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Ebola-Viruskrankheit
Die Ebola-Viruskrankheit ist eine schwere, akute, meist tödlich verlaufende tropische fieberhafte Erkrankung, die durch das zu den Filoviren gehörende Ebola-Virus ausgelöst wird und zu den so genannten hämorraghischen Erkrankungen zählt..
Überblick
| Name der Erkrankung | Ebola-Viruskrankheit |
|---|---|
| Weitere Bezeichnungen | Ebola-Fieber, Ebola hämorrhagisches Fieber |
| Unterformen | Ebola-Zaire (EBO-Z), Ebola-Sudan (EBO-S), Ebola-Elfenbeinküste (Ebola-C) und Ebola-Reston (führt nur bei Affen zur Erkrankung) |
| Vorkommen/Häufigkeit | Afrika: Epidemien im Südsudan, Nord-Uganda, in der Republik Kongo, in Gabun und im Nord- und Südwesten der Demokratischen Republik Kongo. Einzelfälle in Kenia, an der Elfenbeinküste und in Nordwestkongo. |
| Ursachen | Virusinfektion |
| Erreger | Ebola-Virus (Filovirus) |
| Familie | Infektionskrankheiten |
| Übertragungsweg | Schmierinfektion durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen |
| Risikofaktoren | Kontakt mit Erkrankten |
| Inkubationszeit | 4-16 Tage, meist Krankheitsausbruch nach 5-9 Tagen |
| Krankheitszeichen (Symptome) | Hohes Fieber, grippeartige Beschwerden mit Kopf-, Hals-, Brust- und Muskelschmerzen, Pharyngitis (Rachenschleimhautentzündung) mit Geschwürbildung an Gaumen und Zahnfleisch, Durchfall, Erbrechen, erhöhte Muskelspannung, Tremor (Muskelzittern), ab dem 5. bis 7. Tag Ausbildung eines hämorrhagischen Exanthems, starke Blutungsneigung. |
| Komplikationen | Rapide Verschlechterung des Allgemeinzustands mit schwerem Krankheitsgefühl und äußeren und inneren Blutungen. Nach 10 bis 14 Tagen tritt bei Fortschreiten der Erkrankung der Tod im Herz-Kreislauf- oder Nierenversagen ein. |
| Diagnose | Klinische Verdachtsdiagnose gestützt durch labormedizinische Verfahren: Virusnachweis in Blut, Urin und Rachensekret, Antikörpernachweis |
| Therapie | Es ist nur eine symptomatische Therapie möglich. Optimale Pflege, intravenöse Flüssigkeitszufuhr und Behandlung der Komplikationen unter intensivmedizinischen Bedingungen. |
| Verlauf, Prognose | Je nach Virustyp beträgt die Sterblichkeit 50 bis 90 % |
| Vorsichtsmaßnahmen (Prophylaxe) | Ansteckungsvermeidung, Isolation von Erkrankten |
Was versteht man unter der Ebola-Viruskrankheit?
Die Ebola-Viruskrankheit ist eine schwere, akute, meist tödlich verlaufende tropische fieberhafte Erkrankung, die durch das zu den Filoviren gehörende Ebola-Virus ausgelöst wird. Sie kommt sporadisch in verschiedenen Regionen Afrikas vor und ist in den Jahren 1976 bis 2004 für Epidemien mit insgesamt etwa 1.900 Erkrankungen mit ca. 1.200 Todesfällen verantwortlich.
Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und hohem Fieber. Typisch für Erkrankungen aus der Gruppe der hämorrhagischen Fieber, zu der z.B. auch das Gelbfieber und das Dengue-Fieber gehört, ist eine erhöhte Blutungsneigung (hämorrhagisch = zu Blutungen neigend).
Benannt ist die Erkrankung nach einem Fluss in der Demokratischen Republik Kongo in Afrika, wo sie das erste Mal dokumentiert wurde.
Ursachen/Erreger
Die Ebola-Viruskrankheit wird durch eine Virusinfektion mit Ebola-Viren ausgelöst. Dieser ist ein RNA-Virus und gehört gemeinsam mit dem ebenfalls hoch infektiösen und gefährlichen Marburg-Virus zur Familie der Filoviren, der Fadenviren. Es sind vier verschiedene Serotypen des Virus bekannt, die nach den Regionen, in denen sie isoliert wurden, benannt sind: Ebola-Zaire (EBO-Z), Ebola-Sudan (EBO-S), Ebola-Elfenbeinküste (Ebola-C) und Ebola-Reston. Die ersten drei Virustypen stammen vom afrikanischen Kontinent und sind für die Ebola-Viruserkrankung des Menschen verantwortlich. Der vierte Virustyp, Ebola-Reston, wurde bei erkrankten Affen isoliert, die von den Philippinen in die USA und nach Italien
importiert worden waren. Im Gegensatz zu den anderen drei Virustypen löste er aber keine Erkrankung bei infizierten Menschen aus, die Kontakt zu diesen Affen hatten.
