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Schleswig-Holstein

Allgemeines, tabellarische Übersicht

Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin © goruma (Dr. Ramm)

Schleswig-Holstein, das die Dänen „Slesvig-Holsten“ und die Friesen „Slaswik-Holstiinj“ nennen, ist das nördlichste Bundesland und das nach dem Saarland kleinste Flächenland Deutschlands. Das „Land zwischen den Meeren“ schmiegt sich gleich an zwei für Europa so wichtige Küstengewässer an, die Nordsee und die Ostsee. Es war bis weit in das 20. Jahrhundert hinein ein territorialer Zankapfel zwischen dem Deutschen Reich und dem nördlichen Nachbarn Dänemark. Dieser Streitgrund trat besonders im letztlich ergebnislosen Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848-1851) hervor und dann erneut im Deutsch-Dänischen Krieg, den Preußen und Österreich 1864 siegreich beenden konnten. Schleswig und Holstein kamen vorerst unter preußische und österreichische Verwaltung und nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1867 gemeinsam als Provinz zu Preußen. Obwohl sich Bismarck für die Gründung des Deutschen Kaiserreiches der Schleswig-Holsteinischen Frage angenommen hatte, konnte der Status des Territoriums erst 1920 im Zuge einer Volksabstimmung entschieden werden. Bis kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Schleswig-Holstein eine preußische Provinz und bestand erst ab dem 23. August 1946 als selbständiges Land. Der am 20. April 1947 gewählte Landtag verabschiedete 1949 eine Satzung, die Schleswig-Holstein zum Land der Bundesrepublik Deutschland machte. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Streit und dem Nationalismus zwischen dänischen und deutschen Bevölkerungsteilen im Bundesland wurden am 29. März 1955 die Bonn-Kopenhagener Erklärungen mit Dänemark unterzeichnet, in denen das Recht jedes Bürgers auf Bekenntnis zu einer Volksgruppe verbrieft wurde. Dieses Dokument gilt bis heute als Vorbild für eine einvernehmliche Lösung in Minderheitenfragen.

Exakter Name

Schleswig-Holstein
(Slesvig-Holsten, dän.)
(Slaswik-Holstiinj, fries.)
(Sleswig-Holsteen, niederdt.)

Spruch aus dem 19. Jahrhundert up ewig ungedeelt (auf ewig ungeteilt)
Angrenzende Bundesländer
bzw. Staaten

Hamburg
Niedersachsen
Mecklenburg-Vorpommern
Dänemark

Landkarte, Schleswig-Holstein

Bundesland seit 23. August 1946
Erster Ministerpräsident Theodor Steltzer (CDU) von 1946 bis 1947 
Er wurde noch vom britischen Militärgouverneur eingesetzt.
Landesflagge  Schleswig_Holstein_Landesflagge
Landeswappen  Schleswig_Holstein_Landeswappen
Landeshymne Schleswig-Holstein-Lied bzw. Schleswig-Holstein, meerumschlungen:
Eigentlicher, aber relativ unbekannter Titel: "Wanke nicht, mein Vaterland"
Sitzverteilung im Landtag
(Wahl vom 07. Mai 2017)
CDU:32% (25 Sitze) 
SPD: 27,2% (21 Sitze) 
Bündnis90/Die Grünen: 12,9% (10 Sitze)
FDP: 11,5% (9 Sitze) 
AfD: 5,9% (5 Sitze) 
SSW: 3,4% (3 Sitze, hier gilt die 5%-Klausel nicht)
Ministerpräsident  Daniel Günther von der CDU (gewählt am  28. Juni 2017)
Regierungs-Koalition  CDU, Bündnis90/Die Grünen und FDP
(so genannte Jamaika-Koalition)
Opposition SPD, AfD und der SSW
Anzahl der Stimmen im Bundesrat 4
Einwohnerzahl ca. 2,48 Mio.
Ethnien v..a. Deutsche
Daneben v.a. Dänen und Friesen
Religionen Protestanten (54,3%)
Katholiken (6,1%),
Andere oder ohne Konfession (39,6%) 
Sprachen Deutsch, Plattdeutsch und Friesisch
Daneben u.a. Dänisch
Landes-Hauptstadt Kiel mit rund 237.000 Einwohnern
Fläche 15.799 km²
Höchste Erhebung Bungsberg (168 m)
Flüsse Elbe (1091km lang)
Eider (188 km lang) u.a.
 Größter See Großer Plöner See (30 km²)
Kfz.-Zeichen von Kiel KI
Webseite des Landes www.schleswig-holstein.de

