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Freistaat Thüringen

Allgemeines, tabellarische Übersicht

Erfurt: Thüringische Staatskanzlei © goruma (Dominik Jesse)

Landeshauptstadt Erfurt © goruma (Dominik Jesse)

„Thüringen, holdes Land, wo meine Wiege stand, Frühling ist überall, Freude und Lust“, so heißt es in den ersten beiden Versen der Hymne des Freistaates Thüringen. Das im Zentrum Deutschlands gelegene Bundesland ist ein Binnenstaat; er grenzt weder an das Ausland noch an ein Meer, sondern wird von den Ländern Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt eingerahmt. Es gibt gleich mehrere Orte im thüringischen Nordwesten, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, der genaue Mittelpunkt von Deutschland zu sein. Wie dem auch sei, sicher ist, dass das zentral gelegene Bundesland mit seiner prächtigen Hauptstadt Erfurt über ausgedehnten Waldgebiete verfügt und daher auch gerne als das „grüne Herz Deutschlands“ bezeichnet wird. Thüringen, das zu den neuen Bundesländern und (neben Bayern und Sachsen) zu den drei Freistaaten gehört, wurde im Zuge der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 v.a. aus den drei DDR-Bezirken Erfurt, Gera und Suhl etabliert und gehört zu den wirtschaftlich stärkeren neuen Bundesländern.
Und Thüringen hat Geschichte geschrieben. Hier haben nicht „nur“ die großen der Musik und der Literatur wie Bach, Goethe, Schiller und Wieland gewirkt, sondern hier lebte auch Martin Luther, der durch den Weitblick Friedrichs des Weisen auf der Eisenacher Wartburg untergebracht worden war, wo er die Bibel ins Deutsche übersetzte. Die Internetpräsenz Thüringens erinnert nicht zu unrecht daran, dass jeder Quadratkilometer des Freistaates Geschichte ist. Unendlich scheint die Liste der Denkmäler, Kirchen, Schlösser, Burgen und Museen, welche die gesamte Fläche Thüringens auszufüllen scheinen. Wertvolle Beispiele sind das Kyffhäuserdenkmal, das Gothaer Schloss Friedenstein, der Erfurter Dom, das Schloss Heidecksburg in Rudolstadt, die Universität zu Jena und natürlich bereits erwähnte Wartburg. Und wen das alles immer noch nicht zu bewegen vermag, der sei daran erinnert, dass mit Heinrich Schütz der bedeutendste deutsche Komponist des 17. Jahrhunderts bei Gera zur Welt gekommen ist. Friedrich Fröbel, der als Begründer des Kindergartens gilt, Max Weber, der wohl erste richtige Soziologie, der Literat Theodor Storm sowie Alfred Brehm, der Vater der Tiere, sind ebenfals alles Thüringer von Weltrang.

Exakter Name Freistaat Thüringen
Angrenzende Bundesländer Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen Anhalt 
Bundesland seit 3. Oktober 1990
Erster Ministerpräsident Josef Duchač (CDU) von 1990 bis 1992
Landesflagge  Thueringen_Landesflagge
Landeswappen  Thueringen_Landeswappen
Landeshymne

Thüringen, holdes Land:
"Thüringen, holdes Land, wo meine Wiege stand, "
Rennsteiglied (heimliche Hymne):
"Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land..."

Bedeutende Persönlichkeit Elisabeth von Thüringen (1207-1231)
Sitzverteilung im Landtag
(Wahl vom 14. Sep. 2014)
CDU: 33,5% (34 Sitze)
Die Linke: 28,2% (28 Sitze)
SPD: 12,4% (12 Sitze)
AfD: 10,6% (11 Sitze)
Bündnis90/Die Grünen: 5,7% (6 Sitze)
Ministerpräsident  ??
Regierungsparteien ???
Opposition ????
Anzahl der Stimmen im Bundesrat 4
Einwohnerzahl ca. 2,3 Mio.
Ethnien Deutsche (Thüringer)
Daneben ca. 50.000 nicht im Land geborene Einwohner. Diese kommen v.a. aus den ehemaligen GUS-Staaten, aus Vietnam und dem Baltikum.
Religionen ohne Religion (ca. 60%) 
Protestanten (ca. 25%)
Katholiken (ca. 10%)
Christliche Freikirchler, Muslime und Juden (ca. 5%)
Sprachen Deutsch (mit v.a. thüringischem Dialekt)
Daneben v.a. Türkisch und Italienisch
Landes-Hauptstadt Erfurt mit rund 203.000 Einwohnern
Fläche 16.172 km²
Höchster Berg Großer Beerberg (983 m)
Flüsse Saale (413 km; davon 196,3 km in Thüringen)
Werra (292 km; davon 187 km in Thüringen)
Unstrut (192 km; davon 134,6 km in Thüringen) u.a.
 Größter See Bleilochtalsperre (920 Hektar)
Kfz.-Zeichen von Erfurt EF
Webseite des Landes www.thueringen.de

