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Brandenburg

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines, tabellarische Übersicht

Landesvertretung Brandenburg in Berlin © goruma (Dr.Ramm)

„Ich bin die Mark durchzogen und habe sie reicher gefunden, als ich zu hoffen gewagt hatte. Jeder Fußbreit Erde belebte sich und gab Gestalten heraus […] wohin das Auge fiel, alles trug den breiten historischen Stempel.“
Von den vielen Persönlichkeiten, die man landläufig mit der historischen Markt und dem heutigen deutschen Bundesland Brandenburg verbindet, ist der Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) sicherlich die bekannteste. Mit seinen fünfbändigen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, aus denen auch das Anfangszitat stammt, legte er eine bedeutende literarische Hommage vor, die sich an sein Heimatland richtet. Insgesamt dreißig Jahre durchwanderte er Brandenburg und beschrieb dessen Klöster, Schlösser, Städte und Landschaften sowie die Bewohner und ihre Geschichte. Noch immer ist sein Werk aus keinem Reiseführer über Brandenburg wegzudenken.
 
Das heutige Land Brandenburg, dessen Hauptstadt das insbesondere durch Friedrich II. geprägte Potsdam ist, breitet sich im Nordosten von Deutschland aus und ist das nach Mecklenburg-Vorpommern am dünnsten besiedelte Bundesland. Nur die Landeshauptstadt sowie Cottbus sind Großstädte des von Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Polen begrenzten Landes. Der Stadtstaat Berlin wird von Brandenburg, mit dem es eine gemeinsame Geschichte teilt, sogar vollständig umschlossen. Trotz der geographischen Nähe und der Geschichte beider Bundesländer wurde im Mai 1996 infolge einer Volksabstimmung eine Fusion von Brandenburg mit Berlin zu einem gemeinsamen Bundesland von den Brandenburgern mit Mehrheit abgelehnt. Dennoch bilden beide Länder zusammen die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.
Gegründet wurde die historische Mark Brandenburg am 11. Juni 1157, als sie vom Askanier Albrecht dem Bären zu einem Bestandteil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gemacht worden war. Die Mark, welche zwischen 1415 und 1918 dem Fürstengeschlecht der Hohenzollern unterstand, war von 1701 bis 1946 Kernland des preußischen Gesamtstaates, dessen Geschichte sie fortan teilen sollte. Nach 1945 wurde das Land Brandenburg auf sowjetisch besetzten Territorium gebildet, in drei Bezirke aufgeteilt, aber schon ein paar Jahre später aufgelöst. Im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung gründete man das (deutsche Bundes)Land neu.
In Brandenburg, diesem seenreichen, flachen, landschaftlich abwechslungsreichen Land, leben in einigen südlichen Landkreisen sowie in Cottbus noch immer etwa 20.000 Sorben, die in ihrer Gesamtheit gerade einmal 0,8 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Diese Bevölkerungsgruppe verfügt nicht nur über eine eigene Kulturgeschichte, sondern auch über eine eigene Sprache, das Niedersorbische.
Das Bundesland Brandenburg ist eines der fünf neuen Bundesländer und davon der Fläche nach das größte. Das Land ist politisch in 14 Landkreise und vier kreisfreie Städte gegliedert - Potsdam, Cottbus, Brandenburg an der Havel und Frankfurt/Oder.

Name Brandenburg
Angrenzende Bundesländer
bzw. Länder
Berlin, Mecklenburg VorpommernNiedersachsen, Sachsen und Sachsen Anhalt
sowie Polen (mit einer Grenze von 250 km Länge)
Bundesland seit Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990
Landesverfassung Am 14. April 1992 wurde der Entwurf vom Landtag verabschiedet. 
Durch einen Volksentscheid wurde sie am 14. Juni 1992 mit Mehrheit angenommen
Mit der Verkündung am 20. August 1992 im Gesetz und Verordnungsblatt trat sie in Kraft.
Erster Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) - von 1990 bis 2002
Landesflagge  Brandenburg_Landesflagge
Landeswappen  Brandenburg_Landeswappen
Landeshymne Brandenburglied
("Märkische Heide, märkischer Sand...")
Sitzverteilung im Landtag
(Wahl vom 14. Sep. 2014)
Wahlbeteiligung %

