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Vögel in Deutschland

Algemeine Hinweise, Gedichte

Algemeine Hinweise
Auch Vögel sind ein gutes Maß für die Qualität der Umwelt. So sind von 1800 bis heute rund 80% der damaligen Anzahl an Vögeln verschwunden, davon rund 15% bis etwa 1960 und 65% bis heute. Das bedeutet, dass heute nur noch 20 Vögel umherfliegen, wo es früher 100 waren.
Dabei sind eine Reihe von Brutvogelarten ganz verschwunden – waren es früher rund 270 Brutvogelarten so sind es heutzutage noch 258. Unter in Deutschland nicht mehr brütenden Vogelarten sind beispielsweise die Blauracke, der Schlangenadler oder der Steinsperling. Und das Rebhuhn sowie der Seggenrohrsänger stehen kurz vorm Aussterben.
Neuzugänge sind dabei die Kanadagans, die Pekingente, die Nilgans oder die Rostgans. Und der Nandu ist mittlerweile als Brutvogel in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten.
Um dem Artensterben Einhalt zu gebieten, hatte der frühere Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie  Prof. Peter Bertold die Idee, dass jede Gemeinde etwa 10% ihrer Fläche als eine Art Biotop anlegt. Mittlerweile findet das Projekt zunehmend Unterstützung.
Interessant ist, dass sich in Berlin, der vogelreichsten Stadt Deutschlands, derzeit rund 150 Vogelarten die Stadt als Brutplatz ausgesucht haben.

Gedichte
1. Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle!
Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tirilier'n!
Frühling will nun einmarschier'n, kommt mit Sang und Schalle.

2. Wie sie alle lustig sind, flink und froh sich regen!
Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr, lauter Heil und Segen.

3. Was sie uns verkünden nun, nehmen wir zu Herzen:
Wir auch wollen lustig sein, lustig wie die Vögelein,
hier und dort, feldaus, feldein, singen, springen, scherzen.

Das folgende wehmütige Gedicht stammt von dem Lyriker Walter Lex (1887-1917). Die volksliedhafte Marschmelodie dazu schrieb Robert Götz (1892–1978).

  1. Wildgänse rauschen durch die Nacht
    Mit schrillem Schrei nach Norden –
    Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!
    Die Welt ist voller Morden.
   2.  Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,
    Graureisige Geschwader!
    Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,
    Weit wallt und wogt der Hader.
   3.  Rausch’ zu, fahr’ zu, du graues Heer!
    Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!
    Fahrt ihr nach Süden übers Meer –
    Was ist aus uns geworden!
   4.  Wir sind wie ihr ein graues Heer
    Und fahr’n in Kaisers Namen,
    Und fahr’n wir ohne Wiederkehr,
    Rauscht uns im Herbst ein Amen!

Greifvögel

Adler
Die Bezeichnung Adler ist keine biologische Bezeichnung, sondern ist eine mehr umgangssprachliche Bezeichnung. Man versteht darunter besonders große und beeindruckende Greifvögel mit einer imponierenden Flügelspannweite. Sie alle gehören zur Ordnung der Greifvögel und - mit Ausnahme des Fischadlers - zur Familie der "Habichtartigen" Adler sind und waren die beliebtesten Wappentiere.

  • Fischadler (Pandion haliaetus)
    Der 51-58 cm große Fischadler hat mit 145-165 cm eine verhältnismäßig große Flügelspannweite, die es ihm ermöglicht, sich mit seiner bis zu 2 kg schweren Beute wieder in die Luft zu erheben.
    Überall in Europa und auch in Deutschland ist der durch rücksichtslose Verfolgung, Zerstörung des Lebensraums und Giftstoffeintrag in die Gewässer sehr selten geworden.
    Sein Kopf und seine Unterseite sind weiß gefärbt, mit schwarzbraunem Wangenstrich und schwarzbraunem Fleck auf der Stirn.
    Oberseits ist er weitgehend dunkelbraun gefärbt.
    Das Weibchen ist größer, aber ansonsten vom Männchen nicht zu unterscheiden.
    Der Fischadler bewohnt bewaldete Meeresküsten sowie Ufer von Flüssen und Seen.
    Zum Bau seines gewaltigen Horstes hoch auf einem alten Baum trägt er starke Äste zusammen.
    Seine 2-4 Jungen sowie sich selbst ernährt er ausschließlich mit Fisch. Im Suchflug fliegt er in 20-50 m Höhe über die Wasseroberfläche bis er einen Fisch erspäht hat.
    Nach kurzem Rütteln legt er die Flügel an und schießt im Sturzflug herab. Dabei taucht er unter großer Gischt vollständig ins Wasser ein, um sich anschließend mit der Beute wieder zu erheben. Seine Füße sind ideal für den Fischfang ausgebildet. Die Zehen tragen scharfe Krallen, sind unterseits rau gekörnt und stehen sich versetzt gegenüber, so dass die glitsche Beute kaum entkommen kann.
    Im Oktober verlassen die Fischadler ihr Brutgebiet und ziehen in ihr Winterquartier in Afrika südlich der Sahara
  • Schreiadler

    Schreiadler © goruma
    Schreiadler
    Der Schreiadler ist der kleinste einheimische Adler. Er gehört zur Gattung der "echten Adler". Er ist nur 61-66 cm groß und hat eine Flügelspanne von 130-160 cm. Er besitzt ein dunkelbraunes Gefieder mit einem charakteristischen hellen Fleck auf der Oberseite der ausgebreiteten Flügel. Das Vorkommen des Schreiadlers ist in Deutschland auf Nordostdeutschland beschränkt, wobei er sein Brutrevier in dichten Laub- und Mischwäldern hat. Für die Brut seiner 2 Eier bezieht er häufig alte Nester von Bussarden oder Milanen im Kronenbereich alter Bäume. Das Besondere an diesem Adler ist, dass er nicht nur im Sturzflug oder von einem Ansitz aus jagen kann, sondern auch zu Fuß. Dabei stehen Mäuse, Frösche, Insekten, Schlangen und - selten - Aas auf seinem Speiseplan. Im September macht er sich wieder auf dem Rückweg in sein Winterquartier ins südliche Afrika.
  • Seeadler (Haliaeetus albicilla)
    Der in Europa heimische Seeadler ist 69-91 cm groß und hat eine Flügelspannweite von bis zu 225 cm. Im Gegensatz zum prächtigen Weißkopfseeadler, dem amerikanischen Wappenvogel, ist er recht schlicht gezeichnet. Sein Gefieder ist einheitlich braun gefärbt, nur der Kopf ist etwas heller. Der trotz zahlreicher Schutzmaßnahmen immer noch vom Aussterben bedrohte Seeadler lebt in Küstennähe oder an großen Binnenseen, wo er seinen Horst auf Felsklippen oder in den Kronen großer alter Bäume errichtet. Er ist standorttreu und bezieht seinen Nistplatz jedes Jahr wieder, so dass mit der Zeit prächtige Bauwerke entstehen. Seine zwei Jungen ziehen die Elterntiere gemeinsam auf. Die Hauptnahrung bilden Wasservögel, wie z.B. Enten, Gänse, Schwäne, Bläßhühner und Haubentaucher, aber auch größere Fische werden erbeutet. Die mitteleuropäischen Populationen bleiben auch im Winter in ihrem Revier und ziehen nicht in den Süden. In dieser nahrungsarmen Zeit fressen sie auch Aas in Form verendeter Wildtiere.
  • Steinadler (Aquila chrysaetos)
    Der majestätische Steinadler ist sicherlich ein Sinnbild für die unberührte deutsche Bergwelt. Mit einer Größe von 75-88 cm und einer Flügelspannweite von 190-230 cm gehört er zusammen mit dem Seeadler zu unseren größten Adlern. Er ist dunkelbraun gefärbt mit goldbrauner Tönung am Hinterkopf, die im auch den Namen Goldadler einbrachte. Seine Beine sind bis zu den Fängen befiedert. Das größere Weibchen ist vom Männchen im Aussehen nicht zu unterscheiden. Früher überall in Deutschland heimisch, findet man den Steinadler bei uns mittlerweile nur noch in menschenleeren, hochgelegenen Gebieten der Alpen. Seinen Horst errichtet er entweder in Felsnischen oder auf hohen Bäumen. Auf die Jagd nach Hühnervögeln bis zur Auerhahngröße und Säugetieren vom Hasen bis zu Jungtieren von Reh, Gämse oder Hirsch geht er in größere Höhen als sein Nistplatz liegt. So kann er bis zu 6 kg schwere Beute im Sinkflug zum Horst transportieren. Er ist aber durchaus in der Lage schwerere Beute zu schlagen, welche er dann an Ort und Stelle verzehrt. Das Weibchen legt 2-3 Eier, wobei meist nur ein Junges durchkommt. Die Aufzucht, die wie bei allen Greifvögeln von beiden Eltern durchgeführt wird, dauert nach dem Schlüpfen noch bis zu 11 Wochen. Auch dauert es 5-6 Jahre, ehe die jungen Steinadler selbst geschlechtsreif sind. Unsere heimischen Populationen bleiben das ganze Jahr ihrem Revier treu.

Bussarde
Unter Bussarden versteht man Vögel aus der Ordnung der Greifvögel, der Familie der Habichtartigen und der Gattung Bussarde (Buteo). In Deutschland gibt es nur eine Art der Gattung Bussarde - den Mäusebussard. Wobei der Wespenbussard der Gattung Wespenbussard (Pemis) angehört. Im Aussehen ähneln Bussarde der Gattung Adler (Aquila), unterscheiden sich von ihnen aber besonders durch ihre erheblich geringere Größe.
Der Schnabel der Bussarde ist relativ kurz und von seinem Ursprung an gebogen. Die Beine sind meist federlos. Ihr Gefieder ist auf der Unterseite stark quergebändert und ihr Schwanz ist relativ kurz. Die Weibchen sind in der Regel etwas größer als die Männchen
Bussarde ernähren sich von Kleinsäugern, wie Mäusen sowie von Vögeln, sie verschmähen aber auch keine Regenwürmer oder Reptilien. Bei Besitzern von Hühnern sind diese Vögel wenig beliebt, da sie dieses Federvieh gerne als Beutetier ansehen. Ihre Beute schlagen sie fast immer nach einem am Boden. Dabei jagd das Tier gerne von Bäumen oder Sträuchern aus.

  • Mäusebussard (Buteo buteo)
    Der Mäusebussard ist einer der häufigsten europäischen Greifvögel. Mit seinen 51-56 cm Körpergröße und 117-137 cm Spannweite reicht er nicht an die Ausmaße eines Adlers heran, ist jedoch deutlich größer als die verschiedenen Falkenarten. Seine Gefiederfärbung ist sehr variabel und reicht von dunkelbraun bis fast weiß, wobei die Unterseite stets relativ hell ist. Im Flug ist die deutliche Querbänderung der Flügel- und Schwanzunterseite zu erkennen. Häufig kann man den Mäusebussard im Gleitflug beobachten. Seine an das Miauen einer Katze erinnernde „hiääh-hiääh“ Rufe sind weithin hörbar und brachten ihm früher den Namen Katzenaar ein (Aar = altdeutsch für Adler). An den Lebensraum stellt er keine besonderen Anforderungen und auch die Nähe von menschlichen Siedlungen stört ihn nur wenig. Er benötigt lediglich hohe Bäume für den Bau seines Nestes (Horst) und freie Flächen für die Jagd. So findet man ihn an Waldrändern, über offenen Kulturflächen, im Gebirge sowie auch in Mooren und Flußniederungen. Als Hauptnahrungsquelle dienen Feldmäuse, aber auch andere Kleintiere wie Feldhamster, Maulwürfe, Eidechsen und Schlangen verschmäht er nicht. Im Winter frisst er zudem Aas. Die Jagd wird entweder vom Ansitz ausgeführt oder aus dem Gleitflug heraus. Als Ansitz dient nahezu alles, was ihm eine erhöhte Sitzposition ermöglicht: Baumstümpfe, Zaunpfosten, Heuhaufen, große Steine. In jungen Pflanzungen werden so genannte … aufgestellt und vom Mäusebussard gerne angenommen. So wird verhindert, dass die Nagerpopulation in diesen häufig eingezäunten Bereichen zu groß wird und Schaden an den jungen Pflanzen anrichtet. Der Horst für die Aufzucht seiner 3-4 Jungen wird über viele Jahre wieder verwendet.
  • Rauhfußbussard (Buteo lagopus)
    Der 51-61 cm große Rauhfußbussard hat eine Flügelspannweite von 130-152 cm und ist somit etwas größer als der ihm sehr ähnlich sehende Mäusebussard. Sein Gefieder variiert ebenfalls und kontrastreich wechseln sich weiße und dunkelbraune Bereiche ab. Häufig ist der Kopfbereich weiß. Seine Füße sind bis zum Zehenansatz befiedert. Im Flug lässt er sich anhand eines dunklen Flecks auf fast weißem Untergrund an den Flügelunterseiten erkennen. Das Weibchen ist in der Regel größer als das Männchen. Der Rauhfußbussard ist ebenfalls ein Zugvogel, aber im Gegensatz zum Wespenbussard verbringt er den Winter in unseren Breiten und den Sommer im hohen Norden, Skandinavien und Sibirien, wo er seine 3-5 Jungen aufzieht. Seinen Horst baut er in hohen Bäumen, aber in baumlosen Gegenden auch am Boden oder auf Felsvorsprüngen. Zur Jagd auf Kleinsäuger und Nagetiere, wie Mäuse, Maulwürfe und Lemminge verharrt er meist am Boden leicht erhöht auf Erdschollen, Maulwurfshügeln oder niedrigen Büschen.
  • Wespenbussard (Pernis apivorus)
    Der 51-58 cm große Wespenbussard hat eine Flügelspannweite von 119-127 cm und gehört-  wie erwähnt - nicht zur Gattung Bussarde (Buteo), sondern zur Gattung Wespenbussarde (Pernis). Er hat eine sehr variable Gefiederfärbung mit brauner Grundfärbung und dunkleren Flecken und Querbändern. Kopfplatte und Wangen sind schiefergrau. Er ist in ganz Deutschland verbreitet, aber seltener als der Mäusebussard. Sein bevorzugter Lebensraum sind gut strukturierte Laubwälder mit Lichtungen. Seinen Horst errichtet er häufig auf alten Krähennestern, baut aber auch selbst in hohen Bäumen. Seinem Namen macht er alle Ehre, da er als ausgesprochener Nahrungsspezialist Wespen, Bienen und Hummeln ausgräbt und sich von diesen und deren Larven ernährt. Insbesondere die saftigen Larven werden zur Aufzucht der Jungvögel verwendet. Nur selten frisst er auch andere Insekten, Käfer, Heuschrecken und kleine Wirbeltiere. Im Segelflug macht er am Erdboden bewohnte Nester aus, indem er den Ein- und Ausflug an den Erdlöchern beobachtet. Der Wespenbussard hat auf Grund seiner Ernährungsgewohnheiten einige für Greifvögel untypische Merkmale ausgebildet, wie den Grab- oder Scharrfuß mit nur leicht gekrümmten Krallen sowie eine dichte, schuppige und harte Befiederung im Kopfbereich an der Schnabelwurzel und schlitzförmige Nasenlöcher - als Schutz gegen Wespenstiche. Als echter Zugvogel kehrt der Wespenbussard erst im April aus seinem Winterquartier in Afrika südlich der Sahara zurück, um bei uns seine 2 Jungen aufzuziehen. Bereits im September macht er sich wieder auf den Rückweg. Auf der Roten Liste ist er als gefährdet eingestuft.

Milane

  • Schwarzer Milan (Milvus migrans)
    Der Schwarze Milan ist 56-60 cm groß und besitzt eine Spannweite von 130-150 cm. Sein Gefieder ist durchgehend dunkelbraun gefärbt und sein Schwanz ist nur leicht gegabelt. Beide Merkmale helfen bei der Unterscheidung von seinem nahen Verwandten, dem in Kroatien nicht vorkommenden Roten Milan.
    Als Lebensraum bevorzugt er lichte Laubwälder und Feldgehölze in der Nähe von größeren Gewässern. Seinen Horst baut er in der Krone von Laubbäumen. Diesen polstert er mit allerlei weichem Material aus und verwendet dazu auch Papierfetzen und Lumpen.
    Der Schwarze Milan ernährt sich hauptsächlich von Fisch. Geschickt fängt er tote oder geschwächte Fische an der Wasseroberfläche oder frisst angeschwemmtes Aas. Er jagt aber auch anderen großen Vögeln gelegentlich ihre Beute ab und fängt selbst zur Brutzeit Wasservögel sowie verschiedene Kleintiere.
    Bei knappem Nahrungsangebot findet er sich zudem auf Mülldeponien ein. Den Winter verbringt er als Ganzjahresvogel im südlichen Europa (Griechenland, Türkei) oder zieht nach Zentral- und Südafrika. Unterarten des Schwarzen Milans kommen sogar in Australien vor.
  • Roter Milan (Milvus milvus)
    Der Rote Milan ist bis 61 cm groß und besitzt eine Spannweite von 145-155 cm. Sein tief gegabelter Schwanz und die namensgebende rotbraune Gefiederfärbung unterscheiden ihn vom Schwarzen Milan. Auf der Flügelunterseite besitzt er im äußeren Drittel deutliche, helle Bereiche. Auch sein Kopf ist heller vom restlichen Körper abgesetzt. In seinem Gesamterscheinungsbild ist er schlanker als z.B. der Mäusebussard. Er lebt in Landschaften, in denen sich Laubwald und offene Flächen abwechseln. Er fliegt viel im Gleit- und Segelflug. Bei der Nahrung ist er nicht sehr wählerisch. Er erbeutet Fasane, Junghasen, Maulwürfe, Eidechsen und Schlangen, begnügt sich aber auch mit Käfern, kleineren Insekten und Regenwürmern. Er verschmäht aber auch Aas nicht und sucht Straßenränder und Bahndämme nach überfahrenen Tieren ab. Zudem ist er in der Lage, auch größere Vögel wie Krähen oder Möwen in der Luft zu schlagen. Seinen Horst baut er in der Krone alter Laubbäume. Diesen polstert er, wie der Schwarzmilan mit allerlei weichem Material aus und verwendet dazu auch Papierfetzen und Lumpen. In Deutschland ist er nur während der Brutzeit anzutreffen und überwintert im Mittelmeerraum von Südeuropa und Nordafrika. Ganzjährig findet man ihn z.B. in Südfrankreich, Süditalien und Spanien.

Habicht (Accipiter gentilis)
Wie beim nahe verwandten, aber deutlich kleineren Sperber sind auch Männchen (48 cm) und Weibchen des Habichts (61 cm) unterschiedlich groß. In der Gefiederfärbung unterscheiden sich die Geschlechter allerdings kaum. Die Färbung der Oberseite reicht von graubraun (m) bis schiefergrau (w). Die Unterseite ist schwarz-weiß quergebändert. Der Habicht bewohnt bevorzugt Nadelwälder mit altem Baumbestand. In der Krone alter Bäume bauen die Elterntiere zusammen ein großes Nest aus aus Ästen und Zweigen von Nadelbäumen, welches gut ausgepolstert wird. Gelegentlich werden auch verlassenen Bussardhorste bezogen. Während das Weibchen allein die 2-4 Eier bebrütet, wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Das Männchen schlägt hauptsächlich Vögel vom Sperling bis zur Taube, ähnlich dem Sperber, in vollem Flug aus der Luft. Das größere Weibchen ist in der Lage auch Rabenvögel, Eichhörnchen, Kaninchen und Hasen zu erbeuten. Die reviertreuen Habichte verlassen auch im Winter ihr Brutgebiet normalerweise nicht.chtet. Das Weibchen legt noch im Januar nur ein einziges Ei, welches beinahe zwei Monate bebrütet werden muss. Anschließend werden die Jungvögel noch bis zu 4 Monate aufgezogen bis sie sich fliegen und sich selbstständig mit Nahrung versorgen können.

Sperber (Accipiter nisus)
Männchen (28 cm) und Weibchen des Sperbers (38 cm) unterscheiden sich deutlich in ihrer Größe. Die Grundzeichnung beider Geschlechter ist sehr ähnlich, das Männchen ist jedoch auffälliger gefärbt. Er hat eine blaugraue Oberseite mit einer rotbraun-weiß quergebänderten Unterseite, während Sie eine braungraue Oberseite und eine grau-weiß quergebänderte Unterseite besitzt. Der im Sitzen gedrungen und buckelig wirkende Sperber jagt ausgesprochen wendig im Verfolgungsflug kleine Vögel bis hin zur Taubengröße. In seinem natürlichen Lebensraum, Nadel- und Mischwälder mit angrenzenden Freiflächen, machen Tannenmeisen, Kohlmeisen und Buchfinken einen Großteil der Beute aus, wohingegen in stadtnahen Gebieten Sperlinge und Grünfinken die Hauptnahrungsquelle bilden. Sein Nest errichtet der Sperber bevorzugt in Fichten oder Kiefern. Das Weibchen legt 4-5 Eier und brütet allein, während das Männchen sie mit Nahrung versorgt. In vielen Regionen Europas ist er ganzjährig anzutreffen. Die Brutvögel aus dem Norden verbringen den Winter meist in Südfrankreich oder Spanien.

Weihen (Circinae)
Die Weihen bilden eine weitere Unterfamilie der Greifvögel mit 3 Gattungen und 17 Arten. Bei uns heimisch sind Rohrweihe, Kornweihe und Wiesenweihe aus der Gattung Circus. Weihen sind mittelgroße Greifvögel, die offene Landschaften bewohnen und ihren Horst am Boden bauen. Charakteristisch sind zudem ihr gaukelnder Flug und ihre akrobatischen Flugspiele zur Balzzeit.

  • Rohrweihe (Circus aeruginosus)
    Die Rohrweihe ist mit ihren 48-56 cm und 116-125 cm Spannweite die größte heimische Weihe und kommt fast in ganz Europa vor. Ihr Gefieder hat eine rostbraune Grundfärbung. Der Kopf ist hellbraun bis beige gefärbt und hat einen angedeuteten Gesichtsschleier. Schwanz und Armschwingen sind dunkelbraun. Die Rohrweihe bevorzugt große Röhrichtflächen an Seen und Teichen, in deren Uferzonen sie gut versteckt in dichter Vegetation am Boden einen wenig kunstvollen Horst aus Schilf und Gräsern baut. Dort hinein legt das Weibchen 3-6 Eier, welche es auch allein ausbrütet. Dabei wird es aber vom Männchen mit Futter versorgt. Auf der Suche nach Nahrung fliegt die Rohrweihe knapp über dem Boden oder der Wasseroberfläche, wobei ihre Flügel von vorne betrachtet die typische V-Form bilden. Ihre Nahrung besteht aus Wasservögeln bis zur Bläßhuhngröße oder Kleinsäugern wie Bisamratten oder Schermäusen. Im Frühjahr ist sie auf die Jagd auf die Küken von Enten, Rallen, Möwen und Tauchern spezialisiert. Bereits im Spätsommer machen sie sich wieder auf den Weg in ihr Winterquartier, welches sie im tropischen Afrika aufschlagen. Die Südeuropäischen Populationen bleiben in ihrem angestammten Revieren.
  • Kornweihe (Circus cyaneus)
    Die Kornweihe misst 43-51 cm und hat eine Flügelspannweite von 100-110 cm. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht nur in der Größe - das Weibchen ist größer – sondern auch erheblich im Aussehen. Während das Männchen oberseits bis auf die schwarzen Flügelspitzen fast einfarbig hellgrau ist und einen weißen Bauch hat, ist das Weibchen oberseits einfarbig braun mit weißem Bürzel und unterseits durchgehend weiß-braun quergebändert. Neben Röhrichtflächen, lebt die Kornweihe auch in Mooren, auf Brachflächen und Ackerland. Ihren Horst baut sie leicht erhöht an einem trockenen Standort am Boden, umgeben von dichtem Pflanzenbewuchs. Nicht selten lässt sie sich aber auch in Getreidefeldern nieder. Ihr Nahrungsspektrum und ihre Jagdgewohnheiten ähneln denen der Rohrweihe. Da sie aber auch viel über Land unterwegs ist, erbeutet sie auch Hühnervögel. Das legt Weibchen 3-6 Eier, welche es auch allein ausbrütet. Dabei wird es aber vom Männchen mit Futter versorgt. Den Winter verbringen unsere heimischen Populationen im Mittelmeerraum oder in Nordafrika.
  • Wiesenweihe (Circus pygargus)
    Die Wiesenweihe ist unsere kleinste heimische Weihe. Sie ist mit 41-46 cm und einer Spannweite von 105-120 cm kleiner und schlanker als die Kornweihe. In ihrer Zeichnung sind beide Geschlechter der Kornweihe sehr ähnlich. Das Männchen ist oberseits asch- bis blaugrau, hat schwarze Flügelspitzen und weißen Bauch. Das größere Weibchen ist oberseits einfarbig braun mit weniger deutlichem weißen Bürzel und unterseits durchgehend weiß-braun quergebändert. Ihr bevorzugter Lebensraum sind ausgedehnte Feuchtwiesen zwischen Bächen, Flüssen und Wasserarmen. Man findet sie aber auch in Brüchen, Mooren und Heidelandschaften. Ihr Nest errichtet sie am Boden im Röhricht oder hohen Gras aus trockenem Pflanzenmaterial. Dort hinein legt das Weibchen 3-5 Eier, welche es auch allein ausbrütet. Dabei wird es aber vom Männchen mit Futter versorgt. Aus bodemnahen Suchflug erbeutet die Wiesenweihe Mäuse, Kleinvögel, Insekten, Schlangen und Eidechsen. Den Winter verbringt sie im tropischen Afrika oder Asien

 

Falken

Falke

Falke auf Berliner Eisfabrik© goruma (Dr.Ramm)

Die Falken (Falco) sind eine Gattung aus der Unterfamilie der Eigentlichen Falken (Falconinae) und der Familie der Falkenartigen (Falconidae).
Sie gehören nicht zu den Greifvögeln sondern bilden eine eigene Gattung.
Die Vögel haben meist einen langen Schwanz und spitze Flügeln. Sie besitzen einen hakenförmig nach unten gebogenen Oberschnabel- den so genannten Falkenzahn.
Dieser Zahn unterstützt ihren Biss in den Nacken oder den Hinterschädel des Beutetiers, um es zu töten. Die Gattung der Falken (Falco) ist weltweit weit verbreitet und umfasst 39 verschiedene Arten.
Davon kommen in Mitteleuropa Baumfalken, Rotfußfalken, Sakerfalken, Turmfalken sowie Wanderfalken als Brutvögel vor. Falken bauen im Gegensatz zu den Greifvögeln keine Nester, sondern brüten in den Nestern anderer Vogelarten oder in Mulden an Felswänden, Gebäuden oder auf Bäumen.
Die meisten Falken schlagen ihre Beute in der Luft und fast nur der Turmfalke sucht seine Beute mittels des Rüttelns am Boden. Besonders interessant ist die Jagdmethode des Wanderfalken.
Dieser bis zu ca. 300 km/h schnelle Vogel rammt seine Beute mit seinen Füßen und Krallen mit einer so großen Energie, dass das bereits meist zum Tod führt.
Ihre Beute besteht neben Vögeln bis zur Größe einer Taube auch aus kleineren Säugetieren, Reptilien und Amphibien.