Wichtige bzw. interessante Städte

Natürlich spielt sich das umfangreichste kulturelle Leben des Freistaates Thüringen zum einen in der Landeshauptstadt Erfurt ab sowie in Weimar, der Europäischen Kulturhauptstadt 1999. Genannt werden müssen auch Jena, das universitäre und wirtschaftliche Zentrum des Bundeslandes sowie die touristischen Magnete Eisenach, die Stadt der Wartburg, und Gotha, das mit seinem wundervollen Schloss Friedensstein lockt. 

Oberhof
Obwohl Oberhof nur rund 12.600 Einwohner hat, spielt der am Kamm des Thüringer Waldes in 800 m Höhe gelegene Ort eine überragende Rolle im Skisport. Auch seine Nähe zum Kamm-Wanderweg "Rennsteig" macht den Ort zu einem Anziehungspunkt für Toristen

Ausflugsziele

Burg Bodenstein
Diese mittelalterliche Burg ist die wohl am besten erhaltene Burg des Eichsfelds. In ihr ist heutzutage eine Familienerholungs- sowie eine Begegnungsstätte der evangelischen Kirche untergebracht. Die Burg, vor der sich in einem Tal das Dorf Wintzingerode ausbreitet, bietet aber auch kulturelle Ereignisse wie Kabarett, Konzerte und Gesprächsabende an.

Burg Posterstein
Diese auf einem Felsvorsprung gelegene kleine Burg im Landkreis Altenburger Land entstand im späten 12. Jahrhundert als Ministerialenburg. Sie war in der Renaissancezeit überbaut worden. Besucher können nicht nur das Außenterrain frei besichtigen, sondern auch die Innenräumlichkeiten des imposanten Ensembles. 

Burg Ranis
Auf einem Höhenzug nahe der Stadt Ranis liegt dieses Burgensemble, das auf das 12. Jahrhundert zurückgeht und aus einer kleinen Hauptburg, einem Bergfried sowie zwei Vorburgen besteht. Innerhalb der Burg befindet sich das Heimatmuseum, das historisches Material über die Burg und ihre Umgebung beinhaltet.

Die Drei Gleichen
Bei den Drei Gleichen handelt es sich um ein mittelalterliches Burgensemble, das sich aus der Mühlburg (bei Mühlberg), der Burg Gleichen (bei Wandersleben) und der Veste Wachsenburg (bei Holzhausen) zusammensetzt. Die zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert errichteten Burgen haben eigentlich nichts miteinander gemein, nur die Sage berichtet von einem Blitzeinschlag im Jahre 1231, der alle drei Burgen gleichermaßen wie Fackeln lodern ließ. Im Gegensatz zu den Ruinen von Mühlburg und Burg Gleichen wird die Wachsenburg heutzutage als Hotel und Restaurant weiterverwendet. 

Feengrotten
Hierbei handelt es sich um ein Bergwerk im thüringischen Saalfeld, am Rande des Thüringer Schiefergebirges. Die Höhlen enthalten eine natürlich entstandene Tropfsteingruppe und sollen schon von Richard Wagner oft besucht worden sein. Die Tropfsteinfiguren wurden zu Ehren des Komponisten Gralsburg genannt.

Gedenkstätte Konzentrationslager Buchenwald
Das KZ Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Es wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. Es war zwar kein Vernichtungslager wie Auschwitz, dennoch wurden viele der Häftlinge umgebracht oder starben an den unmenschlichen Bedingungen, die im Lager herrschten. Es wird geschätzt, dass etwa 56.000 Menschen in Buchenwald ums Leben kamen. Nach der Befreiung 1945 wurde das Gelände von der sowjetischen Besatzungsmacht für ein Internierungslager genutzt. Heute ist es eine nationale Gedenkstätte.

Großer Inselsberg
Der 916,5 Meter hohe, gerne besuchte Große Inselsberg gehört zum Thüringer Wald und zugleich zu den höchsten Bergen Thüringens. Ein wundervolles Erlebnis ist es, zwischen April und Oktober mit dem Inselsberg-Express auf den „Gipfel“ zu fahren oder sich einfach über die 1.000 Meter lange Sommerrodelbahn ins Tal gleiten zu lassen. Weiterhin bietet der Berg eine Jugendherberge, zwei Berggasthöfe sowie mehrere Aussichtspunkte.