SPD: 31,9% (30 Sitze)
CDU: 23,% (21 Sitze)
Die Linke: 18,6% (17 Sitze)
AfD: 12,2% (11 Sitze)
Bündnis90/Die Grünen: 6,2% (6 Sitze)
Freie Wähler: 2,7% (3 Sitze, 1 Direktkandidat)

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) seit dem 28.08 2013
 mit 47 Stimmen wiedergewählt am 5. November 2014
Regierungs-Koalition SPD - Linkspartei
Opposition

CDU
AfD
Freie Wähler
Bündnis90/Die Grünen 

Anzahl der Stimmen im Bundesrat 4
Einwohnerzahl ca. 2,53 Mio.
Ethnien Deutsche
ca. 0,8% Sorben
Etwa 5% der Brandenburger haben einen Migrationshintergrund.
Religionen

Konfessionslos (78,2%)
Protestanten (13,5%)
Katholiken (4,5%)
Sonstige (3,9%)

Sprachen vorwiegend Deutsch
daneben Niedersorbisch
Landes-Hauptstadt Potsdam mit ca. 151.000  Einwohnern
Fläche 29.476 km²
Höchste Berge Heidehöhe (201,4 m)
Kutschenberg bei Ortraud (201 m)
Hagelberg bei Belzig (200 m)
Wichtige Flüsse Havel, Spree, Oder, Elbe, Schwarze Elster, Lausitzer Neiße, Panke, Dahme, Dosse und Nuthe
 Größere See Scharmützelsee (12 km²)
Zeuthener See (2,33 km²)
Liepnitzsee (1,17 km²)
Zenssee (1,12 km²)
Kfz.-Kennzeichen von Potsdam P
Webseite von Brandenburg www.brandenburg.de

Interessante Ausflugsziele

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
Das 1990 gegründete Biosphärenreservat ist 1.291 km² groß und erstreckt sich in den brandenburgischen Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland und Oberhavel. Ein interessanter Bestandteil des Naturschutzgebietes ist die Schorfheide, ein zusammenhängendes Waldgebiet von etwa 200 km² Größe.

Fürst-Pückler-Park Bad Muskau
Der mit einer Gesamtfläche von 750 Hektar größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil teilt sich zwischen Deutschland (Oberlausitz) und Polen auf, wobei beide Teile über eine Brücke miteinander verbunden sind. Er wurde 2004 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen und beinhaltet u.a. das von Fürst Pückler erneuerte Neue Schloss, das historische Tropenhaus, ein Museum im Renaissance-Bau Altes Schloss, den Berg- und Badepark, das Kavaliershaus (heute ein Moorbad) sowie den malerischen Schlosspark.

Kloster Stift zum Heiligen Grabe
Das zum ausgehenden 13. Jahrhundert etablierte Zisterzienser-Kloster im brandenburgischen Heiligengrabe ist ein Denkmal nationaler Bedeutung und gilt als die am besten erhaltene Klosteranlage des Bundeslandes Brandenburg.

Kloster Zinna
Auf dem Gebiet des 1170 durch den damaligen Erzbischof von Magdeburg gegründeten und 1553 verlassenen Zisterzienserklosters gründete Friedrich II. eine Stadt, die heute als Kloster Zinna Bestandteil Jüterbogs ist. Zu den erhaltenen imposanten Bestandteilen der Klosteranlage gehören neben der Klausur aus dem 13. Jahrhundert und dem Gästehaus die aus Feldsteinen konzipierte frühgotische Klosterkirche, die frühromantische Wilhelm-Baer-Orgel aus dem 19. Jahrhundert sowie die Neue Abtei, die heute das Heimatmuseum beherbergt.

Landschaftsgebiet Uckermark
Bei diesem Gebiet handelt es sich um eine sehr ruhige und größtenteils naturbelassene Landschaft, die von Feldern, Wiesen, Bächen und Seen geprägt ist, aber auch düstere Kopfweiden, Burgwälle aus slawischen Zeiten sowie pittoresque Dörfer beinhaltet.

Märkische Schweiz
Auf dem Gebiet des 205 km² großen und im Landkreis Märkisch-Oderland gelegenen Hügelgebiets gibt es zahlreiche Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete. Als touristischer Höhepunkt der Märkischen Schweiz, deren höchste Erhebung der 129 Meter hohe Krugberg ist, gilt die innerhalb des Naturparks gelegene Stadt Buckow.