  • Baumfalke (Falco subbuteo)
    Der 30-36 cm große Baumfalke ist in Europa ein reiner Brutvogel. Sein Winterquartier bezieht er in Süd- und Ostafrika. Männchen und Weibchen sind in ihrer Färbung nicht zu unterscheiden; das Weibchen ist jedoch etwas größer. Die Gefiederoberseite ist einheitlich dunkelbraun gefärbt, mit Ausnahme der weißen Kehle und einem schmalen weißen Halsband mit markantem dunklem Bartstreif. Bauch und Brust sind weiß mit schwarzer Querbänderung, Schwanzunterseite und Beinkleid sind rötlich eingefärbt. Der Baumfalke bewohnt lichte Wälder, Waldränder und offene Landschaften mit Baumbestand, häufig aber nicht ausschließlich in Gewässernähe. Seine Brut zieht er auf Bäumen in alten Krähen- oder Greifvogelnestern auf. Die bis zu 5 Eier werden vom Weibchen weitgehend allein ausgebrütet, während das Männchen die Nahrungsversorgung übernimmt. Die Beute wird ausschließlich in der Luft erjagt und mit den kräftigen Fängen gepackt, dabei jedoch meist nicht getötet. Hauptnahrungsquelle sind Kleinvögel, darunter auch schnelle Flieger wie Lerchen, Schwalben und Mauersegler, aber auch Insekten, wie z.B. Libellen, sind Teil des Nahrungsspektrums. Wie alle Falken besitzt auch der Baumfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem so genannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute. Zum Fressen oder um seine Beute für die Fütterung von Weibchen oder Jungtieren vorzubereiten, bringt er sie zu einem Rupfplatz auf einem Ast, um mit seinem scharfen Schnabel die Federn.
  • Turmfalke (Falco tinnunculus)
    Beim 34 cm großen Turmfalken lassen sich Männchen und Weibchen anhand ihrer Gefiederfärbung eindeutig unterscheiden. Das Männchen besitzt einen blaugrauen Kopf und grauen Schwanz sowie einen rotbraunen Rücken und rotbraune Flügeloberseiten mit schwarzen Tropfenflecken. Das Weibchen hingegen ist einheitlich rostbraun gefärbt und vom Kopf an durchgängig schwarz quergebändert. Die Unterseite beider Geschlechter ist hellbraun mit weniger stark ausgeprägter Querbänderung und einer schwarzen Endbinde an der Schwanzunterseite. Der Turmfalken gehört zu den häufigsten Greifvögeln Europas. Dies liegt an den vielfältigen Lebensräumen, die er erobert hat. Man findet ihn in offenen Landschaften, an Waldrändern, in Mooren, im Gebirge und in Städten. In seinen natürlichen Lebensräumen brütet er in alten Krähen- oder Greifvogelnestern und in Baumhöhlen oder Felsspalten. In der Stadt oder auf Dörfern trifft man ihn nicht selten in hohen Gebäuden, wie z.B. Kirchtürmen an. So kam der Turmfalke auch zu seinem Namen. Gerne nimmt er eigens installierte Nistkästen in und an Gebäuden an. Seine Beute, hauptsächlich Mäuse aber auch Heuschrecken, Käfer und Grillen, erbeutet er meist aus dem Rüttelflug. Dabei steht der Vogel mit rüttelndem Flügelschlag an Ort und Stelle in der Luft, zum Beispiel über einem Mauseloch. Zeigt sich dann das Beutetier, geht der Turmfalke in den Sturzflug über und schießt blitzschnell zu Boden, um die Beute mit seinen kräftigen Fängen zu packen. Dabei wird sein Opfer meist jedoch nicht getötet. Wie alle Falken besitzt der Turmfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem sogenannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute. Die 4-6 Eier werden vom Weibchen weitgehend allein ausgebrütet, während das Männchen die Nahrungsversorgung übernimmt. In Mittel- und Südeuropa ist der Turmfalke das ganze Jahr über anzutreffen. Die nördlichen Brutvögel, z.B. aus Skandinavien, ziehen im Winter nach Süden.
  • Wanderfalke (Falco peregrinus)
    Der immer noch gefährdete und unter Naturschutz stehende Wanderfalke ist mit 38-48 cm der größte, in Mitteleuropa vorkommende Vertreter der Gattung Falco. Nur der skandinavische Gerfalke (Falco rusticolus) ist größer. Männchen und Weibchen lassen sich anhand ihrer Gefiederfärbung kaum unterscheiden, letzteres ist etwas dunkler gefärbt. Generell ist das Weibchen (43-48 cm) aber größer als das Männchen (38-41 cm). Die gesamte Oberseite, Kopf, Rücken und Schwanz sind schiefergrau gefärbt. Charakteristisch ist sein breiter schwarzer Backenstreif. Die cremefarbene Unterseite, sowie die Federhosen sind mit einer zarten schwarzen Querbänderung versehen. Schnabel, Füße und Augenring sind von kräftig gelber Farbe. Je nach Lebensraum, von der Küste bis ins Gebirge, brütet der Wanderfalke in unzugänglichen Felsnischen oder seltener in alten Greifvogelhorsten. Auch seine bevorzugte Beute hängt vom Nahrungsangebot des jeweiligen Lebensraums ab. So erbeutet er Vögel von Meisen- bis zur Größe von Tauben. Anders als die anderen heimischen Falkenarten, ernährt er sich größtenteils von Vögeln, die er in der Luft schlägt. Dabei schießt er im Sturzflug mit 300 rund km/h auf sein Opfer herab und tötet oder betäubt es durch einen Hieb mit den Krallen, so dass es zu Boden stürzt. Das wehrlose Tier nimmt er dann geschickt im Flug vom Boden oder von der Wasseroberfläche auf, um es an seinem Rupfplatz in Ruhe zu verzehren. Wie alle Falken besitzt der Wanderfalke an den Seiten seines Oberschnabels eine scharfkantige Ausbuchtung, die in eine Einkerbung in der Unterseite passt. Mit diesem sogenannten „Falkenzahn“ durchtrennt er die Halswirbelsäule seiner Beute. Im März legt das Weibchen mit jeweils einigen Tagen Abstand 3-4 Eier. Das Brüten ist hauptsächlich ihre Aufgabe des Weibchens, nur gelegentlich wird sie vom Männchen abgelöst. Dieses übernimmt dafür den Großteil der Nahrungsversorgung. Nach dem Schlüpfen dauert es noch bis in den Oktober bis die Jungvögel völlig unabhängig sind. Anders als es sein Name besagt sind Wanderfalken relativ reviertreu und die mitteleuropäischen Bestände ziehen auch im Allgemeinen m Winter nicht in den Süden. Nur die im hohen Norden lebenden Populationen verbringen die kalte Jahreszeit teils im tropischen Süden.

Eulen (Strigiformes)

Eine junge Eule

Eine junge Eule © goruma (T.Kruse)

Allgemeines
Eine Eule, zu deren Familie auch Käuze und Uhu gehören, hat wohl kaum einer je in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen. Das liegt daran, dass sie fast ausschließlich nachtaktiv sind und sich tagsüber im dichten Baumbestand versteckt halten. Zur nächtlichen Jagd verharren die meisten Eulen ruhig auf einem als Ansitz dienenden Ast oder Baumstumpf und lauschen mit ihrem ausgezeichneten Gehör auf das kleinste Geräusch am Erdboden. Ihr ebenfalls hervorragend ausgeprägter Sehsinn ermöglicht ihnen zudem auch in dunkelster Nacht noch die Orientierung. Haben sie ein Beutetier ausgemacht, zumeist kleine Nager, gleiten sie dank ihrer speziellen Flügelarchitektur lautlos herab und packen es mit ihren scharfen Krallen. Mit einem Schnabelhieb oder –biss wird das Beutetier getötet und anschließend zumeist im Ganzen verschlungen. Fell und Knochen werden in regelmäßigen Abständen in Form von Gewöllen wieder ausgespien. Auf Grund von Gewölleanalysen kennt man relativ genau die Zusammensetzung der Nahrung vieler Eulenarten und kann anhand der darin enthaltenen Schädel die Menge der Beutetiere errechnen. Man schätzt, dass z.B. eine Waldohreule jährlich bis zu 1000 Mäuse verzehrt.

Schleiereule (Tyto alba)
Die 34 cm große Schleiereule hat ihren Namen von ihrem herzförmigen, braungerandeten Gesichtsschleier. Hinterkopf, Rücken und Flügeldecken sind goldgelb bis hellbraun gefärbt und mit dunkleren Punkten und Tupfen übersäht. Die Unterseite ist weißlich gefärbt mit kleinen schwarzen Punkten. Das für Eulen typische Beinkleid ist ebenfalls weiß. Die Schleiereule ist ein typischer Kulturfolger, der in menschlichen Behausungen wie Bauernhöfen, Kirchtürmen oder Burgruinen nistet. Ein echtes Nest baut sie allerdings nicht, sondern bebrütet ihre Eier meist direkt auf dem vorhandenen Untergrund. Sie ernährt sich fast ausschließlich von Mäusen, die sie auf nächtlicher Jagd erbeutet.

Steinkauz (Athene noctua)
In der griechischen Mythologie war die Göttin Athene stets mit einer Eule assoziiert. So kam der Steinkauz auch zu seinem wissenschaftlichen Namen, der übersetzt „nächtliche Athene“ bedeutet. Auch das Sprichwort „Eulen nach Athen tragen“ und die Abbildung des Steinkauzes vormals auf der griechischen Drachme und jetzt der griechischen 1-Euro Münze weist auf das dortige Vorkommen dieses überall in Europa heimischen Kauzes hin. Der mit 22 cm kleine Steinkauz bevorzugt offene Landschaften, auch Kulturlandschaften und ist in vielerlei Hinsicht äußerst vielseitig. Als Nistplatz bevorzugt er Höhlen in alten Bäumen, bezieht aber auch, wie sein Name besagt, Mauerlöcher und Gebäude sowie verlassene Kaninchenbauten im Erdboden. Obwohl er hauptsächlich nachts auf Nahrungssuche ist, kann man ihn auch tagsüber bei der Jagd beobachten. Neben Mäusen, die er in eulentypischer Jagdmanier vom Ansitz aus erbeutet, frisst er auch Käfer und Heuschrecken, die er sich aus bodennahem Flug oder im Hüpfen schnappt. Insekten und kleine Vögel schlägt er zudem in der Luft.

Uhu (Bubo bubo)
Der Uhu ist mit einer Rumpfgröße von 66-71 cm und einer Flügelspannweite von 150 cm die größte Eule Europas. Das Weibchen ist etwas größer als das Männchen. Das ausdrucksstarke Gesichtsfeld ist durch die großen orangeroten Augen, die schnurrbartartige Linie unterhalb des Schnabels und die spitz zulaufenden Ohrpinsel gekennzeichnet. Das Gefieder ist gelbbraun gefärbt und besonders an Brust und Rücken schwarz geflammt. Auf Grund seiner Größe ist der Uhu in der Lage neben allerlei kleinen Nagetieren auch Hasen, Kaninchen, Eichhörnchen, Marder und größere Vögel wie Krähen und Rebhühner zu erbeuten. Die Jagd erfolgt in niedrigem Suchflug oder vom Ansitz aus. Mit seinen gewaltigen Krallen schlägt er seine Beute, mitunter auch Fische an der Wasseroberfläche, die er dann auf einem Ast oder Felsvorsprung in Stücke reißt und verspeist. Als Lebensraum bevorzugen Uhus ungestörte, felsige Gebirgsregionen oder abwechslungsreiche Landschaften mit offenen Flächen und dichten Wäldern. Die in lebenslanger Ehe lebenden Vögel nisten in Felsnischen, verlassen Raubvogelhorsten oder sogar auf dem Boden. Nicht selten suchen sie ihre Nistplätze im nächsten Jahr wieder auf. Während das Weibchen brütet und solange sich die 2-3 Jungvögel noch im Horst aufhalten, übernimmt das Männchen für insgesamt ca. 15 Wochen allein die Versorgung der Familie. Im Alter von ca. 10 Wochen verlassen die noch flugunfähigen Jungen das Nest und werden dann in der Nähe von beiden Elternteilen bis zu weiteren 15 Wochen mit Nahrung versorgt.

Waldkauz (Strix aluco)
Der mit 38 cm mittelgroße Waldkauz ist die häufigste Eulenart Mitteleuropas. Er hat einen kompakten, gedrungenen Körper und einen verhältnismäßig großen Kopf. Das in seiner Grundfarbe rostrote Gefieder weist eine regelrechte Marmorierung aus zahlreichen helleren und dunkleren Flecken auf. Bauch und Flügelunterseite sind heller. Das Gesicht mit den schwarzbraunen Augen ist scharf abgegrenzt. Vom Kopf läuft ein dunkelbrauner „Mittelscheitel“ bis zum grauen Schnabel. Der Waldkauz bewohnt Laub- und Mischwälder, ist aber ebenso häufig in Parks und Gärten in Großstädten anzutreffen. Sein Nest baut er bevorzugt in Baumhöhlen, aber man findet ihn auch in Mauerlöchern, verlassenen Kaninchenbauen und Nistkästen. Das dämmerungs- und nachtaktive Tier jagt bevorzugt kleine Nagetiere wie Mäuse bis hin zu Eichhörnchen, fängt aber auch junge Hasen, Vögel und Frösche. Die Jagd erfolgt meist im Anflug vom Ansitz aus, wo der Kauz reglos ausharrt bis er ein Beutetier am Boden mit seinem ausgeprägten Gehör ausgemacht hat. Dann gleitet er lautlos zu Boden und packt seine ahnungslose Beute mit seinen scharfen Krallen. Im März legt das Weibchen 3-5 Eier, welche es ca. einen Monat lang bebrütet. Die Jungvögel werden von beiden Eltern nach dem Schlüpfen noch ca 7-8 Wochen mit Nahrung versorgt, bis der Nachwuchs das elterliche Revier verlässt und sich im größeren Umkreis niederlässt. Die standorttreuen Vögel verlassen auch im Winter ihr angestammtes Brutrevier nicht.

Waldohreule (Asio otus)
Die bis 36 cm messende Waldohreule bewohnt Nadel- und Mischwälder sowie Heidelandschaften und große Parkanlagen. Das charakteristischste Kennzeichen sind ihre langen Federohren, die jedoch nicht das eigentliche Hörorgan bilden. Sie besitz einen scharf umgrenzten Gesichtsschleier und gelbe Augen. Ihr Gefieder hat einen orangebraune bis rostrote Grundtönung, ist marmoriert und mit zahlreichen dunkleren Sprenkeln bedeckt. Die Waldohreule baut keine eigenen Nester, sondern bezieht alte Nester von Tauben, Krähen oder Greifvögeln. Den Tag über verbringt sie still, nah am Stamm auf einem Ast sitzend. Mit der Dämmerung wird sie aktiv und geht auf die Jagd. Im Gleitflug hält sie Ausschau nach ihrer Hauptnahrung, Mäusen. Nur selten jagt sie vom Ansitz aus. Solange sich die Jungvögel noch im Horst aufhalten, übernimmt das Männchen allein die Fütterung. Im Alter von ca. 3 Wochen verlassen die noch flugunfähigen Jungen das Nest und werden dann in der Nähe, auf einem Ast hockend, von beiden Elternteilen versorgt. Sie tragen in dieser Zeit noch das für junge Greifvögel und Eulen typische Dunenkleid.

Singvögel

Alpendohle, Bergdohle (Pyrrhocorax graculus)
Die Alpendohle ist mit ca. 38 cm und bis zu 240 g etwas größer als die Dohle, mit der sie trotz einer großen Ähnlichkeit nicht eng verwandt ist. Ihr Gefieder ist durchgehend schwarz gefärbt und glänzt nicht. Sie hat einen gelben Schnabel und rote Beine und ist somit gut von der Dohle zu unterscheiden. Man trifft die Alpendohle bei uns fast überall in den Alpen an, sowie in südeuropäischen Gebirgsregionen, wie z.B. den Pyrenäen. Der gute Segelflieger ist nicht sehr scheu und häufig an den Hütten der Berggipfel und Seilbahnstationen zu beobachten. Dort lässt sich die Alpendohle mit menschlichen Nahrungsmitteln füttern, was man als echter Naturfreund aber unterlassen sollte. Natürlicherweise ernährt sich der Allesfresser aber von Insekten, Würmern, Schnecken, Beeren, Aas und auch Abfällen. Sie brütet in größeren Höhlen von steilen, unzugänglichen Felswänden in einer Höhe von bis zu 3000 Metern und bildet meist Brutkolonien. Die Alpendohle baut ein einfaches Nest aus Reisig, in welches sie 4-5 Eier legt. In gut besuchten Skigebieten bleibt sie auch im Winter in großer Höhe, wohingegen andere Populationen dann talwärts ziehen.

Blaukehlchen (Luscinia svecica)
Das Blaukehlchen ist bei uns als Brutvogel sehr selten und im Allgemeinen nur im Durchzug zu beobachten. Der 14 cm große Vogel, der in Gestalt dem Rotkehlchen sehr ähnlich ist, kommt in Europa in zwei Rassen vor: als Rotsterniges Blaukehlchen mit weißen Fleck auf der blauen Kehle und als Weißsterniges Blaukehlchen mit rotem Fleck. Kopf, Rücken, Flügel und Schwanz sind schwarzgrau gefärbt. Der Unterbauch ist weiß. Beim Weibchen fehlt die bunte Kehlfärbung völlig. Den Kopf ziert bei beiden Geschlechtern ein weißer Überaugenstreif. Es bevorzugt schilfreiche Feuchtgebiete, unterwuchsreiche Bruch- und Auwälder sowie Moorgebiete. Den Nestbau sowie das ausbrüten der 5-6 Eier an einem geschützten Standort am Boden übernehmen beide Elternteile, wobei das Weibchen den Großteil der Arbeit übernimmt, während das Männchen das Revier verteidigt bzw. Nahrung herbeischafft.. Gejagt wird ebenfalls am Boden. Als Beute dienen kleine Insekten und Spinnentiere, im Herbst auch Beeren. Bereits zwischen August und September machen sich die Blaukehlchen wieder auf den Weg in ihre Winterquartiere in die Savannengebiete Afrikas nördlich des Äquators.

Braunkehlchen (Saxicola rubetra)
Das 13 cm große Braunkehlchen ist eng mit dem auf den ersten Blick sehr ähnlichen Schwarzkehlchen verwandt. Kinn, Kehle und Brust sind rostbraun. Die Oberseite und Flügel sind hellbraun bis schwarzbraun gefärbt und schuppig gezeichnet. Das Gesicht ist seitlich durch einen weißen Überaugen- und Bartstreif eingerahmt. Die Färbung des Weibchens ist insgesamt etwas blasser. Das Braunkehlchen lebt in feuchten Wiesen und ist häufig auf einer erhöhten Warte sitzend anzutreffen, z.B. einem einzelnstehendem Strauch oder einer Staude. Das Nest wird vom Weibchen gut versteckt zwischen Grasbüscheln in einer Mulde am Boden gebaut. Die 5-6 Eier brütet es auch alleine aus. Während das Männchen einen erhöhten Punkt als Singwarte nutzt, verwenden beide Partner eine Warte als Ausgangspunkt für die Jagd. Nach kurzem Jagdflug auf erspähte Insekten, Würmer und Spinnen kehren sie meist zur Warte zurück um weiter Ausschau zu halten. Die Winterquartiere liegen im tropischen Afrika südlich der Sahara.

Dohle (Coloeus monedula)
Die Dohle erreicht bei einer Größe von 33 cm ein Gewicht 200 g, wobei die Weibchen etwas kleiner als die Männchen sind. Es gibt in Europa verschiedene Rassen, die sich an der Färbung im Hals- und Nackenbereich unterscheiden lassen. Alle Rassen haben ein oberseits schwarzes, an Kopf und Flügeln metallisch blau-glänzendes und unterseits dunkelgrau bis mattschwarzes Gefieder und einen schwarzen Schnabel. Die Augen (Iris) sind hellblau. Die bei uns heimische Rasse ist an den Halsseiten und Wangen graugefärbt, während die osteuropäische Rasse ein unterbrochenes, weißes Halsband trägt. Früher wurde eine nahe Verwandtschaft der Dohle zu den Krähen und Raben angenommen und die Dohle in die Gattung Corvus eingeordnet. Neue molekulargenetische Analysen haben aber einen geringeren Verwandtschaftsgrad mit den Rabenvögeln ergeben, so dass sie in einen eigenen Gattung (Coloeus) eingeordnet wurde. Die Dohle lebt in offenen Kulturlandschaften und Parkanlagen mit Felswänden, alten Gebäuden und Ruinen. Sie ist ein Höhlenbrüter und bezieht neben alten Spechthöhlen und Felslöchern besonders gerne alte Gebäude und Kirchtürme zum Nestbau. Die Vorliebe für Gotteshäuser brachte ihr den Beinamen „des Pastors schwarze Taube“ ein. Ähnlich wie die anderen Raben und Krähen ist die Dohle ein Allesfresser. Der Schwerpunkt ihres Nahrungsspektrums liegt aber bei Insekten, Würmern und anderen Wirbellosen, die sie am Boden aufsammelt. Daneben frisst sie auch kleine Wirbeltiere, Vogeleier, Aas und in Siedlungen auch menschliche Abfälle. Die Dohle legt 4-5 Eier und brütet von April bis Juli. Die Vögel haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und bilden manchmal große Brutkolonien. Als Teilzieher verbringen die nördlichen Populationen den Winter in unseren Breitengraden oder ziehen weiter südlich, während unsere Dohlen häufig hier bleiben. Die Dohle ist der Vogel des Jahres 2012

Eichelhäher (Garrulus glandarius)
Eichelhäher (Garrulus glandarius) © goruma (T.Asthalter)
 

Finken
Die Familie der Finkenvögel (Fringillidae) umfasst über 400 Arten, die mit Ausnahme von Australien und Ozeanien weltweit verbreitet sind. Für die Geschichte der Biologie sind die Finken von besonderer Bedeutung, da die vielfältigen Arten auf den Galapagos-Inseln Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie inspirierten. Unsere heimischen Arten sind meist von gedrungener Gestalt und haben einen kräftigen, zum Verzehren von Samen und Körnern geeigneten Schnabel. Sie sind sowohl in Bäumen, im Unterholz und auch auf dem Boden unterwegs. Bei vielen heimischen Arten ist das Männchen deutlich farbenfroher gefärbt als das Weibchen. Zudem ist das Gefieder des Männchens während der Brutzeit häufig besonders prächtig (Brutkleid). Die Weibchen unserer Finkenarten übernehmen das Brutgeschäft stets allein. Durch ihr unauffälliges Gefieder sind sie in den offenen Nestmulden für Feinde kaum zu erkennen. Die Männchen sind meist gute Sänger und verbringen viel Zeit damit, auf einer hohen Warte zu sitzen und singend ihr Revier zu markieren. Bei der Fütterung der Jungen sind sie aber mindestens ebenso eifrig wie die Weibchen. Viele Arten verbringen den Winter weiter südlich und schließen sich im Herbst häufig zu kleinen Trupps oder großen Schwärmen zusammen.

  • Bergfink (Fringilla montifringilla)
    Der 15 cm große Bergfink ist ein echter Zugvogel und verbringt nur den Winter in Mittel- und Südeuropa. Den Sommer verbringt er in Brutgebieten des hohen Nordens. Das Männchen hat im Sommerkleid einen pechschwarzen Kopf und Nacken sowie schwarzbraune Flügel mit einer orangefarbenen Binde. Brust und Schultern sind kräftig orangerot und die Bauchseite weißgrau gefärbt. Das Weibchen ist unscheinbarer und hat braune Oberseite und Kopf mit schwarzer Schuppung und ebenfalls eine weißgraue Unterseite. Ganz ähnlich sieht ihm das Männchen im Winterkleid, welches dann allerdings durch den gelben Schnabel zu unterscheiden ist. Während der Brutzeit lebt der Bergfink bevorzugt in Birken- und Nadelwäldern. Das Weibchen baut das napfförmige Nest allein aus Grashalmen, Moos und Flechten und brütet auch allein die 5-7 Eier aus. Die Jungvögel werden von beiden Eltern mit Insekten und deren Larven gefüttert, in der restlichen Zeit des Jahres stehen hauptsächlich verschiedene Sämereien und besonders Bucheckern auf dem Speiseplan. Die nordischen Bedingungen lassen nur eine Brut zu. Im Winter ziehen Buchfinken in riesigen Schwärmen, die teilweise mehrere Millionen Exemplare umfassen, nach Süden. Im Januar 2012 wurden in Tübingen ein Schwarm von ca. 5 Millionen Bergfinken beobachtet.
  • Buchfink (Fringilla coelebs)
    Beim Männchen des 15 cm große Buchfinks sind Kopfoberseite und Nacken blaugrau und die Wangen rostrot. Rücken und Unterseite sind rötlichbraun gefärbt. Die Flügel sind blaugrau und schwarz mit zwei weißen Binden. Das Weibchen hat olivbraune Oberseite und Kopf mit zwei weißen Flügelbinden und eine graubraune Unterseite. Der Buchfink lebt in Laub-, Misch- und Nadelwäldern bis 2.000 m Höhe, kommt aber auch in Gärten, Parks und Kulturlandschaften mit Hecken und Baumbestand vor. Auf Buchen, wie sein Name vermuten lässt, ist er nicht angewiesen. Im Frühjahr und Sommer ernährt er sich hauptsächlich von Insekten und Raupen, im Herbst und Winter frisst er Beeren und Samen. Häufig sind die Vögel auf dem Boden trippelnd auf Nahrungssuche. Das Weibchen baut alleine das kunstvolle, napfförmige Nest in Büschen oder Bäumen und brütet auch alleine die 3-6 Eier aus. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel. Das Männchen übernimmt in dieser Zeit die Nahrungsversorgung und verteidigt energisch das Revier gegen eindringende Artgenossen. Mit seinem melodischen Gesang verkündet er seine Revieransprüche deutlich hörbar. Buchfinken sind Teilzieher, d.h. nur die nördlichen Populationen ziehen im Winter in den Süden bis in den Mittelmeerraum. In großen Schwärmen suchen sie zusammen mit anderen Finkenarten die abgeernteten Felder nach Körnern ab. Unsere heimischen Vertreter überwintern teilweise hier und finden sich dann auch am Futterhaus ein.
  • Distelfink, Stieglitz (Carduelis carduelis)
    Der ca. 12 cm große Distelfink wird wegen seiner „stiglitt“ oder „tiglitt“ Rufe auch als Stieglitz bezeichnet. Wegen seines auffallend bunten Gefieders wurde er früher auch als Ziervogel im Käfig gehalten. Er hat eine leuchtend rote Gesichtsmaske mit einem schwarzen Fleck rund ums Auge. Wangen, Brust und Unterseite sind weiß gefärbt. Ober- und Hinterkopf sind schwarz und der Rücken ist ockerbraun. Die schwarzen Flügel tragen eine bereite, leuchtend-gelbe Binde. Männchen und Weibchen sind dem Aussehen nach nicht voneinander zu unterscheiden. Der Distelfink lebt häufig in der Nähe des Menschen und ist in Obstplantagen, Gärten und Parks zu Hause. Auch das Nest wird meist in Obstbäumen aus Grashalmen und Moos errichtet. Das Weibchen brütet, bis zu zweimal im Jahr, die 4-5 Eier alleine aus, aber die Versorgung der Küken übernehmen beide Elternteile. Als Nahrung dienen hauptsächlich allerlei Samen, aber auch kleine Insekten, wie z.B. Blattläuse. Im Spätsommer sieht man Distelfinken in kleinen Scharen geschickt auf Disteln herumturnen oder im Herbst akrobatisch in Birken oder Lärchen, um sich die Samen. Als Teilzieher verbringen viele Vögel den Winter in Süd- oder Mitteleuropa, um im Frühjahr wieder in die nördlichen Brutgebiete zu ziehen.
  • Girlitz (Serinus serinus)
    Der 11.5 cm große Girlitz ist der kleinste Finkenvogel Europas. Er wurde bis in die 1960er-Jahre teilweise auch als Wilder Kanarienvogel bezeichnet; allerdings ist dieser Name mittlerweile ungebräuchlich. Aus der auf den Kanarischen Inseln und auf Madeira heimischen Rasse des Girlitz wurde der Kanarienvogel gezüchtet. Kopf, Brust und Bauch des Männchens sind kräftig gelblich-grün, seine Oberseite ist graubraun mit feiner Strichelung. Die Färbung des Weibchens ist insgesamt etwas gedeckter. Der Girlitz besiedelt parkähnliches Gelände, Gärten, Obstplantagen, Weinberge sowie lichte Laub- und Mischwälder. Das Nest wird meist halbhoch in Bäumen aus Grashalmen, Wurzeln und Moos errichtet. Das Weibchen brütet, bis zu zweimal im Jahr, die 4-5 Eier alleine aus. Die Versorgung der Küken übernehmen beide Elternteile jedoch gemeinsam. Als Nahrung dient rein pflanzliche Kost, hauptsächlich Sämereien, aber auch junge Pflanzenteile. Als Teilzieher verbringen viele Vögel den Winter in Süd- oder Mitteleuropa, um im Frühjahr wieder in die nördlichen Brutgebiete zu ziehen. Die südlichen Populationen sind Standvögel.
  • Grünfink, Grünling (Chloris chloris)
    Der ca. 15 cm große und kräftig gebaute Grünfink oder Grünling ist einer unser häufigsten Finken. Das Männchen ist oberseits olivgrün, unterseits gelbgrün mit leuchtend gelber Flügel- und Schwanzzeichnung. Das Weibchen ist weniger auffallend gefärbt. Der Grünfink bewohnt als Kulturfolger in der Nähe des Menschen Parks, Gärten, Alleen und Friedhöfe. Ansonsten findet man ihn an Waldrändern sowie in lichten Laub- und Mischwäldern. Das Nest wird niedrig in dichten Hecken, Büschen oder niedrigen Bäumen gebaut. Das Weibchen brütet, in Ausnahme fällen bis zu dreimal im Jahr, die 4-6 Eier alleine aus. Die rein pflanzliche Versorgung der Küken mit Samen und Körnern übernehmen beide Elternteile. Hierzu werden die geschälten Samen im Kropf aufgeweicht und erst dann an die Küken verfüttert. Grünfinken sind sehr gesellig. So bauen sie ihre Nester manchmal in unmittelbarer Nähe zueinander und auch bei der Nahrungssuche im Herbst sind sie häufig in Gruppen unterwegs. Sie pflücken im Geäst Beeren von den Zweigen, lesen aber auch Körner am Boden auf. Als Teilzieher verbringen viele Vögel den Winter in Südeuropa oder Nordafrika, um im Frühjahr wieder in die nördlichen Brutgebiete zu ziehen. Die südlichen Populationen sind Standvögel. Die nördlichen Populationen überwintern nicht selten in unseren Breitengraden und sind dann auch am Futterhaus anzutreffen, wo sie äußerst streitbar um ihren Platz kämpfen. Hier lässt sich auch gut beobachten, wie geschickt sie mit ihrem kräftigen Schnabel Sonnenblumenkerne schälen.
  • Hänfling, Bluthänfling (Carduelis cannabina)
    Wegen der Rotfärbung des Männchens an Brust und Kopf wird der ca. 13 cm große Hänfling auch als Bluthänfling bezeichnet. Kopf, Hals und Bauchseite sind gelblich-weiß gefärbt, der Rücken und die Flügeldecken sind rostbraun. Das unterseits dunkel gestreifte Weibchen weist keine der roten Zeichnungen auf. Der Hänfling bevorzugt offenes Gelände mit dichten Hecken und Büschen. Man findet ihn aber auch an Waldränder, in Gärten und in Parks. Das Nest wird niedrig in dichten Hecken oder Büschen aus Pflanzenfasern und Halmen gebaut. Häufig brüten mehrere Paare in lockeren Kolonien dicht nebeneinander. Das Weibchen brütet, bis zu zweimal im Jahr, die 4-6 Eier alleine aus. Die Versorgung der Küken, vorwiegend mit Sämereien, übernehmen beide Elternteile jedoch gemeinsam. Hierzu werden die geschälten Samen im Kropf aufgeweicht und erst dann an die Küken verfüttert. Seine Vorliebe für ölreiche Samen, so z.B. Hanf, brachte ihm seinen Namen ein, denn besonders klein oder schmächtig ist der Hänfling nicht. Als Teilzieher verbringen viele Vögel den Winter in Südeuropa oder Nordafrika, um im Frühjahr wieder in die nördlichen Brutgebiete zu ziehen. Die südlichen Populationen sind Standvögel.
  • Zeisig (Carduelis spinus)
    Der zierliche, ca. 12 cm große Zeisig bewohnt Fichten- und Tannenwälder, sowie Mischwälder und große Parks mit Fichtenbestand. Das Männchen hat ein gelbgrünes Gefieder mit schwarzer Kopfplatte und schwarzem Kehlfleck. Seine Oberseite und Flügel sind graugrün mit feiner dunkler Strichelung. Die Flügeldecken ziert eine gelbgrüne Binde. Das Weibchen ist insgesamt dunkler gefärbt, hat keine Kopfplatte und weist eine ausgeprägtere Strichelung auf. So ist es im Nest, welches in hohen Nadelbäumen errichtet wird, kaum zu erkennen. Das Weibchen brütet, bis zu zweimal im Jahr, die 4-6 Eier alleine aus. Die Versorgung der Küken mit Samen und Blattläusen übernehmen beide Elternteile jedoch gemeinsam. Nach der Brutzeit bis in den Winter hinein ernährt sich der Zeisig fast ausschließlich von Tannen-, Fichten-, Birken- und Erlensamen. Dann ist er auch in größeren Schwärmen unterwegs. Seine Ernährungsgewohnheiten brachte ihm auch seinen Zweitnamen ;Erlenzeisig“ ein. Viele Vögel verbringen den Winter in unseren Breitengraden, ein Teil der nördlicheren Populationen zieht aber gen Süden.