 

Interessante Ausflugsziele

Eiderstedt
Diese etwa 30 km lange und 15 km breite Halbinsel im schleswig-holsteinischen Kreis Nordfriesland wird vom Tourismus dominiert, was nicht wundert, lockt die Insel doch mit beliebten Orten wie Sankt Peter-Ording, Garding und Tönning. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören Eiderstedts unumstrittenes Wahrzeichen, der Leuchtturm Westerheversand, sowie das Katinger Watt, die Seehundsbänke im Wattenmeer und das Eidersperrwerk.

Fehmarn
Mit 185 km² Deutschlands drittgrößte Insel wird auch Stadt Fehmarn genannt. Sie besitzt eine Küstenlinie von 78 Kilometern und breitet sich zwischen der Kieler und der Mecklenburger Bucht in der Ostsee aus. In Fehmarns Staberhuk liegt Schleswig-Holsteins östlichster und in Marienleuchte der nordöstlichste Punkt. Die Insel begeistert mit ihren verschiedenen Küstenlandschaften und den weißen Sandstränden bei Burgtiefe und dem Wulfener Hals.

Flensburg
Flensburg ist für die deutschen Autofahrer das Synonym für das Kraftfahrt-Bundesamt, denn in Flensburg regiert das Flensburger Punktsystem, und hier ruhen die Sünderkarteien aller deutschen KFz.-Sünder. Doch die hübsche Stadt im Winkel der Flensburger Förde, einer Ausbuchtung der Ostsee, hat mehr zu bieten, als nur die deutschlandweiten „Punkte“ der Verkehrssünder zu führen. Und damit ist auch nicht Beate Uhse gemeint, die in Flensburg im Jahre 1962 den ersten Sex-Shop der Welt eröffnet hat. Flensburg ist eine Stadt voller wundervoller Bauwerke, wie etwa den hübschen alten Kapitäns- und Kaufmannshöfen, den historischen Märkten sowie den Plätzen, die mit ihren Cafés und Galerien zum Treffpunkt der Stadtbevölkerung geworden sind. Die Stadt ist umgeben von herrlichen Stränden und einer wunderbar weiten Landschaft. Flensburg ist - nach Kiel und Lübeck - die drittgrößte Stadt Schleswig-Holsteins und nach Westerland (Sylt) und Glücksburg die deutsche Stadt, die am nördlichsten gelegen ist.
Eine ausführliche Darstellung der Stadt finden Sie bei goruma hier >>> 

Helgoland
Die in der Deutschen Bucht gelegene Insel Helgoland ist die deutsche Insel, die sich am weitesten vom Festland entfernt befindet. Die 1.300 Seelen-Insel setzt sich aus der etwa 1 km² großen Hauptinsel und der ungefähr 0,7 km² großen Düne zusammen. Sie befindet sich etwa 70 Kilometer südwestlich der Sylter Südspitze und stellt v.a. ein mit Hotels, Pensionen und Privatquartieren gesegnetes sowie staatlich anerkanntes Seeheilbad dar. Die Insel ist aber auch wegen ihrer preiswerten Einkaufsmöglichkeiten bekannt, denn auf ihr wird keine Mehrwertsteuer erhoben. Zudem sind die Benzinpreise sehr niedrig. Der Tourismus führt aber auch auf die Düne, welche man von der Hauptinsel aus erreicht und wo man sich den Touristenscharen etwas entziehen und fast allein – nur mit einigen gar nicht scheuen Robben – baden kann.