Nationalpark Unteres Odertal
Der 1995 gegründete Nationalpark breitet sich im nordöstlichen Brandenburgs aus und misst etwa 10.500 Hektar. Gemeinsam mit dem benachbarten polnischen Landschaftsschutzpark Unteres Odertal sowie dem Zehdener Landschaftsschutzpark bildet er eine räumliche Einheit. Der für den Tourismus so wertvolle Park bietet ein 200 km langes Wegenetz, zahlreiche ausgezeichnete Rad- und Wanderwege sowie drei Lehrpfade und Aufstiege mit Panoramablick.

Naturpark Dahme-Heideseen
Südöstlich von Berlin erstreckt sich das etwa 594 km2 große Naturschutzgebiet, das sich aus großen Waldflächen und über 100 Seen zusammensetzt. Der als Erholungsgebiet verwendete Naturpark besticht durch eine unberührte Pflanzen- und Tierwelt.

Naturpark Stechlin-Ruppiner Land
Der um den Stechlinsee und das Rheinsberger Seengebiet gelegene Naturpark ist etwa 680 km² groß und setzt sich aus ausgedehnten Wäldern, Wiesen, Seen und Flüssen zusammen.

Naturpark Uckermärkische Seen
230 Seen, Bachläufe, Moore und Kleingewässer prägen diesen 897 km² großen Naturpark, der seltene Tiere wie Bachforellen, Fischottern, Europäische Sumpfschildkröten und Edelkrebse beinhaltet. Vor allem aber Paddler besuchen den Park sehr gerne, denn dieser bietet mehr als 100 km Wasserwanderwege an.

Potsdam
Potsdam, die Landeshauptstadt und (bezüglich der Einwohnerzahl auch) größte Stadt Brandenburgs, ist bekannt für ihre wundervollen Schlösser wie Sanssouci oder Cecilienhof und für ihre herrlichen Gärten und Seen. Seit 1990 sind weite Teile der Stadt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eingetragen.
Weitere Informationen über die brandenburgische Landeshauptstadt finden Sie bei goruma hier >>>

Schloss Boitzenburg
Dieses historisch und architektonisch bemerkenswerte Schloss in der Uckermark gehört zu den größten der Region. Nachdem es viele Jahrhunderte als Stammsitz der Familie von Arnim gedient hatte, befindet sich darin heute ein Kinder- und Jugendhotel.

Schloss Meseberg
Das am Gransee gelegene Barockschloss Meseberg, an das sich so malerisch der Huwenowsee anschmiegt, fungiert derzeit als Gästehaus der deutschen Bundesregierung. Besonders auffällig am Prachtschloss sind der barocke Terrassengarten sowie der öffentlich zugängliche Landschaftsgarten, der auch Mausoleen der Familien Hövel und Lessing beinhaltet.

Schloss Neuhardenberg
Das im Landkreis Märkisch-Oderland gelegene Schloss aus dem 18. Jahrhundert ist nach dem Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg benannt, der das Schloss 1814 vom König Friedrich Wilhelm III. von Preußen erhalten hatte. Das inzwischen umfassend restaurierte Schloss wurde 2002 wiedereröffnet und diente 2003 und 2004 als Ort zweier Klausurtagungen der rot-grünen Bundesregierung, die damals unter Bundeskanzler Gerhard Schröder zusammentrat. Das wundervolle Schloss ist vor allem im Sommer Ort vieler Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen.

Schloss Rheinsberg
Das im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sowie am Ostufer des Grienericksees gelegene Schloss soll als Vorbild für das Potsdamer Schloss Sanssouci gedient haben und wurde im so genannten Friederizianischen Rokoko erbaut. Es steht zur Besichtigung frei und beherbergt zudem das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum sowie wundervolle Gartenanlagen.

Senftenberger See
Der 1.300 Hektar große und in der Niederlausitz gelegene See, der zum Lausitzer Seenland gehört, war bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert Europas größter künstlich angelegter See. Er wird wegen seines Strandabschnittes vor allem als Badesee gerne besucht, ist aber auch bei Wassersportlern und Anglern sehr beliebt. Das Wasser des Sees soll so klar sein, dass man teilweise bis zu fünf Metern in die Tiefe schauen kann.

