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UNESCO-Welterbestätten

UNESCO Welterbestaetten, Niederlande, Karte

Van-Nelle-Fabrik

Die Van-Nelle-Fabrik hat ihren Sitz westlich von Rotterdam in Schiedam in dem Van-Nelle-Weg 1.
Die Firma wurde im Jahr 1782 gegründet. Zwischen 1923 und 1931 war hier die Zentrale des Kaffee-, Tee-, und Tabakproduzenten van Nelle.

Die Familie hatte eigene Kaffeeplantagen auf Java und verarbeitete nur eigene Ernten. Der ehemalige Sitz wurde zu klein, und man vergab an das Architektenbüro Brinkmann van der Vlugt den Auftrag einen neuen Platz für die Firma zu finden und einen Entwurf für einen Neubau einzureichen. Der entstandene Neubau galt sofort als etwas Besonderes. Die Fassaden waren aus Glas und machten den Eindruck von Leichtigkeit.

Die Arbeit in der Produktion wurde dadurch erleichtert, dass man sich die Schwerkraft von einem Produktionsort zum nächsten zunutze machte. Die Niederlande stellten die Fabrik im Jahr 1986 unter Denkmalschutz als „Rijksmonument“. Ein solches muss mindestens 50 Jahre alt sein, und es muss nach holländischem Recht Bedeutung für die Wissenschaft oder einen kulturhistorischen Wert haben. Als die Produktion eingestellt wurde, begannen sofort Renovierungsarbeiten. Heute wird das achtstöckige und 300 m lange Gebäude als Büro und für Veranstaltungen genutzt. Mit ArchiGuides kann die Fabrik besichtigt werden.

Die Van-Nelle-Fabrik wurde im Jahr 2014 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätte aufgenommen.  

Beemster Polder

Der Beemster Polder ist eine Gemeinde in Nordholland zwischen Alkmaar, Hoorn und Purmerend. Ein Polder oder ein Koog ist das durch Entwässerung eines Meeres gewonnenes Land.
Im 16. Jahrhundert überflutete die See Städte und Dörfer und so wurde im Jahre 1607 die Trockenlegung von Teilen der Nordsee beschlossen und später in fruchtbares Weideland umgewandelt. Der Beemster Polder hat noch viele gut erhaltene Bauernhöfe und Windmühlen aus dem 17. Jahrhundert. Im Betje-Wolff-Museum sind die Einrichtungsgegenstände eines  Hauses aus dem 18. Jahrhundert zu bewundern.
Der Beemster Polder wurde im Jahr 1999 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätte aufgenommen.

Dampfpumpwerk von Wouda in Friesland

Das „Woudagemaal“ Dampfschöpfwerk liegt im Dorf Tacozijl am IJsselmeer - in Nähe der Stadt Lemmer.
Im Jahr 1913 entstand der Entwurf für den Bau und war ein Teil des Wasserbauprojekts "Zuiderzeewerke", das das IJsselmeer als ein Restmeer übrig ließ und die Provinz Flevoland aus dem Meer als Festland gewonnen wurde.
Zur Anlage gehören das Maschinenhaus, das Kesselhaus und die Fluttore. Das Schöpfwerk pumpt 4.000 m³ Wasser pro Minute ins Ijsselmeer. Das Schöpfwerks Wouda ist das weltweit einzige Dampfschöpfwerk, das noch in Betrieb ist. Es wird aber heutzutage nur noch bei Hochwasser eingesetzt.
Das Dampfpumpwerk wurde im Jahr 1998 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätte aufgenommen.

Festungsgürtel von Amsterdam

In den Jahren 1883 und 1920 wurde ein Festungsgürtel zur Verteidigung um Amsterdam herum angelegt, der eine Länge von ca. 135 km hat.
Er läuft von Zaandam bis Krommeniedijk. Es sind Becken eingerichtet, die man fluten kann, außerdem zahlreiche Forts und Schleusen zur Verteidigung. Die Wehranlagen haben einen Abstand von ca. 12 km. Die Stadt war somit in der Lage, das Umland bei Bedarf unter Wasser zu setzen. Die Forts wurden teilweise bis zur Aufnahme ins Weltkulturerbe als Gefängnisse genutzt.
Der Festungsgürtel von Amsterdam wurde im Jahr 1996 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätte aufgenommen

Historisches Zentrum von Willemstad © Curaçao Tourist Board

Hafen und Innenstadt von Willemstad (Antilleninsel Curaçao)