Ammern
Die Ammern gehören zu den Finkenvögeln und sind eng mit unseren Finken verwandt. Unseren heimischen Vertreter gehören größtenteils zur Gattung der Echten Ammern (Emberiza), aber auch zu den Schneeammern (Plectrophenax) und Spornammern (Calcarius). Es sind kleine Vögel von 15-18 cm Größe mit gutem Gesangstalent, die ihr Nest am Boden oder in Bodennähe errichten. Einige Arten sind Zugvögel, andere verlassen unsere Breitengrade im Winter. Ammern gelten schon seit der Antike als äußerst schmackhaft und werden auch in Südeuropa trotz Verbots nach wie vor gefangen und verzehrt. Ortolane galten als besonders schmackhaft und wurden sogar mit Hafer und Hirse zu so genannten „Fettammern“ gemästet. Sie standen noch bis 1999 auf der Speisekarte von französischen Sterneköchen wie Paul Bocuse. Zusätzlich wurden verschiedene Ammernarten früher, was heute ebenfalls verboten ist, als „Singvögel“ in Käfigen gehalten bzw. als Lockvögel für die Jagd genutzt.

  • Goldammer (Emberiza citrinella)
    Die 16-17 cm große Goldammer ist unsere häufigste heimische Ammer. Ihren Namen verdankt sie ihrer goldgelben Färbung an Kopf, Brust und Bauch. Ihr Rücken, sowie Flügel und Schwanz sind in verschiedenen Brauntönen gestreift, der Bürzel ist rostbraun. Das Weibchen ist in seiner Gefiederfärbung etwas schlichter. Der bevorzugte Lebensraum der Goldammer ist offenes Gelände mit Hecken und Büschen, man findet sie aber auch an Waldrändern und in Fichtenschonungen. Das Männchen singt häufig von erhöhter Warte, einem Buschwipfel oder Leitungsmast. Das Nest errichte das Weibchen meist gut versteckt am Boden und polstert es weich mit zahllosen Tierhaaren aus. Das Gelege umfasst 3-5 Eier und wird von beiden Partnern bebrütet. Es finden zwei Bruten im Jahr statt. Während der Aufzucht der Jungen fangen die Eltern größtenteils Insekten, ansonsten ernähren sie sich vorwiegend von Sämereien und Beeren. Den Winter verbringt sie bei uns und man kann in dieser Zeit kleinere Schwärme auf Nahrungssuche beobachten.
  • Grauammer (Emberiza calandra)
    Die Grauammer ist mit 18 cm unsere größte Ammer und wirkt im Vergleich zu ihren Verwandten etwas plump. Sie ist insgesamt unscheinbar gefärbt, ähnlich einer Lerche, oberseits graubraun mit starker Strichelung und unterseits hellgrau mit leichter Strichelung. Die Grauammer bevorzugt als Lebensraum offenes Gelände mit einzelnen Büschen und Bäumen. Zudem findet man sie häufig in Kulturlandschaften wie Wiesen und Feldern. Das Männchen singt oft von erhöhter Warte, einem Buschwipfel oder Leitungsmast. Ein Teil der Männchen verpaart sich mit mehreren Weibchen, wobei dies meist nacheinander geschieht, so dass die Jungvögel nicht zeitgleich schlüpfen und versorgt werden müssen. Das Nest errichte das Weibchen gut versteckt in einer Mulde am Boden und polstert es weich mit Tierhaaren aus. Das Gelege umfasst 4-5 Eier und wird von beiden Partnern bebrütet, wobei das Männchen je nach seinen anderen Verpflichtungen nur teilweise unterstützt. Es finden nur bei guten Bedingungen zwei Bruten im Jahr statt. Während der Aufzucht der Jungen fangen die Eltern größtenteils Insekten und Spinnen, ansonsten ernähren sie sich vorwiegend von Sämereien und Beeren. Mit ihrem kräftigen Schnabel kann die Grauammer auch größere Samen knacken als ihre Verwandten. Den Winter verbringt sie in unseren Breitengraden. In dieser Zeit schließen sich Grauammern zu Schwärmen zusammen und gehen gemeinsam am Boden auf Nahrungssuche.
  • Ortolan, Gartenammer (Emberiza hortulana)
    Der 16-17 cm große Ortolan trägt noch den Namen Gartenammer, der sich von seinem lateinischen Artnamen ableitet. In Gärten kommt er allerdings normalerweise nicht vor. Die Geschlechter sind sich im Aussehen sehr ähnlich. Kopf und Brust sind grau mit gelblichem Kehlfleck und Bartstreif. Rücken, Flügel und Schwanz sind braun und schwarzbraun gestreift. Der Bauch ist zimtfarben. Das Weibchen lässt sich nur bei genauer Beobachtung durch eine feine Strichelung am Kopf unterscheiden. Der Ortolan kommt gemeinsam mit Gold- und Grauammer in trockenen, offenen Landschaften, Kulturlandschaften, Wiesen und Feldern vor. Das Männchen singt häufig von erhöhter Warte, einem Buschwipfel oder Leitungsmast. Das Nest errichte das Weibchen meist gut versteckt am Boden, selten in niedrigen Büschen und polstert es weich mit Tierhaaren aus. Das Gelege umfasst 4-6 Eier und wird vom Weibchen allein bebrütet. Es finden 1-2 Bruten im Jahr statt. Während der Aufzucht der Jungen fangen die Eltern größtenteils Insekten, ansonsten ernähren sie sich vorwiegend von Sämereien. Als Zugvogel verbringt der Ortolan den Winter im tropischen Afrika südlich der Sahara. Ortolane galten bereits in der Antike als besonders schmackhaft und wurden sogar mit Hafer und Hirse zu so genannten „Fettammern“ gemästet. Sie standen noch bis 1999 auf der Speisekarte von französischen Sterneköchen wie Paul Bocuse und wurden im Ganzen samt Innereien und Knochen verzehrt.
  • Rohrammer (Emberiza schoeniclus)
    Die 15 cm große Rohrammer wird wegen ihres sperlingsähnlichen Aussehens auch als Rohrspatz bezeichnet. Die Redensart: „Schimpfen wie ein Rohrspatz“ kommt von ihrem lautstarken Gesang. Das Männchen hat schwarzen Kopf und schwarze Kehle mit weißem Bartstreif, eine hellgraue Bauchseite und eine braune Oberseite mit schwarzer Strichelung. Das Weibchen ist oberseits braun mit schwarzer Strichelung und unterseits hellgrau. Der Kopf ist ebenfalls braun mit hellem Überaugen- und Bartstreif. Die Rohrammer lebt in schilfbestandenen Uferzonen von Flüssen und Seen, aber auch in Mooren und Feuchtwiesen. Sie nistet am oder knapp über dem Boden. Das Nest wird aus Schilfblättern gebaut und mit Moos und Tierhaaren ausgepolstert. Das Gelege umfasst 4-6 Eier und wird weitgehend vom Weibchen allein ausgebrütet. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel. Das Männchen lässt sich beim Singen weit oben an einem Schilfhalm, einem Busch oder einer Weide beobachten. Bei der Aufzucht der Jungen helfen wieder beide Partner. Als Nahrung dienen in der Brutzeit neben allerlei Insekten auch kleine Krebse und Schnecken. Im Winter stehen Schilfsamen und andere Sämereien oben auf dem Speiseplan. Als Teilzieher bleiben einige Populationen auch im Winter bei uns, andere ziehen nach Süd- oder Mitteleuropa. Zudem gibt es Zuzügler aus dem Norden.
  • Schneeammer (Plectrophenax nivalis)
    Die 16-17 cm große Schneeammer ist der am weitesten im Norden brütende Singvogel. In Europa brütet sie in Norwegen, Schweden, Nordirland und Island inmitten von Schnee und Eis. Bei uns trifft man sie nur als Wintergast in teilweise großen Schwärmen an der Küste von Nord- und Ostsee an. Vereinzelt streifen die Tiere aber auch viel weiter südlich bis in den Mittelmeerraum. Männchen und Weibchen unterscheiden sich im Sommer deutlich voneinander und sehen sich im Winter relativ ähnlich. Im Brutkleid ist das Männchen an Kopf und Unterseite schneeweißen gefärbt; Schnabel, Rücken, Schwanz und Flügel sind schwarz mit weißem Flügelfeld. Das Weibchen hat einen orangefarbenen Schnabel, ist oberseits und am Kopf rotbraun gefärbt und schwarz und teilweise weiß gescheckt. Unterseits ist das Gefieder cremefarben. Im Winter gleicht sich das Gefieder des Männchens dem des Weibchens weitgehend an. Auch der Schnabel verliert seine schwarze Färbung. Da das Männchen sich während der Brutzeit bei der Revierverteidigung und Nahrungsbeschaffung viel draußen aufhält, ist es durch sein weißes Gefieder in der schneereichen Landschaft optimal getarnt. Das Männchen startet aus Mangel an Singwarten zur Revierabgrenzung, ähnlich wie die Spornammer vom Boden aus zu kurzen Singflügen. Gerade in städtischen Gebieten lässt es sich zudem erhöht sitzend beobachten. Die Schneeammer bewohnt steile Felsküsten, felsige Berghänge und steinige Tundragebiete. Sie brütet natürlicherweise in tiefen Felsspalten und unter überhängenden Gesteinsbrocken. Sie ist aber auf Island und Grönland auch ein häufiger Stadtvogel und bezieht dort Quartier in Mauerlöchern, unter Hausdächern und nimmt Nistkästen an. Das Nest wird vom Weibchen alleine errichtet und weich mit Federn ausgepolstert. Das Klima erlaubt meist nur eine Brut pro Jahr, das Gelege umfasst 4-6 Eier. Die Fütterung mit Insekten und Spinnen übernehmen beide Elternteile. Im Herbst und Winter weichen sie auf pflanzliche Kost und Sämereien aus.
  • Spornammer (Calcarius lapponicus)
    Die 15 cm große Spornammer verdankt ihren Namen der verlängerten Kralle an der Hinterzehe. Ihr lateinischer Name „lapponicus“ lässt auf ihr Verbreitungsgebiet Lappland schließen: sie brütet im Siedlungsgebiet der Samen in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland.
    Das Männchen hat in seinem kontrastreichen Brutkleid einen schwarzen Oberkopf, eine schwarze Kehle und ein schwarzes Gesicht. Der weiße Überaugenstreif ist nach unten verlängert und rahmt Gesicht und Kehle ein. Der Nacken ist leuchten rotbraun gefärbt, der Schnabel ist gelb. Oberseits ist das Gefieder dunkelbraun mit hellerer und dunklerer Strichelung, unterseits einheitlich weißgrau gefärbt. Das Weibchen ist recht unscheinbar und hat oberseits eine braune Grundfärbung mit dunklerer Strichelung. Unterseits ist es grauweiß gefärbt mit leicht scheckiger Brust. Im Winterkleid sieht das Männchen dem Weibchen sehr ähnlich. Die Spornammer besiedelt den gesamten Tundragürtel und bevorzugt freie Flächen mit kargem Bewuchs. Aus Mangel an Singwarten startet das Männchen zur Revierabgrenzung, ähnlich wie die Schneeammer vom Boden aus zu kurzen Singflügen. Ihr Nest baut das Spornammer-Weibchen windgeschützt am Boden an einem kleinen Busch oder Grasbüschel aus Grashalmen. Es wird weich mit Federn ausgepolstert. Auf Grund des Klimas findet nur eine Jahresbrut statt. Das 4-5 Eier umfassende Gelege wird vom Weibchen allein ausgebrütet. Bei der Aufzucht der Jungen helfen beide Elternteile und fangen größtenteils Insekten, insbesondere Mücken, und Spinnen, ansonsten ernähren sie sich vorwiegend von Sämereien niedriger Kräuter und Gräser. Den Winter verbringen die europäischen Populationen an unseren Meeresküsten von Nord- und Ostsee, seltener ziehen sie weiter südlich bis ans Mittelmeer. Die russischen Populationen fliegen bis in den Kaukasus und ans Schwarze Meer.
  • Zaunammer (Emberiza cirlus)
    Die ca. 17 cm große Zaunammer ist bei uns nur im milderen Süddeutschen Raum anzutreffen, z.B. am Oberrhein oder Bodensee. Sie ist im Aussehen der Goldammer sehr ähnlich. Sie hat eine grünlich-gelbe Grundfärbung mit deutlicher brauner Längsstrichelung auf der Oberseite. Die Flügeldecken sind manchmal rotbraun gefärbt. Der Kopf ist beim Männchen gelb mit schwarzem Scheitel, schwarzem Augen- und Bartstreif und schwarzem Kehlfleck. Die Bauchseite ist gelblich-olivgrün gefärbt und leicht gescheckt. Das Weibchen ist insgesamt matter gefärbt und hat keinen Kehlfleck. Die wärmeliebende Zaunammer bevorzugt offene Lebensräume mit Hecken und Büschen. Das Weibchen baut das Nest aus Gräsern, Wurzeln und Moos am Boden, in niedrigen Büschen oder in jungen Nadelbäumen. Nestbau und Brutgeschäft werden vom Weibchen allein durchgeführt und auch bei der Aufzucht der 3-5 Jungen hilft das Männchen nur teilweise mit. Stattdessen lässt es sich häufig von erhöhter Warte, einem Buschwipfel oder Leitungsmast singend beobachten. Für die 2-3 Jahresbruten dienen im Frühjahr und Sommer als Nahrung hauptsächlich allerlei Insekten, später im Jahr werden bevorzugt Sämereien gefressen. Die Zaunammer ist ein Standvogel und verbringt den Winter normalerweise im angestammten Revier.

Goldregenpfeifer
Der Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) ist eine Vogelart aus der  der Gattung Pluvialis und der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae). Er brütet bevorzugt auf Mooren, nassen Heideflächen und feuchten Grasflächen.
Sein Brutgebiet erstreckt sich von Island über Großbritannien und Skandinavien bis nach Mittelsibirien. In Mitteleuropa ist er als Brutvogel jedoch nahezu ausgestorben, mit Ausnahme einiger Brutpaare in den Hochmooren Niedersachsens .
Der Goldregenpfeifer ist circa 25–30 cm lang und wiegt zwischen 150 und 220 g. Seine Flügelspannweite beträgt 65 bis 75 cm. Er ist damit größer als der Wanderregenpfeifer und der Sibirische Goldregenpfeifer.
Die Vögel sind plump wirkende Watvögel mit einer graubraun gesprenkelten Oberseite. Die Männchen sind im Frühjahr und während der Brutzeit durch ihren schwarzen Bauch und die schwarze Kehle, die von einem weißen Streifen eingerahmt sind, gut zu erkennen.
Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Würmern aber auch Beeren, Gräser und Samen stehen auf ihrem Speiseplan.

Heckenbraunelle
Die Heckenbraunelle (Prunella modularis) ist eine Vogelart aus der Gattung Braunellen aus in der gleichnamigen Familie der Braunellen (Prunellidae).
Der Vogel ist in Mitteleuropa ein weit verbreiteter und häufiger Brut- und Sommervogel. Man findet den Vogel in jungen Fichtenbeständen und im Gebirge bis zur Knieholzregion.
Die Heckenbraunelle besitzt eine mittleren Größe von 15 cm, bei einem mittleren Gewicht von 20 g.
Ihre  Brust und Kopf ist blei- bis schiefergrau, während der Rücken und die Flügel sind dunkelbraun und schwarz gestreift sind. Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus.
Die Vögel bevorzugen Waldrändern, Gärten, Parks und Gebüschen, in den Alpen findet man sie auch in der Krummholzzone.
Während der Sommerzeit ernähren sie sich von kleinen Raupen, Käfern, Larven, Puppen oder auch Spinnen, während sie sich im Winter eher von diversen Samen ernähren.
Heckenbraunellen sind Teilzugvögel, die nur in höher gelegenen oder klimatisch ungünstigen Gebieten im Winter nach Südspanien und Nordafrika flegen.

Kampfläufer
Der Kampfläufer (Philomachus pugnax) ist ein geschützter Vogel der in Feuchtwiesen, Niederungswiesen, Mooren und der feuchten Tundra in ganz Eurasien brütet.
Er gehört zur Gattung Kampfläufer (Philomachus) und zur Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae)
Die Männchen  erreichen eine Körpergröße von 25 bis 32 Zentimetern, bei einem Gewicht zwischen 130 und 230 Gramm. Ihre Flügelspannweite erreicht 55 bis 60 cm.
Die Männchen besitzen einen schwarzen, orangen, kastanienbraunen oder  auch weißen Kragen. Die Weibchen erreichen dagegen eine Körpergröße von 20 bis 25 cm und ein Gewicht zwischen 70 und 150 Gramm. Ihre Flügelspannweite beträgt 45 bis 50 cm.
Ihre Nahrung besteht aus Würmern, Schnecken, Insekten, aber auch aus Körnern und Samen.
Zu seinen Feinden gehören Füchse, Marderhunde, Wiesel, Falken, Möwen und Krähen.
Die Tiere sind  Zugvögel, die zumeist im westafrikanischen Binnenland überwintern.

Kiebitze
Der Kiebitz (Vanellus vanellus) ist eine Vogelart aus der Gattung der Kiebietze (Vanellus) und der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae). Seine bevorzugten Brutgebiete sind Marschwiesen, auf Vordeichwiesenflächen und anderen Weidelandschaften der Niederungen.
Außerhalb der Paarungszeit - von Juli bis März – kann man sie in größeren Schwärmen im Watt sowie in der Küstennähe antreffen. Der Vogel besitzt eine Körperlänge von 28 bis 32 cm  und einer Flügelspannweite zwischen 70 und 80 cm.
Die erwachsenen Vögel haben einen grün-grau schimmerndes Gefieder mit einem blau-violetten Schulterfleck. Der Bauch ist weiß gefärbt mit einem schwarzen, scharf abgegrenzten Brustband. Ihre kurzen Beine sind dunkelrot bis braun gefärbt.
Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Insekten und deren Larven, Würmern und anderen wirbellosen Tieren. Hin und wieder fressen sie auch Getreidekörner Samen und Früchte von Wiesenpflanzen.
Der Kiebitz ist ein Bodenbrüter, dessen Eier früher gesammelt und als Delikatesse verkauft oder selber gegessen wurde. Man schätzt, dass es in Deutschland noch zwischen 70.000 und 100.000 Brutpaare gibt.

Lerchen (Alaudidae)
Weltweit sind die Lerchen mit über 200 Arten vertreten. Sie sind ausgesprochene Bodenbewohner, die sich tippelnd, niemals hüpfend, fortbewegen und geschickte Flieger. Die Männchen sind hervorragende Sänger, die entweder im Flug oder von einer erhöhten Singwarte ihr weithin hörbares Lied schmettern. Unsere heimischen Arten lassen sich äußerlich nur schwer unterscheiden. Bei der Abgrenzung hilft es aber den jeweils charakteristischen Singflug der Männchen zu beobachten. Die Färbung der Lerchen ist unauffällig in Braun- und Beigetönen dem Leben am Erdboden angepasst.

  • Feldlerche (Alauda arvensis)
    Die Feldlerche ist mit 18 cm unsere größte heimische Lerche. Sie ist oberseits hell- und dunkelbraun gefleckt und längsgestrichelt, unterseits ist sie weißlich gefärbt mit schwarzbraun gesprenkelter Brust. Ihre Scheitelfedern kann sie zu einer kleinen Haube aufrichten. Sie hat einen relativ langen Schwanz mit weißen Außenkanten. Ihr bevorzugter Lebensraum ist offenes, baumloses Gelände und reicht von den Dünenlandschaften der Küsten über Moore, Wiesen und Felder bis zu Hochflächen im Bergland. In einer Mulde am Boden baut das Weibchen ein gut getarntes, flaches Nest aus Pflanzenmaterial der Umgebung. Das Gelege umfasst 3-5 Eier, welche sie auch allein ausbrütet. Es finden 2-3 Bruten im Jahr statt. Das Männchen der Feldlerche steigt zum Singflug fast senkrecht bis zu 50 m empor und lässt seinen trillernden Gesang bis zu 15 Minuten ohne Unterbrechung erklingen. Wie ein Stein lässt es sich anschließend zu Boden fallen. Auf dem Speiseplan der Feldlerche stehen neben allerlei bodenlebenden Insekten, Raupen, Larven und Spinnen auch Sämereien und grüne Pflanzenteile. Bei der Fütterung der Jungen landen die Eltern stets in einiger Entfernung zum Nest und gehen das letzte Stück zu Fuß, um keine Feinde auf ihren Nachwuchs hinzuweisen. Der größte Teil unsere Feldlerchen zieht im Winter nach Süd-, Westeuropa und Nordafrika.
  • Haubenlerche (Galerida cristata)
    Die 17 cm große Haubenlerche sieht der Feldlerche sehr ähnlich, wirkt aber gedrungener. Sie ist oberseits hellbraun gefärbt und weniger stark gefleckt und längsgestrichelt, unterseits ist sie weißlich gefärbt mit schwarzbraun gesprenkelter Brust. Ihre Scheitelfedern hat sie häufig zu einer spitzen Haube aufgerichtet. Sie hat einen relativ kurzen Schwanz mit gelblichbraunen Außenkanten. Sie lebt als Kulturfolger in der Nähe menschlicher Siedlungen auf Brachflächen, Bahndämmen, Truppenübungs- und Flugplätzen. In einer Mulde am Boden baut das Weibchen ein gut getarntes, flaches Nest aus Pflanzenmaterial der Umgebung. Das Gelege umfasst 3-5 Eier, welche sie auch allein ausbrütet. Die Fütterung übernehmen aber wieder beide Elternteile. Es finden 2-3 Bruten im Jahr statt. Das Männchen singt meist von erhöhter Warte oder steigt vom Boden zu einem niedrigen Singflug auf und überfliegt sein Revier in Bogenlinien. In seinen Gesang baut es Elemente artfremder Vogelarten ein. Auf der Speisekarte der Haubenlerche stehen neben bodenlebenden Insekten, Raupen, Larven und Spinnen auch Sämereien und grüne Pflanzenteile. Als Standvogel verbringt die Haubenlerche den Winter in ihrem angestammten Revier.
  • Heidelerche (Lullula arborea)
    Die 15 cm große Heidelerche ist unsere kleinste Lerche und ähnlich gefärbt wie unsere anderen beiden Lerchen. Sie ist oberseits hell- und dunkelbraun gefleckt und längsgestrichelt, unterseits ist sie weißlich gefärbt mit schwarzbraun gesprenkelter Brust. Ihre Scheitelfedern kann sie jedoch nicht zu einer Haube aufrichten. Sie hat außerdem einen kurzen Schwanz. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist ihr weißlicher Überaugenstreif, der sich im Genick vereinigt. Die Heidelerche lebt bevorzugt in Heidelandschaften, aber auch in lichten Kiefernwäldern oder ausgedehnten Waldlichtungen oder Kahlschlägen. In einer Mulde am Boden baut das Weibchen ein gut getarntes, ordentliches Nest aus Pflanzenmaterial der Umgebung. Das Gelege umfasst 3-5 Eier, welche sie auch allein ausbrütet. Die Fütterung übernehmen aber wieder beide Elternteile. Es finden 2-3 Bruten im Jahr statt. Das Männchen singt von erhöhter Warte, z.B. einem Baumwipfel aus oder schraubt sich von einer Warte in die Höhe, um im Fluge bis zu einer Stunde lang kontinuierlich zu singen, ehe es sich wieder auf einem Wipfel oder einem freien Ast niederlässt. Die Heidelerche ernährt sich von kleinen Insekten und Sämereien. Den Winter verbringt sie in den Mittelmeerländern, nur selten fliegt sie bis nach Nordafrika.

Meisen
Die Familie der Meisen (Paridae) umfasst ca. 55 - 61 Arten, die mit Ausnahme von Südamerika und den Polregionen überall auf der Welt zu Hause sind. Moderne molekular-genetische Untersuchungen sorgen dafür, dass sich die genaue Einordnung der Gattungen immer mal wieder etwas verschiebt. In Mitteleuropa kommen Arten der größten Gattung Parus, zu der auch die häufigen Blau- und Kohlmeisen gehören, sowie die Gattung Aegithalus (Schwanzmeisen) und Panurus (Bartmeisen) vor. Meisen leben meist in baumreichen Regionen. Auch ihr kleiner, geradezu zierlicher Körper mit den kurzen, abgerundeten Flügeln weist darauf hin, dass sie keine ausdauernden Flieger sind. Vielmehr sind sie in Baumkronen, Sträuchern und Unterholz unterwegs, wo sie eifrig von einem Zweig zum nächsten springen und an Knospen, in der Rinde und in Astgabeln nach Nahrung suchen. Auf ihrer Speisekarte stehen besonders Insekten und deren Larven, Spinnen und anderes kleines Getier. Daher sind sie echte Nützlinge und bei Gartenfreunden seit jeher beliebt. Sie verschmähen aber auch Samen und Früchte nicht. Im Winter finden sich verschiedene Arten am Vogelhaus ein, wo sie dankbar Haferflocken und Sonnenblumenkerne annehmen. Letztere klemmen sie geschickt mit einem Fuß an der Unterlage, z.B. einem Ast fest und hacken sie mit ihrem spitzen Schnabel auf. Viele Meisenarten sind Höhlenbrüter und beziehen häufig im Garten aufgehängte Nistkästen. Das Weibchen brütet meist alleine, während es vom Männchen fleißig mit Nahrung versorgt wird. Nach dem Schlüpfen übernehmen beide Elternteile das unermüdliche Füttern des stets hungrigen Nachwuchses.

