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Kanarische Inseln, Kanaren: Feiertage, Veranstaltungen und Landessitten

Feiertage und religiöse Feste

 

DatumFeiertag
JanuarFestival Internacional de Música 
In Las Palmas de Gran Canaria
Februar / MärzCarnaval (= Karneval)
Überall auf den Inseln, aber v.a. in Santa Cruz de Tenerife sehr ausgelassen gefeiert.
Festival de Opera 
In Las Palmas de Gran Canaria
Día de Los Indianos (= Tag der Emigranten)
Es ist das größte Fest in Santa Cruz de La Palma.
MaiFestival de Ballet y Danza 
In Las Palmas de Gran Canaria
Corpus Christi 
In Arrecife auf Lanzarote gefeiert.
JuniAguaviva Festival
Das Freiluft-Festival ist alljährlich den ganzen Juni über und findet im Estadio de los Cristianos in Arona auf Teneriffa statt.
August / SeptemberFiesta de la Virgen del Pino
Wichtigstes religiöses Fest auf Gran Canaria. Es dauert zwei Wochen und hat seinen Höhepunkt vom 6. bis 8. September.
SeptemberEncuentro Teatral Tres Continentes 
In Agüimes auf Gran Canaria. Zu diesem Anlass treffen sich europäische, afrikanische und lateinamerikanische Theaterkompanien. 
Oktober / NovemberMuestra Internacional de Cine
In Las Palmas de Gran Canaria
Alle 5 JahreBajada de Nuestra Señora de las Nieves (= Herabkunft der Jungfrau vom Schnee)
Gefeiert auf La Palma alle fünf Jahre vom 21.06. bis 30.06. Es ist das größre religiöse Fest der Kanaren.

Darüber hinaus werden die Schutzheiligen in den jeweiligen Gegenden an bestimmten Tagen besonders verehrt. Ein wichtiger Ausdruck der spanischen Frömmigkeit sind die Prozessionen und volkstümlichen Wallfahrten (Romerias).

Markttag
Sehr empfehlenswert ist der Rastro, also der Trödelmarkt, der an jedem 1. Sonntag im Monat auf dem Parkplatz beim Hafengelände von Santa Cruz de la Palma stattfindet.

 

Kultur- und Sportveranstaltungen

Carnaval
Der überall auf den Inseln und v.a. in Santa Cruz de Tenerife sehr ausgelassen gefeierte Karneval der Kanaren ist das beste Beispiel um zu sehen, wie sehr die religiösen Riten der Eroberer mit den heidnischen Riten der Ureinwohner verschmolzen sind.

Lucha Canaria
Der „Kanarische Ringkampf“ ist ein sehr beliebter Kampfsport auf den Inseln und geht in seinen Wurzeln auf die Guanchen zurück. Die große Zahl von etwa 5.000 Ringern (span. luchaderos) verteilt sich auf geschätzte hundert Vereine überall auf den Inseln, zumal dieser Kampfsport von den kanarischen Schulen gefördert wird. Für den Kampf treten zwei Mannschaften mit jeweils zwölf Kämpfern gegeneinander an und ringen in drei 2-minütigen-Runden miteinander. Gewonnen hat derjenige, der zwei Runden für sich entscheiden kann. Verlierer ist der Kämpfer, der während des Kampfes den Boden mehr als einmal mit Händen, Schultern, Knie oder dem Kopf berührt. 

Salto del pastor
Auch der bemerkenswerte “Sprung des Hirten”, ein kanarischer Volkssport, geht auf die Guanchen zurück, welche eine etwa 3,5 Meter lange Holz-Lanze mit Metallstücken dazu verwendet hatten, felsiges Terrain zu überwinden. Die vor allem bei der jüngeren Generation sehr beliebte Sportart steht sogar in einem Wettkampf im Mittelpunkt, der einmal pro Jahr ausgetragen wird.

 