Hoher Schwarm
Eine weitere thüringische Burgruine liegt in der Stadt Saalfeld und besteht leider nur noch aus der Fassade am Ostrand der Altstadt. Doch muss hervorgehoben werden, dass diese Fassade äußerst imposant ist und noch immer einen guten Eindruck davon vermittelt, wie gewaltig die einstige Turmburg gewesen sein muss. Der Hohe Schwarm wird übrigens heutzutage als Naturbühne genutzt.

Ilmenauer Teichgebiet
Das Teichgebiet von Ilmenau setzt sich aus sechs Teichen zusammen und gehört mit seinen 100 Hektar zu den größten natürlichen Feuchtgebieten des Freistaates. Die Teiche, die seit Jahrhunderten der Fischzucht (v.a. Karpfen) dienen, fungieren insbesondere als Erholungsgebiet mit Bootsverleih und Jugendherberge.

Jagdschloss Fröhliche Wiederkunft
Das in Wolfersdorf gelegene Jagdschloss entstand zwischen 1547 und 1551. Es wurde durch Johann Friedrich den Großmütigen erbaut, der indes noch während der Bauzeit wegen des verlorenen Schmalkaldischen Krieges in Gefangenschaft geraten war und erst später auf dem schönen Renaissance-Schloss seine Familie wiedersehen konnte. Der Schlossname erinnert an dieses freudige Ereignis.

Kyffhäuser: Blick vom Kyffhäuser Denkmal

Blick vom Kyffhäuser Denkmal © goruma (T.Asthalter)

Kyffhäuser
Der wohl berühmteste Bergrücken Deutschlands erhebt sich zwischen Unterharz und Goldener Aue nahe der Grenze zu Sachsen-Anhalt.
Der ungefähr 19 km lange und 7 km breite Kyffhäuser hat seine höchste Erhebung im 477 Meter hohen Kulpenberg, auf dem sich ein Richtfunkturm sowie ein Fernsehfüllsender befinden.
Um den Kyffhäuser rankt sich die Sage um den Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ (= Rotbart), der im Inneren des Berges im Kreise seiner Gefolgsleute so lange schlafen soll, bis er eines Tages wieder erwachen und das Reich zu neuem Ruhme führen werde.
In einer Höhle innerhalb des Berges soll der Kaiser zu sehen sein, auf einer Bank sitzend und schlafend, während sein roter Bart durch den steinernen Tisch gewachsen sei.

Kyffhäuser: Kyffhaeuserdenkmal
Kyffhäuser: Barbarossadenkmal © goruma (T.Asthalter)

Kyffhäuserdenkmal
Das auch Barbarossa- oder Kaiser-Wilhelm-Denkmal genannte Kyffhäuserdenkmal thront mit einer Höhe von 81 Metern auf dem Kyffhäuserberg.
Es wurde zwischen 1890 und 1896 für den ersten Kaiser des deutschen Reiches errichtet und stellt das größte erhaltene Kaiser-Wilhelm-Denkmal dar. Dargestellt wird der erwachende Friedrich I. „Barbarossa“, über dem sich ein 11 Meter hohes Reiterstandbild des modernen Kaisers erhebt.
Vom 57 Meter hohen Denkmalturm, der das Ensemble überragt, hat man nach Besteigen von insgesamt 247 Stufen einen herrlichen Blick über die Umgebung.

Leuchtenburg
Diese Burg in Seitenroda wird gerne als "Königin des Saaletals" bezeichnet. Sie thront auf einem 395 Meter hohen Bergkegel und diente in ihrer bewegten Vergangenheit u.a. als Gefängnis, als Hotel, als Jugendherberge und (heute wieder) als Museum.

Nationalpark Hainich
Thüringens einziger Nationalpark entstand 1997 mit dem Ziel, den einheimischen Buchenwald zu schützen. Er breitet sich auf einer Fläche von 76,1 km² aus, beinhaltet diverse Laubbaum- und Tierarten und will die Entstehung eines mitteleuropäischen Urwaldes forcieren. Ein touristisch wundervolles Erlebnis ist der 2005 etablierte Baumkronenpfad, der über 310 Meter nur wenig unterhalb der Baumspitzen verläuft.

Neues Jagdschloss Hummelshain
Das zwischen 1880 und 1885 bei Hummelshain erbaute Neorenaissance-Schloss war der letzte thüringische Schlossneubau. Das definitiv zu den prächtigsten Schlössern von Deutschland gehörende Bauwerk verfügt u.a. über einen fast 50 Meter hohen Turm, einen Arkadenrundgang sowie vier Ecktürme. Der prächtigste Raum des Jagdschlosses ist der Festsaal im Souterrain.

Osterburg
Auf einem Berg mitten in Weida erhebt sich die Osterburg mit ihrem 54 Meter hohen Bergfried, dem höchsten und ältesten der Bundesrepublik. Interessant ist auch die bis 1917 bewohnte Türmerstube.