Kiel
Kiel erstreckt sich im Norden Deutschlands entlang der Ostsee in der nach ihr genannten Kieler Bucht bzw. Kieler Förde. Die Stadt befindet sich etwa 90 Kilometer nördlich von Hamburg an der Autobahn A7, der längsten Deutschlands. Geprägt durch das Meer, liegen auch Kiels Anfänge als städtische Siedlung auf der Halbinsel zwischen dem Kleinen Kiel und der Förde. Die im Krieg stark zerstörte Stadt wurde nicht unbedingt detailgetreu wieder aufgebaut. Auf die Wiederherstellung historischer Bauten hatte man fast vollständig verzichtet und eine Rekonstruktion der früheren Stadtstruktur schlug fehl. Man restaurierte die Stadt weniger aufwändig, als man es in anderen Städten Schleswig-Holsteins wie etwa in Lübeck, Flensburg oder Schleswig tat. Schwere Eingriffe wurden in das historische Straßennetz vorgenommen. Mehrere unschöne Kauf-, Park- und Bürobauten entstanden und „erstrahlen“ in der wenig anheimendeln Architektur der 1950er bis 1970er Jahre. Kiel ist daher nicht architektonisch, sondern vor allem wegen der Segelereignisse berühmt, zu denen natürlich an erster Stelle die Kieler Woche gehört, eine der größten Segelfestivitäten der Welt.
Eine ausführliche Darstellung der Stadt finden Sie bei goruma hier >>>

Künstlermuseum Heikendorf
In dem restaurierten früheren Haus des Künstlers Heinrich Blunck (1891-1963) sowie dem anheimelnden Garten werden als Dauerausstellung Werke der früheren Heikendorfer Künstlerkolonie ausgestellt. Zusätzlich kann man dort jährlich vier bis fünf Wechselausstellungen besuchen.

Lübeck
Die Freie und Hansestadt Lübeck ist nach Kiel die zweitgrößte Stadt Schleswig-Holsteins. Viele verbinden mit der Stadt vermutlich das weltbekannte Lübecker Marzipan, welches heute hauptsächlich von drei großen Produzenten hergestellt wird. Die Hansestadt hat durch ihre Lage am Meer viel zu bieten. Der schöne mittelalterliche Stadtkern wurde bereits 1987 als erste komplette Altstadt Nordeuropas ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Dabei fasziniert die Innen- bzw. Altstadt nicht zuletzt dadurch, dass sie - wie eine Insel - vollständig von Wasser umgeben ist. Einen großen Bekanntheitsgrad erlangte Lübeck durch das Buch "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann von 1901, welches den Verfall einer Lübecker Kaufmannsfamilie schildert. Doch auch außerhalb des historischen Altstadtkerns ist in Lübeck vieles sehenswert. So lädt beispielsweise das zu Lübeck gehörende Seebad Travemünde zum Baden, Sonnen und Erholen ein. Wer mehr Unterhaltung will, dem empfiehlt sich ein Besuch im Erlebnispark Hansapark in Sierksdorf an der Lübecker Bucht.
Eine ausführliche Darstellung der Stadt finden Sie bei goruma hier >>>

Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
Dieser mit 4.410 km² größte Nationalpark Deutschlands (und seit 1990 gemeinsam mit den nordfriesischen Halligen ein UNESCO-Biosphärenreservat) wurde im Jahre 1985 ertabliert und 1999 erheblich erweitert. Er bildet zusammen mit dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, dem Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer sowie dem Teil der Elbmündung, der nicht dem Naturschutz unterliegt, den deutschen Teil des Wattenmeers. Der Park lockt mit weiten Wattengebieten, Sandbänken, Halligen sowie Geestkern- und Marscheninseln. 

Naturpark Aukrug
In der Mitte Schleswig-Holsteins breitet sich auf 380 km² der Naturpark Aukrug aus, der sich aus vielerlei Landschaften (bspw. Wald, Heide, Moränen u.a.) zusammensetzt. Er bietet ein gut ausgebautes Wander, Fahrrad- und Reitwegenetz an und lockt mit Sehenswürdigkeiten wie etwa dem Naturschutzgebiet Reher Kratt, dem Peissener Loch oder dem Erholungswald am Boxberg.