  • Bartmeise (Panurus biarmicus)
    Die 16,5 cm große, davon entfallen 8 cm auf den Schwanz, und ca. 14 g schwere Bartmeise ist keine echte Meise und nicht mit den anderen heimischen Meisenarten verwandt. Sie gehört zur Familie der Papageischnäbel (Paradoxornithidae). Die Männchen haben ein zimtbraunes, ebenmäßig gefärbtes Gefieder mit aschegrauem Kopf und schwarzem Bartstreif. Beim Weibchen ist der Kopf ebenfalls zimtbraun und der Bartstreif fehlt. Sie ist ein ausgesprochener Schilfbewohner und bevorzugt große zusammenhängende Schilfgebiete der Küsten. Im Binnenland ist sie nur selten anzutreffen. Sie ernährt sich von Insekten und den Samen des Schilfrohrs. Ihr Nest baut die Bartmeise im dichten Röhricht als tiefer, dickwandiger Napf direkt am oder kurz oberhalb des Bodens. Darin legt sie 5-7 Eier. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel.
  •  Blaumeise (Parus caeruleus)
    Die weit verbreitete und häufige Blaumeise besitzt ein blaue Kopfplatte, blaue Oberseite und eine gelbe Unterseite. Ihr weißes Gesicht ist mit einer schwarzen Augenbinde versehen. Der Vogel hat eine Länge von ca. 12 cm - bei einem Gewicht von etwa 11 g. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum voneinander zu unterscheiden. Die Blaumeise lebt in Laub- und Mischwälder mit einem hohen Anteil an Eichen - sie ist aber auch in Parkanlagen und Gärten zu finden. Im Frühjahr und Sommer ernährt sie sich fast ausschließlich von Insekten, häufig Blattläusen und anderen kleinen Kerbtieren. Im Herbst frisst sie reichlich Sämereien und lässt sich häufig kopfüber an Birkenzweigen hängend beobachten, wie sie an den Samenständen knabbert. Blaumeisen brüten in Baumhöhlen, nehmen aber gerne aufgehängte Nistkästen an. Die Gelege bestehen aus 7-14 Eiern und bei gutem Nahrungsangebot sind zwei Bruten sogar die Regel. Im Winter ist sie ein häufiger Gast am Futterhaus.
  •  Haubenmeise (Parus cristatus)
    Die 11,5 cm große und 11 g schwere Haubenmeise fällt durch ihre spitze, schwarz-weiß geschuppte Federhaube auf. Die Wangen sind weiß mit einem schwarzen Augenstreif der in einem Bogen nach hinten ausläuft. Ein schwarzes Halsband grenzt den graubraunen Rücken, Flügel und Schwanz vom Kopf ab. Die Unterseite ist rahmfarben gefärbt. Der bevorzugte Lebensraum der Haubenmeise sind Nadelwälder, insbesondere Kiefernwälder. Im Westen Europas lebt sie auch in Laubwäldern. Um die Konkurrenz der Tannen- und Weidenmeisen zu vermeiden, geht sie meist weit oben in den Bäumen auf Nahrungssuche. Sie frisst kleine Insekten und Spinnen und ergänzt ihren Speiseplan im Herbst und Winter um Kiefernsamen. Ihr Nest baut die Haubenmeise in Baumhöhlen, Baumstümpfen und Wurzelstöcken. Ihr Gelege besteht aus 5-8 Eiern und je nach Nahrungsangebot gibt es ein oder zwei Bruten im Jahr.
  • Kohlmeise (Parus major)
    Die Kohlmeise ist mit einer Länge von ca.14 cm und einem Gewicht von ca. 20 g die größte in Deutschland vorkommende Meisenart. Sie hat einen schwarzen Kopf mit weißen Wangen und einen mehr oder weniger stark ausgeprägten schwarzen Längsstrich auf der schwefel- bis zitronengelb gefärbten Bauchseite. Die Flügel, mit einer einfachen weißen Binde versehen, und der Schwanz sind blaugrau bis olivgrün gefärbt. Kohl- und Blaumeisen kommen in Garten und Parks häufig nebeneinander vor. In der freien Natur findet man in Nadelwäldern jedoch nur die größere Kohlmeise. Im Frühjahr und Sommer ernährt sie sich fast ausschließlich tierischer Kost. Auf dem Speiseplan stehen Insekten, Spinnen, Raupen und anderen kleinen Kerbtieren. Im Herbst frisst sie reichlich Sämereien, Früchte und Beeren. Die bei uns häufig anzutreffenden Kohlmeisen brüten in Baumhöhlen, nehmen aber gerne aufgehängte Nistkästen an. Durch die Größe des Einfluglochs lassen sich Kästen ganz speziell für Kohlmeisen (32 mm Durchmesser) oder die kleineren Blaumeisen (27 mm) anbringen. Die Gelege bestehen aus 8-12 Eiern und bei gutem Nahrungsangebot sind zwei Bruten sogar die Regel. Im Winter ist sie ein häufiger Gast am Futterhaus.
  • Tannenmeise (Parus ater)
    Die zierliche, ca. 11 cm große und ca. 9 g schwere Tannenmeise lebt ihrem Namen entsprechend bevorzugt in Nadelwäldern, besonders im Fichten- und Tannenbestand. Sie ist aber auch in Mischwäldern anzutreffen. Sie hat einen schwarzen Kopf mit einem auffallenden weißen Nackenfleck und weißen Wangen. Die mit einer schmalen doppelten weißen Binde gezeichneten Flügel sind ebenso wie der Schwanz blaugrau gefärbt, die Bauchseite ist schmutzigweiß bis graubraun. Tannenmeisen brüten in Baumhöhlen, ausgefaulten Baumstümpfen und Astlöchern. Wo vorhanden, nehmen sie aufgehängte Nistkästen an. Die Gelege bestehen aus 5-9 Eiern und bei gutem Nahrungsangebot sind zwei Bruten die Regel. Ihre Hauptnahrung bilden kleine Insekten und Spinnen; im Herbst und Winter ernähren sie sich hauptsachlich von den Samen der Nadelbäume. In der Nähe von Siedlungen besuchen sie auch Futterhäuschen.
  •  Sumpfmeise (Parus palustris)
    Die 11,5 cm große und 11 g schwere Sumpfmeise lebt entgegen ihrem Namen nicht in Sümpfen und Mooren. Vielmehr bevorzugt sie Laub- und Mischwälder sowie feuchte Auwälder mit Erlen- und Weidenbeständen. Sie kommt aber auch in Gärten und Parkanlagen vor. Sie hat eine glänzend schwarze Kopfplatte und einen kleinen schwarzen Kehllatz. Die Wangen sind weiß gefärbt. Oberseite und Schwanz sind graubraun, Brust und Bauchseite sind weißgrau gefärbt. Von der Weidenmeise ist sie dem Aussehen nach kaum zu unterscheiden. Nur die matt schwarze Kopfplatte und der insgesamt etwas größere Kopf der Weidenmeise machen eine Unterscheidung möglich. Sumpfmeisen ernähren sich von kleinen Insekten, deren Larven, Spinnen, Sämereien und Beeren. Ihr Nest bauen sie in Baumhöhlen, aber auch Nistkästen nehmen sie an. Ihr Gelege umfasst 7-11 Eier und bei gutem Nahrungsangebot sind zwei Bruten im Jahr möglich
  •  Weidenmeise (Parus atricapillus)
    Die 11,5 cm große und 11 g schwere Weidenmeise ist optisch von der Sumpfmeise kaum zu unterscheiden. Sie hat eine matt schwarze Kopfplatte, während die der Sumpfmeise glänzend schwarz ist. Sie hat ebenfalls einen kleinen schwarzen Kehllatz und weiß gefärbte Wangen. Oberseite und Schwanz sind graubraun, Brust und Bauchseite sind weißgrau gefärbt. Sie leben ebenfalls in feuchten Auwäldern mit Erlen- und Weidenbeständen, kommen aber neben Laub- und Mischwäldern auch in Nadelwäldern vor. Sie ernähren sich von kleinen Insekten, deren Larven, Spinnen, Sämereien und Beeren. Ihr Nest errichten sie meist in selbstgebauten Baumhöhlen oder Baumstümpfen, aber auch Nistkästen nehmen sie an. Ihr Gelege umfasst 6-9 Eier und meist gibt es nur eine Brut im Jahr.
  • Schwanzmeise (Aegithalus caudatus)
    Die Unterfamilie der Schwanzmeisen (Aegithalinae) umfasst 7 Arten. Die bei uns heimische Schwanzmeise wiegt ca. 11 g und ist 14 cm groß, wobei davon allein 8 cm auf den Schwanz entfallen. Das Gefieder des kugeligen Körpers ist oberseits rötlich-braun und schwarz gemischt, unterseits schmutzig-weiß bis cremefarben. Der weiße Kopf mit dem winzigen Schnabel hat einen breiten schwarzen Überaugenstreif. Der Schwanz ist schwarz mit weißen Außenkanten. Die verschiedenen europäischen Unteralten unterscheiden sich in der Gefiederzeichnung leicht voneinander. Die Schwanzmeise bewohnt Wälder aller Art mit reichlich Unterholz. Man findet sie aber auch in Heidelandschaften, Gärten und Parks. Sie ist sehr rastlos und emsig auf der Nahrungssuche nach kleinen Insekten, deren Larven und Spinnen. Als eine der wenigen Meisenarten brütet sie nicht in Höhlen. Stattdessen baut sie ein kunstvolles, hohes und überdachtes Nest aus Gräsern, Moos, Pflanzenfasern und Spinnweben, ausgepolstert mit zahlreichen Federn. Hier werden die 9-12 Eier ausgebrütet, häufig zweimal im Jahr. Nach dem die Jungen flügge sind, streifen sie noch lange in Familientrupps umher. Generell sind Schwanzmeisen sehr gesellig und schließen sich gelegentlich zu größeren Trupps zusammen. In kalten Nächten schlafen die Tiere dicht gedrängt auf einem Ast, um sich gegenseitig vor Wärmeverlust zu schützen.

Nachtigall (Luscinia megarhynchos)
Wer kennt nicht den Satz aus Shakespeares "Romeo und Julia" - "Es war die Nachtigall und nicht die Lerche". Das Männchen des 16-17 cm großen und unscheinbaren Vogels zählt zu den beeindruckendsten Sängern in der deutschen Vogelwelt. Obwohl es auch den Tag über singt, wirkt sein nächtlicher Gesang, wenn sonst alles ruhig ist, am stärksten. Der Gesang mit den typischen „schluchzenden“ Elementen ist nicht angeboren und muss erlernt werden. Dabei prägen sich die Jungvögel den Gesang des Vaters ein, so dass regionale Gesangsmuster entstehen. Das Gefieder der Nachtigall ist oberseits einfarbig rötlichbraun und unterseits hellgrau. Ihr Schwanz ist rötlich gefärbt. Als Lebensraum bevorzugt sie buschreiche Laub- und Mischwälder, Auwälder und Parkanlagen. In Norddeutschland ist sie selten. Das Weibchen errichtet ihr Nest im Laub am Boden oder im Gebüsch dicht über dem Boden und brütet die 4-6 Eier auch alleine aus. Die Fütterung übernehmen aber beide Eltern. Als Nahrung dienen kleine Insekten, Würmer, Spinnen und im Herbst auch Beeren, die am Boden oder im dichten Gestrüpp erbeutet werden. Als Zugvogel überwintert sie in den Savannengebieten Afrikas nördlich des Äquators. Die Nachtigall ist eng mit dem Sprosser verwandt, der auch als Polnische Nachtigall bezeichnet wird.

Neuntöter
Trotz seines matialischen Namens gehört der Neuntöter zu den Singvögeln. Er gehört zur Familie der Würger. Man kennt ihn auch unter dem Namen Dorndreher oder Rotrückenwürger. Er wird etwa 17 cm groß und hat einen für Würger typischen kräftigen und leicht hakenförmig gebogenen Schnabel und einen langen Schwanz. Er bewohnt offenes Gelände mit Büschen, Hecken und niedriger Bodenvegetation, bevorzugt aber dornige Sträucher. Diese benutzt er als seine persönliche Vorratskammer, indem er die aus Insekten, ferner jungen Mäusen, kleinen Eidechsen und Jungvögeln bestehende Beute auf die Dornen und Stacheln der Sträucher spießt. Der Neuntöter ist überall in Europa bis auf Island, die britischen Inseln, Nordeuropa und die Iberische Halbinsel verbreitet.

Pirol (Oriolus oriolus)
Von den weltweit 34 Pirol-Arten, ist nur der Pirol als reiner Brutvogel bei uns heimisch. Das 24 cm große Männchen hat ein leuchtend gelbes Gefieder mit schwarzen Flügeln. Sein kräftiger Schnabel ist rot gefärbt. Das Weibchen ist oberseits grünlich gefärbt, hat ebenfalls schwarze Flügel und eine helle, schwarz gestrichelte Unterseite. Der Pirol lebt in lichten Laub- und Auwäldern, kommt aber auch in größeren Parks mit altem Baumbestand vor. Er hält sich bevorzugt im dichten Blattwerk der Bäume auf und ist deshalb nur schwer zu beobachten. Das Nest bauen beide Partner in einer hochgelegenen Astgabel aus Gräsern und Pflanzenfasern. Das Weibchen brütet die 3-5 Eier weitgehend alleine aus, wird dabei jedoch vom Männchen mit Futter versorgt. Als Nahrung dienen größere Insekten, Beeren und Früchte. Da sich die Pirole bereits im August auf den Weg in ihre tropischen Winterquartiere in Afrika aufmachen, bleibt nur Zeit für eine Jahresbrut.

Rotrückenwürger, Neuntöter (Lanius collurio)
Trotz seines martialischen Namens gehört der Rotrückenwürger zu den Singvögeln und ist sogar ein guter Sänger. Er ist zudem der häufigste heimische Würger. Wegen seiner Eigenart, Beute auf Dornen oder Stacheln aufzuspießen, hat ihm der Volksmund auch die Namen „Dorndreher“ oder „Neuntöter“ gegeben. Er wird etwa 17 cm groß und hat einen für Würger typischen kräftigen und leicht hakenförmig gebogenen Schnabel und einen langen Schwanz. Die Geschlechter sind deutlich unterschiedlich gezeichnet. Das Männchen hat einen grauen Kopf mit schwarzem Augenstreif, weiße Kehle, Brust und Bauch sowie rotbraune Flügel. Das Weibchen ist unauffällig gefärbt, hat eine graubraune Oberseite und eine hellbraune, quergewellte Unterseite. Der Rotrückenwürger bewohnt offenes Gelände mit (dornigen) Büschen, Hecken und niedriger Bodenvegetation. Das Nest bauen beide Partner zusammen in einem Dornenbusch, das Brutgeschäft übernimmt das Weibchen jedoch allein. Zur Jagd hält der Vogel auf einer erhöhten Warte Ausschau und stürzt sich auf seine Beute herab. Auf dem Speisezettel stehen neben Insekten seltener auch junge Mäuse, Frösche, kleine Eidechsen und Jungvögel. Beutetiere, die nicht sofort verzehrt werden, spießt er auf Dornen und Stacheln der Sträucher auf und nutzt diese so als seine persönliche Vorratskammer. Der Rotrückenwürger ist überall in Europa bis auf Island, die nördlichen britischen Inseln, Nordskandinavien und Südspanien verbreitet. Als echter Zugvogel verbringen alle europäischen Tiere den Winter im tropischen Afrika südlich der Sahara.

Raubwürger (Lanius excubitor)
Der 24 cm ist der größte europäische und bei uns heimische Würger. Er wird oft als Wächter bezeichnet (die Übersetzung des lateinischen „excubitor“), da er das Erscheinen von Greifvögeln laut ankündigt. Er ist oberseits an Kopf, Stirn und Rücken hellgrau gefärbt und hat einen schwarzen Augenstreif. Seine Flügeldecken sind im oberen Drittel ebenfalls hellgrau und in den unteren zwei Dritteln schwarz. Unterseits ist das Männchen weiß gefärbt, das Weibchen weist eine leichte Querbänderung auf. Sein Schnabel ist Würger-typisch kräftigen und leicht hakenförmig gebogenen. Der Raubwürger besiedelt offenes Land mit Feldgehölzen und einzelnstehenden Bäumen sowie Wälder mit großen Lichtungen. Das Nest wird auf Bäumen aus Zweigen, Wurzeln und Grashalmen errichtet. Das Weibchen legt 5-6 Eier und brütet alleine. Es findet nur eine Brut im Jahr statt. Häufig sitzt der Raubwürger auf einer erhöhten Warte, wie einem einzelnen Baum oder einem Mast und hält Ausschau nach Beute am Boden. Seine Hauptnahrungsquelle sind Feldmäuse, aber er frisst auch größere Insekten, Eidechsen, Frösche und kleine Singvögel, welche er aus dem Sturzflug oder nach kurzem Rüttelflug fängt. Mit seinem starken Schnabel erschlägt er die am Boden fixierten Tiere. Bei gutem Nahrungsangebot klemmt er Beutetiere als Vorrat in einer Astgabel ein oder spießt sie auf Dornen. Als Standvogel verbringt er auch den Winter bei uns. Bei geschlossener Schneedecke spezialisiert er sich auf die Jagd auf kleine Vögel.

Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
Das 14 cm große Rotkehlchen gehört sicherlich zu unseren bekanntesten Singvögeln. Es ist mit seiner rundliche Gestalt, seinem orangefarbenen Kehlfleck und den schwarzen Knopfaugen nicht nur niedlich anzuschauen, sondern sucht sogar die Nähe des Menschen. Bei der Gartenarbeit kommt es unmittelbar herangeflogen, um aufgescheuchte Insekten und Spinnentiere wegzuschnappen. Im Winter ist es häufiger Gast am Futterhaus. Oberseits ist das Rotkehlchen olivbraun und am Bauch weißgrau gefärbt. Die Orangefärbung an Kehle und Brust ist grau eingerahmt. Sein bevorzugter Lebensraum sind unterholzreiche Wälder, Gärten und Parks. Bei der Wahl des Nistplatzes ist das Weibchen nicht wählerisch: es werden allerlei Nischen und Halbhöhlen bezogen, aber ebenso baut es auch am Boden oder im Gestrüpp. Die 4-6 Eier brütet es alleine aus und zwei Bruten im Jahr sind die Regel. Die Fütterung wird von beiden Partnern übernommen. Unsere Stadtamseln verbringen den Winter bei uns und sind häufiger Gast am Futterhaus. Ein Teil unserer heimischen Population verbringt den Winter bei uns, die anderen ziehen südwärts nach Südeuropa und Nordafrika.

Rotkopfwürger (Lanius senator)
Der 17 cm große Rotkopfwürger ist bei uns ein seltener Brutvogel, der nur in wärmeren Gebieten Süddeutschlands und dem Rhein-Main-Gebiet anzutreffen ist. Er hat einen rostroten Kopf und Hinterkopf sowie eine schwarze Stirn und schwarzen Augenstreif. Rücken, Flügel und Schwanz sind schwarz mit weißer Zeichnung. Seine Unterseite ist ebenfalls weiß. Er bewohnt offene, trockene Landschaften mit Feldgehölzen und einzelnstehenden Bäumen sowie Obstplantagen. Das gut ausgepolsterte Nest wird vom Weibchen gerne in Obstbäumen angelegt. Dort hinein legt es 4-6 Eier, die es auch alleine ausbrütet. Das Männchen übernimmt in dieser Zeit die Nahrungsversorgung mit Insekten, bevorzugt Hummeln und Käfer, seltener kleine Wirbeltiere. Ähnlich wie der Raubwürger klemmt auch der Rotkopfwürger bei Nahrungsüberschuss seine getöteten Beutetiere in Astgabeln ein oder spießt sie auf Dornen, so dass er Vorräte für schlechte Zeiten hat. Den Winter verbringt er jedoch im tropischen oder südlichen Afrika.

Schwarzkehlchen (Saxicola torquata)
Das 13 cm große Schwarzkehlchen ist zwar eng mit dem Braunkehlchen verwandt, nicht jedoch mit Rotkehlchen und Blaukehlchen. Sein Gefieder ist oberseits schwarzbraun gefärbt, ebenso wie die Kehle. Die Brust ist beim Männchen rotbraun, beim Weibchen hellbraun gefärbt. Als gutes Bestimmungsmerkmal gelten die weißen Halsseiten. Das Schwarzkehlchen bewohnt offenes, trockenes Gelände wie Heide- und Ginsterlandschaften, Bahndämme, Kiesgruben und Schuttplätze. Das Weibchen baut das Nest gut versteckt zwischen Vegetation in einer Mulde am Boden und brütet die 5-6 Eier auch alleine aus. Zwei Bruten im Jahr sind die Regel. Die Fütterung übernehmen beide Elternteile. Kleine Insekten werden aus der Luft von einer Warte aus geschnappt oder vom Boden aufgepickt. Unsere heimischen Schwarzkehlchen überwintern in milderen Regionen Mittel- und Südeuropas sowie in Nordafrika.

Sprosser (Luscinia luscinia)
Sprosser und Nachtigall sind Zwillingsarten und äußerlich kaum zu unterscheiden. Sein Gefieder ist oberseits einfarbig olivbraun und unterseits hellgrau. Er ist ebenfalls 15-16 cm groß und das Männchen ist gleichfalls ein ausgezeichneter Sänger bei Tag und Nacht, auch wenn seine Strophen weniger variantenreich sind. Der Sprosser, der auch als polnische Nachtigall bezeichnet wird, hat sein Verbreitungsgebiet in Osteuropa, wohingegen die Nachtigall vermehrt in West- und Mitteleuropa vorkommt. Insbesondere die Wahl des Lebensraumes ist unterschiedlich, denn der Sprosser bevorzugt unterholzreiche Feuchtgebiete. Seine Brut und Ernährunggewohnheiten sind allerdings vergleichbar. Er ist ebenfalls Bodenbrüter und ernährt sich von Insekten, Würmer, Spinnen und Beeren. Auch der Sprosser ist ein echter Zugvogel und verbringt den Winter im ostafrikanischen Winterquartier.

Star (Sturnus vulgaris)
Von den ca. 100 Starenarten kommt in Deutschland nur der 22 cm große Star vor. Wenn er im Februar/ März aus seinem Winterquartier in Südeuropa oder Nordafrika heimkehrt ist er einer der ersten Frühlingsboten, der sich mit lautem, melodiösen Gesang ankündigt. Er hat eine schwarze Grundfärbung und fällt im Brutkleid durch sein grünes und violettes Schimmern und den gelben Schnabel auf. Im Winterkleid trägt er weiße Tupfen auf schwarzen Grund und der Schnabel ist braun. Dann bezeichnet man ihn auch als „Perlstar“. Der Star ist wie die Amsel ein echter Kulturfolger. Ursprünglich bewohnt er Laub- und Mischwälder, ist nun aber in menschlichen Siedlungen in Gärten und Parks ebenso anzutreffen. Der Nistplatz in Baumhöhlen oder Nistkästen wird vom Männchen ausgewählt und singend beworben. Hat sich ein Weibchen überzeugen lassen, baut diese das Nest, wobei das Männchen beim Herbeischaffen von Nistmaterial hilft. Die 4-6 Eier werden von beiden Partnern ausgebrütet. Meist finden zwei Bruten statt. Die Jungen werden mit Insekten und Würmern versorgt, welche der Star auf dem Boden tippelnd aufliest oder aus dem Erdreich zieht. Im Herbst ernährt er sich hauptsächlich von Beeren und Früchten. Anfangs versammeln die Stare sich in dieser Jahreszeit zu kleineren Schwärmen, die schwatzend in Bäumen sitzen oder über Wiesen marschieren. Wehe dem, der sein Auto unter einem beerentragenden Baum geparkt hat. Ehe sich die Stare in ihr Winterquartier verabschieden, schließen sie sich zu riesigen Schwärmen zusammen, die in Weinbergen oder Obstplantage beträchtlichen Schaden anrichten können

Wasseramsel (Cinclus cinclus)
Die Wasseramsel ist weder mit der Amsel verwandt noch gehört sie zu den Echten Drosseln. Sie gehört zur Familie der Wasseramseln (Cinclidae) und kommt weltweit in nur 5 Arten vor. Sie ist der einzige Singvogel der schwimmen und tauchen kann, da ihr Gefieder so gut gefettet ist, dass das Wasser daran abperlt. Der 18 cm große Vogel erinnert durch seine kurzschwänzige, kompakte Gestalt an den Zaunkönig, ist aber natürlich deutlich größer. Die Wasseramsel hat einen rostroten Kopf und Nacken sowie eine strahlend weiße Kehle und Brust. Ihr restliches Gefieder, Rücken, Schwanz und Unterbauch ist dunkelbraun gefärbt. Sie lebt ausschließlich an schnellfließenden, sauberen Flüssen und Bächen. Aufgrund der Umweltverschmutzung ist sie deshalb in die Gebirgsregionen zurückgedrängt worden. Dort lässt sich der unruhige Vogel auf der Jagd nach Wasserinsekten, deren Larven, Krebsen und kleinen Fischen beobachten. Sie springt und fliegt unermüdlich von Stein zu Stein, fängt kleine Insekten in der Luft oder von der Wasseroberfläche und stößt zu kurzen Tauchgängen ins Wasser. Ihr Nest legen beide Partner gemeinsam am Ufer in Höhlen oder Halbhöhlen an und brüten die 4-6 Eier auch gemeinsam aus. Die Wasseramsel ist ein Standvogel und verbringt die kalte Jahreszeit in ihrem angestammten Revier. Schnellfließende Bäche sind für sie überlebenswichtig, da diese im Winter nicht zufrieren.

Drosseln (Turdidae)

Die weitverbreitete Amsel ist unser häufigster Vertreter aus der Familie der Drosseln. Sie wird in anderen Ländern übersetzt als Schwarzdrossel bezeichnet, bei uns hat sich jedoch der Name Amsel, der möglicherweise auf einen alten Dialekt zurückzuführen ist, durchgesetzt. Schwarze Sprenkel auf der weißen Bauchseite, die nur beim Amselmännchen völlig fehlen, sind ebenso charakteristisch für unsere heimischen Drosseln wie der melodische und laute Gesang ihrer Männchen. Nicht zu den weltweit über 300 Drossel-Arten gehört übrigens die Wasseramsel.

Amsel (Turdus merula)
Die ca. 25 cm große Amsel gehört zur Familie der Drosseln (Turdidae) und besitzt noch den Namen Schwarzdrossel, der ihre Verwandtschaft hervorhebt. Aber auch ohne den Namenszusatz „Drossel“ ist die Amsel auf Grund ihres Verhaltens und ihrer Sangeskünste eine ein typischer Vertreter der Drosseln. Das Männchen ist tiefschwarz gefärbt und hat einen gelben Schnabel und einen gelben Augenring. Augenring und Schnabel sind zur Brutzeit besonders leuchtend gefärbt. Das Weibchen hat ein dunkelbraunes Gefieder und einen braunen Schnabel. Ihre Unterseite ist entweder ebenfalls braun, etwas heller oder leicht gesprenkelt. Sie ist ein echter Kulturfolger und ist fast überall in der Nähe des Menschen anzutreffen. Ursprünglich bewohnte sie unterholzreiche Wälder, ist aber heute vielmehr in Parks und Gärten anzutreffen. Sie brütet bevorzugt in dichten Hecken, nimmt aber in der Stadt auch mit weniger geschützten Brutplätzen z.B. mit Balkonkästen vorlieb. Das Amselweibchen baut ein stabiles Nest aus Halmen, Wurzeln und Moos, in welches sie 3-5 Eier legt. Im Jahr sind 2-3 Bruten möglich. Während das Weibchen mit Brüten und Nestbau beschäftigt ist, markiert das Männchen durch seinen kunstvollen Gesang das Revier, welches er auch energisch gegen andere Amseln verteidigt. Nähert sich ein Räuber, wie z.B. eine Katze dem Nest, bleiben beide Partner dem Eindringling unter ständigem und lautem Meckern dicht auf den Fersen, bis dieser genervt abzieht. Eine Strategie, die allerdings nicht immer aufgeht, denn die Katze ist sicherlich der größte Fressfeind. Die Jungvögel werden von beiden Eltern mit tierischer Kost versorgt, die am Boden gejagt wird. Auf dem Speiseplan stehen Regenwürmer, die direkt aus dem Boden gezogen werden und allerlei Insekten, deren Larven und Schneckeneier. Im Herbst fressen Amseln gerne Beeren und nur selten Obst. Häufig hört man Amseln im Herbst und zeitigen Frühjahr im Gebüsch rascheln ehe man sie zu Gesicht bekommt. Sie durchwühlen das trockene Laub am Boden auf der Suche nach kleinen Kerbtieren, die sich darin verbergen. Unsere Stadtamseln verbringen den Winter bei uns und sind häufiger Gast am Futterhaus. Die nördlichen, wilden Populationen ziehen südwärts nach Südeuropa oder sogar Nordafrika.

Misteldrossel (Turdus viscivorus)
Die Misteldrossel ist mit ihren 27 cm die größte Drossel Mitteleuropas. Sie ist von der etwas kleineren Singdrossel nur schwer zu unterscheiden. Sie hat eine einfarbig graubraune Oberseite und eine weiße, dicht mit schwarzen Flecken übersäte Unterseite. Die Misteldrossel lebt in Laub- und Nadelwäldern bis zur Baumgrenze sowie in Gärten und Parks. Das relativ große Nest baut das Weibchen aus Wurzeln, Zweigen, Gräsern und Moos hoch oben in der Astgabel von Bäumen. Das Männchen hilft zwar beim Nestbau, ist dabei allerdings nicht so eifrig. Das Weibchen brütet die 3-5 Eier alleine aus und wird dabei vom Männchen gefüttert. Häufig finden 2 Bruten im Jahr statt. Während der Brutzeit stehen Schnecken, Würmer, Insekten und Spinnen auf dem Speiseplan. Im Herbst kommen Beeren, insbesondere Mistelbeeren und Obst dazu. Unsere heimischen Misteldrosseln überwintern in milderen Regionen Mittel- und Südeuropas sowie in Nordafrika.

Ringdrossel (Turdus torquatus)
Die 25 cm große Ringdrossel ist der Amsel ähnlich, aber durch ihren namensgebenden halbmondförmigen weißen Halsring zu unterscheiden. Das Männchen hat eine schwarze Grundfärbung, das Weibchen hat einen braunen Grundton. Ihre Federn haben einen feinen weißen Rand, so dass ihr Gefieder insgesamt geschuppt wirkt. In Europa leben zwei Rassen der Ringdrossel: das Gefieder der nordischen Form, die manchmal auf dem Durchzug zu beobachten ist, erscheint nicht geschuppt und wirkt dadurch insgesamt dunkler. Unsere heimische Form besiedelt die Nadelwälder und Latschenkiefer-Zonen der Mittelgebirge und Alpen. Das Nest wird von beiden Partnern gemeinsam in niedrigem Gestrüpp oder Nadelbäumen dicht am Boden in typischer Drosselmanier gebaut. Das aus 4-5 Eiern bestehende Gelege wird ebenfalls von beiden Partnern bebrütet. Meist findet nur eine Brut statt. Die Jungvögel werden mit am Boden erbeuteten Schnecken, Würmern, Insekten und Spinnen gefüttert. Im Herbst stehen zusätzlich Beeren und Früchte auf dem Speiseplan. Den Winter verbringen die Vögel im Mittelmeerraum und in Nordafrika.

Singdrossel (Turdus philomelos)
Die 23 cm große Singdrossel macht ihrem Namen alle Ehre. Ihr melodischer Gesang ist besonders in den Morgen- und Abendstunden zu hören. Sie hat ganz ähnlich der größeren Misteldrossel eine einfarbig braune Oberseite und eine weiße, dicht mit schwarzen Flecken übersäte Unterseite Ihr bevorzugter Lebensraum sind Laub- und Nadelwälder, Kulturlandschaften mit reichlich Gehölzen sowie Gärten, Obstplantage und Parks. Ihr Nest baut sie in Sträuchern oder Nadelbäume dicht über dem Boden. Im Gegensatz zu den anderen Drosselarten kleidet sie ihr Nest nicht mit einer Erdschicht aus, sondern mit verrottendem Holz (Holzmulm). Das Weibchen legt 3-6 Eier und brütet zweimal im Jahr. Die Nahrung wird am Boden gejagt und besteht größtenteils aus Schnecken. Sie verschmäht aber auch Insekten, Würmer und im Herbst Beeren und Früchte nicht. Erbeutete Gehäuseschnecken werden an einem Stein oder Baumstumpf, der so genannten „Drosselschmiede“ aufgeschlagen. Anhand einer solchen Drosselschmiede lässt sich auch die Anwesenheit der sonst eher scheuen Singdrossel erkennen. Unsere heimischen Populationen sind Zugvögel und verbringen den Winter im gesamten Mittelmeerraum, von Südspanien über Griechenland, Türkei und Nordafrika.

Wacholderdrossel (Turdus pilaris)
Die ca. 25 cm große Wacholderdrossel ist unsere farbenprächtigste Drosselart. Sie hat einen hellgrauen Kopf und Unterrücken, der restliche Rücken sowie die Flügeloberseiten sind Kastanienbraun. Ihre Unterseite ist weiß, an der Brust rötlich hinterlegt und nach unten auslaufend schwarz gefleckt. Sie bewohnt offene Landschaften mit Büschen und Gehölzgruppen, lichte Wälder sowie Parkanlagen und Gärten. Im Gegensatz zu unseren anderen Drosselarten lebt sie in Kolonien, die bis zu 40 Paar umfassen können. Auch auf der Nahrungssuche ist sie in kleineren Trupps unterwegs. Am Boden jagt sie nach Schnecken, Würmern, Insekten und Spinnen. Im Herbst frisst sie zusätzlich Beeren und Früchte. Ihr Nest baut das Weibchen der Wacholderdrossel aus Gräsern, Blättern, Lehm und Moos hoch oben in einer Astgabel von Bäumen oder nahe am Stamm. Dort hinein legt es 4-6 Eier, die es auch alleine ausbrütet. Unsere heimischen Populationen überwintern im europäischen Mittelmeerraum.