Plothener Teiche
Dieses Teichgebiet im Saale-Orla-Kreis gehört zum Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale und hat seine Ursprünge bereits im Mittelalter gelegt. Die Teiche, deren größter der 28 Hektar große Hausteich ist, bilden heutzutage eine regionale Touristenattraktion. Insbesondere bei Anglern und Radwanderern sind sie sehr beliebt. Interessant ist aber auch das 300 Jahre alte Pfahlhaus im Hausteich. 

Rennsteig
Bereits im Mittelalter als Grenzweg zwischen Thüringen und Franken genutzt. Liegt auf dem Kamm des Thüringer Waldes und gilt heute als einer der schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Er beginnt in Hörschel an der Werra bei Eisenach und endet nach rund 170 km in Blankenstein an der Saale. Entdeckt wurde er für die Wanderbewegung von August Trinius. 

Schloss Altenstein
Das in Bad Liebenstein gelegene Schloss verfügt über einen 160 Hektar großen Park, der zu den größten Parkanlagen von Deutschland gehört.

Schloss Elisabethenburg
Das bis 1918 als barockes Residenzschloss der Herzöge von Sachsen-Meiningen fungierende Bauwerk liegt nahe der Altstadt von Meiningen und beheimatet heutzutage die Meininger Museen.

Schloss Heidecksburg
Das einstige Residenzschloss der Fürsten zu Schwarzburg-Rudolstadt liegt auf einer Höhe von ungefähr 60 Metern über dem Altstadtkern von Rudolstadt. Im prächtigen Schloss sind heute das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg sowie das Thüringer Staatsarchiv Rudolstadt untergebracht.

Schloss Sondershausen
Das etwa 800 Jahre alte Schlossensemble in Sondershausen besticht nicht nur durch die Pracht der Innenräume, sondern auch durch den großen Park, der es umgibt. Der Höhepunkt des Schlossmuseums dürfte wohl die Goldene Kutsche sein.

Schloss Tenneberg
Das 1176 erstmals erwähnte Schloss bei Waltershausen besticht durch Renaissance- und Barockelemente, den Festsaal sowie das Heimatmuseum im Innenraum, dessen hauptsächliche Bestandteile die Puppen aus der Region um Waltershausen bilden.

Schloss Wilhelmsburg
Dieses zu den bedeutendsten Renaissanceanlagen von Mitteldeutschland gehörende Bauwerk existiert fast noch im Originalzustand. Gleich in der Nähe steht die imposante Schlosskirche.

Schloss zu Altenburg
Das frühere Residenzschloss der Herzöge von Sachsen-Altenburg liegt im Zentrum der thüringischen Stadt Altenburg und begeistert u.v.a.m. durch prächtige Residenzräume, Festsäle, den Kirchensaal, das Prinzenpalais sowie die Schlosskirche aus dem 15. Jahrhundert. Interessant sind auch der 32 Meter hohe Hausmannsturm sowie der als „Flasche“ bezeichnete Bergfried der Anlage 

Deutschland, Buchenwald, Thüringer Wald
Thüringer Buchenwald © goruma (T.Asthalter)

Thüringer Wald
Thüringens waldreiches Mittelgebirge schlängelt sich auf einer Länge von etwa 150 km und einer Breite von bis zu 35 km durch den Freistaat.
Als Thüringer Wald bezeichnet man dabei im engeren Sinne allerdings nur den westlichen Teil, während der östliche Teil vom Thüringer Schiefergebirge gestellt wird.
Der höchste Berg des Thüringer Waldes ist der 983 Meter hohe Große Beerberg, der auch zugleich der höchste Berg des gesamten Freistaates ist. Weitere hohe Berge des Mittelgebirges sind der 978 hohe Schneekopf sowie der 916 Meter messende Große Inselsberg. Die dunklen und dichten Wälder des fast mystischen Thüringer Waldes sind eine hervorragende Gelegenheit, die Natur von ihrer besten Seite zu erleben.
Besonders empfehlenswert ist der Höhenwanderweg, der Rennsteig, im Ortsteil Hörschel. 
 