Naturpark Lauenburgische Seen
1961 wurde dieser mehr als 470 km² große Naturpark gegründet, welcher auch Schleswig-Holsteins drittgrößte Naturpark ist. Er begeistert mit weitläufigen Waldgebieten, diversen Seen und dem Naturparkweg, welcher quer durch die Landschaft verläuft. 

Naturpark Westensee
In der Moränenlandschaft des Ostholsteinischen Hügellandes gelegen, breitet sich der ungefähr 250 km² große Naturpark aus, der landschaftlich von Mooren, Tälern, Hügeln, Wäldern und Äckern charakterisiert wird. Weiterhin zu sehen sind majestätische Kliffe, Sandbänke und Kiesrücken.

Plön
Die Kreisstadt Plön mit ihren rund 13.000 Einwohnern liegt rund 40 km von Kiel entfernt und imponiert durch ihr im 17. Jahrhundert erbautes wunderschönes Schloss und dem größten Binnensee Schleswig Holsteins, den Plöner See. Aber auch die Innenstadt Plöns lädt zum Flanieren und Einkehren ein.

Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum (Freilichtmuseum Molfsee)
In der Nähe Kiels liegt das größte Freilichtmuseum Norddeutschlands. Zu erleben sind 70 restaurierte historische Gebäude, dazu Windmühlen sowie eine Wassermühle. Eingebettet ist die ganze Anlage zwischen wundervollen Wiesen, Teichanlagen und Gärten. Wer es bequem mag, kann die Museumsbahn benutzen, einen Traktor mit einem Wägelchen dran.

Sylt
Die größte der Nordfriesischen Inseln gehört ebenfalls zu Schleswig-Holstein. Sie breitet sich vor der Nordseeküste des Bundeslandes aus und lockt viele Touristen v.a. mit ihren bekannten Kurorten Westerland, Wenningstedt und Kampen an. Weiterhin bietet die Insel, die durch den Hindenburgdamm mit dem Festland verbunden ist, einen 40 km langen Weststrand. 

 

Geografie

Allgemeines
Das insgesamt 15.799,38 km² große Bundesland Schleswig-Holstein ist das nördlichste Land der Bundesrepublik Deutschland. Es grenzt an die beiden Küstengewässer Nord- und Ostsee sowie an die anderen deutschen Länder Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Weiterhin teilt das Bundesland eine gemeinsame Grenze mit Dänemark. Das Land, das aus geografischer Sicht den südlichen Abschluss der Halbinsel Jütland darstellt, besitzt eine Küstenlinie, die 3,2 % der gesamten europäischen Küstenlinie ausmacht. Historisch setzt es sich aus den Landesteilen Schleswig und Holstein zusammen sowie aus Lübeck und dem (früheren) Herzogtum Lauenburg. Die beiden Flüsse Eider und Levensau markieren die natürliche Grenze zwischen den Landesteilen Schleswig und Holstein. Der geografische Mittelpunkt des Bundeslandes liegt in der kleinen Stadt Nortorf.
Die Landschaft von Schleswig-Holstein lässt sich von westliche in östliche Richtung in die Marsch unterteilen, die hohe und niedere Geest sowie das Schleswig-Holsteinische Hügelland, das man auch als Östliches Hügelland kennt. Weiter im Osten breitet sich die Insel Fehmarn aus, welche auch zu Schleswig-Holstein gehört. Die Westküste des Landes, dessen längster Fluss die Eider und dessen höchste Erhebung der 168 Meter hohe Bungsberg ist, wird durch das Wattenmeer bestimmt. In Nordfriesland sind neben den Nordfriesischen Inseln weiterhin diverse Halligen vorgelagert sind, also kleine, nicht eingedeichte Inseln. Die sicherlich bekannteste Insel, die zur Landschaft der Inseln und Halligen gehört, ist Helgoland. Im Süden Nordfrieslands befinden sich die Landschaft Dithmarschen sowie die Elbmarschen. Die Ostküste des Landes ist sehr fruchtbar und gliedert sich aufgrund der Förden und Buchten in die (recht hügeligen) Halbinseln Angeln, Dänischer Wohld, Schwansen und Wagrien. Zu Schleswig-Holstein gehört mit dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer der größte Nationalpark von Mitteleuropa. Der teilweise auch als Biosphärenreservat ausgewiesene Park ist aber nur ein Bestandteil eines Landschaftsschutzgebietes, das eine Fläche von 2.000 km² ausfüllt.