Schwalben

Schwalbe

Schwalbe © goruma (T.Kruse)

Die Schwalben (Hirundinidae) sind eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes) und der Unterordnung Singvögel (Passeres).
Schwalben ernähren sich größtenteils von Fluginsekten.
Es sei darauf hingewiesen, dass Mauersegler und Seeschwalben nicht zu dieser Familie gehören. Männchen und Weibchen sind einander in Größe und Befiederung ähnlich und zudem unterscheiden sich die verschiedenen Schwalbenarten oft nur wenig.
Da sich die Fluginsekten bei sonnigem und warmem Wetter infolge der aufsteigenden Luft sich in größerer Höhe befinden, sieht man deshalb auch die Schwalben in der Höhe jagen.
In Mitteleuropa findet man folgende vier verschiedene Schwalbenarten, wobei die Felsenschwalbe in Deutschland nicht vorkommt:
- Felsenschwalbe (Ptyonoprogne rupestris)
- Mehlschwalbe (Delichon urbica)
- Rauchschwalbe (Hirundo rustica)
- Uferschwalbe (Riparia riparia)

Mehlschwalb

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) gehört zur Gattung Delichon, zur Familie der Schwalben (Hirundinidae), zur Unterordnung der Singvögel (Passeri) und zur Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes). Wegen ihres weißen Bürzels ist sie gut von den anderen europäischen Schwalbenarten zu unterscheiden. Von der Mehlschwalbe gibt es zwei Unterarten, die als typische Zugvögel, die in Afrika überwintern.
Der Vogel hat eine Körperlänge zwischen 11 bis 14 cm und wiegt zwischen 16 und 20 g. Ihr Kopf, der Rücken, die Oberseite der Flügel und der Schwanz sind blau-schwarz. Dagegen sind die Körperunterseite und der Bürzel weiß bis mehl-weiß Färbung. Auch ihre Beine und die Füße besitzen ein weißes Gefieder.
Unter dem Bürzel versteht man die hintere obere Rückenpartie bzw. dessen Befiederung.

Rauchschwalbe

Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) ist eine Vogelart aus der Gattung Hirundo, der  Familie der Schwalben (Hirundinidae), der Unterordnung der Singvögel (Passeres) sowie der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes)
Die Vögel sind etwa 19 bis 22 cm lang, bei einem Gewicht zwischen etwa16 und 23 g.
Ihre  Flügelspannbreite liegt zwischen 32 und 35 cm. Sie verfügen über einen stark gegabelten langen Schwanz, an dem sich weiße Flecken befinden. Ihr Rücken ist metallisch glänzend blau-schwarz, während die Unterseite cremig-weiß ist. Auffallend ist die schwarz umrahmte kastanien-braune Färbung an der Kehle.
Diese Schwalbenart lebt in Landschaften mit Bauernhöfen, Wiesen, Seen oder Teichen.
Die warme Jahreszeit zwischen April und Ende September verbringen sie in ihren Brutgebieten, um in Mittel- und Südafrika zu überwintern.

Uferschwalbe

Die Uferschwalbe (Riparia riparia) ist eine Vogelart aus der Gattung Riparia, der Familie der Schwalben (Hirundinidae), aus der Unterordnung der Singvögel (Passeres) und der Ordnung der  Sperlingsvögel (Passeriformes). Die Art verfügt über mehrere Unterarten.
Der Vogel ist mit einer Länge von 12 bis 13 cm die kleinste europäische Schwalbenart.
Die Oberseite der Schwalbe ist erdbraun, während die Unterseite weiß mit graubraunem Brustband ist. Uferschwalben besiedeln zur Brutzeit Flussufer, Küsten oder auch  die Ränder von Lehm- und Kiesgruben. Hier nutzen sie lehmige oder sandige Steilufer und Abbruchkanten zur Anlage ihrer Brutstätten.
Die Tiere versammeln sich gerne auch abseits der Brutgebiete zu  Schwärmen.
In Mitteleuropa leben sie von Mai bis September in ihren Brutgebieten, das sie im August verlassen, um in  Zentralafrika oder Nordwestafrika zu überwintern.
Es sei erwähnt, dass die Uferschwalbe in Deutschland Vogel des Jahres 1983 war.

Spechte, Sperlinge,

Specht

Specht © goruma (T.Kruse)

Buntspecht
Der Buntspecht (Dendrocopos major) ist eine Vogelart aus der Gattung Dendrocoposund gehört zur Familie der Spechte (Picidae).
Der Vogel ist zwischen 20 und 25 cm groß, bei einem Gewicht zwischen 60 bis 90 g. Seine Flügelspannweite beträgt zwischen 35 und 40 cm.
Sein Gefieder ist auf dem Rücken schwarz gefärbt mit zwei großen weißen Flügelflecken und auf der Bauchseite gelblich-grau. Das Unterschwanzgefieder sind ist rot gefärbt.
Die Männchen haben einen roten Genickfleck und ihre Wangen sind weiß gefärbt. An den Halsseiten befinden sich schwarze Bartstreifen. Man findet die Vögel in Wäldern, sowie Parks, aber auch in baumreichen Gärten.
Ihre Nahrung suchen sie sich vorwiegend in den Baumkronen, darunter Insekten und andere wirbellose Tiere, aber auch kleine Wirbeltiere und Vogeleier zudem Samen, Beeren und andere Früchte sowie Baumsäfte.
Sie verfügen an ihren Kletterfüßen über spitze, gebogene Krallen, womit sie sich an der Rinde der Bäume festkrallen können.
Interessant ist, dass die Nasenlöcher mit feinen Federn geschützt werden, die ein Einatmen des beim Klopfen entstehenden Holzmehls bzw. Holzstaubs verhindern.

Schwarzspecht.
Der Schwarzspecht ist größte Specht Deutschlands. Er ist mit 45 cm so groß wie eine Krähe und hat ein schwarzes Gefieder.
Die Männchen kann man anhand ihrem roten Scheitel gut von den Weibchen unterscheiden, da diese nur einen roten Fleck auf dem Hinterkopf besitzen. Es sind Waldvögel, wobei die einzelnen Holzarten eine geringere Rolle spielen.
Viel wichtiger ist es, dass alte Baumbestände vorhanden sind, mit 45 cm Durchmesser in Brusthöhe. Nur in solch alten Bäumen können die Schwarzspechte ihre Höhlen bauen.
Es werden Buchen bevorzugt, aber auch Tannen, Kiefern, Fichten und Lärchen sind gute Brutbäume. Der Schwarzspecht ernährt sich von Insekten und Insektenlarven, die vorwiegend im morschen Holz leben.

Haussperling
Der Haussperling (Passer domesticus) – auch als Spatz oder Hausspatz bezeichnet – ist eine Vogelart aus der Gattung Passer, der Familie der Sperlinge (Passeridae) und der Unterordnung der Singvögel (Passeri).
Der Vogel besitzt eine Körperlänge zwischen 14 bis 16 cm, bei einem Gewicht zwischen 28 und 32 g bei einer mittleren Spannweite von ca. 23 cm.
Die Männchen sind kontrastreicher gezeichnet als die Weibchen und haben eine schwarze oder dunkel-graue Kehle und einen schwarzen Brustlatz, der im Herbst nach der Mauser von helleren Federn verdeckt werden kann.
Ihr Scheitel ist bleigrau und von einem kastanienbraunen Feld begrenzt, das vom Auge bis in den Nacken hinein reicht. Die Wangen sind hellgrau bis weißlich. Der Rücken ist braun mit schwarzen Längsstreifen.
Die Flügel sind ebenso gefärbt; eine weiße Flügelbinde ist deutlich erkennbar, eine zweite ist nur angedeutet. Brust und Bauch sind aschgrau.
In Stadtzentren und Industriegebieten ist das Gefieder infolge der Luftverschmutzung weniger kontrastreich als z.B. das des Feldsperlings.
Die Weibchen sind farblich unscheinbarer als die Männchen und matter braun, aber sehr fein gezeichnet. Die Oberseite ist hell grau-braun, der Rücken schwarz-braun und gelb-braun gestreift.
Der ebenfalls grau-braune Kopf hat einen hellen Streifen über den Augen, der vor allem hinter dem Auge deutlich ist. Insgesamt sind die Tiere wenig farbenfroh und wirken eher unauffällig grau-bräunlich.
Der Haussperling ernährt sich hauptsächlich von Getreidesamen - besonders vom Weizen Hafer und Gerste. Von Frühjahr bis zum Beginn des Sommers fressen sie auch Insekten und wirbellose Tiere wie z.B. Würmer.
Durch ihre Nähe zum Menschen haben sie jedoch ihren Nahrungsumfang erheblich erweitert.
Man findet diese Vögel mittlerweile oft in der Umgebung von Gaststätten mit einem Außenbetrieb oder an Imbissbuden, wo sie gerne gefüttert werden.
Dabei haben die Tiere vielfach jegliche Scheu verloren und stehlen ihr Futter sogar von den Tellern der Gäste und werden dabei geradezu lästig.

Feldsperling
Der Feldsperling oder Feldspatz (Passer montanus) ist eine Vogelart aus der Gattung Passer - zu der auch der Haussperling gehört - der Familie der Sperlinge (Passeridae) sowie aus der Unterordnung der Singvögel (Passeri).
Er ist mit einer Größe von 13 bis 15 cm etwas kleiner als der Haussperling und deutlich scheuer als dieser. Sein Gewicht bewegt sich etwa zwischen 20 bis 24 g. Die Männchen haben eine Flügellänge von 6,5 bis 7,5, während sie bei den Weibchen etwas geringer ist.
Die Schwanzlänge beträgt bei den Weibchen 5 bis 5,6 cm und bei den Männchen 4,6 bis 5,8 cm. Der Feldsperling besitzt eine etwas deutlichere Färbung als der Haussperling.
Der obere Kopfteil sowie der Nacken sind braun, während die Kehle über einen kleinen schwarzen Kehlfleck verfügt. Die Wangen des Vogels sind weiß mit einem schwarzen Fleck in der Gegend der Ohren. Sein helles Halsband ist im Nacken nahezu geschlossen. Seine Oberseite ist bräunlich mit dunkleren Längsstreifen versehen. Der Bürzel ist gelb-bräunlich. Die Bauchseite und die Brust sind braun-grau.
In Mitteleuropa und besonders in Deutschland fehlt er – im Gegensatz zum Haussperling – normalerweise in größeren Siedlungen und Städten als Brutvogel, während er in einer Reihe von Regionen der Mittelmeeranlieger ein ausgesprochener Stadtvogel ist und hier die Rolle des Haussperlings einnimmt.
Er brütet in Gehölzen, Büschen, Gärten in der Nähe von landwirtschaftlichen Nutzflächen oder Siedlungen.
Seine Nester legt er in Baumhöhlen, Mauernischen, Felsspalten oder an Mauern an.
Zu seiner Nahrung zählen Samen von Gräsern, Kräutern und Getreide, hier und da auch Knospen und Beeren.
Ihre Jungen füttern sie mit Insekten.

Grasmücken (Sylvia)

Die Grasmücken (Sylvia) sind eine Gattung von Singvögeln, die zur Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae) gehören. Die Gattung umfasst 26 Arten, von denen aber nur ein Teil in  Mitteleuropa heimisch ist.
Grasmücken leben in Wäldern und dichtem Gebüsch und schlüpfen geschickt durch niedrige Dickichte. Einige Arten kommen gerne in Gärten. Ihr Gesang ist oft laut und charakteristisch, so dass man sie daran gut erkennen und unterscheiden kann.
Im folgenden werden ein paar Vertreter der Gattung Sylvia ausführlicher vorgestelltt:

Dorngrasmücke

Die Dorngrasmücke (Sylvia communis) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasmücken (Sylvia). Der Vögel ist in Europa weit verbreitet.  Die bevorzugten Lebensräume sind Agrarlandschaften mit dornigen Hecken und Büschen, in denen sie ihr Nest anlegt.
Der Vogel ist 13 bis 15 cm lang – bei einem Gewicht von 12 bis 18 g. Er besitzt einen relativ großen Kopf
Ihre Oberseite ist graubraun und die Unterseite weißlich gefärbt und die Kehle ist weiß. Die Die Federn der Flügel sind schwarz mit breiten rostbraunen Säumen. Der Vogel hat einen relativ langen Schwanz.
Ihre gefährlichsten Feinde sind Raubvögel, Marder und Katzen

Gartengrasmücke
Die Gartengrasmücke (Sylvia borin) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasmücken (Sylvia). Sie ist ein Zugvogel, der im Sommer in ganz Europa brütet und häufig auch in Siedlungsgebieten wie Gärten, zu beobachten ist
Der Vogel ist zwischen 12 und 14 cm lang, bei einem Gewicht zwischen 15 und 22 g. Ihre Flügelspannweite erreicht 20 bis 24 cm.
Ihre Oberseite ist olivbraun-grau, während  die Unterseite weißbraun ist. Das Gefieder der Flügel ist einfarbig. Die Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus und sind sehr scheu und daher schwer zu beobachten.

Klappergrasmücke
Die Klappergrasmücke (Sylvia curruca), auch als  Zaungrasmücke bezeichnet, ist in ganz Europa verbreitet und ist mit einer Größe zwischen 11 und 13 cm die kleinste einheimische Grasmücke. Ihre Flügelspannweite liegt bei etwa 19 cm. Ihr Gewicht erreicht max. 16 g.
Die Oberseite des Vogels ist graubraun, während die Unterseite weiß gefärbt ist. Die Flanken erscheinen in einem  Hellbraun und die Kehle ist weißlich mit einem grauen Kopf.
Der Vogel lebt an Waldrändern, in Parks, Obstgärten, aber auch in halboffenen Landschaften mit Gestrüpp, Hecken und Sträuchern. Seine Nahrung besteht aus Insekten, Larven, Spinnen, und Beeren. Im Winter zieht der Vogel nach Afrika.

Mönchsgrasmücke
Die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) gehört zur Familie der Grasmückenartigen ().
Sie erreicht eine Größe zwischen 12 bis 14 cm, bei einem Gewicht zwischen 19 bis 23 g und einer Flügelspannweite von etwa 23 cm.
Das Weibchen besitzt einen rotbraunen Oberkopf (Kappe) und das Männchen eine schwarze Kappe. Der Vogel lebt im Unterholz von Wäldern, in Gärten, auf Friedhöfen und in Parks. Sie brütet in Büschen, Hecken, Bäumen oder Sträuchern.
Er ernährt sich von
Im Winter zieht die Grasmücke in den Süden nach Afrika zum Überwintern.

Sperbergrasmücke
Die Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) ist ein Singvogel aus der Gattung der Grasmücken (Sylvia) und der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae). Sie ist neben der Orpheusgrasmücke die größte mitteleuropäische Art aus der Gattung Sylvia.
Der Vogel wird zwischen ist 15 bis 17 cm lang, bei einem Gewicht zwischen 28 bis 32 g. Die Flügelspannweite liegt zwischen 26 bis 30 cm. Die Oberseite des Vogels ist graubraun und die Brust dunkelgrau mit helleren, dünnen Querstreifen. Der Schnabel ist verhältnismäßig spitz und an der Unterseite weißgrau. Die Beine sind hellbraun. Männchen und Weibchen besitzen nahezu die gleiche Färbung.
Die Sperbergrasmücke lebt in hohem Gebüsch, in einzelnen Bäumen im offenem Gelände, ebenso wie auf Lichtungen mit zahlreichem Gebüsch oder im lichten Wald.
Als Nahrung dienen 
Der Vogel hält sich von Mai bis September zum Brüten in Mitteleuropa auf, während ihr Winterquartier im tropischen Afrika liegt.

Stelzen und Pieper (Motacillidae)

Zur Familie der Motacillidae gehören nicht nur die bekannte Bachstelze und ihre nahe Verwandten aus der Gattung Motacilla sondern die nicht weniger häufigen, aber trotzdem unbekannten Pieper der Gattung Anthus. Im Gegensatz zu den auffälligen und kontrastreich gefärbten, hochbeinigen und langschwänzigen Stelzen sind die Pieper unauffällige Vögel, sowohl im Aussehen als auch in ihrer Lebensweise.

Bachstelze (Motacilla alba)
Die 18 cm große Bachstelze zeichnet sich durch ihr kontrastreich schwarz-weiß gefärbtes Gefieder aus. Während Oberkopf, Hinterkopf und Kehle tiefschwarz gefärbt sind, sind Gesicht, Wangen und die Unterseite weiß. Der Rücken und die Flügel sind hellgrau, der lange Schwanz ist schwarz gefärbt mit weißen Außenkanten. Die Bachstelze besiedelt offene Landschaften, häufig, aber nicht ausschließlich in Wassernähe. Dabei stört sie die Nähe des Menschen nicht. Mit ihrem charakteristischen tippelnden Gang, der ihr den norddeutschen Namen Wippstert einbrachte, ist sie am Boden auf der Jagd nach Insekten und Spinnen unterwegs. Sie jagt gerne auf Viehweiden und ist an Gewässern anzutreffen, wo sie ihre Beute aus dem seichten Wasser von der Oberfläche schnappt. Bei der Wahl ihres Nistplatzes ist sie nicht wählerisch. Als Standort dienen Höhlen und Nischen an Böschungen und Steilhängen, aber auch überdachte Plätze unter Brücken, Holzstapeln und in Gebäuden werden bezogen. Sie legt 5-6 Eier und macht 2 Bruten im Jahr. Das Brutgeschäft übernimmt größtenteils das Weibchen, während sich das Männchen um die Nahrungsversorgung kümmert. Die Bachstelze ist ein Zugvogel und während einige Populationen nur bis in den Mittelmeerraum ziehen überwintern die meisten Vögel in Afrika.

Baumpieper (Anthus trivialis)
Das Männchen des 15 cm große Baumpiepers erinnert mit seinem prächtigen Gesang an einen Kanarienvogel. Gerne sitzt er auf einer Singwarte, z.B. einer Tannenspitze und schmettert sein Lied. Sein Gefieder ist dagegen ausgesprochen unauffällig. Oberseits ist er braungrau bis olivgrün gefärbt mit dunklerer Längszeichnung. Unterseits ist er hellbraun bis beige gefärbt mit dunklen Flecken. Die Geschlechter sind anhand ihres Aussehens nicht zu unterscheiden. Der Baumpieper lebt an Waldrändern, Lichtungen und in lichten Wäldern bis hinauf zur Baumgrenze sowie in parkähnlichen Landschaften. Ihr Nest, ein dickwandiger Napf, baut das Weibchen gut versteckt am Boden. Dort hinein legt sie 5-6 Eier und normalerweise macht sie 2 Bruten im Jahr. Gefüttert wird mit Insekten und Spinnen, die größtenteils am Boden und nur seltener in Bäumen erbeutet werden. Außerhalb der Brutzeit im Frühjahr und Herbst werden auch Samen und Beeren gefressen. Das Überwinterungsgebiet des Baumpiepers reicht von den Mittelmeerländern bis südlich der Sahara nach West- und Zentralafrika.

Brachpieper (Anthus campestris)
Der Brachpieper ist mit 17 cm größer und schlanker als unsere anderen beiden heimischen Pieperarten, Baumpieper und Wiesenpieper. Im Aussehen recht ähnlich ist er doch insgesamt heller und hat eine ungefleckte Unterseite. Charakteristisch ist sein cremefarbener Überaugenstreif. Er bewohnt trockene, sandige oder steinige Landschaften, wie Heidelandschaften, Dünen und trockene Wiesen. Das Nest, ein dickwandiger Napf, baut das Weibchen allein in typischer Piepermanier gut versteckt am Boden. Dort hinein legt sie 5-6 Eier, die sie auch allein ausbrütet. Teilweise werden sie 2 Bruten im Jahr durchgeführt. Gefüttert wird von beiden Eltern mit Insekten und Spinnen, die größtenteils am Boden erbeutet werden. Wie beim Wiesenpiper steigt auch das Männchen des Brachpiepers vom Boden zu seinem Singflug auf. Charakteristisch ist jedoch der wellenförmige Flugverlauf. Als Zugvogel bezieht der Brachpieper sein Winterquartier in Nordafrika.

Gebirgsstelze (Motacilla cinerea)
Die 18 cm große Gebirgsstelze ist durch ihre hellgelbe Unterseite deutlich von der Bachstelze zu unterscheiden. Rücken und Oberkopf sind grau gefärbt, mit einem feinen weißen Oberaugen- und Bartstreif. Der lange Schwanz ist schwarz gefärbt. Die Geschlechter lassen sich am Kehlfleck unterscheiden: dieser ist beim Männchen schwarz und beim Weibchen sowie den Jungvögeln weiß. Der ursprüngliche Lebensraum der Gebirgsstelze sind schnellfließende Bäche und Flüsse des Gebirges. Inzwischen hat sie sich auch ins Flachland verbreitet, bleibt aber stets in Gewässernähe. Auf der Jagd nach Insekten Wasserinsekten und deren Larven fliegt sie unermüdlich von Stein zu Stein. Ihr fein ausgepolstertes Nest baut sie in Halbhöhlen an steilen Ufern, unter Felsen oder Brücken. Das Weibchen legt 4-6 Eier und macht 2 Bruten im Jahr. Während sie das Brutgeschäft größtenteils alleine übernimmt kümmert sich das Männchen um die Nahrungsversorgung. Obwohl die Gebirgsstelze eigentlich ein Zugvogel ist, überwintern viele Tiere bei uns. Die Mehrzahl verbringt den Winter jedoch im Mittelmeerraum und in Nordafrika.

Schafstelze (Motacilla flava)
Durch ihr großes Verbreitungsgebiet in ganz Europa haben sich von der 17 cm großen Schafstelze mehrere geographische Rassen ausgebildet, von denen sich die Männchen sehr gut auf Grund ihrer Kopffärbung unterscheiden lassen. Die Weibchen ähneln sich sehr stark. Wir wollen an dieser Stelle nur die mitteleuropäische Rasse beschreiben. Sie sieht auf den ersten Blick der Gebirgsstelze recht ähnlich. Das Männchen hat ebenfalls einen grauen Kopf mit weißem Oberaugen- und Bartstreif, jedoch sind Kehle und Bauch kräftig schwefelgelb und die Oberseite olivgrün gefärbt. Die Flügelenden und Schwanzoberseite sind braunschwarz gefärbt. Das Weibchen lässt sich durch den olivgrünen Kopf unterscheiden, trägt aber ebenfalls Oberaugen- und Bartstreif. Als Lebensraum bevorzugt sie Feuchtwiesen, Moore und Heidelandschaften, man findet sie aber auch in Kulturlandschaften auf Viehweiden. Ihr Nest errichtet das Weibchen versteckt in dichter Bodenvegetation. Das Weibchen legt 5-6 Eier und macht 1-2 Bruten im Jahr. Während sie das Brutgeschäft größtenteils alleine übernimmt kümmert sich das Männchen um die Nahrungsversorgung. Als ausgesprochener Zugvogel verbringt sie den Winter in Afrika südlich der Sahara.

Wiesenpieper (Anthus pratensis)
Der knapp 15 cm große Wiesenpieper ist in Größe und Gefiederzeichnung dem Baumpieper sehr ähnlich. Beide Geschlechter sind ebenfalls oberseits braungrau bis olivgrün gefärbt mit dunklerer Längszeichnung. Unterseits sind sie hellbraun bis beige gefärbt mit dunklen Flecken. Als Lebensraum bevorzugt der Wiesenpieper Feuchtwiesen, Moore und Dünenlandschaften. Man findet ihn auch auf Bergwiesen bis hinauf zur Baumgrenze. Neben dem unterschiedlichen Lebensraum ist auch das Verhalten des Männchens ein gutes Unterscheidungsmerkmal. Während der Baumpieper auf Baumwipfeln singt und von diesen zum Gesangsflug aufsteigt, startet das Wiesenpiepermännchen singend vom Boden aus und landet dort ach wieder. Das Nest baut das Weibchen gut versteckt am Boden. Dort hinein legt sie 4-6 Eier, welche sie alleine ausbrütet. Normalerweise macht sie 2 Bruten im Jahr. Gefüttert wird von beiden Elternteilen mit am Boden erbeuteten Insekten und Spinnen. Außerhalb der Brutzeit werden auch Sämereien verzehrt. Als Teilzieher überwintern einige Vögel in Süddeutschland, die meisten ziehen jedoch in den Mittelmeerraum.

Rabenvögel

Krähe

Krähe auf Futtersuche © goruma (Dr.Ramm)

Allgemeines
Man mag es kaum glauben, denn für ihre Sangeskünste sind sie nicht gerade bekannt, aber auch Raben, Krähen und Eichelhäher gehören zu den Singvögeln.
Dennoch haben wir diese Vogelarten der besseren Übersicht wegen gesondert dargestellt.

Nebelkrähe (Corvus corone cornix)
Die Nebelkrähe ist eine der in Deutschland vorkommenden Rassen der Aaskrähen (Corvus corone). Sie ist eng verwandt mit der Rabenkrähe (Corvus corone corone), die ebenso auftritt wie die Nebelkrähe.
In ihrem Verhalten und ihrer Lebensweise sind sich beide so ähnlich, dass es im Überschneidungsgebiet zur Vermischung kommt. Die Grenze verläuft in etwa entlang der Elbe und wird im Süden von den Alpen gebildet.
Der bis zu 50 cm große Vogel hat einen hellgrau gefärbten Körper mit tiefschwarzen Schwingen und Kopf. Der kräftige Schnabel sowie die Beine sind ebenfalls schwarz. Nebelkrähen besiedeln offenes Gelände, Kulturlandschaften, Parks und Gärten. Als Allesfresser ernähren sie sich von tierischer und pflanzlicher Kost, wie Insekten, Larven, Engerlingen, Würmern, Getreide, Beeren, aber auch von Aas und Siedlungsabfällen. Im Herbst und Frühjahr sieht man sie häufig auf frisch bestellten oder umgepflügten Äckern sitzen. Zur Brutzeit plündern sie nicht selten die Die Nebelkrähe ist die in Kroatien vorkommende Rasse der Aaskrähe (Corvus corone). Sie ist eng verwandt mit der Rabenkrähe (Corvus corone corone), die in Deutschland ebenso auftritt wie die Nebelkrähe. In ihrem Verhalten und ihrer Lebensweise sind sich beide so ähnlich, Nester anderer Vögel, um deren Eier oder Küken zu erbeuten. Ihren eigenen Nachwuchs ziehen die in lebenslanger Ehe lebenden Vögel in aus groben Zweigen und allerlei Polstermaterial gebauten Nestern (Horsten) in hohen Bäumen auf. Außerhalb der Brutzeit von März bis Mai kann man große Schwärme der Vögel beobachten, die sich abends auf ganz bestimmten Schlafbäumen versammeln, um gemeinsam in der Sicherheit einer großen Gruppe zu übernachten. Da die Anzahl ihrer natürlichen Feinde wie Habicht, Wanderfalke und Uhu stark zurückgegangen ist, konnten sich vielerorts große Krähenbestände entwickeln. Vor dem Menschen haben diese schlauen Tiere nur wenig Scheu und man kann sich ihnen zumindest in Städten langsam bis auf wenige Meter nähern.

Elster (Pica pica)
Die 46 cm große Elster fällt durch die scharf abgegrenzte schwarz-weiß Zeichnung ihres Gefieders und den langen Schwanz auf. Zudem schillern die Oberseiten der Flügel in verschiedensten Blautönen. Die geselligen Tiere sind häufig in Kleingruppen anzutreffen und bewegen sich nicht selten zu Fuß am Boden. Sie bevorzugen offenes Gelände mit Hecken und vereinzelten Bäumen und haben als typische Kulturfolger bewirtschaftetes Ackerland und Stadtgebiete mit Parks und Gärten erobert; dennoch sind sie ausgesprochen scheu. Sie ernähren sich von allerhand Kleingetier wie Insekten, Larven, Schnecken, Würmer und Mäuse, aber sie verschmähen auch Aas und Beeren nicht. Während der Brutzeit plündern sie die Nester anderer Vögel und rauben Eier und junge Küken. In besiedelten Räumen, in denen Baummarder und Greifvögel als ihre natürlichen Feinde fehlen, kann dies vereinzelt ein Problem für die Population kleiner Singvögel darstellen. In ihrem lehmverstärkten Nest aus Zweigen, welches in hohen Bäumen angelegt wird, werden Gelege von bis zu 8 Eiern bebrütet. Nur selten können allerdings alle Jungvögel großgezogen werden.

Kolkrabe (Corvus corax)
Der Kolkrabe ist mit seinen 64 cm der größte Singvogel Europas. Der durchgehend schwarz gefärbte Vogel hat ein stahlblau schimmerndes Gefieder und einen mächtigen Schnabel. Er bewohnt selten dichter besiedeltes Gebiet, höchstens große Parkanlagen mit altem Baumbestand. Man trifft ihn eher in offenen Kulturlandschaften, Waldgebieten und im Gebirge an. Häufig kann man die kräftigen, tiefen Rufe der Raben weithin hören, ohne die Tiere zu Gesicht zu bekommen. Früher wurde der Kolkrabe erbarmungslos verfolgt. Nach der Einführung von Schutzmaßnahmen haben sich die Bestände aber vielerorts in Europa wieder einigermaßen erholt. Kolkraben sind Allesfresser, die sich aber vorwiegend von tierischer Kost ernähren. Vor ihnen ist nichts sicher, was sie auf Grund ihrer Größe überwältigen können. Würmer, Käfer, Schnecken und Frösche stehen ebenso auf ihrem Speiseplan wie die Brut anderer Vögel, Mäuse, Eidechsen, Schlangen und Maulwürfe. An den Kadavern von verendeten Rehen oder Hirschen versammeln sich ganze Gruppen der Tiere, um mit ihrem kräftigen Schnabel große Fleischbrocken herauszureißen. Ihren Nachwuchs ziehen die in lebenslanger Ehe lebenden Vögel in aus groben Zweigen und allerlei Polstermaterial gebauten Horsten in hohen Bäumen oder an unzugänglichen Felswänden auf. Die Horste werden jedes Jahr von demselben Paar wieder benutzt und dabei ständig erweitert. Der sprichwörtliche „Rabenvater“ versorgt die Mutter und den Nachwuchs, solange diese das Nest noch nicht verlassen können, unermüdlich mit Nahrung. Natürliche Feinde hat der Kolkrabe auf Grund seiner Größe kaum.

