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Entführung der Landshut

Die Entführung

Am 13. Oktober hatten vier Terroristen – zwei Männer und zwei Frauen - die Lufthansamaschine, eine Boeing 737-200, mit dem Namen Landshut auf dem Flug von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main entführt.
Sie wollten zusätzlich zu der Entführung von Hanns Martin Schleyer (1915-1977) am 5. September Druck aufbauen, um damit die in Stuttgart-Stammheim einsitzen RAF-Terroristen Andreas Bader (1943-1977), Gudrun Ensslin (1940-1977) und Jan-Carl Raspe (1944-1977) und weitere acht freizupressen.
Die Entführung hatte noch über Frankreich stattgefunden und wurde nach Larnaka auf Zypern umgeleitet. Wegen Treibstoffmangels musste die Maschine in Rom zwischenlanden, um aufgetankt zu werden. Hier in Rom wurden erstmals die politischen Forderungen der Terroristen bekannt gemacht, die identisch mit denen der Entführer von Hanns Martin Schleyer. Von hier aus konnte die Landshut weiter nach Larnaka fliegen, wo ein Vertreter der PLO vergeblich versucht hatte, die Terroristen  zur Aufgabe zu überreden. Nach erneutem Auftanken starte das Flugzeug in Richtung Libanon, da aber die Flughäfen von Beirut, Damaskus, Bagdad und Kuwait-Stadt gesperrt worden waren, flog sie weiter nach Dubai.

Wegen Treibstoffmangel gab man ihr in den Morgenstunden des 14. Oktobers die Genehmigung zur Landung. Hier stand das Flugzeug über drei Tagen in der prallen Sonne, Nach der Drohung der Terroristen, Geiseln zu erschießen, wurde die Maschine aufgetankt und konnte Richtung in Richtung  Oman starten. Da hier eine Landeerlaubnis verweigert worden war ging es weiter nach Aden im damaligen Südjemen.

Da die hiesige Landebahn gesperrt worden war, musste die Maschine  in der Nacht auf einem Sandstreifen neben der Startbahn notlanden. Daher konnte der Flugkapitän Jürgen Schumann (1940-1977) das Fahrwerk zu inspizieren. Da Schumann erst nach ca. einer Stunde in das Flugzeug zurückgekehrt war, hatte der Anführer der Terroristen Schumann mit einem Kopfschuss hingerichtet. Das hatte die Behörden wohl dazu bewogen, die Maschine erneut aufzutanken, sodass sie in den Morgenstunden des 17. Oktobers  von dem Kopiloten Jürgen Vietor (geb. 1942) nach Mogadischu geflogen werden konnte. Hier war sie um 04:30 Uhr (MEZ) gelandet. Hier hatten die Terroristen ein Ultimatum bis 15 Uhr MEZ gesetzt, um die RAF-Terroristen aus der Justizvollzugsanstalt Stuttgart zu entlassen. Danach sollte die Maschine gesprengt werden, denn die Entführer hatten kein weiteres Land mehr zum Weiterflug in Aussicht.

Vor dem Ablauf des Ultimatums hatten die Terroristen die Passagiere mit Alkohol übergossen und die Sprengsätze scharf gemacht hatten. Die Stewardess Gabriele Dillmann (heute Gabriele von Lutzau) hatte auf Anweisung der Terroristen einen Appell an die deutschen Politiker gerichtet, die RAF-Gefangenen freizulassen.
Um Zeit für die letzten Vorbereitungen für eine Befreiungsaktion zu gewinnen wurden die Terroristen mit der Nachricht getäuscht, dass man ihre Forderungen erfüllen wollte und die RAF-Gefangenen nach Mogadischu ausfliegen lassen wollte. Die Zusage hatte die Terroristen veranlasst, das Ultimatum  bis zum 18. Oktober um 01:30 Uhr MEZ zu verlängern.

Die Befreiung

Kurz nach Mitternacht um  00:05 Uhr MEZ stürmte daraufhin das GSG-9-Kommando unter der Leitung des Polizeidirektors Ulrich Wegener (geb. 1929) im Zuge der Operation Feuerzauber die  Landshut. Während der siebenminütigen Aktion wurden drei der vier Terroristen – mit Ausnahme einer der Frauen - getötet.
Außerdem wurden ein GSG-9-Beamter sowie die Stewardess Gabriele Dillmann verletzt. Um 0:12 Uhr MEZ konnte der mitgereiste Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski  (1922-2005) dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (1918-2015) den Erfolg der Befreiungsaktion mitteilen.

Die Folgen

Die verletzte Terroristin hatte anschließend insgesamt nur 4 Jahre im Gefängnis gesessen und lebt heutzutage in Oslo. Sie hatte ihre Tat niemals öffentlich bereut.
Am Morgen des 18. Oktober 1977 wurden die  RAF-Terroristen Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin und Andreas Baader tot in ihren Gefängniszellen aufgefunden. Sie hatten kollektiven Suizid begangen - nur Irmgard Möller (geb. 1947) hatte schwer verletzt überlebt.
Am 19. Oktober wurde die Ermordung von Martin Schleyer bekannt gegeben. Man hatte ihn noch am 18. Oktober per Genickschuss - in KZ-Manier - ermordet. Seine Leiche wurde am 19. Oktober 1977 im Kofferraum eines in Mülhausen im Elsass abgestellten Audi 100 gefunden.
Im Oktober 2017 war die Landshut in einige Teile zerlegt mit einer Antonow 124 von Brasilien nach Friedrichshafen am Bodensee geflogen worden, wo sie anschließend im dortigen Luft- und Raumfahrtmuseum (Dornier-Museum) ausgestellt wurde.






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