Das Ebola-Virus befällt primär Blut- und Leberzellen. Es vermehrt sich in der Wirtszelle. Die reifen Viren gelangen dann an die Zelloberfläche der Wirtszelle, wo sie ausgeschleust werden und ins Blut gelangen (Virämie).
Ursprung und natürliches Erregerreservoir des Ebola-Virus sind bislang nicht bekannt. Man geht davon aus, dass es sich um eine Zoonose handelt, dass das natürliche Erregerreservoir also in Afrika beheimatete Tiere sind, möglicherweise Affen.
Übertragungs- bzw. Ansteckungswege
Die Ebola-Viruskrankheit wird durch engen Kontakt mit den Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen von Erkrankten übertragen, es handelt sich also um eine Schmierinfektion. Besonders gefährdet ist also medizinisches Personal. Oberstes Gebot sind die strenge Isolation von Kranken und die engmaschige Überwachung von Personen, die Kontakt zu Erkrankten hatten.
Es wurden auch einzelne Fälle von Ebola-Fieber berichtet, bei denen sich Menschen bei infizierten Schimpansen, Gorillas und Waldantilopen angesteckt haben. Auch der Kontakt mit und der Verzehr von Schimpansenfleisch könnten bei einigen Epidemien eine Rolle gespielt haben. Eine Übertragung durch Insektenstiche, wie sie für andere tropische Fiebererkrankungen typisch ist, gilt als ausgeschlossen.
Inkubationszeit
Die Inkubationszeit der Ebola-Viruskrankheit beträgt vier bis 16 Tage, wobei die überwiegende Zahl der Erkrankungen fünf bis neun Tage nach der Infektion ausbricht.
Krankheitszeichen (Symptome)
Der Beginn der Ebola-Viruskrankheit ist häufig durch grippeartige Beschwerden gekennzeichnet. Typisch sind ein plötzlicher Fieberanstieg, extreme Schwäche, Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen sowie Entzündungen der Schleimhäute, insbesondere von Augen und Rachen. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfällen und Bauchschmerzen sowie einer Beeinträchtigung von Nieren- und Leberfunktionen. Entzündungen des Gehirns wie auch Hautausschläge werden beobachtet.
Besonders gefährlich sind die inneren und äußeren Haut- und Schleimhautblutungen, die bei schwerem Krankheitsgefühl etwa eine Woche nach Krankheitsbeginn auftreten. Besonders gefährlich sind Blutungen des Magen-Darm-Traktes und der Lunge. Bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung tritt schließlich der Tod im Nieren- oder Herz-Kreislauf-Versagen ein. Je nach Virustyp beträgt die Sterblichkeit 50 bis 90 %.
Diagnose
Gerade zu Beginn unterscheidet sich die Symptomatik der Ebola-Viruskrankheit kaum von anderen Viruserkrankungen wie der Virusgrippe, Masern oder Röteln. Im weiteren Verlauf kann sie mit anderen fieberhaften Tropenkrankheiten wie der Malaria und natürlich auch mit den anderen hämorrhagischen Fiebern wie dem Lassafieber, dem Gelbfieber, dem Dengue-Fieber oder der Marburg-Viruskrankheit verwechselt werden.
Dafür stehen in spezialisierten Labors unterschiedliche Verfahren zur Verfügung, die das Virus in Blut, Urin oder Speichel nachweisen können. Auch der Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Virus im Blut steht zur Sicherung der Diagnose zur Verfügung.
Neben dem Nachweis von Virus und Antikörpern können bei hämorrhagischen Verläufen typische Veränderungen im Blut diagnostiziert werden. So sind eine Erhöhung der Leberenzyme sowie ein Mangel an weißen Blutkörpern und Blutplättchen im Blutbild typisch.
Therapie
Obwohl einige hoffnungsvolle Wirkstoffe in der Entwicklung sind, gibt es bisher kein zugelassenes, wirksames Medikament als spezifische Therapie gegen Ebolaviren, die Erkrankung wird deshalb symptomatisch behandelt. Die Erkrankten sollten dabei unter strengen Isolationsvorkehrungen intensivmedizinisch behandelt werden. Da die Patienten meist stark austrocknen, muss besonders auf eine ausreichende Zufuhr von Elektrolyten und Flüssigkeit - oral oder intravenös - geachtet werden; auch die ausreichende Versorgung mit Sauerstoff muss kontrolliert, und wenn nötig, durch eine zusätzliche Sauerstoffgabe sichergestellt werden. Darüber hinaus müssen ggf. auftretende Komplikationen wie beispielsweise zusätzliche Infektionen behandelt werden. Zur Fiebersenkung und Schmerztherapie sollte auf Mittel wie Paracetamol zurückgegriffen werden. ASS und andere Schmerzmittel, die die Blutungsgefahr erhöhen, sind ungeeignet.