Die Insel liegt vor der Küste Venezuelas im karibischen Meer. Die Hauptstadt der Insel ist Willemstad. In der Innenstadt befinden sich zahlreiche historische Gebäude der niederländischen Kolonialarchitektur. Willemstad hat zwei getrennte Stadtteile, die durch eine Ponton-Brücke - Koningin Emmabrug – verbunden sind. Auf der Insel lebten seit 6.000 Jahren Indianer, deren Zeichnungen noch in der Hatohöhle zu sehen sind.
Nach Entdeckung der Insel durch die Spanier wurde die indigene Bevölkerung zu einem großen Teil als Sklaven auf das Festland verkauft. Im Jahr 1527 eroberten die Niederländer die Insel. Sie wurde danach zum Mittelpunkt des Sklavenhandels - bis im Jahr 1863 als der Sklavenhandel in den Niederlanden verboten wurde.
Hafen und Innenstadt von Willemstad wurden im Jahr 1997 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätte aufgenommen.

Mühlenanlagen in Kinderdijk-Elshout

In den Jahren 1722 bis 1761 wurden zur Entwässerung 19 Windmühlen bei Kinderdijk in Südholland erbaut, um Wasser in höher liegende Gebiete zu transportieren. Um dieses Vorhaben ausführen zu können, wurden auch Deiche, Rückhaltebecken, Talsperren und Pumpstationen errichtet.
Die Mühlenanlagen wurden im Jahr 1997 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätte aufgenommen

Polderlandschaft Schokland

Der Noordoostpolder, ein ehemaliger Teil der Zuidersee, der im Jahr 1942 trockengelegt wurde, wird heute für die Landwirtschaft genutzt. Schokland, eine ehemalige Insel, liegt im Gebiet des Noordoostpolders, der an das Zwarte Meer das Ketelmeer und an das Ijsselmeeres grenzt. Die Insel Schokland wurde schon ca. 200 Jahre v. Chr. bewohnt. Bei der Trockenlegung fand man Reste von Warften und Deichen. Die ca. 4 km lange Insel war zeitweilig in Privatbesitz. Im Jahr 1859 wurde vom König die Räumung der Insel wegen der Gefahr durch Sturmfluten angeordnet, und heutzutage ist nur noch die im Jahr 1834 erbaute Kirche erhalten.
Die Polderlandschaft wurde im Jahr 1995 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätte aufgenommen. 

Museum Schokland
Middelbuurt 3 in Ens
Tel: 0031-527-251396
E-Mail: info@schokland.nl
H et Flevo-landschap
Vlotgrasweg 11 in Lelystad
Tel. 0031-320-286111
E-Mail: info@flevolandschap.nl 

Rietveld-Schröder-Haus in Utrecht

Das Rietveld-Schröder-Haus entspricht einem Entwurf des niederländischen Architekten Gerrit Rietveld. Es ist ein Bauwerk der De Stijl-Bewegung. De Stijl nannte sich eine Gruppe von Malern und Architekten, die in Leiden eine Zeitschrift im Jahr 1917 gründeten. Künstler mit großen Namen wie Mondtian, Rietveld, van`t Hoff u. a.  schlossen sich der Bewegung an. Die neue Kunst sollte in den Alltag integriert werden, und so erhielt Rietveld den Auftrag, ein Haus funktional und modern zu konstruieren. Das durch die kubische Form auffallende Rietveld-Schröder-Haus wurde im Jahr 1924 fertig gestellt.
Das Rietveld-Schröder-Haus wurde im Jahr 2000 in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätte aufgenommen.