Mittelgebirge, Berge und Erhebungen
In Schleswig-Holstein gibt es keine Mittelgebirge und keine nennenswerten Erhebungen. Aus Gründen der Vollständigkeit seien im Folgenden aber die zehn höchsten Erhebungen des Bundeslandes namentlich und mit ihrer Höhe aufgeführt:

Bungsberg (168 m)
Strezerberg (130 m)
Pilsberg (128 m)
Voßberg (128 m)
Sternberg (118 m)
Scheelsberg (106 m)
Kleiner Hahnheider Berg (100 m)
Weiberberg (100 m)
Großer Hahnheider Berg (99 m)
Aschberg (98 m)

Flüsse und Kanäle
Die beiden wichtigsten Flüsse im Bundesland Schleswig-Holstein sind die Eider und die Elbe. Die Eider ist mit ihren 188 Kilometern der längste Fluss Schleswig-Holsteins ist, der in seiner Gänze innerhalb des Landes bleibt. Die Elbe hingegen weist eine Gesamtlänge von 1.091 m (mit Moldau gerechnet sogar 1.252 m) auf und ist Europas vierzehntlängster (mit Moldau dreizehntlängster) Fluss bzw. Strom. Sie mündet im Bundesland Schleswig-Holstein in die Nordsee.
Zu den bedeutendsten Kanälen des Landes gehören der Alster-Beste-Kanal, der Breitenburger Kanal, der Dükerkanal, der Eiderkanal, der Elbe-Lübeck-Kanal, der Gieselau-Kanal, der Nord-Ostsee-Kanal, der Schaalsee-Kanal sowie der Stecknitzkanal.

Seen und Küstengewässer
Die zehn flächenmäßig größten Seen von Schleswig-Holstein sind:

Großer Plöner See, 30 km² und südlich von Plön gelegen
Selenter See, 22,4 km² groß und nördlich von Selent gelegen
Ratzeburger See, 13 km², liegt südöstlich von Lübeck
Wittensee, 09,9 km², liegt nordöstlich von Rendsburg
Westensee, 06,8 km², liegt westlich von Kiel
Kellersee, 05,6 km², liegt nördlich von Eutin
Großer Binnensee, 04,8 km², nordöstlich von Lütjenburg gelegen
Hemmelsdorfer See, 04,6 km², nördlich von Lübeck gelegen
Windebyer Noor, 03,9 km², liegt westlich von Eckernförde
Dieksee, 03,86 km², westlich von Malente gelegen

Schleswig-Holstein verfügt mit der Ost- und der Nordsee gleich über zwei Küstengewässer:
Die Nordsee, ein durchschnittlich 94 Meter tiefes Randmeer des (nordöstlichen) Atlantischen Ozeans, breitet sich im Nordwesten Europas aus. Das etwa 575.000 km² große Meer, das als wichtigster Handelsweg zwischen Europa und den Weltmärkten fungiert, wird begrenzt von Großbritannien, Norwegen, Dänemark, den Niederlanden, Belgien und Frankreich sowie natürlich Deutschland.
Das zweite Küstengewässer, an das Schleswig-Holstein grenzt, ist die auch als Baltisches Meer bezeichnete Ostsee, die mit 413.000 km² Größe deutlich kleiner als die Nordsee ist, aber als größtes Brackwassermeer der Erde gilt, wobei der Begriff „Brackwasser“ ein Gemisch aus Fluss- und Meerwasser bzw. Süß- und Salzwasser meint. 

 

Politische Gliederung

Landkreise

Landkreis

Kreisstadt

Kfz.-Kennz.

Landkreis Kreisstadt

Kfz.-Kennz.