Spreewald
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Bundeslandes Brandenburg gehört natürlich der Spreewald, der sowohl eine Kulturlandschaft als auch ein ausgedehntes Niederungsgebiet darstellt und sich im Südosten Brandenburgs ausbreitet. Geprägt wird er durch die Spree, die sich hier in natürlicher Verzweigung durch den Wald schlängelt. Ebenfalls charakteristisch für die Auen- und Moorlandschaft des Spreewaldes sind die Sorben, welche ihn kulturell geprägt haben und von denen es im heutigen Brandenburg nur noch etwa 20.000 Vertreter gibt. Im Spreewald sind gegenwärtig etwa 18.000 Tier- und Pflanzenarten ansässig. Insgesamt ist der bestechend schöne Spreewald ungefähr 3.173 km² groß und wurde im Jahre 1991 durch die UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt.

Tropical Island
Europas größter tropischer Freizeitpark liegt ungefähr 35 km von Berlin entfernt in der früheren Cargolifter-Werfthalle (Aerium), der größten freitragenden Halle der Erde. Der Themenpark öffnete seine Tore im Jahre 2004 und besticht durch seine Simulation tropischer Gebiete. Er lockt unter anderem mit dem größten Indoor-Regenwald von Europa und bietet zahlreiche Poole, Strandzonen, tropische Pflanzen sowie gastronomische Einrichtungen an. Wer den Park besuchen will, wird ihn an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr geöffnet finden.

Zisterzienser-Kloster Chorin
In der Nähe von Eberswalde liegt nahe des Ortes Chorin das gleichnamige Zisterzienserkloster, welches von 1258 bis 1542 bestanden hat. Die früh- bzw. hochgotische Klosteranlage besticht durch eine einzigartige Architektur und eine relativ naturbelassene Vegetation um sie herum.

 

Geografie des Bundeslandes

Das Land Brandenburg ist mit seiner Gesamtfläche von 29.476 km² das größte neue bzw. das fünftgrößte Bundesland Deutschlands. Die historische Mark Brandenburg ist noch immer das Kerngebiet des Landes, an das sich im Südosten die Niederlausitz und im Südwesten Teile des welligen Flämings anschließen. Begrenzt wird Brandenburg von den deutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie von Polen, mit dem es eine 250 km lange Grenze teilt. Mitten in und vollständig von Brandenburg umschlossen liegt der Stadtstaat Berlin. Beide Länder bilden gemeinsam die europäische Metropolregion Berlin/Brandenburg (= Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg). Zu den größten Städten Brandenburgs gehören natürlich die Landeshauptstadt Potsdam sowie Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) und Cottbus. Außerhalb solcher Städte ist das Land sehr dünn besiedelt. Landschaftlich unterteilt wird Brandenburg in den Süden mit der Niederlausitz, Teilen der Oberlausitz und dem Elbe-Elster-Land. Westlich von Berlin liegt das Havelland, südlich der Teltow und nordöstlich der Barnim. Die Prignitz breitet sich an den nordwestlichen Landesgrenzen aus, die Uckermark im Nordosten, der Oderbruch im Osten und der Fläming im Südwesten.
Brandenburg ist sehr flach und äußerst seenreich. Es gilt sogar als gewässerreichstes Bundesland Deutschlands. Man schätzt, dass es mehr als 3.000 natürlich entstandene Seen im Land gibt, zu denen noch die vielen künstlich angelegten Gewässer wie Baggerseen und Teiche hinzugerechnet werden müssen. Die Wasserlandschaft wird abgerundet durch über 33.000 km Fließgewässer, deren Hauptteil aber die meist künstlich eingerichteten Entwässerungsgräben und Kanäle sind.

Berge und Erhebungen
Brandenburgs höchste natürliche topographische Erhebung ist die Heidehöhe mit 201,4 Metern. Sie liegt im Schraden und gehört als eigenständiger Berg nicht zu Brandenburg, denn ihr Gipfel befindet sich in Sachsen. Weitere Erhebungen im eher flachen Brandenburg sind der ebenfalls im Schraden gelegene Kutschenberg (200,7 m), der Hagelberg (200,24 m) im Hohen Fläming sowie der Dietzenberg (191 m) in der Oberlausitz.