Die Guanche - Die Ureinwohner der Kanaren

Die Guanche waren die Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Sie sind im Zuge der spanischen Eroberungen im 15. Jahrhundert so schweren Oppressionen ausgesetzt worden, dass ihre bis dato noch immer steinzeitliche Kultur beinahe vollständig verloren ging. Dies lag zum einen an der harschen Unterdrückung der europäischen Eroberer, zum anderen aber auch am großen Interesse der Guanche an (technischen etc.) Neuerungen. Die Altkanarier wurden von den neuen Inselherren innerhalb der Kanarischen Inseln umgesiedelt, als Sklaven verkauft oder unter starkem Druck assimiliert. Resultat dieser forcierten Anpassung war, dass die Kultur der einheimischen Bevölkerung immer mehr verschwand und hinter der spanischen sehr bald unsichtbar wurde. Wie schnell und umfassend dieser Prozess verlaufen ist, erkennt man an dem Gleichstellungsbefehl aus dem Jahre 1514, der die Guanche mit den Spaniern rechtlich auf die gleiche Stufe hob. Ihre Kultur hat sich aber zu einem kleinen Teil auch mit der spanischen vermischen können. Daher gibt es noch viele Personen auf der Insel, die explizit altkanarische Wurzeln in sich tragen.
Wichtige Zeichen der einst regen Kultur der Guanche sind die vielen Höhlenmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert, die überall auf den Inseln zu sehen sind, insbesondere aber in den Cuevas von Agaete, Barranco de Balos, Gáldar, El Julán und Zarza. Ein besonderes Charakteristikum der Guanche ist auch der Umstand, dass sie keine Schrift zu haben schienen. Vielerlei Poesie wurde mündlich übertragen und später vom italienische Historiker Leonardo Torriani übersetzt. Doch ist die besondere Pfeifsprache El Silbo noch immer lebendig geblieben. Bei diesem einmaligen Kulturgut handelt es sich um eine von den Guanche entwickelte Möglichkeit, sich auch über größere Entfernungen hin verständigen zu können. Der Silbo ist heute ausschließlich auf der Insel La Gomera zu finden, wo er auch wieder in Schulen gelehrt wird.

 

Musik, Traditionen, Religion und Gesellschaft

Religiöse und soziale Sitten auf den Kanaren
Seit Jahrhunderten schon ist der römische Katholizismus die dominierende Religion auf den Kanarischen Inseln. 90% der Einwohner gehören ihr pro forma oder pro fide an, so dass die Kirche mit alle ihren Riten, Traditionen und Verpflichtungen eine sehr wichtige Rolle für das alltägliche Leben der Menschen spielt. Wichtigste kirchliche Initiationsriten sind die Taufe, die Hochzeit und die Beerdigungen. Doch Auflösungserscheinungen bezüglich des kirchlichen Lebens sind auch zu beobachten, etwa bei den sonntäglichen Messopfern, an denen nicht einmal mehr die Hälfte der Kanaren teilnimmt.
Was das soziale Leben anbetrifft, so ist es sehr mediterran. Gesellschaftliche Kontakte ereignen sich hauptsächlich außerhalb der Wohnungen, so dass auch Einladungen oder gesellschaftliche Veranstaltungen im eigenen Haus eher selten anzutreffen sind. Auch der alltägliche Lebensrhythmus kann mediterraner nicht sein. Auf den spät beginnenden Morgen folgt zwischen 14 und 17 Uhr eine recht lange Mittagspause (Siesta) mit gemeinsamem Familienessen, bevor nach ein paar weiteren Stunden Arbeit die recht geselligen Abende beginnen und oftmals bis in die Nacht hineinreichen. 

Timple – Musikalische Tradition
Beim Timple handelt es sich um ein der Gitarre ähnelndes Saiteninstrument, das eine große Verwandtschaft auch zur Ukulele aufweist und u.a. in der bekannten Werkstatt von Teguise (Lanzarote) hergestellt wird. Der auf die Berber zurückgehende Timple ist auch in der lateinamerikanischen (v.a. der kubanischen) Musik präsent und begleitet auf den Kanaren Tänze wie Isa, Folía und auch den Tajaraste, den einzig überlieferten Tanz der Guanche.

Virgen de Candelaria, Nuestra Señora de la Candelaria
Der Kult um die Jungfrau von Candelaria (einfach La Morenita genannt, von span. morena = brünett oder schwarz) geht auf das Erscheinen der Jungfrau Maria auf der Insel Teneriffa zurück. Religiöse Wallfahrtsstätte der Schwarzen Madonna ist die Stadt Candelaria. Dass die Madonna seit 1559 als Schutzheilige der Kanarischen Inseln gilt, geht auf eine Legende zurück, die von Alonso de Espinosa 1594 geschildert wurde. Im Jahre 1392 sollen zwei Guanchen-Ziegenhirten eine Statue der Jungfra Maria am Strand von Chimisay (Güímar) gefunden haben, die wohl in einer Hand ein Kind und in der anderen ein grünes Licht gehalten hat. Nachdem die beiden Hirten versucht hahaben, der Statue Schaden zuzufügen, erlitten sie selber körperliche Schäden. 1497 wurde die erste Messe zu Ehren der Statue abgehalten und im Jahre 1526 begann man den Bau der heutigen Basilica de Señora de la Candelaria. Nach der Zerstörung der Kirche im 19. Jahrhundert und dem Verlust der Statue in Folge einer Überschwemmung im Jahre 1826, ist im restaurierten Sakralbau leider nur noch die Kopie von Fernando Estévez zu sehen.






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