Dithmarschen Heide

HEI 

Rendsburg-Eckernförde Rendsburg

RD 

Herzogtum Lauenburg Ratzeburg

RZ 

Schleswig-Flensburg Schleswig

SL 

Nordfriesland Husum

NF 

Segeberg Bad Segeberg

SE

Ostholstein Eutin

OH 

Steineburg Itzehoe

IZ 

Pinneberg Pinneberg

PI

Stormann Bad Oldesloe

OD

Plön Plön

PLÖ

   

 

Kreisfreie Städte
Flensburg
mit rund 88.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen: FL
Kiel mit rund 237.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen: KI
Lübeck
mit rund 212.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen: HL
Neumünster
mit rund 80.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen: NMS

Die größten und/oder bedeutendsten Städte von Schleswig-Holstein
Im Folgenden werden die größten und/oder bedeutendsten Städte von Schleswig-Holstein namentlich sowie mit ihrer Einwohnerzahl sowie ihrem Kfz.-Kennzeichen dargestellt. Einige dieser Städte werden bei goruma ausgiebig vorgestellt - einfach die blau geschriebenen Namen anklicken:

Kiel Landeshauptstadt, mit rund 237.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen KI
Lübeck mit rund 212.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen HL
Flensburg mit rund 88.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen FL
Neumünster mit rund 80.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen: NMS
Norderstedt
mit 72.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Elmshorn mit 48.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Pinneberg mit 42.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Itzehoe mit 33.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Wedel mit 32.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Ahrensburg mit 31.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Geesthacht mit 29.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Rendsburg mit 28.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Bad Oldesloe mit 24.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Schleswig mit 24.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Husum mit 22.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Heide mit 21.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:
Quickborn mit 20.000 Einwohnern und dem Kfz.-Kennzeichen:

 

Landeshymne

Die offizielle Landeshymne von Schleswig-Holstein ist das das Schleswig-Holstein-Lied bzw. Schleswig-Holstein, Meerumschlungen. Eigentlich lautet der Titel Wanke nicht, mein Vaterland, doch ist dieser kaum bekannt. Die Melodie der Hymne, welche 1844 beim Schleswiger Sängerfest vorgestellt worden war, geht auf Carl Gottlieb Bellmann (1772-1862) zurück, der seinerzeit Kantor des St.-Johannis-Klosters vor Schleswig war. Der Text der Landeshymne stammt vom schleswiger Advokaten Matthäus Friedrich Chemnitz (1815-1870), der einen eigentlich vom Berliner Rechtsanwalt Karl Friedrich Straß (1803–1864) geschriebenen Text beinahe vollkommen umgeschrieben und darin den Wunsch nach einem unabhängigen und vereinten deutschen Schleswig-Holstein ausgedrückt hat. Die erste Strophe dieser Hymne ist immer um Mitternacht im Radio Schleswig-Holstein zu hören.

Im Folgenden ist der Text der Hymne dargestellt:

Schleswig-Holstein, meerumschlungen,
deutscher Sitte hohe Wacht,
wahre treu, was schwer errungen,
bis ein schönrer Morgen tagt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland

Ob auch wild die Brandung tose,
Flut auf Flut, von Bai zu Bai:
O, lass blühn in deinem Schoße
deutsche Tugend, deutsche Treu.
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!

Doch wenn inn’re Stürme wüten,
drohend sich der Nord erhebt,
schütze Gott die holden Blüten,
die ein mildrer Süd belebt!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!

Gott ist stark auch in den Schwachen,
wenn sie gläubig ihm vertrau’n;
zage nimmer, und dein Nachen
wird trotz Sturm den Hafen schau’n!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
harre aus, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
harre aus, mein Vaterland!

Von der Woge, die sich bäumet
längs dem Belt am Ostseestrand,
bis zur Flut die ruhlos schäumet
an der Düne flücht’gem Sand. –
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
stehe fest, mein Vaterland!

Und wo an des Landes Marken
sinnend blinkt die Königsau,
und wo rauschend stolze Barken
elbwärts ziehn zum Holstengau. –
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
bleibe treu, mein Vaterland!