Flüsse
Brandenburg wird in seinen Grenzregionen von einigen großen Flüssen berührt. Zu diesen gehört natürlich die insgesamt 1.019 km lange Elbe, die im äußersten Südwesten und Nordwesten sogar die brandenburgische Westgrenze bildet und zu den 200 längsten Flüssen der Welt gehört. Die 866 km lange Oder bildet auf weiter Strecke ebenso die brandenburgische Ostgrenze wie die 256 km lange Lausitzer Neiße. Was nun die 325 km lange Havel betrifft, so liegt deren größter Teil (285 km) in Brandenburg. Die Havel entspringt übrigens im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern und endet schließlich bei Havelberg in Sachsen-Anhalt in der Elbe. 
Ein weiterer wichtiger Fluss in Brandenburg ist die knapp 400 km lange Spree, ein linker Nebenfluss der Havel. Die Spree, welche neben Brandenburg auch Sachsen und Berlin durchfließt und dort im Bezirk Berlin-Spandau in die Havel mündet, bildet teilweise auch die Grenze zu Tschechien. Sie hat zudem den Spreewald geprägt, Brandenburgs wasserreiche Vorzeigelandschaft.
Weiterhin gibt es in Brandenburg eine Unzahl an weiteren Fließgewässern, bei denen es sich zum größten Teil um kleine Flüsse und Bäche mit lediglich regionaler Bedeutung handelt. Zu solchen Fließgewässern gehören die Dosse (94 km), der Rhin (125 km), die Ucker (103 km) und die kleine Finow in Nordbrandenburg. Hinzu kommen etwa die Plane (57 km), die Nuthe (65 km) und die Dahme (95 km) in Mittelbrandenburg sowie die 179 km lange Schwarze Elster als größter Fluss Südbrandenburgs.

Seen
Brandenburg ist reichlich gesegnet mit Naturseen, von denen über 800 Gewässer größer als einen Hektar sind. Die größten Seen des Landes sind der Schwielochsee (13,3 km²), der Scharmützelsee (12 km²), der Unteruckersee (10,4 km²), der Parsteiner See (10 km²), der Schwielowsee (7,9 km²), der Werbellinsee (7,8 km²) sowie der Grimnitzsee (7,8 km²). Der Große Stechlinsee ist mit 70 Metern der tiefeste See Brandenburgs und auch der mit der besten Wasserqualität. Die äußerst zahlreichen Seengebiete des Bundeslandes werden noch durch ein künstliches ergänzt, das Lausitzer Seenland, deren größtes Gewässer der 13 km² große Senftenberger See ist. Im Jahre 2025 wird diese Landschaft Europas größte künstliche Wasserlandschaft sein und mit dem (noch nicht vollgeständig gefluteten) Sedlitzer See (13,3 km²) den größten See Brandenburgs beinhalten. Der größte Stausee des Landes Brandenburg ist die Talsperre Spremberg mit ihren 6,7 km².

 

Politische Gliederung

Landkreise
Es sei erwähnt, dass der Landkreis Uckermark bis zum 3. Sept. 2011 mit einer Fläche von 3.058 km² der größte aller deutschen Landkreise war. Aber nach der Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern ist dies seit dem 4. Sept. 2011-  mit einer Fläche von 5.468 km² - der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Barmin mit der Kreisstadt Eberswalde (Kfz.-Kennzeichen: BAR)
Dahme-Spreewald, mit der Kreisstadt Eberswalde (Kfz.-Kennzeichen: BAR)
Elbe-Elster, mit der Kreisstadt Herzberg (Kfz.-Kennzeichen: EE)
Havelland, mit der Kreisstadt Rathenow (Kfz.-Kennzeichen: HVL)
Oberspreewald-Lausitz, mit der Kreisstadt Senftenberg (Kfz.-Kennzeichen: OSL)
Oder-Spree, mit der Kreisstadt Beskow (Kfz.-Kennzeichen: LOS)
Ostprignitz-Ruppin, mit der Kreisstadt  Neuruppin (Kfz.-Kennzeichen: OPR)
Potsdam-Mittelmark, mit der Kreisstadt Belzig  (Kfz.-Kennzeichen: PM)
Prignitz, mit der Kreisstadt Perleberg (Kfz.-Kennzeichen: PR)
Spree-Neiße, mit der Kreisstadt Forst/Lausitz (Kfz.-Kennzeichen: SPN)
Teltow-Fläming, mit der Kreisstadt Luckenwalde (Kfz.-Kennzeichen: TF)
Uckermark, mit der Kreisstadt Prenzlau (Kfz.-Kennzeichen: UM)