Eisenach: Wartburg © goruma (Dominik Jesse)

Wartburg
Als unumstrittenes Wahrzeichen von Thüringen erstreckt sich diese majestätische Burg hoch über der Stadt Eisenach. Sie befindet sich am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes und gehört seit dem Jahre 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Um 1067 wurde die Wartburg von Ludwig dem Springer gegründet, wobei der heutige Bau größtenteils aus dem 19. Jahrhundert stammt, als die Burg unter dem Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach einem umfangreichen Neubau unterzogen worden war. Die Wartburg ist wie keine andere mit der deutschen Geschichte verbunden und galt bereits im 19. Jahrhundert als Nationalheiligtum. Die heilig gesprochene Elisabeth von Thüringen lebte hier von 1211 bis 1227, und unter Hermann I. erblühte die Wartburg zu einer Art Musenhof, in dem die schönen Künste gepflegt wurden. Und hier hielt sich Martin Luther von 1521 bis 1522, als Junker Jörg getarnt, vor dem Bann des Papstes versteckt und übersetzte hier das Neue Testament ins Deutsche. Im Jahr 1817 fand auf der Burg das berühmte erste Wartburgfest der deutschen Studenten statt, dem 1848 das zweite folgen sollte. Neben Türmen, malerischen Bauten und den interessanten Fresken von Moritz von Schwind (v.a. die Elisabethvita) kann der Besucher hier die Lutherstube besichtigen, den authentischen Wohn- und Arbeitsraum Luthers, mit vielen Schriften und Gegenständen aus dessen Besitz. Der berühmte Tintenklecks ist wohl mehr sagenumwittert als historisch korrekt, verweist aber immer noch auf des Reformators Kampf gegen den Teufel. Besonders beeindruckend auch ist der Palastfestsaal, der im Sommer auch Ort vieler Konzerte ist. Das Wartburgmuseum zeigt heute eine imposante Sammlung von Kunstschätzen aus acht Jahrhunderten. Dazu gehören kostbare Bildteppiche, Plastiken sowie berühmte Werke von Lucas Cranach d. Ä.

Geografie

Thüringer Becken © goruma (Dominik Jesse)

Der Freistaat Thüringen breitet sich auf einer Fläche von 16.172 km² in der Mitte von Deutschland aus. Er grenzt an Bayern (381 km), Sachsen-Anhalt (196 km), Hessen (270 km), Sachsen (265 km) und Niedersachsen (112 km). Der Freistaat, dessen Mittelpunkt nach Messungen acht Kilometer südlich vom Erfurter Dom liegt, gehört zur Region Mitteldeutschland und weist eine sehr unterschiedliche Landschaft auf. Während sich im äußersten Norden der Harz durch Thüringen schlängelt, wird der Freistaat im Südosten von dem Gebiet Goldene Aue geprägt und im Nordwesten von der teilweise bewaldeten Hügellandschaft Eichsfeld. Im Zentrum des Bundeslandes liegt mit dem flachen und sehr fruchtbaren Thüringer Becken eine der ältesten Kulturlandschaften von Deutschland, die von verschiedenen kleineren Höhenzügen umgeben wird wie bspw der Dün, der Hainleite und der Windleite. Mit dem Nationalpark Hainich verfügt Thüringen über seinen einzigen Nationalpark. Geht man vom Thüringer Becken in Richtung Süden weiter, erreicht man den Thüringer Wald, das größtes Gebirge des Bundeslandes. Während der Thüringer Wald östlich ins Thüringer Schiefergebirge übergeht, schließt sich an das Thüringer Schiefergebirge im Südosten der Frankenwald an, dessen größte Teile indes nicht auf thüringischem Boden liegen. Im Osten folgt das Saaletal und nördlich das Thüringer Holzland. Im Süden breitet sich das Vogtland aus und im Osten das wenig bewaldete und sehr fruchtbare Osterland. Thüringens höchster Berg ist mit 983 Metern der Große Beerberg, der zum Thüringer Wald gehört. Zu den wichtigsten bzw. längsten Flüssen des Freistaates gehören u.a. die Saale, die Werra und die Unstrut.

Mittelgebirge und Berge

Thüringer Schiefergebirge
Dieses Mittelgebirge grenzt an den Thüringer Wald und wird zu gewissen Teilen vom Naturpark Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale gespeist. Das Schiefergebirge wird bestimmt von vulkanischen Gesteinen, welche nur langsam verwittern und daher die typischen Kuppen bilden. Beachtlich sind auch die Höhenunterschiede von bis zu 300 Metern, die sich zwischen den Hochflächen und den Tälern auf dem Gebiet zwischen Schwarza und der Saale vollziehen und für ein Mittelgebirge ungewöhnlich sind. Die drei höchsten Erhebungen des Schiefergebirges sind der Große Farmdenkopf (869 m), die Kieferle (867 m) und der Bleßberg (865 m).
Thüringer Wald
Thüringens waldreiches Mittelgebirge schlängelt sich auf einer Länge von etwa 150 km und einer Breite von bis zu 35 km durch den Freistaat. Als Thüringer Wald bezeichnet man dabei im engeren Sinne allerdings nur den westlichen Teil, während der östliche Teil vom Thüringer Schiefergebirge gestellt wird. Der höchste Berg des Thüringer Waldes ist der 983 Meter hohe Große Beerberg, der auch zugleich der höchste Berg des gesamten Freistaates ist. Weitere hohe Berge des Mittelgebirges sind der 978 hohe Schneekopf sowie der 916 Meter messende Große Inselsberg.