Teures Land, du Doppeleiche,
unter einer Krone Dach,
stehe fest und nimmer weiche,
wie der Feind auch dräuen mag!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland!
Schleswig-Holstein, stammverwandt,
wanke nicht, mein Vaterland!

 

Geschichte Schleswig Holsteins

Bis 1945
Auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Schleswig-Holstein, auf dem sich schon seit der Eiszeit erste Besiedelungen nachweisen ließen, hatten sich bis zum frühen Mittelalter verschiedene Völker- und Sprachgruppen entwickelt (Jüten, Dänen, Friesen, Sachsen und Slawen). Nachdem im Zusammenhang mit den Sachsenkriegen der südliche Teil des Gebiets unter den Einfluss des Frankenreichs geraten war, kam es zwischen 768 und 811 zu mehreren Konfrontationen zwischen (dem späteren fränkischen Kaiser) Karl dem Großen und den heidnischen Nordgermanen, die mit einem Friedensvertrag endeten, in welchem die Grenze (Eidergrenze) zwischen Karolinger- und Dänenreich festgeschrieben wurde. Diese Grenze sollte noch bis 1806 (bzw. 1864) die Trennungslinie zwischen Schleswig und Holstein darstellen. Nach einigen Gebietskonflikten um Holstein und Schleswig erhielten die (Holsteiner) Schauenburger Grafen Schleswig als dänisches Lehen und konnten mithin 1386 beide Gebiete ein erstes Mal vereinen. Trotz vieler komplizierter Erbteilungen gelang es den Schauenburgern eine schleswig-holsteinische Herrschaft zu errichten und so Schleswig-Holstein bis zum Spätmittelalter zu einem faktisch zusammenhängenden Gebiet zu machen. Im Jahre 1460 hatte die schleswig-holsteinische Ritterschaft den dänischen König Christian I. zum Landesherrn gewählt, eine Verbindung, die als Personalunion bis 1864 Bestand haben sollte. Zu beachten ist aber, dass Schleswig zwar ein königlich-dänisches Lehen war, Holstein hingegen zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte.
Im 19. Jahrhundert war Holstein, das seit 1815 zum Deutschen Bund gehörte, ein vom dänischen König regiertes Gebiet. Das Herzogtum Schleswig hingegen wurde im Zusammenhang mit einem aufkeimenden Nationalismus von Deutschen und Dänen beansprucht. Es war in einen dänischgesinnten Norden und einen deutschgesinnten Süden gespalten. Der Konflikt kulminierte im Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848-1851), der jedoch letztlich ergebnislos blieb. Als Dänemark die Friedensbestimmungen von 1851 brach, kam es zum Deutsch-Dänischen Krieg, den Preußen und Österreich im April 1864 siegreich beenden konnten. Schleswig und Holstein kamen vorerst unter preußische und österreichische Verwaltung und nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1867 gemeinsam als Provinz zu Preußen. Obwohl sich Bismarck für die Gründung des Deutschen Kaiserreiches der Schleswig-Holsteinischen Frage angenommen hatte, konnte der Status des Territoriums erst 1920 im Zuge einer Volksabstimmung entschieden werden. In deren Folge kam es zwar zum Verlust einiger überwiegend deutschgesinnter Städte und Landesteile, aber auch zur Angliederung des mittleren Stimmbezirks mit Flensburg an das Deutsche Reich. 

