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Einleitung

Ukraine - Der größte Staat Europas

Kiewer Kinder in Nationaltracht © goruma (A.Khomenko)

Das Wort Ukraine bedeutet ins Deutsche übersetzt "Grenzland", und das ist die Ukraine auch heute noch: Ein Grenzstaat im südlichen Osteuropa, der jenseits eines starken Wirtschaftsraumes liegt. Flächenmäßig ist die Ukraine - abgesehen von Russland - der größte Staat Europas. Große Teile des Landes sind von Flüssen durchzogen, der Fluss Dnepr oder Dnipro ist der drittlängste Fluss Europas, nach 2.200 km mündet er ins Schwarze Meer. Im westlichen Teil der Ukraine liegen die Waldkarpaten, hier befindet sich die mit 2.061 Metern höchste Erhebung des Landes, der Howerla. Im Norden gibt es noch Mischwald, in der Mitte und im Süden liegen die Waldsteppen und die dürregefährdeten Steppenzonen, die weitgehend als Ackerland genutzt werden. Natürliche Vegetation gibt es in der Ukraine fast nur noch in einigen wenigen Naturschutzgebieten, so dass lediglich noch ein Achtel der Landesfläche von Wald bewachsen ist, vorwiegend in den Gebirgen und im Norden der Ukraine, in Polesien, wo es Sümpfe und Seen gibt.

Jalta: Schwalbennest © goruma (A.Khomenko)

Das Schwarze Meer wurde schon von den Alten Griechen so genannt. Es wird durch die Halbinsel Krim vom Asowschen Meer getrennt. Als Russland 1997 die Unabhängigkeit der Ukraine anerkannte, gab es auch die Halbinsel Krim mit ihrem Marinehafen Sewastopol an die Ukraine ab; dafür erhielt Russland den größten Teil der Schwarzmeerflotte.

Seit der Unabhängigkeit der Ukraine wird der russische Anteil der Bevölkerung immer geringer. Die gebliebenen Russen leben heute vorwiegend auf der Krim, im stark industrialisierten östlichen Landesteil und in den zentralukrainischen Städten. Das Bevölkerungswachstum in der Ukraine ist aber sogar in Bezug auf die Gesamtbevölkerung seit 1990 rückläufig.

Das Land ist deutlich erkennbar in unterschiedliche Kulturräume gespalten: Der Osten ist eng mit Russland verbunden, der Westen fühlt sich eher Mitteleuropa zugehörig. Die Westukrainer werden auch "Bandery" (nach dem ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera), die Ostukrainer "Moskaly" (Moskautreu) genannt. Im Westen des Landes wird auch vorwiegend ukrainisch gesprochen, ukrainisch ist der Zahl der Sprecher nach die zweitgrößte slawische Sprache, man schreibt es in kyrillischer Schrift. In den Schulen wird mittlerweile ukrainisch als Muttersprache und russisch als Fremdsprache gelehrt, lange Zeit war dies umgekehrt. In der Ukraine besteht eine siebenjährige Schulpflicht, vom sechsten bis zum siebzehnten Lebensjahr. Hinsichtlich des Klimas ist die Ukraine sehr vielfältig: Das Festland liegt in der warmgemäßigten Klimazone, die Krim ist eher feucht und subtropisch. Die Kontinentalität steigt von Nordwesten nach Südosten an.

Die Ukraine ist zwar nach Russland der zweitwichtigste Staat innerhalb der GUS-Staaten, jedoch mangelt es hier noch immer an Reformbereitschaft. Die Umstellung hin zur Marktwirtschaft bereitet nach wie vor Probleme, außerdem kommen noch immer etwa 50% des Bruttonationaleinkommens aus der Schattenwirtschaft oder gar der Wirtschaftskriminalität. Noch immer ist die Landwirtschaft neben der Schwerindustrie besonders wichtig für die Ukraine. Außerdem leidet das Land an Energieknappheit und kann aus eigener Kraft nur etwa ein Fünftel des Eigenbedarfs decken.