Wattenmeer

Das Wattenmeer wurde im Jahr 2009 in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbestätte aufgenommen, es ist grenzüberschreitend und liegt zum großen Teil auch in Deutschland.
Aufgrund der Bewegung des Mondes um die Erde kommt es an der Küste der Nordsee - u.a. im Gebiet des Weltnaturerbes - zu Ebbe und Flut. Während der Ebbe fallen große Teile der See vor den Küsten trocken, die während der Flut bis zu ca. 3 m unter der Wasseroberfläche liegen. Das geschieht innerhalb von 24 h zweimal.  Während der Ebbe fließt das Wasser über so genannte Priele ab, die oft recht tief und eine sehr starke Strömung besitzen. Das Watt ist ein sandiges oft auch fast schwarzes und sehr nähstoffreiches Biotop, das zahlreichen Tieren Lebensraum bietet. So kann man pro m2 bis zu 50.000  Wattschnecken und Tausende von Wattkrebsen finden.Und kaum ein Fleck des Watts ist nicht von den kleinen Sandhaufen der Wattwürmer bedeckt. Die hier lebenden Muscheln filtern pro Stunde bis zu drei Liter Wasser, um sich daraus ihre Nährstoffe herauszufiltern. Auf diese Weise wird durch die zahlreichen Muscheln innerhalb von spätestens drei Wochen das gesamte Wasser im Wattgebiet einmal gefiltert. Die Muscheln dienen ihrerseits den zahlreichen Vögeln als Nahrung.  Im Gebiet des Weltnaturerbes gibt es Sand-und Schlickwatt, Salzwiesen, Dünen, Strandinseln, Inseln und viele Buchten.
Eine ausführliche Darstellung des Watts finden Sie bei Goruma unter Wattlandschaften.

Grachten von Amsterdam

Niederlande, Amsterdam, Prinsengracht
Prinsengracht © goruma (Dr.Ramm)

Die bekanntesten Grachten (Kanäle) von Amsterdam sind zusammen ca. 10 km lang, haben eine Breite von ca. 27 m. Es sind die Spiegel-, Prinsen-, Heren-, Bloem- und Keizersgracht. Im Jahr 1612 wurde um
Amsterdam ein Grachtengürtel gelegt, wohl um die reichen Einwohner der Stadt zu schützen. Zusätzlich waren die Grachten wichtige Verkehrswege. Einige Grachten wurden allerdings im 19. Jahrhundert aus hygienischen
Gründen trocken gelegt, dort wurden später Straßen gebaut. Insgesamt gibt es in Amsterdam etwa 80 km befahrbare Kanäle, über die sich ca. 1.400 Brücken spannen.

Die Singelgracht wurde im Mittelalter als Festungsgraben errichtet. Sie ist mit dem Kloveniersburgwal die älteste Gracht des Amsterdamer Grachtengürtels. 
Die Spiegelgracht ist die Verbindungsgracht der Prinsengracht mit der Lijnbaansgracht und der Ziezeniskade. Hier stehen zahlreiche kleine, sehr schmale Grachtenhäuser aus dem 17 Jahrhundert. Das Trockenlegen des Kanals, um hier eine Straße zu bauen, wurde jedoch von den Bürgern verhindert. Die Prinsengracht ist ca. 3 km lang und liegt ein Stück entfernt von der Altstadt. Ebenso wie die Heren- und Keizersgracht war der Baubeginn der Prinsengracht im Jahr 1612.

Niederlande, Amsterdam, Gracht mit Brücke von 1772
Gracht mit Brücke von 1772 © goruma (Dr.Ramm)

An der Prinsengracht 263 bis 267 steht das Anne-Frank-Haus, in dem sich Anne Frank mit anderen Juden vom Juli 1942 bis zum Februar 1945 vor den Nazis verstecken musste, bis sie verraten und im KZ Bergen-Belsen im März 1945 ermordet wurde.

Die Bloemgracht liegt in der Innenstadt zwischen der Prinsengracht und der Lijnbaansgracht. Beidseitig stehen auffällig gebaute Häuser aus dem 17. Jahrhundert. Die Goldene Biegung ist wohl der Teil der Herengracht, der am meisten beeindruckt. Die Gracht wurde im Jahr 1663 bis zur Leidsegracht verlängert und erhielt eine künstliche Biegung.
Gesäumt ist die Gracht mit herrschaftlichen Häusern mit klassizistischen Giebeln, Balkonen sowie mit Gängen aus Marmor. Die Gärten wurden dem barocken Stil nachempfunden. Das Büro der niederländischen Handelsgesellschaft befindet sich hier und es gibt hier zahlreiche Banken und Versicherungsgesellschaften, sowie das Goethe-Institut und den Prins Bernhardfond.
Das Zolldepot Entrepotdok mit seinen zahlreichen Lagerhäusern steht unter Denkmalschutz, so dass die Lagerhäuser glücklicherweise nicht abgerissen werden durfen. Rembrandt van Rijn lebte übrigens bis zu seinem Tod im Jahr 1669 in der Rozengracht Nr. 184.
Die Grachten von Amsterdem wurden am 31. Juli 2010 in die Liste der UNESCO-Welterbestätten eingetragen.






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