Eichelhäher (Garrulus glandarius)
Der etwa 34 cm große Eichelhäher ist in ganz Europa anzutreffen. Er hat eine rötlichbraune Grundfärbung mit auffälligen Gefiederzeichnungen. Die Flügel tragen am Bug eine leuchtende blau-schwarze Bänderung und sind an den Enden schwarz-weiß gemustert. Der kräftige schwarze Schnabel geht in einen schwarzen Bartstreif über. Kehle und Bürzel sind hell gefärbt. Der Eichelhäher ist gut an den Menschen angepasst und man findet ihn neben Waldgebieten auch in Parks und Gärten überall da, wo es ausreichend Nahrung gibt. Der „Polizist des Waldes“ fällt vor allem durch seine „rrätschenden“ Rufe auf, mit denen er im Wald indirekt auch andere Tiere vor größeren Raubtieren und auch dem Menschen warnt. Deshalb ist er Jägern nicht selten ein Dorn im Auge. Eichelhäher sind große Insektenvertilger, die auch vor größerer Beute nicht zurückschrecken. Zum Nahrungsspektrum gehören auch Mäuse, Eidechsen und kleine Schlangen. Während der Brutzeit plündert er allerdings in nicht unerheblichem Maße die Nester anderer Vögel. Im Herbst ernährt er sich von den Früchten des Waldes. Für den Winter legt er sich Vorräte von Eicheln, Bucheckern und Nüssen an, die er im Boden versteckt. Da er viele Verstecke nicht wiederfindet, trägt er somit zur Verbreitung der verschiedenen Baumarten bei. Durch die Lebensraumzerstörung sind seine natürlichen Feinde, wie Marder, Greifvögel und Eulen stark zurückgegangen.

Eisvogel, Wiedehopf

Eisvogel
Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel (Alcedinidae). Der Vogel hat einen kurzen und gedrungenen Körper mit kurzen Beinen, kurzen Schwanzfedern und breiten Flügeln.
Der große Kopf mit dem etwa 4 cm langen, spitzen Schnabel sitzt an einem kurzen Hals. Die Oberseite erscheint kobaltblau bis türkisfarben, mit einen leuchtend blauen Streifen.
Die Vögel werden zwischen 16 bis 18 cm lang, bei einem Gewicht von 35 bis 40 g. Ihre Flügelspannweite erreicht eine Länge von etwa 25 cm.
Der Obertei des Kopfes, die Flügel, Schultern und Schwanzfedern sind dunkelblaugrün bis grünblau gefärbt, wobei sich an den Kopffedern azurblaue Querbänder und an den Flügeln azurblaue Spitzen befinden.
Der Rückenstreifen ist leuchtend türkisblau. Die Bauchseite des Vogels ist mit Ausnahme der weißen Kehle rostrot bis kastanienbraun gefärbt. Der Kopf zeigt sich mit rotbraunen Ohrdecken, weißen Halsseitenflecken und einen blaugrünen oder blauen Bartstreif.
Vor den Augen befindet sich ein kastanienbrauner Fleck. Der Eisvogel bevorzugt nicht allzu fließenden oder stehende Gewässer, in denen Kleinfische leben. Das können Flüsse, Bäche, Seen und Altwässer, Tümpel, Gräben, Kanäle, Teichanlagen oder Talsperren sein.
Als Brutplätze dienen Steilufer oder große Wurzelteller umgestürzter Bäume mit einer dicker Erdschicht. Als Nahrung dienen Fischen, Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebse und Kaulquappen.
Dabei ist er in der Lage, Fische bis zu einer Länge von etwa 9 cm verschlingen, die er beim so genannten Stoßtauchen erbeutet hat.
Hinweis
In den Jahren 1973 und 2009 war er in Deutschland Vogel des Jahres, 2009 in Österreich und 2006 in der Schweiz. Zudem 2005 in Belgien und 2011 in der Slowakei.

Wiedehopf
Der Wiedehopf (Upupa epops) ist eine Art aus der Gattung Upapa, der Familie der Wiedehöpfe (Upupidae) und der Ordnung der Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes).
Es gibt eine Reihe von Unterarten, über deren genaue Anzahl in der Wissenschaft aber bisher keine Einigkeit herrscht. In Mitteleuropa findet man die Unterform Upupa epops epops vor. Der hiesige Wiedehopf ist ein seltener und in großen Teilen ihres früheren Verbreitungsgebietes nicht mehr vorhandener Brutvogel.
Der Vogel besitzt vom Schnabel bis zur Schwanzspitze eine mittlere Länge von 28 cm. Charakteristisch sind die schwarz-weiß gebänderten Flügel mit gelben Einschlüssen, der lange, gebogene Schnabel und die bis zu sechs Zentimeter lange aufrichtbare Federhaube, deren Ende schwarz-weiß gefärbt ist.
Der Schwanz ist schwarz und besitzt eine breite weiße Binde. Der restliche Körper ist rostbraunrot. Auffällig ist das Kopfnicken, das der Vogel bei der Nahrungssuche oder in Erregung vollführt.
Der Wiedehopf bevorzugt wärmere, trockene und nicht zu dicht mit Bäumen bestandene Gebiete mit einer geringen Vegetation. In Mitteleuropa kommt die Unterart besonders in Obst- und Weinkulturen, in Gegenden mit Weidetierhaltung sowie auf buschigen Brachflächen vor.
Sie brüten gerne in Kiefernwäldern, sowie in Lichtungen in ansonsten geschlossenen Waldgebieten.
Die Nahrung des Vogels besteht vorwiegend aus Insekten, wobei Feldgrillen, Maulwurfsgrillen, Engerlinge sowie verschiedene Raupenarten und Käfer besonders gerne verspeist werden.
Seltener dienen Spinnen, Asseln, Tausendfüßer oder Regenwürmer als Nahrung. Es wurde aber auch beobachtet, dass er Frösche, kleine Eidechsen oder Vogelgelege und Nestlinge erbeutet hatte

Hühnervögel

Blaesshuhn

Blässhuhn © goruma (T.Kruse)

Auerhühner
Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) gehört zur Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) und der Ordnung der Hühnervögel (Galliformes). Es ist der größte Hühnervogel in Europa.
Der Auerhahn hat bei einer Größe von rund 1 m ein Gewicht zwischen 4 bis 5 kg und eine Flügelspannweite von 90 cm. Der Vogel ist dunkelgrau bis dunkelbraun gefärbt und hat ein metallisch glänzendes grünes Brustschild.
Die Auerhenne ist mit einem Gewicht von ca. 2,5 kg und einer Größe von 60 cm mit ihrer Flügelspannweite von ca. 70 cm um Einiges kleiner als der Hahn.
Ihr Gefieder ist auf dem Rücken braun mit schwarzen und silbernen Querbändern, und auf der Bauchseite etwas gelblich heller.
Der Vogel lebt in Nadel-, Misch- und Laubwäldern meist in einer Höhe oberhalb von 1.000 m Nur hin und wieder findet man ihn auch in tieferen Lagen, so beispielsweise in Polen und der Niederlausitz.
Der sehr scheue Vogel ernährt sich im Sommerhalbjahr nahezu ausschließlich von Heidelbeerblättern und Beeren, wie auch von Grassamen und jungen Sprösslingen.
Im Winter lebt er hauptsächlich von den Nadeln und Knospen von Kiefern, Fichten, Tannen und Buchen. Interssant ist, dass er zum Erschließen und Zermahlen der Nahrung Magensteinchen (Gastrolithen) aufnimmt.

Blässhühner
 Das Blässhuhn (Fulica atra) - auch als Blesshuhn bezeichnet - ist eine besitzt eine eher mittlere Größe. Der Vogel gehört zur Gattung Fulica, aus der Familie der Rallen (Rallidae) und der Ordnung der Kranichvögel (Gruiformes).
 Man findet diesen Wasservogel vor allem auf an Nährstoffen reichen Seen und Flüssen.
 Das Blässhuhn besitzt eine Körperlänge zwischen 35 bis 45 bei einem Gewicht der Männchen von im Mittel 900 g und der Weibchen von ca.700 g. Der etwa 3 cm lange, weiße oder leicht rosa getönte Schnabel ist spitz mit einem gebogenen Oberschnabel.
Die erwachsenen Tiere besitzen auf dem Rücken ein graues bis schwärzliches Gefieder, das bräunlich bis oliv schimmert. Die Kehle und der untere Hals sind eher dunkler, während der Kopf und der Hals samtschwarz erscheinen. I
hre Unterseite ist grau bis graubraun. Die Flügel sind überwiegend schwärzlich.
Unter der namensgebende Blesse** versteht man ein leuchtend weißes Hornschild über dem Schnabel, der die Stirn bedeckt und zwischen 1,5 bis 3cm lang und zwischen 0,5 und 2 cm mm breit ist.
Die Füße sind kräftig ausgeprägt und die langen Zehen besitzen mit Schwimmlappen versehen.
 **Unter der Blesse versteht man eine weiße oder helle Zeichnung des Fells oder Federkleids, normalerweise in Form eines Streifens, der von der Stirn bis zur Schnauze reicht.

Birkhühner
Das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) ist eine Vogelart aus der Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) und der Ordnung der Hühnervögel (Galliformes). Der Hahn erreicht eine Körperlänge zwischen 55 bis 60 cm, bei einem Gewicht zwischen etwa 0,8 bis 1,8 kg.
Seine Flügellänge beträgt etwa 25 bis 29 cm. Seine Schwanzlänge umfasst rund 17 bis 22 cm Die Henne ist mit einer Körperlänge zwischen etwa 45 bis 55 cm Körperlänge und einem Gewicht zwischen 0,750 und 1,2 kg kleiner als der Hahn.
Ihre Flügellänge von 21und 26 cm, bei einer Schwanzlänge von 11 und 13 cm.
Der Hahn ist kontrastreich blauschwarz und weiß gefärbt ist, während die Henne ein bräunliches tarnfarbenes Gefieder besitzt. Aber Hahn und Henne besitzen weiße Flügelbinden (Spiegel), die im Flug zu sehen sind.
Birkhühner sind typische Bewohner der Übergangszonen des Waldes wie an Moorrändern oder im Gebirge. Dabei bevorzugen sie eher offene Regionen, die mit Gebüschen, Sträuchern und Bäumen durchsetzt sind.
Erwachsene Birkhühner ernähren sich von Insekten und anderen wirbellosen Tieren, aber jahreszeitabhängig von verschiedenen Pflanzenarten. Im Frühjahr dienen vor allem junge Triebe und Knospen sowie Blütenstände von Weiden und einigen Gräsern als Nahrungsquelle.
Im Sommer bieten die blühenden Wiesen eine abwechslungsreiche Nahrung. Im Herbst dienen dann die Beeren von Zwergsträuchern (Krähenbeere, Heidelbeere, Preiselbeere) als Nahrung. Im Winter stellen werden Knospen und Triebe von Laub- und Nadelbäumen verzehrt.

Schneehühner
 Die Schneehühner (Lagopus) sind eine Vogelgattung aus der Familie der Fasanenartigen (Phasianidae) und der Ordnung der Hühnervögel (Galliformes). Zur Gattung der Schneehühner zählen folgende drei Arten:
- Alpenschneehuhn (Lagopus muta).
   Dieses Schneehuhn findet man im Hochgebirge und der borealen Tundra Eurasiens. Das Alpenschneehuhn besitzt eine Größe zwischen 35 und 40 cm bei einem Gewicht von 400 bis 550 g und einer Flügelspannweite von 55 bis 60 cm.
- Moorschneehuhn (Lagopus lagopus)
   Das Moorschneehuhn kommt in Nordamerika und in Eurasien vor. Mit einer Länge zwischen 30 und 35 cm und einem Gewicht von rund 1.300 g (Männchen) und 850 g (Weibchen) ist es die kleinste der drei Arten.
- Weißschwanz-Schneehuhn (Lagopus leucura)
   Das Weißschwanz-Schneehuhn kommt nur in den USA in Alaska und den Rocky Mountains sowie in der kanadischen Provinz British Columbia vor und nicht in Europa.

Fasane
Der Fasan (Phasianus colchicus) ist eine Vogelart aus der Ordnung der Hühnervögel. Wie bei anderen Fasanenartigen imponiert der Hahn mit seinem farbenprächtiges Gefieder und seine stark verlängerten Schwanzfedern, während die Hennen eine bräunliche Tarnfärbung besitzen und daher eher unauffällig sind.
Der Hahn besitzt eine Körperlänge zwischen 70 bis 90 cm, mit einem etwa 45 bis 60 cm auf den langen, spitzen Schwanz. Das Weibchen wird rund 55 bis 70 cm groß, mit einem Schwanz zwischen 20 und 25 cm langen Schwanz.
Die Flügelspannweite liegt bei Hähnen zwischen 23 und 26 cm, bei der Henne zwischen 21 und 24 cm. Das Gewicht eines ausgewachsenen Hahnes beträgt zwischen 1,4 und 1,5 kg, das einer Henne zwischen 1,1 und 1,4 kg.
Ihre Füße besitzen keine Fiedern, aber die Männchen besitzen einen nach hinten gerichteten Sporn am Lauf, während die Weibchen anstelle des Sporns meist einen kleinen Knopf, der auch fehlen kann. Die Iris ist beim Hahn blass orange, bei der Henne orange bis bernsteinfarben und bei Küken braun. Der Schnabel ist beim Hahn grünlich hornfarben, bei der Henne dunkelbräunlich bis hornfarben. Wegen seines edlen Geschmacks wurde er in Europa und den USA eingebürgert und gejagt
Aber bereits die Römer hatten wahrscheinlich für eine Verbreitung in Mittel- und Westeuropa gesorgt und seit dem frühen Mittelalter wurden Fasane an Fürstenhöfen und Klöstern gehalten.
Heutzutage leben die meisten dieser Tiere in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Rumänien und Ungarn. Man findet die Tiere in halboffenen Landschaften, in nicht allzu dichten Wäldern mit Unterwuchs oder in mit Schilf bewachsenen Feuchtgebieten. Die Nahrung besteht zumeist aus Samen und Beeren, aber auch aus Insekten und anderen Kleintieren.

Großtrappen
Sie gehört zur Ordnung der Kranichvögel und ist ein sehr scheuer und störungsempfindlicher Vogel. Sie lebt in ursprünglich gebliebenen Steppengebieten oder in landwirtschaftlich genutzten Gegenden. Doch trotz dieser Nähe zum Menschen kriegt man sie sehr selten zur Gesicht, nicht zuletzt auch wegen der unauffälligen Färbung außerhalb der Balz. Da haben Männchen wie Weibchen ein braun-schwarz gemustertes Gefieder und einen hellgrauen Kopf und Hals. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden besteht in der Größe. Die Männchen bringen 8 - 16 kg auf die Waage, während es bei den Weibchen gerade mal 3 - 5 kg sind. Während der Balz verändert sich das Männchen jedoch wesentlich. Seine Unterseite ist weiß gefärbt, und diese wird von unten nach oben gekehrt, so dass er sich schließlich in einen weißen Federhaufen verwandelt.
Zur Nahrung der Großtrappe gehören Knospen, Triebe, Blätter, Samen, aber auch Mäuse, Eidechsen, Heuschrecken und andere Kleintiere.
Trotz einer relativen weiten Verbreitung steht die Grosstrappe auf der Roten Liste. Ein Hauptgrund für den massiven Rückgang ist die Industrialisierung der Landwirtschaft

Blauer Pfau

Blauer Pfau © goruma (Dr. Schultz)

Pfaue
Pfaue gehören zu den größten Hühnervögeln und haben beispielsweise in Berlin der Pfaueninsel ihren Namen gegeben. Das bemerkenswerteste und bekannteste Merkmal sind die enorm verlängerten und prächtig gefärbten Oberschwanzdecken des Männchens, die mit Augenzeichnungen versehen sind. Sie werden während der Balz ausgebreitet und aufgerichtet und dienen der Imponierung des Weibchens. Wirklich wildlebend gibt es den Pfau nur in Indien, wo er den dichten Dschungel auf hügeligem Gelände bevorzugt. Hierzulande ist es ein sehr häufiger "Parkvogel", da er auch recht zutraulich werden kann, wenn er nicht verfolgt wird. Ansonsten ist es ein eher scheues Tier. Bekannt ist wohl jedem der Spruch: "Eitel wie ein Pfau!" Auffallend  sind die sehr lauten Geräusche, die die Tiere von sich geben und die sehr weit zu hören sind.

Kraniche
Bekanntermaßen ist der Kranich das Symbol der deutschen Lufthansa.
Der Kranich (Grus grus) auch als Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich bezeichnet - ist der einzige Vertreter der Familie der Kraniche (Gruidae) in Nord- und Mitteleuropa.
Er gehört zur Gattung Grus, zur Unterfamilie der echten Kraniche (Gruinae), zur Familie der Kraniche (Gruidae) und zur Ordnung der Kranichvögel (Gruiformes).
Der Kranich ist ein großer Schreitvogel mit langen Beinen und einem langen Hals. Kennzeichnend für den Vogel sind seine schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die federlose auffallend rote Kopfplatte.
Der keilförmige dünne Schnabel ist über 10 cm lang. Das Gefieder hat abgesehen vom Kopf eine hellgraue Färbung in vielen Abstufungen. Sehr selten beobachtet man fast weiße oder sehr dunkle Vögel. Kraniche bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften.
Der Schwanz sowie die Hand- und Armschwingen der Vögel sind schwarz. Zur Brutzeit färben die Vögel ihren Schulter- und Rückenbereich mit Moorerde hell- dunkelbraun. Der Kranich erreicht eine Höhe von 110 bis 130 cm.
Die Flügelspannweite liegt zwischen 220 bis 245 cm. Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden, wobei die Männchen jedoch im Schnitt etwas größer sind und ein Gewicht zwischen 5 und 7 kg erreichen, während die Weibchen 5 bis 6 kg schwer sind.
Zur Nahrung der Kraniche gehören in Abhängigkeit von der Jahreszeit und dem Angebot sowohl tierische wie auch pflanzliche Anteile. Darunter sind Kleinsäugern, Reptilien, kleine Fischen, Fröschen, Schnecken, Würmern sowie Insekten und deren Larven.
Zu den pflanzlichen Nahrungsanteilen gehören Mais-, Gersten-, Weizen- und Haferkörner, Sonnenblumenkerne, Erbsen, Bohnen, Erdnüsse, Oliven, Beeren, Eicheln, Gemüse, Kartoffeln, Pflanzenwurzeln und -sprossen sowie Halme.
Der europäische Kranich versammelt sich im Herbst an bestimmten Stellen in Mecklenburg-Vorpommern oder im Linumer Bruch in Brandenburg zu vielen Tausenden – es können bis über 50.000 Tiere sein - um gemeinsam um Mitte Oktober nach Frankreich, Spanien oder Afrika zum Überwintern fliegen.
Es sei erwähnt, dass Kranichpaare ihr Leben lang, das bis zu 20 Jahre betragen kann, zusammen bleiben.
Hinweis
In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“.
Und wer kennt nicht die Ballade von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1797 „Die Kraniche des Ibykus“ In der Ballade wird der griechische Dichter Ibykus auf dem Weg zu den Isthmischen Spielen vor Korinth ermordet und nur ein Kranichzug ist Zeuge.
Doch als die Kraniche über das zum Himmel offene Theater ziehen ruft einer der Täter: „Sieh da! Sieh da, Timotheus, Die Kraniche des Ibykus!“, und damit hatten sich die Mörder öffentlich verraten.

Schreitvögel (Ciconiiformes)

Weißstorch im Nests

Weißstorch im Nest © goruma (T.Kruse)

Schwarzstörche
Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist neben dem Weißstorch (Ciconia ciconia) die einzige in Europa brütende Art aus der Gattung Ciconia, der  Familie der Störche (Ciconiidae) und der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes).
Von diesem Vogel gibt es keine Unterarten.
Die Länge des Schwarzstorches beträgt im Mittel rund 100 cm, bei einem Gewicht von etwa 3 kg. Ihre Spannweite erreicht etwa 1,90 m erreichen.
Der knallrote Schnabel eines erwachsenen Vogels ist bis zu etwa 20 cm lang.
Das Obergefieder, der Kopf, der Hals und die Brust sind schwarz und glänzen metallisch in der Sonne. Die Augen sind rot umrandet, die Unterseite (Bauch), die Achselfedern und Schwanzunterfedern sind weiß und die Schwanzdeckfedern sind schwarz.
Die langen Beine mit ihren kräftigen Zehen sind rot.
Der Schwarzstorch lebt meist verborgen in alten, aber nicht zu dichten Laubwäldern und Laubmischwälder mit Lichtungen, Fließgewässern, Tümpeln und Teichen, die meist mehr als 1 km² groß sind.
Waldnah gelegene, feuchte und vom Menschen genutzte Wiesen gehören zudem zu seinem Habitat. Schwarzstörche reagieren recht empfindlich auf Störungen und meiden daher meist die Nähe menschlicher Siedlungen.
Er brütet zwischen April und Juli.
Seine Nahrung besteht aus Tieren, die im oder am Wasser leben, wobei Fische und Rundmäuler den größten Anteil besitzen. Aber auch Amphibien wie Frösche, Molche und wirbellose Tiere stehen auf seinem Speiseplan.
Allerdings ist der der Anteil der Säugetiere eher gering
Außerdem verspeisen die Vögel regelmäßig Pflanzen – meist Moose und Wasserpflanzen. Diese Nahrungsbeigabe hat eine Funktion bei der Gewöllebildung und versorgt sie mit Spurenelementen – besonders mit Mangan.
Der Schwarzstorch ist ein Zugvogel, der im Frühjahr fast immer an seinen alten Brutplatz zurückkehrt.

Weißstörche
Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist eine Vogelart aus der Gattung Ciconia, aus der Familie der Störche (Ciconiidae) und der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes).
Von dem Weißstorch sind die beiden Unterarten Ciconia ciconia asiatica, die nur in Zentralasien vorkommt und Ciconia ciconia ciconia, die u.a. uns vorkommt
Weißstörche sind etwa 90 bis 110 cm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 cm. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid rein weiß.
Schnabel und Beine sind rot. Weißstörche haben ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 kg.
Der Weißstorch ist ein weißer Vogel, mit schwarzen Arm- und Handschwingen.
Er verständigt sich durch Klappern mit dem Schnabel, weswegen er auch Klapperstorch genannt wird.
Der Weißstorch ernährt sich von Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Fröschen, Mäusen, Ratten, Fischen, Eidechsen, Schlangen sowie von Aas. Selten frisst er Eier und Nestlinge anderer Vögel.
Er ist auf keine Nahrung spezialisiert, sondern frisst die Beute, die gerade vorhanden ist. Auf der Norseeinsel Föhr suchen sich die Tiere Krabben, Würmer und Fische im Wattenmeer.
Er ist ein  Zugvögeln und überwintert in Afrika. Er kehrt aber im Frühjahr stets zu seinem Nest zurück.
Der Vogel  war 1984 und 1994 in Deutschland Vogel des Jahres.

Reiher

Reiher © goruma (Dr.Ramm)

Reiher, Allgemeines
Die Reiher sind eine Familie aus der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes). Zu dieser Familie gehören 62 Arten us verschiedenen Gattungen.
Die meisten Arten haben lange Beine und einen dolchartigen Schnabel und meist einen langen Hals.
Diese Vögel sind nahezu ausschließlich an Süßwasserregionen gebunden, die Nahrung besteht vor allem aus Fischen und anderen Tieren, die im Wasser leben.
Man findet Reihe nahezu weltweit. In Deutschland sind aus der Gattung Ardea der Grau- und Silberreiher heimisch.

Graureiher
Der Graureiher bzw. Fischreiher (Ardea cinerea) ist eine Vogelart aus der Gattung Ardea, aus der Unterfamilie Tagreiher (Ardeinae), der Familie Reiher (Ardeidae) und der  Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes).
Von dieser Reiherart gibt es vier Unterarten, wobei in Mitteleuropa die Unterart Ardea cinerea cinerea heimisch ist.
Der Graureiher erreicht eine Körperlänge von 90 bis 100 cm, bei einem Gewicht zwischen 1 und 2 Kilogramm. Die Flügelspannweite liegt zwischen 175 und 195 cm. Die Männchen sind im Durchschnitt etwas größer als die Weichen.
Das Gefieder ist auf seiner Stirn und dem Oberkopf weiß, am Hals grau-weiß und auf dem Rücken aschgrau mit weißen Bändern. Der Vogel hat schwarze Augenstreifen sowie drei lange schwarze Schopffedern, die eine Art Federbusch bilden.
Am Vorderhals besitzt er eine dreifache schwarze Fleckenreihe sowie schwarze Schwingen. Der lange Schnabel ist gelblich-rosa

Silberreiher
Der Silberreiher (Ardea alba, Syn.: Casmerodius albus, Egretta alba) gehört zur Familie der Reiher aus der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes). Es werden vier Unterarten unterschieden.
Der Silberreiher ist ein großer, weißer Reiher mit  einem gelbem Schnabel und dunklen Beinen und Füßen. Seine Länge kann bis zu ca. 100  cm erreichen, bei einem Gewicht von 1 bis 1,5 kg. Seine Flügelspannweite beträgt 145 bis 170 cm.
Der Silberreiher lebt an Seen mit Schilf- und Röhrichtbewuchs, Flüssen und Altarmen sowie in Sümpfen und Mooren die mit Bäumen und Büschen bestanden sind.
Er brütet vorwiegend auf Bäumen oder in Büschen.Außerhalb der Brutzeit hält er sich auch gerne in großflächigen Grünlandgebieten auf.
Die Silberreiher haben sich bis nach Norddeutschland ausgebreitet. Heutzutage kann man den Vogel beispielsweise in Hamburg an Tümpeln, in den Kanälen des Hamburger Hafens oder in den Elbauen beobachten.
Wie alle Reiherarten verzehren sie bevorzugt Fische, Molche, Frösche, Mäuse, Larven, Würmer,  die Küken von Wasservögeln, Eidechsen aber auch Insekten.
Erwähnenswert ist, dass er auf großflächigen Wiesen die Nähe der dort überwinternden arktischen Wildgänse sucht. Die Gänse fressen nämlich das Gras so kurz, dass Silber- und Graureiher dort besonders gut nach Mäusen jagen können.
Normalerweise findet der Silberreiher seine Nahrung durch langsames Umherwaten (Schreiten) im seichten Wasser, aber er wartet auch in starrer Haltung darauf, dass Nahrungstiere in seine Nähe kommen.
Der Vogel zieht im Winter nach Südeuropa und nach Afrika.

Taubenvögel

Tauben

Tauben
Die Tauben (Columbidae) gehören zur Familie der Vögel und sind die einzige Familie aus der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes). Die Familie umfasst etwa 42 Gattungen mit mehr als 300 Arten. Dabei kommen die meisten Arten von Südasien bis Australien und nur fünf in Mitteleuropa vor.
Es sind dies die Hohltaube, Ringeltaube, Stadttaube, Türkentaube und die Turteltaube
Tauben gehören nahezu in jeder Stadt zu den fliegenden Mitbewohnern.

Hohltaube

Die Hohltaube (Columba oenas) ist eine Vogelart aus der Gattung Feldtauben (Columba) in der Familie der Tauben (Columbidae) und der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes).
Die Taube verfügt über eine Körperlänge zwischen 28 und 32 cm, bei einem mittleren Gewicht der Männchen von etwa 300 g und der Weibchen von etwa 270 g. Die Flügelspannweite liegt zwischen 60 und 65 cm.
Die Hohltaube ist damit deutlich kleiner als beispielsweise die Ringeltaube. I
hr Gefieder ist blau-grau und die Halsseiten sind glänzend grün und die Brust blass orange. Ihre Flügel sind breit schwarz berandet. Die Männchen und Weibchen besitzen die gleiche Färbung.
Von Februar bis November kann man den Vogel in den Wäldern und Parks mit Ausnahme von Island und Nordskandinavien und nördlicheren Gebieten in ganz Europa beobachten.
Hohltauben sind Zugvögel, die im Winter nach West- und Südeuropa ziehen. Die Vögel ernähren sich von Früchten, Samen, Beeren (Himbeeren, Heidelbeeren), Eicheln und Teilen anderer Pflanzen, die sie u.a. auf Feldern und anderen Grünflächen sucht.
Die Hohltauben sind scheue Vögel, verborgen in Wäldern brüten. Ihren Namen haben sie der Tatsache zu verdanken, dass sie in hohlen Bäumen, und dort besonders gerne in alten Schwarzspechtlöchern, nistet.

Ringeltaube
Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist eine Vogelart aus der Gattung Columba (), der Familie der Tauben (Columbidae) und der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes).
Auffällige Merkmale sind die weißen Flügelbänder und der weiße Halsstreifen.  Der Vogel ist - je nach geografischer Verbreitung - ein Standvogel oder Kurzstreckenzugvogel und verbringt den Winter vor allem in West- und Südwesteuropa.
Mit einer Körperlänge zwischen 38 bis 43 cm  und einem Gewicht der Männchen  von 465 bis 615 g und der Weibchen von 420 bis 600 g sowie  einer Flügelspannweite von 65 bis 78 cm sind sie die größten Tauben in Deutschland sowie in ganz Mitteleuropa.
Bei den Ringeltauben sind der vordere Rücken und der Schulterbereich schiefer-grau bis graubraun, während der übrige Rumpf  auf der Oberseite blau-grau erscheint.
Ihr Kropf und die Brust sind blaugrau bis rosa. Der Kopf ist blaugrau. Auf den Halsseiten hat sie einen weißen Fleck.
Der Schnabel ist an der Basis rosa bis rot, am Ende orange bis gelblich.
Die Beine und Zehen sind hell- bis dunkelrot. Die Männchen und Weibchen ähneln sich äußerlich.
Die Ringeltauben bewohnen bewaldete Landschaften, aber auch einzelne Bäume oder Büsche. Man findet sie aber auch in Dünen, auf Strandwiesen oder in Getreidefeldern.
In den Städten in Deutschland brüten sie auf Alleebäumen, in Parks und auf Friedhöfen.
Mittlerweile ernähren sie sich zunehmend von Abfällen und vom Menschen angebotenem Futter.
Die Taube unterliegt dem Jagdrecht und damit kann sie relativ ungehindert verfolgt werden. Ihre natürlichen Feinde sind u.a. Uhus, Habichte, Sperber, Wanderfalken, Kolkraben und Marder.