Nach 1945
Schleswig-Holstein, eine frühe Hochburg der Nationalsozialisten, gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zur britischen Besatzungszone und wurde rasch zum Hauptansiedlungsgebiet für Vertriebene, was die Bevölkerungszahl natürlich in die Höhe schnellen ließ. Das auch nach 1945 noch formell als preußische Provinz und erst ab 23. August 1946 als selbständiges Land bestehende Schleswig-Holstein erhielt mit dem Christdemokrat Theodor Steltzer seinen ersten Oberpräsidenten, der später auch erster Ministerpräsident des Landes werden konnte. Kiel wurde Landeshauptstadt. Der am 20. April 1947 gewählte Landtag verabschiedete 1949 eine Satzung, die Schleswig-Holstein zum Land der Bundesrepublik Deutschland machte.
Die am 29. März 1955 unterzeichneten Bonn-Kopenhagener Erklärungen, in denen das Recht jedes Bürgers auf Bekenntnis zu einer Volksgruppe verbrieft wurde, gilt bis heute als Vorbild einvernehmlicher Lösungen in Minderheitenfragen.
Das Bundesland Schleswig-Holstein, in dem Ende der 1970er und Anfang der 1980er einige der heftigsten Proteste gegen Atomkraftwerke in Deutschland stattfanden (Stichwort AKW Brokdorf), erlebte 1987 und 1988 mit der Barschel-Pfeiffer-Affäre den größten Skandal der Nachkriegsgeschichte. Im Mittelpunkt dieses Skandals steht der damalige CDU-Ministerpräsident Uwe Barschel. Dieser hatte sich für den von der CDU extrem hart geführten Landtagswahlkampf vom Springer Verlag den Journalisten Reiner Pfeiffer vermitteln lassen, der in den Folgemonaten mehrere aggressive Aktivitäten gegen politische Gegner der CDU ausführte. Diese richteten sich vor allem gegen den SPD-Spitzenkandidat Björn Engholm. Als diese Umtriebe vom Spiegel aufgedeckt wurden und Uwe Barschel von Pfeiffer der Anstiftung beschuldigt wurde, wies Barschel am 18. September 1987 alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe öffentlich zurück. Nach verstärkten Zweifeln an dieser Aussage und weiteren Veröffentlichungen des Spiegels trat Barschel schließlich am 2. Oktober 1987 als Ministerpräsident zurück. Am 11. Oktober desselben Jahres wurde er im Genfer Hotel Beau-Rivage tot in seiner Badewanne aufgefunden. Er war an einer Medikamentenvergiftung gestorben. Die Umstände seines Todes sind bis heute noch nicht vollständig geklärt worden.
Die Barschel-Pfeiffer-Affäre zog im Jahre 1993 die so genannte Schubladenaffäre nach sich, welche zum Rücktritt u.a. des damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten und SPD-Vorsitzenden Björn Engholm führte. Er wurde in seinem Amt von Heide Simonis abgelöst, der bislang einzigen Frau an der Regierungssppitze eines deutschen Bundeslandes. Die Schubladenaffäre wurde dadurch ausgelöst, dass der damalige schleswig-holsteinische Sozialminister Günther Jansen (SPD) gestanden hat, dem in die Barschel-Affäre verwickelten Reiner Pfeiffer insgesamt ca. 50.000 DM geschenkt zu haben. Die CDU sah hinter den Geldzahlungen andere Motive. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss („Schubladen-Ausschuss“) konnte zwar die Zweifel an Jansens Darstellung nicht ausräumen, arbeitete aber heraus, dass die SPD Schleswig-Holsteins einschließlich Björn Engholm bereits weit vor der Landtagswahl 1987 von der Bespitzelung Engholms durch Pfeiffer gewusst hatte, was indes vor dem Ausschuss zur Untersuchung der Barschel-Affäre vehement bestritten worden war und somit den Tatbestand des Meineides erfüllte. Engholm trat darauf am 3. Mai 1993 als Ministerpräsident und SPD-Kanzlerkandidat zurück. 

Die Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins:

Theodor Steltzer (1946-1947)
Hermann Lüdemann von der SPD (1947-1949)
Bruno Diekmann von der SPD (1949-1950)
Walter Bartram von der CDU (1950-1951)
Friedrich-Wilhelm Lübke von der CDU (1951-1954)
Kai-Uwe von Hassel von der CDU (1954-1963)
Helmut Lemke von der CDU (1963-1971)
Gerhard Stoltenberg von der CDU (1971-1982)
Uwe Barschel von der CDU (1982-1987)
Henning Schwarz von der CDU (1987)
Björn Engholm von der SPD (1988-1993)
Heide Simonis von der SPD (1993-2005)
Peter Harry Carstensen von der CDU (2005-2012)
Torsten Albig von der SPD (seit dem 12. Juni 2012 - amtierend)

 

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes finden Sie bei goruma unter Schleswig-Holstein.






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