Kiew: Maidan Nesaleshnosti © goruma (A.Khomenko)

In aller Munde war die Ukraine 1986 durch den bislang folgenschwersten Reaktorunfall aller Zeiten: Im Kernkraftwerk von Tschernobyl nördlich von Kiew ereignete sich die Katastrophe, durch die radioaktive Strahlung sind bis heute Teile der Ukraine, Weißrusslands und Russlands verseucht. In der Ukraine starben 125.000 Menschen an den Folgen des Unfalls, 3,5 Millionen sind Opfer der Folgen des Unfalls. Ein weiteres Ereignis, das die Ukraine lange in den Schlagzeilen der Weltpresse hielt, war die so genannte "Orangene Revolution" von 2004. Bei den Präsidentschaftswahlen waren Wiktor Janukowytsch und Wiktor Juschtschenko gegeneinander angetreten. Janukowytsch konnte die Stichwahlen zunächst für sich entscheiden, es gab jedoch zu viele Indizien für einen Wahlbetrug. Über Wochen gab es friedliche Massenproteste der Bevölkerung und die Wahlen wurden schließlich wiederholt, knapp errang Juschtschenko diesmal den Sieg. Er war während des Wahlkampfes an einer Dioxinvergiftung erkrankt, die starke Spuren in seiner Gesichtshaut hinterließ. Seit 2005 ist Juschtschenko Präsident der Ukraine.

Die Fußballnationalmannschaft der Ukraine nahm an der FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland teil - und das obwohl sie zu den allerjüngsten bei diesem Großereignis gehörte. Zwar war der Fußball in der Region schon immer die beliebteste Sportart, jedoch entstand die heutige ukrainische Nationalmannschaft erst, nachdem die UdSSR zerfallen war. Ukrainische Spieler waren schon zu früheren Zeiten sehr stark, viele wechselten aber ihre Staatsbürgerschaft, weil sie sich in Russland bessere Karrierechancen erhofften. So musste die Ukraine eine lange Durststrecke überstehen, während der es an Spitzenspielern mangelte. Durch neue Talente wie Andrij Schewtschenko und den Trainer Waleri Lobanowski wurde die Mannschaft immer stärker. Nachdem die Qualifikation zur Europameisterschaft 2004 misslang, konnte sich die Mannschaft für die Weltmeisterschaft 2006 qualifizieren.

Vom 8. Juni bis zum 1. Juli 2012 findet die 14. Fußball-Europameisterschaft statt. Sie wird von Polen und auch der Ukraine ausgerichtet. So hatte es das UEFA-Exekutivkomitee am 18. April 2007 in Cardiff beschlossen. Für das sportliche Großereignis, an dem letztmalig 16 Mannschaften teilnehmen werden (ab 2016 dann 24), hatten sich auch Griechenland, die Türkei, Italien, Kroatien und Ungarn beworben. Die Spiele werden auf vier polnische und vier ukrainische Stadien aufgeteilt, wobei das Endspiel in Kiew stattfinden wird. Die anderen ukrainischen Spielorte sind Donezk, Charkiw und Lemberg (Lwiw)

Nach dreimonatigen Protesten - vor allem auf dem Maidan-Platz in Kiew - die am 18./19. Februar 2014 wahrscheinlich 70 Tote und über 1.000 Verletzte gekostet hatten - wurde Präsident  Janukowitsch vom Parlament abgesetzt und die Opposition hatte bis zu vorgezogenen Neuwahlen am 25. Mai 2014 die Macht  im Land übernommen. Als Übergangspräsident wurde der Präsident des Parlaments bestimmt. Bei den Wahlen am  7. Juni 2014 wurde Petro Oleksijowytsch Poroschenko (geb.1965) zum neuen Präsidenten gewählt.
In diesem Jahr wurden Teile der Ostukraine mit Unterstützung aus Russland von Seperatisten besetzt. Das führte am 18. Juli 2017 dazu, das die "Volksrepubliken  Donezk und Luhansk" zu dem Staat Kleinrussland erklärt wurden.