Stadttaube
Die Stadttaube (Columba livia domestica) ist ein Vogel aus der Familie der Tauben (Columbidae). Sie stammt von verwilderten Haus- und Brieftauben ab, die ihrerseits aus der Felsentaube (Columba livia) gezüchtet wurden.
Die Felsentauben kommen in Deutschland jedoch nicht vor. Man findet sie an Felsklippen im Mittelmeerraum, im Osten bis zum Kaspischen Meer, in Schottland und Irland sowie auf den Shetland- und Färöer-Inseln.
Die Stadttaube hat eine Körperlänge von 30 bis 35 cm. Man findet von ihr weiß-grau gemusterte, dunkelgraue oder dunkelbraune sowie rot-graue oder dunkel gescheckte Exemplare. Ihre Füße sind rot gefärbt
Im Laufe der Zeit haben sich aber auch interessante Abweichungen entwickelt, so lebt in Birmingham in England mit der Birminghamer Großen Docktaube eine nur hier ansässige schwarze Unterart.
Stadttauben findet man in den Städten fast der ganzen Welt - aber man findet sie auch außerhalb von Städten. Ihre Nahrung besteht aus verschiedenen jungen Pflanzensprossen, Samen von Kultur- und Wildpflanzen, aber auch aus Schnecken, Würmern, Insekten.
Dazu verzehrt sie kleine Steine zur besseren Verdauung der Nahrung. Da die Tiere mittlerweile aber hauptsächlich in den Stadtzentren leben, erhalten sie hier von den Menschen reichlich Futter, oft Überreste von Hamburgern, Pommes Frites, Broten oder Brötchen.
Dieser Überfluss an Nahrung hatte teilweise zu einer erheblichen Überpopulation geführt. Was zur Verschmutzung von Gebäuden, Denkmälern und Grünanlagen geführt hatte.
Daher hatten viele Städte eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Anzahl der Tauben in Grenzen zu halten. Dazu gehörten Netze, Habichte oder Brutkästen, wo ihre Eier gegen Gipseier ausgetauscht wurden.
Dadurch hat sich ihr Bestand teilweise drastisch verringert. So soll es in Berlin insgesamt nur noch ca. 10.000 Tauben geben. 

Türkentaube

Die Türkentaube (Streptopelia decaocto) ist eine Vogelart aus der Gattung der Turteltauben (Streptopelia), aus der Familie der Tauben (Columbidae) und der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes).
Diese Taubenart ist in den 1930er Jahren aus Südosten nach Mittel- und mittlerweile auch nach Nord- und Westeuropa eingewandert – daher auch ihr Name.
Die Türkentaube besitzt eine Länge zwischen 31 bis 33 cm, bei einem Gewicht von 150 bis 200 g.
Ihre Flügelspannweite liegt zwischen etwa 45 bis 55 cm.Das Gefieder ist einheitlich hell-beigebraun, mit Ausnahme der etwas dunkleren Flügelspitzen
Dagegen sind der Kopf und die Unterseite etwas heller. Das Auge hat einen schmalen weißen Augenring.
Aber am auffälligsten ist ein schwarzer Nackenstreifen, der von einen schmalen weißen Streifen umrahmt ist.
Männchen und Weibchen sehen gleich aus.
Mittlerweile leben die Tiere in Deutschland als Standvögel in Parks und Gärten – meist in der Nähe von Siedlungen.
Die nicht allzu scheuen Vögel brüten bevorzugt in Nadelbäumen. Ihre Nahrung besteht aus Samen, Getreide und Früchten, aber zunehmend auch aus von Menschen hinterlassener Nahrung.

Turteltaube
Die Turteltaube (Streptopelia turtur) ist eine Vogelart aus der Gattung Turteltauben (Streptopelia), aus der Familie der Tauben (Columbidae) sowie aus der Taubenvögel (Columbiformes).
In den letzten Jahrzehnten  ist ihr Bestand um ca. 60% geschrumpft. Das hängt zum Einen mit dem Rückgang der Erdraucharten (Fumaria) erklärt, die bei der Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Zum Anderen werden die Tiere besonders im Mittelmeerraum während ihrer Wanderung stark bejagt.
Die Turteltaube erreicht eine Körperlänge von zwischen 27 bis 30 cm, bei einem mittleren Gewicht von 160 g. Die Weibchen sind etwas kleiner und leichter.
Ihre Oberseite ist rostbraun, während die Kehle und die Oberbrust eher weinrot sind Die Schultern und Teile der Flügel sind rost-braun mit dunklen Flecken auf. Der Rücken ist blaugrau.
Die Vögel weisen an den Halsseiten mehrere schmale und schwarze Querbinden auf weißem Grund auf. Ihr Schwanz besteht aus blau-schwarzen Federn, mit jeweils weißen Endendie an den Enden jeweils weiß sind.
Der Bauch und die Unterschwanzdecken sind hell gefärbt. Turteltauben besiedeln lichte Laub-, Nadel- und Mischwälder sowie Feldgehölze, Parkanlagen, Ödland, Viehweiden, Auwälder, Weidenbrüche sowie Obstplantagen, aber auch in Weinbergen kann man sie – zum Leidwesen der Winzer- finden.
Aber zunehmend besiedeln sie auch städtische Lebensräume, in deren Grünanlagen sie dann siedeln. Die Turteltauben sind ausgeprägte Langstreckenzugvögel.
In Mitteleuropa und auch in Deutschland findet man sie von Mai bis September. Anfang bis Mitte September finden sie sich zu großen Schwärmen zusammen, um dann von etwa  Mitte September bis Oktober in ihre Überwinterungsgebiete im Mittelmeerraum und in Afrika südlich der Sahara zu ziehen.
Anfang bis Mitte Mai kehren die Vögel von ihren Winterquartieren wieder nach Mitteleuropa zurück.
Die Turteltaube sucht ihre Nahrung fast nur am Boden, wo sie Getreidekörner, Wildgräser, die Samen von Nadelhölzern - wie Birken, Erlen und Robinien - sowie die Samen der verschiedenen Erdraucharten (Fumaria) verspeist.
Sie frisst aber auch Beeren, Pilze, Knospen oder Klee und Raps. Auch Insekten und kleine Schnecken stehen auf ihrem Speiseplan.
Turteltauben gelten als Glücks- und Liebessymbol – so bezeichnet man verliebte Menschen beispielsweise gerne als Turteltauben.

Wasservögel

Moewe

Moewe © goruma (T.Kruse)

Allgemeines
Die Begriffe Wasservögel oder Seevögel sind keine systematisch korrekten Bezeichnungen. Vielmehr werden damit Vögel, die im und am Wasser leben bezeichnet. Der Einfachheit halber verwenden wir diese Begriffe hier ebenfalls, jedoch ausschließlich als Oberbegriff, um die Orientierung zu erleichtern.

Möwen (Laridae)
Möwen kennt wohl jeder von uns von einem Urlaub an Nord- oder Ostsee, aber auch an größeren Binnengewässern oder Mülldeponien trifft man sie an. Gerade im Winter zieht es die Tiere häufig ins Landesinnere, wo sie beim Entenfüttern den einen oder anderen Brotkrumen sogar geschickt aus der Luft wegschnappen.
Möwen sind im Grunde genommen Allesfresser, die sich in natürlicher Umgebung von aller Art Meeresgetier ernähren, welches sie am Ufer oder der Meeresoberfläche auflesen. Dabei bildet Aas einen wichtigen Teil der Nahrungsgrundlage. Ihr hakenförmiger Schnabel hilft ihnen die meist schlüpfrige Beute festzuhalten oder größere Kadaver zu zerreißen. An den Menschen haben sie sich die leerreichen Tiere in besonderer Form angepasst, in dem sie beim Netze einholen der Fischkutter genau wissen, dass es dort Fischabfälle zu ergattern gibt. In manchen Touristenorten patrouillieren manche Möwen am Strand regelrecht zwischen den Handtüchern und halten nach unbewachten Picknicktaschen Ausschau.

  • Heringsmöwe (Larus fuscus)
    Die Heringsmöwe ist auf den ersten Blick kaum von der Silbermöwe zu unterscheiden. Sie ist im Durchschnitt mit 52-56 cm nur etwas kleiner. Das Gefieder ist ebenfalls sehr ähnlich, allerdings ist der Rücken dunkelgrau bis schwärzlich gefärbt. Die Beine sind gelb. Auch ihr Verhalten ist dem der Silbermöwe sehr ähnlich. Bei der Nahrungssuche bevorzugen die Tiere aber häufig das offene Meer und fange dort kleine Fische. An Land sind sie nicht so sehr an den Menschen und dessen Abfälle angepasst, sondern ernähren sich vorwiegend von Muscheln, Krebstieren und Insekten, zur Brutzeit aber auch von der Brut andere Seevögel. Heringsmöwen brüten in Kolonien an Stränden, aber auch im Grasland und in Mooren in Küstennähe. Im Hinterland findet man sie auch an großen Flüssen und Seen.
  • Silbermöwe (Larus argentatus)

    Silbermöwe

    Silbermöwe © goruma (T.Asthalter)
    Die Silbermöwe ist die häufigste und mit 56-66 cm auch die größte Möwe der kroatischen Küsten. Rücken und Flügel sind silbergrau gefärbt, die Flügelspitzen sind schwarz mit weißen Flecken. Das restliche Gefieder: Bauch, Brust und Kopf sind durchgehend weiß. Der kräftige gelbe Schnabel besitzt an der Unterseite einen auffälligen roten Fleck. Ihre Beine sind fleischfarben. Die Silbermöwe ist sehr gesellig und brütet in Kolonien von bis zu 5000 Paaren, bevorzugt im Dünengelände. Sie nimmt aber auch mit Felsklippen oder gar Hausdächern vorlieb. Das Nest wird meist aus Pflanzenmaterial gebaut, je nach dem was die Umgebung hergibt aus Strandpflanzen, kleinen Ästen und Seetang. Sie ernähren sich von vielfältigem Meeresgetier (Krebse, Krabben, Wattwürmer, Schnecken) sowie angeschwemmtem Aas. Zudem nutzen sie das künstliche Nahrungsangebot in Form von Fischereiabfällen oder auf Mülldeponien. Während der Brutzeit machen sie zudem Jagd auf Eier und junge Küken anderer Seevogelarten. Die Altvögel lösen sich beim Brüten der Eier ab. Bereits wenige Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Küken als sogenannte Platzhocker das Nest, um sich in unmittelbarer Nähe zu verstecken. Dort werden sie dann gemeinsam von den Eltern versorgt.
  • Lachmöwen
    Diese Möwen sieht man häufig an den Küsten aber auch im Binnenland, wo sie an "Lachen" brüten, woher sie auch ihren Namen haben. In der Brutzeit im Frühjahr bis zum Sommer kann man sie sehr gut an der schwarzen "Kapuze" am Kopf erkennen, die sonst durch einen schwarzen Fleck am Ohr ersetzt ist.
    Der Schnabel und die Beine dieser kleinsten von den häufigsten Möwen sind rot. Lachmöwen brüten in Kolonien im Schilf oder an ruhigen, stehenden Gewässern, man kann sie auch häufig auf frisch gemähten oder gepflügten Feldern bei der Nahrungssuche beobachten. Dabei suchen sie nach Regenwürmern, Käfern und Larven.
    Sie ernähren sich aber auch von Krebsen und kleinen Fischen.
    Die Lachmöwe ist fast überall verbreitet und fehlt nur in der Antarktis
  • Lachmöwe

    Lachmöwe

    Lachmöwe

    Lachmöwe

Seeschwalben (Sternidae)
Wie der Name vermuten lässt, sind Seeschwalben wahre Flugakrobaten, deren Flugkünste denen der Schwalben im Landesinneren in nichts nachstehen. Dabei helfen ihnen ihr langer gegabelter Schwanz und die langen, spitz zulaufenden Schwingen. Als Stoßtaucher ernähren sie sich überwiegend von kleinen Fischen, die sie kurz unter der Wasseroberfläche nach einem blitzartigen Sturzflug erbeuten. Charakteristisch ist ihr Flug während der Nahrungssuche, bei dem sie den Kopf stets gesenkt halten und ihren Schnabel senkrecht zum Wasser ausrichten.

  • Flußseeschwalbe (Sterna hirundo)
    Die Flußseeschwalbe ist mit 35 cm die größte in Kroatien vorkommende Seeschwalbe. Wie die meisten Seeschwalbenarten hat sie einen tiefschwarzen Kopf. Die Schwingen sind grau gefärbt, das restliche Gefieder weiß. Charakteristisch ist ihr roter Schnabel mit der schwarzen Spitze. Ihre Beine sind kräftig rot gefärbt. Wie ihr Name vermuten lässt, findet man die Flußseeschwalbe an Binnengewässern, aber auch an der Meeresküste überall dort, wo sie neben einem ausreichenden Nahrungsangebot auch geeignete Nistplätze findet. Sie brütet bevorzugt auf Kiesbänken, Sandstränden und in Dünenlandschaften. Die Elterntiere brüten abwechselnd und ziehen die Jungvögel gemeinsam auf. Als Nahrung dienen neben kleinen Fischen auch Krebse und Wasserinsekten. Flußseeschwalben sind Zugvögel, die den Winter in Afrika verbringen.
  • Zwergseeschwalbe (Sterna albifrons)
    Die Zwergseeschwalbe ist mit 24 cm der kleine Vetter der Flußseeschwalbe. Sie unterscheidet sich von ihr durch einen gelben Schnabel mit schwarzer Spitze und ihren weißen Stirnfleck. Ihre Beine sind etwas heller und orange-gelb gefärbt. Sie bevorzugt die Meeresküste und ist nur selten an Binnengewässern anzutreffen. Sie brütet ebenfalls am Strand oder in den Dünen und baut ihr Nest stets am Boden. Bei der Jagd nach kleinen Fischen über dem Meer, kann man sie häufig in der Luft stehen sehen, wobei sie kräftig mit den Flügeln schlägt (das sogenannte Rütteln), bis sie ihre Beute entdeckt und im Sturzflug ins Wasser eintaucht. Auch die Zwergseeschwalben sind Zugvögel und verbringen den Winter in Afrika.

Austernfischer
Der Austernfischer (Haematopus ostralegus) ist eine Vogelart aus der Gattung der Austernfischer (Haematopus), aus der Familie der Austernfischer (Haematopodidae) und der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes). Er ist ein Vögel, der bevorzugt im Wattenmeer der Nordsee und im nahegelegenen Binnenland lebt. Er wird hier auch gerne als Halligstorch bezeichnet. Die Körperlänge der Vögel liegt zwischen 40 bis 45 cm. Im Brutgewand sind sowohl der Kopf als auch die Brust, die Körperoberseite und das Endband des Schwanzes schwarz gefiedert. Im Ruhegewand ist an den Halsseiten ist ein weißes Kehlband erkennbar. Sein besonderes Erscheinungsbild sind der lange, orange-rote, etwas abgeflachte Schnabel und das schwarzweiße Körpergefieder bei. Seine Beine und Füße sind rot. Es gibt folgende drei Unterarten des Vogels:
- Die Unterart Haematopus ostralegus ostralegus brütet an fast allen europäischen Küsten mit einem Schwerpunkt an den Küsten des Nordatlantiks und der Nordsee. Von dort aus haben sie sich entlang des Rheins sowie von Ems, Weser und Elbe ins Binnenland angesiedelt, wo sie auch brüten. Die flügge gewordenen Jungvögel suchen dann die Küste auf.
- Die Unterart Haematopus ostralegus longipes brütet in Kleinasien, Westsibirien und im südlichen Zentralrussland.
- Die Unterart Haematopus ostralegus osculans ist dagegen ein Brutvogel in Kamtschatka, China und an der Westküste der Koreanischen Halbinsel.
Die Austernfischer sind überwiegend Zugvögel – aber einige der westeuropäischen Vögel bleiben auch in ihren Brutgebieten. Die Vögel aus den norwegischen, den baltischen oder russischen Brutgebieten überwintern meist im Wattenmeer der Nordsee.
Mit ihrer Wanderung in die Winterquartiere beginnen die Vögel nach Ende der Brutzeit, etwa ab Mitte Juli. Bereits ab Anfang Februar beginnen sie in ihre Brutgebiete zurückzukehren.
An der Küste ernähren sich die Austernfischer in erster Linie von Muscheln, Würmern, Krebsen und Insekten. Im Binnenland stellen Regenwürmer seine Hauptnahrung dar.

Basstölpel
Der Basstölpel (Morus bassanus) ist ein Meeresvogel aus der Gattung Morus aus der Familie der Tölpel (Sulidae) und der Ordnung der Ruderfüßer (Pelecaniformes).
Er lebt in großen Kolonien, in der mehrere tausend Brutpaare ihr Junges großziehen. Für die Anlage ihrer Nester suchen sie sich vor der Küste liegende steile Felsinseln. So brütet er mit etwa 700 Paaren auf Helgoland.
Da sie ihr Gefieder einfetten, ist es wasserabweisend, was sie befähigt, längere Zeit auf dem Meer zu schwimmend.
Die erwachsenen Vögel haben ein nahezu weißes Körpergefieder, wobei die Handschwingen und die Handdecken der Flügel bräunlich bis schwarz gefiedert sind.
Der Kopf, der Nacken und die Seiten des Halses unterscheiden sich vom übrigen Körpergefieder durch eine hell- bis dunkelgelben Färbung. Basstölpel sind zwischen 80 und 110 cm groß, bei einem Gewicht zwischen 3 und 3,5 kg.
Seine Flügelspannweite liegt zwischen 165 und 180 cm. Der Schnabel der Tiere misst zwischen 9 und 11 cm. Die Männchen und Weibchen sind gleich groß.
Seine bevorzugte Nahrung sind fetthaltige Fische wie Heringe oder Makrelen. Um sie zu erbeuten taucht er im Sturzflug ins Meer ein. Dazu besitzt er einen stromlinienförmigen Körper, lange schmale Flügel sowie große Schwimmfüße.
An der Haseldorfer Binnenelbe befindet sich einer der bedeutendsten Rastplätze der Welt.
Der Basstölpel ist der Seevogel des Jahres 2016

Bekassine
Die Bekassine wird auch "Himmelsziege" genannt, da sie ein "meckerndes" Geräusch im Balzflug erzeugt, welches durch die abgespreizten Stoßfedern beim Sturzflug verursacht wird.
Sie gehört zur Familie der Schnepfenvögel und ist in ganz Europa vertreten, obwohl ihr Bestand in Mitteleuropa stark abgenommen hat.
Die tag- und nachtaktive Bekassine ist kurzbeinig, hat einen langen Schnabel und eine eher gedrungene Gestalt. Finden kann man sie in Sumpf-, Riedwiesen und in Mooren.
Außerhalb der Brutzeit hält sie sich auch an Gewässern mit schlammigen Ufern auf.
Ihre Nahrung besteht aus Schnecken, Würmern, Insektenlarven, Samen und Früchten von Binsen und Seggen.

Brachvögel
Die Brachvögel (Numenius) sind eine Gattung aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae) und der Ordnung der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes).
Sie sind durch einen langen sehr schmalen gebogenen Schnabel charakterisiert. Sie besitzen ein einfarbig hellbraunes Gefieder, das im Laufe des Jahres wenig Veränderungen erfährt.
Die Hauptnahrung der Vögel sind Insekten, Würmer und andere wirbellose Tiere, die sie mit ihrem langen Schnabel im sumpfigen Boden erbeuten. Aber auch Beeren stehen auf ihrem Speiseplan. Von der Gattung Numenius gibt es folgende Arten:
- Borstenbrachvogel (Numenius tahitiensis) Der Borstenbrachvogel brütet in Westalaska und zieht im Winter nach Ozeanien.
- Dünnschnabel-Brachvogel (Numenius tenuirostris). Der Dünnschnabel-Brachvogel brütet in Sibirien, und zieht im Winter in den Mittelmeerraum. Eskimo-Brachvogel (Numenius borealis). Der Vogel brütet in Kanada und zieht im Winter nach Südamerika. Möglicherweise ist diese Art mittlerweile ausgestorben.
- Großer Brachvogel (Numenius arquata). Der Vogel kommt in Europa und Asien vor, in Deutschland gilt er als gefährdet.
- Isabellbrachvogel (Numenius madagascariensis). Der Isabellbrachvogel brütet in Ostsibirien und der Mongolei und zieht im Winter nach Südostasien und sogar bis Australien.
- Regenbrachvogel (Numenius phaeopus). Der Vogel brütet in den subarktischen Regionen von Europa, Nordamerika und Asien. Die Winterzeit verbringt er in Afrika, Südamerika und Südasien.
- Rostbrachvogel (Numenius americanus). Er brütet in Nordamerika und zieht im Winter an die West- und Südküste der USA, nach Mexiko und nach Mittelamerika.
- Zwergbrachvogel (Numenius minutus). Der Zwergbrachvogel brütet im Sommer in Sibirien und zieht im Winter in den Norden von Australien.

Brauner Sichler
Selten ist der Braune Sichler, ein Stelzvogel mit einem langen, sichelförmig gebogenen Schnabel. Zu erkennen ist er auch an den nackten Hautpartien am Gesicht und an der Kehle.
Der Braune Sichler ist ein unbeständiger Brutvogel, da er oft scheinbar grundlos den Brutplatz wechseln kann. Es ist die einzige Art der Sichler, die weltweit verbreitet ist.

Haubentaucher
Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist eine Vogelart aus der Gattung der Taucher (Podiceps), der Familie der Lappentaucher (Podicipedidae) und der Ordnung der Lappentaucherartigen (Podicipediformes).
Der Vogel brütet auf Süßwasserseen und größeren Teichen mit Ufern, an denen Röhricht wächst. Haubentaucher werden zwischen 45 bis etwa 50 cm lang, bei einem Gewicht von 800 bis 1.400 g.
Ihre Flügelspannweite reicht von etwa 60 bis 75 cm. Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Die Tiere besitzen nach der Mauser im Winter das so genannte Schlichtgewand und im Sommer das Prachtgewand.
Der Schnabel ist sowohl beim Schlicht- wie beim Prachtgewand rot mit einem braunen First und einer hellen Spitze. Die Beine und die Schwimmhäute sind grünlich-grau.
- Prachtgewand
  Die Mauser vom Schlichtgewand ins Prachtgewand ist bis Anfang April abgeschlossen. Im Prachtkleid sind die Stirn, der Scheitel und der Nacken schwarz.
  Die Kopfseiten- und Nackenfedern sind verlängert und können bei Erregung aufgerichtet werden. Zwischen der schwarzen Kopfoberseite und dem  Auge   verläuft ein heller Streifen, während die Wangen weiß sind.
   Der hintere Hals ist grau-schwarz, die Halsseiten und der vordere Hals dagegen weiß. Die Körperoberseite     ist bräunlich-schwarz mit rötlichgefärbten Körperseiten. Die Körperunterseite und die Brust sind weiß.
- Schlichtgewand
   Die Vollmauser vom Pracht- ins Schlichtgewand beginnt noch während der Brutzeit im Juni und ist in der Regel im September oder Oktober beendet. Während dieser Zeit sind für etwa vier Wochen flugunfähig.
   Im Schlichtgewand ist bei beiden Geschlechtern die Oberseite des Kopfes schwarz-grau. Die Haube ist kurz, während der Kragen entweder fehlt oder nur durch einzelne schwarze und rote Federn angedeutet wird.
   Die Wangen und die Kehle sind weiß. Der Hals ist ebenfalls überwiegend weiß, weist aber am hinteren Hals  ein schmales graues Band auf. Die Körperoberseite ist dunkel mit hellen Federrändern. Die Körperseiten sind grau. Dagegen sind die Körperunterseiten und die Brust weiß.

Der Haubentaucher brütet im Flachland auf größeren - meist über 50.000 m² großen stehenden und fischreichen Gewässern -  mit einem Schilfgürtel und ins Wasser reichenden Büschen.
Ihre Nahrung besteht im Wesentlichen aus kleineren Oberflächenfischen mit einer Länge von maximal 20 cm. die sie sich tauchend erjagen. Die typischen Beutefische sind u.a. Karpfen, Plötze, Weißfische, Grundeln, Barsche oder Zander.
Aber sie verschmähen auch keine Kaulquappen, Frösche, Krebstiere oder Spinnen. In Deutschland sind Haubentaucher größtenteils Standorttreu, die im Winter nicht davonziehen. Allerdings fliegen sie bei über längere Zeit zugefrorenen Seen an die Küsten.
Der Haubentaucher war im Jahr 2001 in Deutschland und Österreich Vogel des Jahres.

 

Komorane

Kormoran © goruma (T.Kruse)

Kormorane (Phalacrocoracidae)
Der gewöhnliche Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist der größte Vertreter seiner Familie. Er misst bis zu 90 cm und ist damit deutlich größer als seine beiden Verwandten, Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis, 76 cm) und Zwergscharbe (Phalacrocorax pygmaeus, 48 cm), die beide ebenfalls an der kroatischen Küste vorkommen.
Sein Gefieder ist schwarz-glänzend mit weißen Wangen und weißem Kinn, wobei junge Kormorane ein braunes Gefieder mit einer schmutzig-weißen Unterseite besitzen.
Der gelbliche Schnabel ist an der Spitze stark hakenförmig und eignet sich somit hervorragend für den Fischfang. Auf Nahrungssuche schwimmen Kormorane mit untergetauchtem Kopf und Hals, während sie nach Fischen Ausschau halten. Erbeutete Fische werden im Ganzen mit dem Kopf voran verschlungen.
Die Tiere sind sehr gesellig und brüten in großen Kolonien auf Felsklippen oder großen Bäumen, die durch den scharfen Kot und das Abbrechen von Ästen zum Nestbau innerhalb weniger Jahre absterben. Kormorane ernähren sich ausschließlich von Fischen, weshalb sie vom Menschen als Konkurrenten angesehen und vielerorts nahezu ausgerottet wurden.
Tatsächlich wird ein intaktes Ökosystem vom Kormoran aber nicht gestört und hält auch noch genügend Fisch für den Menschen bereit. Die Tiere sind nicht sehr scheu und lassen sich häufig beim Sonnenbaden beobachten, wenn sie mit ausgestreckten Flügeln ihr Gefieder nach dem letzten Tauchgang trocknen.
In Japan werden ihre Fischfangqualitäten von Fischern zu Nutze gemacht, indem sie beim Fischfang eingesetzt werden.

Kraniche
Besonders m Herbst und im Frühjahr  kann man riesige Mengen von  Kranichen beobachten - z.B. in den Boddengewässern der Ostsee oder an den Seen der Linumer Bruch in Brandenburg .

 Lummen
Auf Helgoland findet man an der Steilküste die einzige Lummenkolonie Deutschlands. Zu den Lummen zählt man die Trottellummen und die Dickschnabellummen. Beide gehören mit einer Körpergröße von 39 - 48 cm zu den größten Alkenvögel. Im Sommer haben beide Arten eine tiefschwarze Oberseite, die sich im Winter hellgrau bis braun färbt. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Fischen. Spektakulär ist der Lummensprung zwischen dem 25. Juni und dem 17. Juli, mit dem die Jungtiere ihren Eltern auf die offene See folgen.

Flussregenpfeifer
Der Flussregenpfeifer gehört zu den Watvögeln und lebt vorwiegend an Flussufern, Binnengewässern und Kiesgruben. Sein Nest baut er nicht aus Zweigen, sondern in einer Mulde im steinigen Kiesboden. Er wird ca. 15 cm groß, hat einen braunen Rücken, eine weiße Unterseite, ein breites schwarzes Halsband und einen gelben Lidring. Durch seine gute Tarnung ist dieser sehr schnelle Renner meist nur schwer erkennbar. Seine Nahrung besteht aus Insekten und Würmern.

Schwan

Schwan © goruma (T.Kruse)

Schwäne
Es gibt zwei Gattungen von Schwänen, und zwar die Gattung Coscoroba mit dem Coscorobaschwan (Coscoroba coscoroba)
und die Gattung Cygnus mit sieben Arten, von denen aber nur der Höckerschwan und begrenzt der Singschwan in Deutschland eine Rolle spielen:
o Höckerschwan (Cygnus olor) o Pfeifchwan (Cygnus columbianus)
o Schwarzhalsschwan (Cygnus melanocoryphus)
o Singschwan (Cygnus cygnus)
o Trauerschwan (Cygnus atratus)
o Trompeterschwan (Cygnus buccinator)
o Zwergschwan (Cygnus bewickii)

Höckerschwan
Der Höckerschwan (Cygnus olor) ist eine Vogelart, die zur Gattung der Schwäne (Cygnus)  zur Unterfamilie der Gänse (Anserinae) und zur Familie der Entenvögel (Anatidae) gehört
Er hält sich besonders auf Seen, Park- und Fischteichen, in seichten Meeresbuchten und im Winter auch auf  Flussläufen auf, wo er gerne und häufig vom Menschen gefüttert wird. Seinen Namen hat er von dem  schwarze Höcker am Schnabelansatz. Schwäne haben in Mitteleuropa nur wenige Fressfeinde.
Der Höckerschwan erreicht eine Körperlänge  bis zu 160 cm und eine Fügelspannweite von 240 cm. Die Männchen wiegen zwischen 10,5 und 13,5 kg, während die Weibchen ein Gewicht von maximal 10 kg besitzen. Damit ist Höckerschwan größte heimische Wasservogel.
Die Vögel besitzen ein  weißes Gefieder und einen  orange-roten Schnabel mit einer schwarzen Schnabelspitze. Normalerweise ernähren sich diese Vögel von Wasserpflanzen und Muscheln, Schnecken oder Wasserasseln, die sie mit ihren langen Hälsen unter Wasser durch Gründeln unter der Wasseroberfläche bis zu einer Tiefe von 90 cm erreichen. An Land fressen sie auch Gras und Getreidepflanzen. Das vom Menschen angebotene Futter spielt dabei eine nicht unbedeutende Rolle.

Singschwan
Der Singschwan (Cygnus cygnus) gehört zurt  zur Gattung der Schwäne (Cygnus), zur Unterfamilie der Gänse (Anserinae) und zur Familie der Entenvögel (Anatidae).
Er ist etwas kleiner als der Höckerschwan und hat einen weniger geschwungenen Hals als dieser. Da sie in der osteuropäischen und sibirischen Taiga ihre Brutplätze haben kommen sie erst im Herbst und Winter u.a. nach Deutschland, dabei findet man sie besonders in Küstengebieten und im norddeutschen Tiefland. Ab März kehren sie in ihre Brutgebiete zurück.
Singschwäne erreichen eine Größe zwischen 145 und 150 cm, bei einem Gewicht von Gewicht von 7 bis 12 kg. Ihre Flügelspannweite kann bis zu 200 cm betragen. Allerdings sind die Weibchen kleiner und leichter als Männchen.
Ihr Gefieder  ist weiß und sie haben einen 9 bis 2 cm langen schwarzen Schnabel.
Ihre Nahrung ähnelt denen der Höckerschwäne. Allerdings bevorzugen sie an Land eher Rapsfelder. Ihren Namen haben die Vögel aufgrund ihres recht umfangreichen aber individuellen Stimmenrepertoire.

