufgeführt) | (keine Angaben bei der DTG) | M. tertiana (Abschlussbehandlung) | Nicht bei Glucose-6-phosphatdehydrogenase-Mangel | Hämolyse bei Glucose-6-phosphatdehydrogenase-Mangel, Verdauungsbeschwerden | |
| Proguanil | Paludrine | ja (auch Säuglinge und Kleinkinder, ggf. auch Schwangere) in Kombination mit Chloroquin | nein | nein | Bei stark eingeschrängeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert. Strenge Indikationsstellung in Schwangerschaft und Stillzeit. | Verdauungsbeschwerden und Haarausfall. Seltener Haut- und Mundschleimhautreaktionen (Geschwüre), Unverträglichkeitsreaktionen. Trotz besserer Schutzwirkung stärkere Nebenwirkungen bei Kombination mit Chloroquin (nur in Ausnahmefällen empfohlen). | |
| Sulfadoxin-Pyrimethamin | Fansidar | nein | nein | In Deutschland nicht mehr zugelassen. Vor allem in Afrika aber noch im Einsatz. | Stämme von Pl. falciparum in fast allen tropischen Ländern |
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