Flüsse und Kanäle
Die wichtigsten und/oder größten Flüsse Thüringens sind die 413 km lange Saale (196,3 km in Thüringen), die 292 km lange Werra (187 km in Thüringen), die 192 km lange Unstrut (134,6 km in Thüringen) sowie die 257 km lange Weiße Elster (64,3 km in Thüringen). Weitere wichtige Flüsse, die indes vollständig auf thüringischem Landesgebiet liegen, sind die Ilm (128,7 km), die Wipper (92,6 km) und die 85 km lange Gera.
Was die Kanäle anbelangt, so verfügt das für die Schifffahrt bedeutungslose Thüringen über lediglich einen Kanal, den Leinakanal. Diese mittelalterliche Konstruktion wurde einzig eingerichtet, um die an Wassermangel leidende Stadt Gotha ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen. Dabei bringt der 30 km lange Kanal das trinkbare Wasser direkt aus dem Thüringer Wald. 

Seen
Es gibt zwar zahlreiche natürliche Seen in Thüringen, doch sind diese ausnahmslos sehr klein. Außerdem existieren im Freistaat mehrere Teichgebiete wie etwa die Plothener Teiche (bei Schleiz) oder das Ilmenauer Teichgebiet (im Ilm-Kreis). Indes verfügt der Freistaat über 171 Talsperren und Rückhaltebecken, von denen die fünf größten die folgenden sind:
Bleilochtalsperre (920 ha)
Hohenwarte-Stausee (730 ha)
Haselbacher See (340 ha)
Talsperre Zeulenroda Weida (228 ha)
Talsperre Leibis-Lichte (120 ha)

 

Politische Gliederung

Vertretung des Freistaats Thüringen in Berlin (Dr.Ramm)

Landkreise

Altenburger Land, Kreisstadt Altenburg mit 37.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: ABG)
Eichsfeld, Kreisstadt Heiligenstadt mit 17.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: EIC)
Gotha, Kreisstadt Gotha mit 46.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: GTH)
Greiz, Kreisstadt Greiz mit 23.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: GRZ)
Hildburghausen, Kreisstadt Hildburghausen mit 12.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: HBN)
Ilm-Kreis, Kreisstadt Arnstadt  mit 25.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: IK)
Kyffhäuserkreis, Kreisstadt Sondershausen  mit 24.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: KYF)
Nordhausen, Kreisstadt Nordhausen mit 44.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: NDH)
Saale-Holzlandkreis, Kreisstadt Eisenberg mit 11.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: SHK)
Saale-Orla-Kreis
, Kreisstadt Schleiz mit 9.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: SOK)
Saalfeld-Rudolfstadt, Kreisstadt Saalfeld mit 28.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: SLF)
Schmalkalden-Meinigen, Kreisstadt  Meiningen mit 21.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: SM)
Sömmerda
, Kreisstadt Sömmerda mit 21.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: SÖM)
Sonneberg, Kreisstadt Sonneberg mit 23.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: SON)
Unstrut-Hainich-Kreis, Kreisstadt  Mühlhausen mit 37.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: UH)
Wartburgkreis, Kreisstadt Bad Salzungen mit 16.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: WAK)
Weimarer Land, Kreisstadt Apolda mit 24.000 Einwohnern (Kfz.-Zeichen: AP)


Kreisfreie Städte

Erfurt mit 203.000 Einwohnern, Landeshauptstadt und kreisfreie Stadt (Kfz.-Kennzeichen: EF)
Gera mit 120.000  Einwohnern, kreisfreie Stadt (Kfz.-Kennzeichen: G)
Jena mit 110.000 Einwohnern, kreisfreie Stadt (Kfz.-Kennzeichen: J)
Weimar mit 62.000 Einwohnern kreisfreie Stadt (Kfz.-Kennzeichen: WE)
Nordhausen mit 44.000 Einwohnern, Landkreis Nordhausen (Kfz.-Kennzeichen: NDH)
Eisenach mit 43.000 Einwohnern, kreisfreie Stadt (Kfz.-Kennzeichen: EA)
Suhl mit 41.000 Einwohnern, kreisfreie Stadt (Kfz.-Kennzeichen: SHL)

Weitere bedeutende und/oder große Städte Thüringens:

Gotha mit 46.000 Einwohnern (Kfz-Kennzeichen: GTH)
Altenburg mit 37.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: ABG
Mühlhausen mit 37.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: UH)
Saalfeld/Saale mit 28.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: SLF)
Ilmenau mit 26.000 Einwohnern (Kfz-Kennzeichen: IK)