Alternative Behandlungsmöglichkeiten
Es sind keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten bekannt.
Verlauf, Prognose
Die Ebola-Viruskrankheit ist eine schwere Erkrankung, die je nach Virustyp in 50-90% der Fälle zum Tode führt, wobei Ebola-Z der mit einer Letalität von 90% der gefährlichste Virustyp ist. Besonders gefürchtet sind schwere Blutungen des Magen-Darm-Traktes sowie der Lunge und der Milz. Meist tritt der Tod nach 9-14 Tagen im Herz-Kreislauf- oder Nierenversagen ein. Kommt es nach Überleben der Erkrankung zu einer erneuten Infektion, ist die Sterblichkeit geringer.
Vorkommen, Häufigkeit
Die Ebola-Viruskrankheit kommt in West- und Zentralafrika vor. Epidemien sind aus folgenden Ländern bekannt: im Südsudan, Nord-Uganda, in der Republik Kongo, in Gabun und im Nord- und Südwesten der Demokratischen Republik Kongo. Weitere Fälle wurden in Kenia, an der Elfenbeinküste und in Nordwestkongo registriert.
Risikogruppen
Da das Ebola-Virus ausschließlich durch den engen Kontakt mit Erkrankten, mit deren Körperflüssigkeiten aber auch mit den Körpern verstorbener Erkrankter übertragen wird, sind in erster Linie enge Angehörige, die Kontakt mit den Erkrankten hatten, sowie die Beschäftigten des Gesundheitswesens gefährdet.
Die Art der Übertragung und die Tatsache, dass die bisher bekannten Ebola-Gebiete keine gängigen Reiseziele sind, sind dafür verantwortlich, dass der normale Urlauber in aller Regel nicht gefährdet ist. Nach Angaben des auswärtigen Amtes wird auch eine Epidemie bei vernünftigem Verhalten und entsprechenden Vorkehrungen für Reisende in der betroffenen Region keine wirkliche Bedrohung sein. Eine Einschränkung von Reisetätigkeit müsse jedoch im Einzelfall geprüft werden.
Anders verhält es sich mit Personen wie beispielsweise Entwicklungshelfern, Missionaren, Mitarbeitern von Hilfsorganisationen oder anderen Menschen, die in engen Kontakt mit der Bevölkerung der gefährdeten Regionen kommen.
Vorsichtsmaßnahmen/Prophylaxe
Obwohl einige hoffnungsvolle Kandidaten in der Entwicklung sind, ist bislang kein sicher wirksamer Impfstoff verfügbar und bis zur Einführung eines solchen kann es noch Jahre dauern. Bis dahin bleibt die Expositionsprophylaxe der einzig wirksame Schutz vor einer Infektion:
- Erkrankte müssen strikt isoliert werden
- Es müssen alle Personen, die möglicherweise engen Kontakt (Küssen, sexueller Kontakt, Hautkontakt mit Körperflüssigkeiten ect.) mit Erkrankten hatten, identifiziert und ebenfalls engmaschig überwacht werden; essentiell ist mehrmals tägliches Fiebermessen und eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus mit Isolation beim Auftreten von Temperaturen von über 38° C
- Die Bevölkerung in gefährdeten Regionen muss umfassend aufgeklärt und über Sicherheitsmaßnamen informiert werden (kein ungeschützter Körperkontakt, keine gemeinsame Benutzung von Gegenständen wie Besteck, Geschirr, Wäsche oder andere Hygieneartikel ect.)
- Personal des Gesundheitswesens muss umfassend aufgeklärt und über Sicherheitsmaßnamen informiert werden (Schutzkleidung, Handschuhe, Desinfektion)
- Auch die Leichen von an Ebola-Fieber Verstorbenen sind infektiös!
Es sind keine naturheilkundlichen Vorsichtsmaßnahmen oder eine Vorbeugung durch eine spezielle Ernährung bekannt. Aufgrund der Gefährlichkeit der Ebola-Viruskrankheit sollte von Experimenten bezüglich solcher Vorsichtsmaßnahmen in jedem Falle abgesehen werden!
Linktipps
Merkblatt des Auswärtigen Amtes für Reisende
www.auswaertiges-amt.de
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V.
Hier erhalten Sie Informationen zu Prophylaxemaßnahmen sowie Adressen von tropenmedizinischen Einrichtungen und Anlaufstellen
http://dtg.org/
Fit for Travel - Gesund auf Reisen
Allgemeine Informationen zu Reisekrankheiten wie dem Ebola-Fieber sowie Länderinformationen zum Erkrankungsrisiko für über 300 Reiseziele
www.fit-for-travel.de
Englischsprachige Informationen:
Informationen des US-Amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC)
www.cdc.gov
WHO: Informationen der WHO zum Ebola-Fieber sowie weiterführende Links mit Informationen über deren Ausbrüche
www.who.int
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