Schwarzhalstaucher
Der Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) ist eine Vogelart aus der Gattung der Taucher (Podiceps), aus der  Familie der Lappentaucher (Podicipedidae) sowie aus der Ordnung der Lappentaucherartige (Podicipediformes).
Der Vogel brütet in Gruppen oder in Kolonien, die aus einigen hundert Brutpaaren bestehen können.
Der Schwarzhalstaucher erreicht eine Körpergröße zwischen 30 bis 35 cm, bei einem Gewicht zwischen 250 und 600 g.
Im Prachtgewand sind der Kopf, der Hals, der Rücken und die Vorderbrust schwarz, während der untere Teil der Brust weiß mit braunen Flecken erscheint.
Der Bauch weiß und die Körperseiten sind rötlichbraun. Am Hinterkopf befindet sich eine kleine Haube. Die Ohrenbüschel am Kopf sind gelb bis bronzefarben.
Die Handschwingen sind schwarz-grau, im Gegensatz zu den weißen Armschwingen. Der Unterflügel ist weiß und der Unterschwanz ist rötlich oder rauchgrau.
Im Schlichtgewand nach der Mauser sind die Körperoberseite, der Hinterhals und der Oberkopf grau-braun. Hinter den Ohren befindet sich ein heller Fleck,  während die Haube fehlt.
Die Bauch- sowie die Körperseiten sind weiß. Ebenfalls weiß sind der vordere Hals, die Halsseiten und die Kehle. Der Wechsel vom Schlicht- ins Prachtgewand findet in der Regel zwischen Februar bis April statt.
Während der Brutzeit lebt der Vogel an Süßwassergewässern, wobei er  nährstoffreiche Seen und Teiche mit einem dichten Uferbewuchs.
Sie überwintern an Küsten und auf großen Binnenseen sowie in den Auen von Flüssen
Er ernährt sich vor allem von Insekten und deren Larven sowie von  kleinen Krebsen und Weichtieren - während Fische  kaum eine Rolle spielen.
Ihre Nahrung erbeuten sie meist mittels etwa 30 Sekunden dauernder Tauchgänge in einer Tiefe bis zu maximal 5 m.

Uferschnepfe
Die Uferschnepfe (Limosa limosa) ist eine Vogelart aus der Gattung Pfuhlschnepfen (Limosa), aus der Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae) sowie der Regenpfeiferartigen (Charadriiformes).
Von dem Vogel gibt es folgende drei Unterarten:
- Limosa limosa limosa. Das Brutgebiet dieser Unterart erstreckt sich von Westeuropa über Mitteleuropa bis Zentralasien und Russland bis zum Fluss Jenissei in Sibirien.
  Sie überwintert in Südeuropa, Westafrika und im Mittleren Osten bis hin zur Ostküste von Indien.
- Limosa limosa islandica Diese Unterart brütet vorwiegend auf Island, kommt jedoch in geringer Anzahl auch auf den Färöern, den Shetlands und den Lofoten vor. Sie überwintert sowohl auf den Britischen Inseln als auch in Südwesteuropa und in Westafrika.
  In Deutschland kommt diese Unterart nicht vor.
- Limosa limosa melanoroides Diese Unterart (Sibirische Uferschnepfe) brütet in der Mongolei, im Norden von China und im Osten Russlands. Im Winter ziehen sie nach Indien, Indochina, Taiwan, die Philippinen, Indonesien nach Papua-Neuguinea und sogar bis Australien.
  In Deutschland kommt diese Unterart nicht vor.
Die Uferschnepfe ist ein relativ großer Watvogel mit eine Körperlänge von 35 bis 45 cm, bei einem Gewicht der Männchen von 160 bis 440 g und der Weibchen von 245 bis 500 Gramm.
hre mittlere Flügelspannweite liegt bei rund 75 cm. Die Männchen sind in der Regel etwas kleiner als die Weibchen und haben einen etwas kürzeren Schnabel.
Im Prachtgewand sind der Hals, die Brust und der Kopf orange bis rostrot gefärbt und sind oft mit weißen oder schwarzen Tupfen durchzogen.
Der Unterbauch und Unterschwanz sind weiß, wobei die Brust und der Bauch schwarze Querbänder haben.

Schreiadler

Stockenten © goruma (T.Kruse)

Knäkente
Die Knäkente (Anas querquedula) ist eine kleine Entenart aus der Gattung der eigentlichen Enten, der Unterfamilie der Anatinae und der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Sie ist nur wenig größer Krickente, jedoch etwas schlanker und zierlicher. Der Erpel besitzt im Prachtgewand einen auffallenden breiten bogenförmigen Streifen über dem Auge, der bis in den Nacken reicht und sich vom rötlich-braunen Kopf sowie dem dunklen Nacken abhebt.
Im Flug kann man sie anhand ihres blau-grauen Vorderflügels recht gut identifizieren. Da diese Entenart Deutschland - mit Ausnahme einiger weniger kleiner Brutgebiete - nur als Durchzugsland benutzt, ist der Vogel hier eher selten anzutreffen.

Krickenten
Die Krickente (Anas crecca), ist eine Vogelart aus der Gattung der Eigentlichen Enten (Anas), aus der Familie der Entenvögel.
Die Krickente verfügt über folgende drei Unterarten:
- Die eurasische Unterart Anas crecca crecca kommt im Norden Europas und Asiens und    damit auch in Deutschland vor.
- Die Unterart Anas crecca nimia kommt im Sommer in Nordwestamerika und auf den Aleuten vor. Im Winter zieht sie in den Süden Nordamerikas.
- Die Unterart Anas crecca carolinensis kommt im Sommer in Kanada sowie der Prairie   Pothole Region der USA vor. Im Winter ziehen sie in die südlicheren Regionen der Vereinigten Staaten und nach Mexiko.

Die bei uns vorkommende Unterart Anas crecca crecca besitzt eine Länge zwischen 35 und 37 cm, bei Gewicht zwischen 250 und 400 g - wobei die Männchen etwas schwerer als die Weibchen sind. Der Erpel hat einen leuchtend kastanien-braunen Kopf.
Von beiden Augen zieht sich ein breiter und glänzend grüner bogenförmiger Streifen bis in den Nacken hinein. Er ist von einem cremeweißen Rand eingefasst. Die Schnabelseiten sind bei beiden Geschlechtern gefärbt.
Die Brust ist bei beiden Geschlechtern hell und die Schnabelseiten sind orange bis grünlich gefärbt. Die Vorderbrust  ist beim Männchen ist gelblich mit einer dunkelbraunen Sprenkelung und setzt sich scharf vom kastanien-braunen Vorderhals abgesetzt.
Auffällig ist das gelbe Dreieck am schwarz gefiederten Hinterteil des Erpels. Die hellgraue Rückenfärbung ist hellgrau und ist durch ein weißes Längsband unterbrochen.  Die beiden Körperseiten sind grau-weiß gestreift.
Im Schlichtgewand des Erpels nach der Mauser, hat er eine starke Ähnlichkeit mit dem Weibchen. Der Wechsel vom Pracht- zum Schlichtgewand erfolgt zwischen Juni und August, um zwischen September und November wieder ins Prachtgewand zu wechseln.
Die Weibchen tragen im Gegensatz zum Männchen ganzjährig ein unauffällig bräunlich geflecktes Gefieder.
Zur Nahrungssuche nutzt die Ente Schlick- und Uferzonen mit einer Wassertiefe von höchsten 20 cm. Je nach Jahreszeit und dem Vorkommen verspeist sie pflanzliche oder tierische Nahrung. Am Meer sucht sie sich ihre Nahrung meist bei Ebbe im Watt.
Die Krickente ist größtenteils ein Zugvogel, wobei ihre Hauptüberwinterungsgebiete im Süden und Westen Europas, an den Küstengebieten von Dänemark und Mitteleuropa, im Alpenvorland, in Südosteuropa sowie in der Schwarzmeerregion liegen.

Löffelenten
Die Löffelente (Anas clypeata) ist eine Vogelart aus der Gattung der Eigentlichen Enten (Anas), aus der Unterfamilie der Anatinae und aus der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Sie erreicht eine Größe bis zu 50 cm bei einem Gewicht zwischen 400 bis 1100 g. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa 80 cm. Ihren Namen hat sie von ihrem auffälligen bis zu ca. 7 cm langen grauen löffelartigen Schnabel.
Der Kopf des Erpels ist dunkelgrün gefärbt. Seine Die Brust ist weiß und der Rücken ist dunkel und teilweise mit weißen Federn durchsetzt. In der Mitte der beiden Körperseiten befinden sich rotbraune Farbsprenksel.
Die Unterschwanzdecke ist schwarz und wird durch ein weißgefärbtes Band gegen die rotbraunen Flanken abgegrenzt. Die mittleren Schwanzfedern sind braun und weiß gesäumt.
Bei den äußeren Schwanzfedern ist dieser weiße Saum deutlich breiter. Auffallend ist der von den Armschwingen gebildete metallisch wirkende grüne Spiegel. Im Schlichtgewand ist das Männchen mit Ausnahme der rosa getönten Flanken wie das Weibchen gefärbt.
Das Körpergefieder des Weibchens ist bräunlich gefärbt. Die Konturfedern sind hellbraun gesäumt, was zu einem fleckig-schuppigen Aussehen führt. Zudem hat sie einen braunen Schnabel und rote Beine.
Von den Weibchen der übrigen drei Löffelentenarten ist sie nur sehr schwer zu unterscheiden. Die Löffelente lebt an nahrungsreichen Gewässern, die über mit dichtem Schilf bewachsene Ufer verfügen.
Auch in Sumpfgebieten mit freien Wasserflächen findet man die Vögel. Außerhalb der Brutzeit findet man sie Deutschland überwiegend am Wattenmeer und auf den Nordseeinseln.
Im Winter ziehen sie meist nach West- und Südeuropa sowie Afrika.
Zur Nahrungssuche durchpflügt der Vogel mit seinem Schnabel das Wasser, um nach Plankton, Wasserflöhen, Insektenlarven, Würmern, Kaulquappen oder Laich zu suchen. Aber er sucht auch mit Gründeln nach Nahrung.

Stockenten
Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist eine Vogelart aus der Gattung der Eigentlichen Enten (Anas), aus der Unterfamilie Anatinae und der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Die Stockente ist die größte und zudem die häufigste Schwimmente in Deutschland. Sie ist außerdem die Stammform der Hausente.
Die Männchen im Balzkleid besitzen einen grün-metallischen Kopf, einen gelben Schnabel und einen weißen Halsring, während die Weibchen sind in einem ziemlich unauffälligen gesprenkelten Braun-grau erscheinen.
Sie können etwas weniger als 60 cm groß werden und eine Flügelspannweite bis zu 95 cm erreichen. Zwischen Juli und August trägt der Enterich sein Schlichtgewand und sieht dabei dem Weibchen sehr ähnlich.
Um sich vor Nässe und Kälte zu schützen, verfügen sie über ca. 10.000 Daunen und Deckfedern, die sie mit Hilfe ihrer Bürzeldrüse an der Schwanzwurzel immer wieder einfettet.
Die Stockente ist ein häufig vorkommender Vogel, den man auf Seen, in Teichen, Binnengewässern, Bergseen aber auch auf Flüssen findet.
Als Nahrung dienen überwiegend Pflanzen bzw. Pflanzenteile, wie Samen, Früchte, grüne Wasser-, Uferpflanzen.
Aber auch Weichtiere, Larven, kleine Krebse, Kaulquappen, Laich, kleine Fische, Frösche, Würmer und Schnecken verschmäht sie nicht. Zudem werden die Tiere häufig vom Menschen gefüttert.


Graugänse

Graugänse © goruma (T.Kruse)

Blässgänse
Die Blässgans, Blessgans, (Anser albifrons) ist eine Gans aus der Gattung der Feldgänse (Anser), aus der Unterfamilie der Gänse (Anserinae) und der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Sie ist etwas kleiner als die Graugans und anhand ihrer weißen Blässe auf der Stirn, die namensgebend ist, gut zu erkennen.
Die Art wird in fünf Unterarten aufgeteilt, von denen zwei in Eurasien brüten. Männchen und Weibchen der Blässgans sehen im Gefieder gleich aus.
Der Unterschied liegt in der Größe und im Gewicht. Das Männchen ist etwas größer und schwerer. Ihr Gefieder ist oliv-braun mit einem Grauschimmer. Ihre Deckfedern sind weiß umsäumt, die Handschwingen und Armschwingen sind schwarz und die Schwanzunterfedern sind weiß.
Ein besonderes Merkmal der Gans ist neben der Stirnblässe die schwarze Querbänderung am Bauch.
Die Beine sind orange und zwischen den Zehen haben sie Schwimmhäute. Ihre Nahrung besteht aus diversen Gräsern, Wurzeln und Samen.
Im Frühjahr und Sommer leben sie in der arktischen Tundra z.B. in Kanada, Grönland und Sibiren.
Im Herbst kommen sie an die Küsten von Europa, die hiesigen Seen, Teiche, Flüsse und auf Felder und Wiesen.
In Mitteleuropa, also auch in Deutschland, ist die Blässgans ein Wintergast und Durchziehvogel.

Brandgänse
Die Brandgans (Tadorna tadorna) ist eine Halbgänseart aus der Gattung der Tadorna, aus der Unterfamilie der Halbgänse (Tadorninae) und aus der Familie der Entenvögel.
Diese Halbgänse ähnelt Gänsen, besitzt jedoch auch Merkmale, wie sie für Eigentliche Enten charakteristisch sind. Daher wurden sie früher auch als Brandenten bezeichnet.
In Europa hält sich  die Brandgans  vor allem an den Küsten auf, während die in Asien heimische Population überwiegend an salzigen und brackigen Steppengewässern lebt.
Dennoch gehören beide zur selben Art und bilden keine Unterarten.
Die Bezeichnung Brandgans rührt wahrscheinlich von ihrem charakteristischen rost-braunen Brustband her.
Sie besitzt eine Körperlänge zwischen 58 bis 68 cm, bei einem Gewicht von 830 bis 1.500 g Ihre Flügelspannweite reicht von 110 bis 135 cm. Die  Weibchen sind mit einem Gewicht von 560 bis 1080 g leichter.
Diese Gans ist auf Grund ihrer sehr kontrastreichen Färbung des Gefieders nicht zu verwechseln.
Im Prachtgewand sind beim Männchen der Kopf und der Vorderhals glänzend schwarz-grün. Auf jeder Körperseite befindet sich ab den Schultern ein grün-schwarzes Längsband nach hinten.
Um die vordere Brust und den vorderen Rücken erstreckt sich ein breites rot-braunes Band. Und von der  braungefärbten Brust verläuft ein weiteres schwarzes Band zum Bauch. Das restliche Körpergefieder ist überwiegend weiß.
Ein gutes  Unterscheidungsmerkmal zwischen Männchen und Weibchen ist der während der Fortpflanzungszeit rot gefärbte Schnabelhöcker, den man nur beim Männchen findet und der  sich bereits zurückbildet, während das Weibchen noch brütet.
Im Ruhegewand sind die Farben weniger glänzend und die Übergänge vom weißen Körpergefieder zum rost-braunen Brustband  wirken fließender und der  Kopf erscheint eher braun-schwarz.
Am Gesicht und an der Kehle sind vereinzelt weiße Federn erkennbar, die fleckförmig wirken können. Der schwarze Bauchstreif ist in dieser Zeit nur angedeutet oder kann ganz fehlen
Brandgänse fliegen relativ niedrig mit mittleren Geschwindigkeiten von etwa 90 km/h, aber bei  günstigen Windverhältnissen wurden sogar Geschwindigkeiten von etwa 190 km/h gemessen.
Im Flug sind die Brandgänse aufgrund ihrer weißen Flügel mit dem grünen Spiegel sowie ihrem kontrastreichen Körpergefieder relativ gut zu erkennen.
Bei nicht brütenden Vögeln beginnt  im Juni die Mauser im Juni und bei brütenden erfolgt sie etwa einen Monat später. Kurz nach dem Beginn der Kleingefiedermauser werfen die Brandgänse ihre Schwingen ab und sind dann für 25 bis 30 Tage nicht flugfähig.
Im Brutgebiet sind die Brandgänse sehr kommunikativ, wobei sich die Rufe der Männchen von denen der Weibchen deutlich unterscheiden.
In Deutschland brütet die Brandgans besonders im Küstengebiet und auf den Inseln der Nordsee und der westlichen Ostsee.
Als Brutvogel bleibt sie meist an die Meeresküste, dringt aber auf der Suche nach geeigneten Bruthöhlen auch ins Landesinnere vor. So findet man Brutvorkommen beispielsweise in den Rieselfeldern bei Münster  und am Niederrhein.
Außerdem hat sie die Elbe bis nach Dessau besiedelt.
Bevorzugte Überwinterungsplätze findet man bei Wangerooge und Mellum, im Jadebusen sowie an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein.
Man findet die europäischen Brandgänse vor allem an flachen Sand- und Wattküsten sowie entsprechenden Flussmündungen. Im Binnenland sind sie auch an großen Klärteichen und auf Rieselfeldern anzutreffen.
Ihre Nahrung suchen sie sich bevorzugt im Watt, auf Schlickbänken und in den Flussmündungen.
Als Nahrung dienen der Brandgans vor allem Schnecken, Krabben, Muscheln (Herzmuscheln) und Würmer, dagegen seltener Insekten und Wasserpflanzen. Aber auch Algen - und im Winter Samen - stehen auf ihrem Speiseplan.

Graugänse
Die Graugans (Anser anser) ist eine Art aus der Gattung der Feldgänse (Anser), aus der Unterfamilie der Gänse (Anserinae) in der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Graugänse sind, nach der Kanadagans, die zweitgrößte Gänseart in Europa. Sie sind die Vorfahren der in Europa domestizierten Hausgänse.
Ihr relativ dicker Hals fällt durch eine streifige Anordnung der Federn auf.
Die Vorderflügel sind sehr hell gefärbt und der Bauch hat schwarze Flecken. Der Schnabel ist relativ groß und klobig.
Die Gans Sie erreicht eine Länge zwischen  75 bis 90 cm, bei einem ein Gewicht von 2 bis 4 kg. Ihre Flügelspannweite reicht von etwa 145 bis 180 cm.
Die männlichen Tiere sind dabei etwas schwerer als, die es auf ein Gewicht von 2 bis 3,5 kg.
Graugänse sind sowohl tag- als auch nachtaktiv und wenn sie tagsüber zu häufig gestört werden, gehen sie nachts auf Nahrungssuche.
Mit der Brut beginnen sie zwischen Mitte März bis Ende April. Ihre Brutplätze sind Seen mit breiten Riedgürteln oder kleinen Inseln und angrenzenden Wiesen, auf denen sie äsen können oder in Mooren, in Flussauen oder im Marschland.
Graugänse besitzen eine große Partnertreue. 
Während ihres Zuges findet man sie nahezu in ganz Europa.
Ihre  Überwinterungsgebiete der liegen an der Westküste von Spanien und Portugal, an den an den nördlichen üsten von Algerien und Tunesien sowie an den Küsten der Adria.
Mehrere zehntausend Gänse rasten auf ihrem Zug  im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel in Österreich auf den dortigen brachliegenden Wiesen.
Aufgrund der zunehmenden Klimaveränderung und der intensivierten Landwirtschaft überwintern die Tiere immer häufiger auch in unseren Breiten und beginnen, sich hier allmählich zu Standvögeln zu entwickeln.
Auf den abgeernteten oder neu eingesäten Feldern finden sie zunehmend auch im Winter genügend Nahrung.
Ihre Nahrung finden sie eher außerhalb des Wassers, aber auch während des Schwimmens oder eher selten mittels Gründeln. aber nur sehr selten.
Graugänse leben hauptsächlich von Pflanzen, und zwar sowohl von Land- wie auch von Wasserpflanzen – in der Hauptsache von kurzen Gräsern und Kräutern sowie in geringerem Umfang von Stauden und Wurzeln, die sie sogar ausgraben können.
Im Herbst suchen sie bevorzugt Maisstoppelfelder auf,äsen jedoch auch auf Feldern mit Raps und Wintergetreide. Im Frühjahr nutzen sie vor allem Grünland und Flächen mit Wintergetreide.
Im Juli und August sind Graugänse häufig auf Getreidestoppelfeldern zu beobachten.
Dabei ist es wichtig, dass die Flächen niedrig bewachsen sind, was ihnen Sicherheit vor anschleichen Feinden bietet und weil sie sich nur von kurzem Gras und Kräutern ernähren können.
Diese Voraussetzungen finden sie auf Weiden mit großen Pflanzenfressen wie Kühe, Pferde, Ziegen oder Schafe.

Kanadagänse
Die Kanadagans (Branta canadensis) ist eine Vogelart aus der Gattung der Meergänse, aus der Unterfamilie der Gänse (Anserinae) aus der  Familie der Entenvögel (Anatidae) und der Ordnung der Gänsevögel (nseriformes) gilt als die weltweit am häufigsten vorkommende Gans. 
Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika wurde aber in Europa teilweise gezielt angesiedelt. Zudem ist ein großer Teil der heute vor allem in Großbritannien, Irland, Skandinavien und den Niederlanden existierenden Populationen aus der Gefangenschaft geflüchtet.
Seit den 1970er Jahren ist sie auch in Deutschland als Brutvogel vertreten.
Die Kanadagans wird etwas größer als die Graugans und ist damit die größte freilebende Gänseart.
Die Gans besitzt einen schwarzen Kopf und Hals mit einem breiten weißen Kinnband, das sich von der Kehle bis hinter die Augen erstreckt.
Der schwarze Hals setzt sich deutlich  gegen die graue Brust ab. Ihre Füße und der Schnabel sind ebenfalls schwarz. Weibchen und Männchen sind gleich gefärbt, bei einigen Unterarten sind die Männchen allerdings (Ganter) größer und langhalsiger als die Weibchen.
Die Färbung der Körperoberseite variiert je nach Unterart zwischen Grau- und Rotbraun. Die oberen Schwanzdecken sind bei den in Europa vorkommenden Gänsen - ebenso wie der Bauch und die Brust - grau bis fast weiß.
Die Körperlänge der Gans schwankt zwischen 90 und100 cm, bei einem Gewicht der Männchen zwischen 3,5 und 6,5 kg und der Weibchen zwischen 3 und 5,5 kg.
Die Flügelspannweite liegt zwischen 160 bis 175 cm.
Die Kanadagans lebt in Regionen, zu denen Gewässer mit einer eher großen Fläche gehören. Die  Gewässertiefe sollte mindestens 1 m betragen und über kleinere Inseln verfügen.
Damit sich die Tiere hier aber zum Brüten niederlassen, sollte an das Gewässer ein Gebiet angrenzen, auf dem die Gänse Nahrung finden können.
Die Kanadagänse legen ihre Nester auf festem Grund an und bevorzugen Stellen, von denen aus der brütende Vogel das umliegende Gebiet gut beobachten kann. In Europa erfüllen dies oft Parks, parkähnliche Gebiete oder Weidegebiete, die an Seen angrenzen.
Im Sommer ernähren sie sich von Gräsern und Sumpf- und Wasserpflanzen, fressen aber auch regelmäßig Unterwasserpflanzen, die sie bis zu einer Gewässertiefe von 75 cm erreichen können.
Im Winter suchen sie sich ihre Nahrung bevorzugt am Land, wobei sie Regionen mit kurzen Gräsern und Kräutern, die ihnen ein weites Sichtfeld geben, bevorzugen. Das sind oft die Weideflächen von Kühen, Pferden sowie von Ziegen oder Schafen.
Zur Überwinterung halten sie sich sowohl an der Küste als auch auf Stoppelfeldern und Grasland im Binnenland auf.

Ringelgänse
Die Ringelgans (Branta bernicla) ist eine kleine Art aus der Gattung Meergänse (Branta), der Unterfamilie Gänse (Anserinae) der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Sie ist die kleinste und dunkelste aus der Gattung der Meergänsearten. Ihre Brutregionen sind die arktische Kältewüste und die arktische Tundra in Eurasien und Nordamerika.
In Deutschland ist die dunkelbäuchige Ringelgans nur ein Wintergast im Wattenmeer der Nordsee sowie in der Wismarer Bucht.
Die Ringelgans wird in folgende drei Unterarten aufgeteilt:
- die dunkelbäuchige Ringelgans (Branta bernicla bernicla)
- die schwarzbäuchige Ringelgans (Branta bernicla nigricans)
- die hellbäuchige Ringelgans (Branta bernicla hrota)
Ringelgänse sind schwarz-grau mit einem grau-braunem Rücken und schwarz-weiß gebänderten Flanken. Die Vögel haben am Hals schmale weiße Halbmondflecken, die je nach Unterart unterschiedlich groß sind.
Die Ober- und Unterschwanzdecken sowie der Bauch sind weiß. Die Brustfärbung ist in Abhängigkeit von der Unterart entweder grau und von der schwarzen Vorderbrust abgesetzt oder dunkelgrau.
Ihr Schnabel, ihre Beine und Flügel sind schwarz. Ihre Flügelspannweite beträgt 110 bis 120 cm, bei einem Gewicht etwa 1 bis 1,5 kg. Dabei sind die Männchen etwas schwerer als die Weibchen.

Saatgänse
Die Saatgans (Anser fabalis) oder Rietgans ist eine zur Gattung der Feldgänse (Anser) zum Tribus gehörige Echte Gans (Anserini). Sie gehört zur Unterfamilie Gänse (Anserinae) und zur Familie der Entenvögel (Anatidae).
Sie sieht der Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus) sehr ähnlich. In Deutschland findet man sie ab Ende September in großer Zahl als Wintergast. Das Gefieder ist graubraun, am Hals und dem Kopf dunkelbraun.
Die Brust und der Bauch sind hellbraun, zum Schwanz hin geht es in einen weißlichen Färbung über. Ihre Flügel dunkelbraun. An den Flanken, an den Außenseiten der Flügel und an der Schwanzspitze befinden sich im Gefieder feine weiße Linien.
Der Schnabel ist am Ansatz und der Spitze schwarz, dazwischen befindet sich eine – nach der jeweiligen Unterart - verschieden breite orangefarbene Markierung. Die Füße mit ihren breiten Schwimmhäuten sind ebenfalls orange gefärbt.
Die Größe der Vögel schwankt zwischen 65 bis 90 cm, bei einem Gewicht von etwa 3 bis 4,5 kg. Die Flügelspannweite bewegt sich zwischen 140 bis 170 cm. Die Weibchen sind meist etwas kleiner als die Männchen, bieten aber ansonsten das gleiche Erscheinungsbild.
Die Nahrung der Saatgänse besteht in ihrem Brutgebiet – außerhalb Deutschlands - aus Flechten, Gräsern, Kräutern sowie Wasserpflanzen und im Herbst zudem aus Beeren und Bohnen.
In ihren Überwinterungsgebieten in Deutschland ernähren sie sich von Wurzeln, Kartoffeln, Getreidekörnern, Gräsern und den Resten abgeernteter Feldern. Hier leben sie in großen Kolonien auf abgeerntete Ackerflächen Wiesen oder Viehweiden.
Ihren Schlaf verbringen sie auf offenem Wasser und im Winter sogar auf dem Eis. Dabei legen sie oft mehrere Kilometer lange Wege zwischen den Schlaf- und Weideplätzen zurück.
Bemerkenswert ist, dass die Tiere können auch nachts bei hellem Mondschein oder über hell erleuchterte Städte fliegen, dabei schwankt ihre Flughöhe zwischen ca. 100 und 1.000 m.

Weißwangengans, Nonnengans
Die Weißwangengans (Branta leucopsis) - wegen ihrem Aussehen auch als Nonnengans bezeichnet – gehört zur Gattung der Meergänse (Branta) in der Unterfamilie Gänse (Anserinae) in der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Sie wird nicht in Unterarten, sondern stattdessen in drei getrennte Populationen aufgeteilt. Früher hatte sie ausschließlich an der russischen Eismeerküste gebrütet, aber in 1970er Jahren hat sie auch den Ostseeraum besiedelt und zählt mittlerweile zu den Brutvögeln in Mitteleuropas.
Die Weißwangengans besitzt eine Größe von 58 bis 70 cm, bei einem Gewicht zwischen 1,5 bis 2 kg. Die Weißwangengans erkennt man an ihrem weißen Kopf und dem schwarzen Hals, wobei. Männchen und Weibchen gleich aussehen.
Der Rücken ist blaugrau mit schwarz weißen Streifen, die Unterseite ist weiß, die Flanken haben gräulichen Streifen, der Hals und der Oberkopf sind schwarz und der Schnabel ist kurz und dunkel. Ihre Flügel sind grau und der Bürzel ist weiß.
Die Schwanzfedern wiederum sind schwarz und die Beine und die Zehen mit den Schwimmhäuten sind dunkel gefärbt. Während des Winters ernährt er sich vorwiegend von kurzem Gras, aber auch von anderen Pflanzen. Im Frühjahr verspeisen sie auch die Knospen und Kätzchen von Weiden.
Unter der tierischen Nahrung befinden sich Krebse, Wasserinsekten und auch Weichtiere wie Schnecken. Während der Sommermonate ernährt sie sich vorwiegend von Flechten und Moosen.
Die Weißwangengans ist ein Zugvogel, die sich vor ihrem Wegzug in Schwärmen von bis zu 50.000 Tieren versammelt. Vom Herbst bis zum Frühjahr findet man sie auf Wiesen im Deichvorland an der Nordsee-und der Ostseeküste.
Ihre Brutgebiete liegen auf Grönland, auf Spitzbergen, in Russland. Aber auch in Skandinavien und in Deutschland gibt es Brutplätze.





Kommentare
Paul Höcke  (Montag, 10.04.2017)
Das wusste ich vorher auch noch nicht, dass der Wanderfalke seine Beute mit rund 300 km/h rammt und damit schwer verletzt oder tötet. Das erinnert mich an deutsche Jagdflieger, die in den letzten Kriegstagen alliierte Bomber grrammt hatten. Allerdings wurden ihre Leichen nach dem Absturz nicht verspeist.
Richard Hofreiter  (Mittwoch, 05.04.2017)
Einfach gigantisch. Dafür gebührt euch der Friedenspreis des deutschen Buchhandels und noch viele weitere Preise. Aber da fehlen noch zahlreiche Bilder. Wenn die drin schlage ich euch für den Literaturnobelpreis vor. Also ran an die Optik!

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