Landeshymne

Die Hymne des Freistaates Thüringen ist Thüringen, holdes Land. Sie wurde vom Weimarer Komponisten Carl Müllerhartung (1834-1908) komponiert und stützt sich auf einen Text von Ernst Viktor Schellenberg (1827-1896). Die staatsrechtlich bedeutungslose Hymne Thüringens ist in der Landesverfassung nicht festgeschrieben. Der Text der Hymne lautet:

Thüringen, holdes Land, wo meine Wiege stand,
Frühling ist überall, Freude und Lust.
Lieder, strömt fröhlich aus, flattert von Haus zu Haus,
sucht eine Ruhestatt an Liebchens Brust.
O frisches Waldesgrün, rosige Wangen blühn,
aus jedem Fenster winkt lächelnd ein Gruß.
Brünnlein, wie quillst du hell, Bächlein, rausch nicht so schnell,
dass nicht zu früh uns welkt Rose und Kuss.
Thüringen, holdes Land, wo meine Wiege stand,
sterb ich, so nimm mich sanft in deinen Schoß.
Lüfte, umweht das Grab, Tannen, rauscht kühl herab,
Rehe umspielen dann Hügel und Moos. 

Als heimliche Hymne indes fungiert seit Jahrzehnten bereits das Rennsteiglied, das nicht nur in Thüringen sehr bekannt ist. Es hat drei Strophen und geht auf einen Text von Karl Müller zurück. Die Musik stammte von Herbert Roth. Das Lied setzt mit den folgenden Versen ein:

Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land,
den Beutel auf dem Rücken, die Klampfe in der Hand.

 

Geschichte von Thüringen

Vor 1945
Aus Teilen der germanischen Stämme der Angeln, Hermunduren, Turonen und Warnen entstand im dritten Jahrhundert der Stamm der Thüringer. Diese wurden ein erstes Mal im Jahr 480 als „Thoringi“ erwähnt und konnten entlang der Unstrut im Thüringer Becken ein Königreich etablieren, das bis 531 bestehen blieb. Nachdem das thüringische Territorium von den Franken (und mit Hilfe der Sachsen) zerschlagen worden war, kam es um 620 zur Gründung eines Herzogtums Thüringen durch die Merowinger. In diesem bis ins späte siebente Jahrhundert existierenden Gebiet war auch der Apostel Bonifatius tätig, der u.a. das Bistum Erfurt gründete. Die Ottonen machten im 10. Jahrhundert das Gebiet an der unteren Unstrut zu einem Zentrum des Heiligen Römischen Reiches, bevor die Ludowinger große Teile Thüringens beherrschen konnten. Einer von ihnen war Ludwig der Springer, der Jahr 1067 auch die Wartburg erbauen ließ und dessen Nachfahren 1131 in den thüringischen Landgrafenstand erhoben wurden. Die Ludowinger schufen mit Thüringen ein wichtiges Zentrum der deutschen hochmittelalterlichen Kultur, starben aber 1247 aus und wurden nach dem thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg 1264 durch die Wettiner ersetzt, die für die nächsten sieben Jahrhunderte und bis zur Abschaffung der Monarchien 1918 über Thüringen herrschen sollten. Thüringen, dessen politische, wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erst im 16. Jahrhundert für lange Zeit unterbrochen werden sollte, war ein wichtiges Zentrum auch der Reformation. Luther hatte hier studiert, gelehrt und war vom Sachsen Friedrich dem Weisen auf der Wartburg versteckt worden, der Bauernkrieg tobte v.a. in Thüringen, und der Schmalkaldische Krieg zwischen einigen ptotestantischen Fürsten und dem Kaiser begann ebenfalls im Land. Im Rahmen der Erfurter Teilung von 1572 wurde Thüringen zersplittert und politisch unbedeutend. Indes entwickelte sich im Land mit dem humanistischen Vorbildstaat Sachsen-Gotha ein Ort der Bildung, in dem Ernst des Fromme als erstes Staatsoberhaupt der Welt 1642 die allgemeine Schulpflicht für Jungen und Mädchen einführte. Es waren aber die Herzogin Anna Amalia sowie ihr Sohn Carl August, die ungefähr ab dem Jahr 1780 wieder auf die Thüringischen Lande aufmerksam machen konnten, indem sie berühmte Dichter wie Schiller und Goethe an ihren Hof holten und eine deutsche Form der klassischen Literaturbewegung schufen, die Weimarer Klassik. Vergessen werden aber dürfen auch nicht die Jenaer Romantik, die sich um Dichter wie Brentano, Novalis oder Schlegel anordnete, sowie die Jenaer Philosphie an der traditionsreichen Universität der Stadt. Auch der Wiederstand gegen Napoléon, der in der entscheidenden Schlacht bei Jena und Auerstedt über Preußen siegen konnte, erfuhr einen wichtigen Impuls aus der Jenaer Universität. In der Stadt bildete sich 1815 auch die Urburschenschaft. Diese sollte dann 1817 das berühmte Wartburgfest veranstalten und liberale sowie nationale Bewegungen in sich einen. Die kulturelle Blüte Thüringens dauerte aber auch lange nach dem Wiener Kongress noch an. Zudem zeichnete sich das Land auch auf industriellem Gebiet aus; man denke nur an die bedeutende optische Industrie in Jena, welche sich am Anfang des 20. Jahrhunderts sogar bis an die Weltspitze vorarbeiten konnte. Thüringen, das stark der Nationalstaatsidee anhing, stand im Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 überwiegend auf preußischer Seite und wurde im Zusammenhang mit der Industrialisierung zum Hortus der Sozialdemokratie: August Bebel und Wilhelm Liebknecht gründeten 1869 in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, aus der dann sechs Jahre später die SPD hervorgehen sollte. Nach der Abdankung der Monarchie wurde am 1. Mai 1920 das Land Thüringen gegründet, das v.a. aus Sachsen-Altenburg, Sachsen-Gotha, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Weimar-Eisenach, Schwarzburg-Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen und dem Volksstaat Reuß bestand. Doch die Entwicklung des neuen Landes war in den 1920ern von kultureller und politischer Zersplitterung bestimmt, in der sich Modernisierer und Traditionalisten feindlich gegenüberstanden. Aus diesem Streit gingen die Nationalsozialisten als Nutznießer hervor, welche nach ihrer Machtergreifung das Land Thürningen faktisch aufhoben.