Krim

Eine weitere Besonderheit bietet die Krim, die erst durch einen sowjetischen Verwaltungsakt von 1954 Teil der Ukraine wurde. Sewastopol der Hafen auf der Krim ist der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte.
Ausgelöst durch den Umsturz und die damit verbundene Absetzung des Präsidenten Viktor Janukowitsch in der Ukraine im Februar 2014 kam es auf der Krim zu starken - von Russland unterstützten - separatistischen Bestrebungen.
Nachdem vom Regionalparlament Sergei Aksjonow zum neuen Ministerpräsidenten der Krim durch das Regionalparlament ernannt worden war, wurde am 2. März 2014 die Gründung der Republik Krim erklärt und zur Legitimierung des Aktes die Durchführung eines Referendums beschlossen. Das Referendum fand bereits am 16. März 2014 statt. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti stimmten dabei 96,77% für einen Anschluss an Russland aus - bei einer Wahlbeteiligung von 83,1% .
Am 18. März 2014 unterschrieben die Russland und die Republik Krim einen Vertrag über die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation.
Nach Ratifizierung des Vertrages durch die russische Duma und des russischen Föderationsrats unterschrieb Präsident Wladimir Putin am 21. März 2014 das verfassungsändernde Gesetz.
Damit war die Republik Krim Teil Russlands geworden.
 

Bezeichnung des Landes Ukraine / Ukrajina
Staatsform Präsidialrepublik
Geografische Lage Die Ukraine liegt in Osteuropa und grenzt an Russland und Weißrussland im Osten und Norden, 
an Polen, die Slowakei und Ungarn im Westen sowie 
an Rumänien und Moldawien im Süden. 
Westlich wird die Ukraine von den Karpaten und dem Schwarzen Meer, südlich vom Asowschen Meer begrenzt.
Nationalflagge
Nationalhymne Schtsche ne wmerla Ukrajina (Ще не вмерла Українa). In deutscher Übersetzung: Die Ukraine ist noch nicht tot.
Einwohnerzahl ca. 45,7 Mio.
Ethnien 73 % ethnische Ukrainer, 
Russen: 11,36 Mio. (ca. 22%), 
Juden: ca. 486.000, 
Weißrussen: ca. 440.000, 
Moldawaner: ca. 325.000,
Bulgaren: ca. 233.000, 
Polen: ca. 219.000, 
Ungarn: ca. 163.000, 
Rumänen: ca. 135.000, 
Deutsche: ca. 40.000
Religionen Ukrainisch Orthodox (Patriarchat Kiew): 19%, Orthodox: 16%, Ukrainisch Orthodox (Patriarchat Moskau): 9%, Ukrainisch-Griechische Katholiken: 6%, Sonstige (andere orthodoxe, jüdische und protestantische Glaubensrichtungen), 38% ohne Bekenntnis
Sprachen Staatssprache: Ukrainisch; u
mgangssprachlich vielfach Russisch, regional auch Gagausisch, Slowakisch, Rumänisch, Polnisch, Ungarisch und andere
Hauptstadt Kyiw (Kiew) mit ca. 2,8 Mio. Einwohnern
Fläche 603.700 km² - ohne die Krim 577.620 km²
Höchster Berg Der Hora Hoverla mit einer Höhe von 2.061 m
Längster Fluss Der wasserreichste und ökonomisch wichtigste Fluss ist der Dnipro (Dnepr), der das Land von Nord nach Süd mit einer Länge von 2285 m durchzieht.
Flächengrößter See Der Kachowkaer Stausee am Fluss Dnepr mit einer Fläche von 2.155 km²
Internationales Kfz-Kennzeichen UA
Landeswährung 1 Hrywnja = 100 Kopeken
Zeitunterschied zur MEZ +1 h
Internationale Telefonvorwahl (0)380
Netzspannung, Frequenz 230 Volt und 50 Hertz.
(Es wird ein Adapter benötigt.)
Internet-TLD (Top Level Domain)  .ua

 






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