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Gimlet (Gin)

Der Gimlet ist ein klassischer Medium Cocktail, der klassischerweise gerührt wird, aber auch geshakt werden kann. Der Klient Terry Lennox in Raymond Chandlers Marlowe-Romanen trank ihn. Er soll auch Hemingways Lieblingsgetränk gewesen sein, was aber nicht belegt werden kann, zumal das auf sehr viele Drinks zugetroffen zu haben scheint. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Gimlet in Kreisen der Royal Navy getrunken. Außerhalb Englands dauerte es seinerzeit eine Weile, bis der Cocktail sich auch dort durchsetzte.

Der Name des Drinks bezieht sich auf den Gimlet, ein Gerät zum Öffnen von Fässern. Der Gimlet ist eigentlich ein 2-Komponenten-Drink, erhält aber durch die Zugabe einer Limettenzeste oder/und einem Spritzer Limettensaft eine spritzige Note und mehr Tiefe. Das Verhältnis zwischen Gin und Rose's Lime Juice kann man selbst bestimmen, je nach Geschmack. Bei einem Verhältnis von 1:1 spricht man übrigens von einem (recht süßen) Marlowe Gimlet. Die unten angegebene Rezeptur ähnelt der von Charles Schumann, nur dass dieser seinen Drink shakt und Zitronen statt Limetten verwendet, also einen Hauch weniger Säure verwendet.

 

Zutaten und Zubehör

  • 7 cl Gin
  • 3,5 cl Rose's Lime Juice
  • 2 Limettenkeile
  • Limetwist (Limettenschale)
  • Eiswürfel (Cubes)
  • Barlöffel
  • Rührglas
  • Barsieb (Strainer)
  • Vorgekühlte Cocktailschale oder Sour-Glas

 

Zubereitung (Stir/Rühren)

Die Zutaten werden mit den ausgepressten Limettenkeilen in ein vorgekühltes Rührglas gegeben und mit einem Barlöffel kurz dry (also ohne Eis) durchgerührt. Anschließend wird das Rührglas bis zum Rand mit Eis gefüllt und der Inhalt erneut durchgerührt. Schließlich wird der Drink in einen vorgekühlten Cocktailspitz oder ein vorgekühltes Sour-Glas double strained, also doppelt gesiebt. Zum Schluss wird das Glas mit einem Stück Limettenschale aromatisiert. Dazu kann man auch den Trinkrand des Glases mit etwas Limette befeuchten. Nun kann man servieren - aber ohne Eis und ohne Trinkhalm bitte.

Tipp:
Wichtig bei einem Gimlet ist es, die Zutatenmenge an die Basisspirituose anzupassen. Bei einem schwächeren Gin sollte man weniger Rose's verwenden und umgekehrt. Erhöht man den Anteil an Rose's Limejuice, wird der Drink süßer, feuchter. Ein solches Verhältnis, durchaus aber genießbar, wäre 5:3 oder gar 5:4. Das von uns angegebene Verhältnis bezieht sich auf den Gordon's oder einen vergleichbaren London Dry Gin mit 37,5%.

Ist der Gimlet wirklich in er Navy entstanden? Gut, dann müsste man traditionellerweise einen Plymouth-Gin verwenden. Doch ist ein (London) Dry Gin wegen der stärkeren Wachholdernote vorzuziehen. Statt Gin kann man auch auf Cornwijn zurückgreifen, also auf gelagerten Genever. Außerdem werden Gimlets immer eisgekühlt serviert. Durch das Rühren erreicht man es, so wenig Schmelzwasser wie möglich im Drink und zu haben und den Gimlet klar zu servieren. Shaken ist aber auch möglich.

Man kann den Lime Juice auch durch Limettensaft und Zucker ersetzen. Dann fehlt dem Drink aber die nötige Tiefe. 

 

Varianten

Originalversion Marlowe's Gimlet (5 cl London Dry Gin und 5 cl Rose's Lime Juice)
Schumanns Gimlet (6 cl London Dry Gin, 4 cl Rose's Lime Juice, 2 cl Zitronensaft) - geshakt!!!
Wodka Gimlet (Wodka statt Gin) - Originalversion
Schumanns Wodka Gimlet (4-6 cl Wodka, 3 cl Rose's Lime Juice, 3 cl Zitronensaft)

 

Zu den Zutaten

Gin
Unter Gin versteht man ein gewürztes alkoholisches Getränk, das aus stärkehaltigen Grundsubstanzen, meist Getreide oder auch Melasse, hergestellt wird. Unter Melasse versteht man den bei der Zuckerproduktion als Nebenprodukt anfallenden dunkelbraunen Zuckersirup. Dem Destillat werden bereits während der Gärung zur Aromatisierung verschiedene Gewürze beigegeben, das sind insgesamt bis zu über 100 verschiedene Substanzen. In der Hauptsache werden jedoch Wacholderbeeren oder Korianderkraut verwendet. Der Name Gin stammt möglicherweise von dem niederländischen Wort genever = Wacholder. In der Europäischen Union ist geregelt, dass der Mindestalkoholanteil bei 37,5 Volumenprozenten liegen muss. In der Regel besitzt ein guter Gin aber einen Alkoholgehalt von über 40 Volumenprozenten. Weiter hier >>>

Limetten oder Zitronen?
Zitronen und Limetten sind aus keiner Bar wegzudenken. Doch wo liegt der Unterschied zwischen beiden? Im Gegensatz zur Limette hat die Zitrone einen Säureanteil von 5%. Indes liegt ihr Zuckergehalt bei 2%. Die Limette dagegen enthält 7% Säure und 1,5% Zucker. Um Rezepte die für Zitronen oder Limetten ausgeschrieben wurden und abgewandelt werden sollen, gilt ein optimales Sauer-Süß-Verhältnis: Limette = 2:1,5 und Zitrone = 2:1.

Rose’s Lime Juice
Rose’s Lime Juice ist konzentrierter und gesüsster Limonensaft, der in sehr vielen Cocktailrezepten Verwendung findet. Rose’s Lime Juice wurde von Lauchlin Rose of Scotland im Jahre 1867 „erfunden“ und wurde damals an Reedereien verkauft, um dem Skorbut vorzubeugen, der damals eine ernstzunehmende Gefahr für die Matrosen auf hoher See darstellte.




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