Nach 1945
Nach vergleichsweise maßvollen Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges wurde das thüringische Territorium von den Amerikanern besetzt, die sich dann aber daraus zurückzogen und es im Juli 1945 den sowjetischen Truppen überließen. Nachdem 1946 der Thüringische Landtag gewählt worden war, erhielt das Land eine Verfassung. Erfurt wurde 1950 zum Regierungssitz bestimmt. Thüringen, das sich aus dem früheren Freistaat Thüringen (ohne Allstedt), aus dem Gebiet des ehemaligen preußischen Regierungsbezirkes Erfurt sowie der Herrschaft Schmalkalden zusammensetzte, wurde zunächst Bestandteil der DDR, aber schon 1952 wieder aufgelöst. Zurück blieben die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl. Das Land wurde nach der Wende mit Wirkung zum 14. Oktober 1990 neugegründet und nannte sich nun (wieder) Freistaat Thüringen. Indes muss angefügt werden, dass der Begriff „Freistaat“ seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland keine maßgebliche rechtliche Bedeutung mehr hat, denn alle Länder besitzen die gleiche verfassungsrechtliche Stellung und auch die Freistaaten verfügen über keine föderalen Sonderstellungen.
Der Landtag des Freistaates, dessen Landeshauptstadt Erfurt geworden war, verabschiedete auf einer Sitzung auf der Wartburg 1993 eine neue Verfassung. Diese trat am 16. Oktober 1994 nach einem Volksentscheid in Kraft. Regierungspartei ist seit Bestehen des neuen Freistaats immer die CDU geblieben, welche natürlich auch den Ministerpräsidenten stellte. Im Folgenden sind alle Ministerpräsidenten bzw. Ministerpräsidentinnen des Freistaates Thüringen namentlich aufgelistet, wobei zu beachten ist, dass das Land zwischen 1952 und 1990 als solches nicht existiert hat:

Hermann Brill von der SPD (1945)
Rudolf Paul von der DDP; seit 1946 von der SED (1945-1947)
Werner Eggerath von der SED (1947-1952)
Josef Duchač von der CDU (1990-1992)
Bernhard Vogel von der CDU (1992-2003)
Dieter Althaus von der CDU (2003-2009)
Christine Lieberknecht von der CDU (seit dem 30.9. 2009 - amtierend)

Hinweis
Es sei noch nachzutragen, dass der derzeitige thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (geb. 1958) am Neujahrstag 2009 auf einer Skipiste in der österreichischen Steiermark mit einer Skifahrerin kollidiert ist, die unglücklicherweise an ihren schweren Verletzungen verstorben ist. Althaus selber erlitt ein schweres Schädelhirntrauma sowie eine leichte Hirnblutung. Er war bis zum 3. Januar in ein künstliches Koma versetzt worden. Nach starken Verlusten bei der Landtagswahl 2009 trat er zurück.

Sehenswürdigkeiten

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