Städte - einschließlich der kreisfreien Städte

Potsdam Landeshauptstadt und kreisfreie Stadt mit ca. 150.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: P)
Brandenburg an der Havel kreisfreie Stadt mit ca. 73.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: BRB)
Beskow Kreisstadt des Landkreises Oder-Spree mit ca. 8.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: LOS)
Belzig Kreisstadt des Landkreises Potsdam-Mittelmark mit 11.500 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: PM)
Cottbus kreisfreie Stadt mit ca. 103.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: CB)
Frankfurt/Oder kreisfreie Stadt mit 62.500 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: FF)
Eberswalde Kreisstadt des Landkreises Dahme Spreewald mit ca. 41.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: BAR)
Eisenhüttenstadt mit ca. 33.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: LOS)
Falkensee mit ca. 40.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: HVL)
Forst (Lausitz) Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße mit ca. 22.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: SPN)
Henningsdorf mit ca. 26.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: OHV)
Herzberg Kreisstadt des Landkreises Elbe-Elster mit ca. 10.500 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: EE)
Luckenwalde Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming mit ca. 21.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: TF)
Neuruppin Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin mit ca. 22.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: OPR)
Oranienburg mit ca. 41.500 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: OHV)
Perleberg Kreisstadt des Landkreises Prignitz mit ca. 13.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: PR)
Prenzlau Kreisstadt des Landkreises Uckermark mit ca. 20.500 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: UM)
Rathenow Kreisstadt des Landkreises Havelland mit ca. 26.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: HVL)
Schwedt mit ca. 36.000 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: UM)
Senftenberg Kreisstadt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz mit ca. 27.500 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: OSL)
Strausberg mit ca. 26.00 Einwohnern (Kfz.-Kennzeichen: MOL)

 

Geschichte von Brandenburg

Bis 1945
Nach der Besiedlung durch den germanischen Stamm der Semnonen erfolgte in dem Gebiet, das dem heutigen deutschen Bundesland Brandenburg entspricht, von der Zeit der Völkerwanderung an eine Landnahme durch westslawische Stämme. Ein ostfränkisches Heer unter dem König Heinrich I. eroberte im Jahre 929 das Gebiet der Heveller zusammen mit der Brandenburg. Während die Gebiete zu deutschen Lehen und mithin tributpflichtig gemacht wurden, setzte die Christianisierung der Slawen ein, zu deren Zweck die Bistümer Havelberg und Brandenburg gegründet worden sind. Beide wurden dem Erzbistum Magdeburg unterstellt. Doch die zunehmenden Spannungen in der Mark führten 983 zum Großen Slawenaufstand, in dessen Folge das Gebiet Brandenburgs von den Slawen zurückerobert werden konnte. War dadurch auch die deutsche Herrschaft östlich der Elbe zurückgedrängt worden, so sorgte doch der weiterhin starke Expansionsdrang des Heiligen Römisches Reiches sowie Polens für einen fast permanenten Kriegszustand. Nach dem Todes des kindeslos verstorbenen Hevellerfürsten Pribislaw im Jahre 1150 ging Brandenburg an Albrecht den Bären, der es aber erst gegen die Erbansprüche des Spreewanenfürsten Jaxos verteidigen musste, was ihm schließlich 1157 endgültig gelang. Dieser Siegestag Albrechts gilt als Gründungsdatum der Mark Brandenburg.
Nach Albrechts Sieg wurde das Gebiet von den Deutschen und Flamen besiedelt. Indes erlebte es nach dem Aussterben des Herrschergeschlechts der Askanier im Jahre 1320 bis 1415 eine Zeit chaotischer Verhältnisse, die auf schwache Herrscher zurückzuführen waren. Erst unter den Hohenzollern, denen 1415 durch Kaiser Sigismund die Kurwürde übertragen worden war, konnte Brandenburg erneut zentralisiert und befriedet werden.
Nachdem die Mark Brandenburg aus dem Dreißigjährigen Krieg zerstört und verarmt hervorgegangen war, musste sie ab 1640 durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm wieder aufgebaut werden. Zwischen 1701 und 1946 nun teilte die Mark Brandenburg als Teil Preußens deren politische Geschichte, denn aus historischer Sicht bildete sie gemeinsam mit dem damals (und bis 1920) zu Brandenburg gehörenden Berlin das Kernland Preußens.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde Brandenburg von der Rote Armee besetzt, während die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie an Polen verloren gingen.

Nach 1945
Im Jahre 1945 wurde innerhalb der sowjetischen Besatzungszone die Provinz Brandenburg gebildet, welche aus den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt/Oder bestand, die einst zur ehemaligen preußischen Provinz Brandenburg gehört hatten. Brandenburg, wo 1946 zum ersten Mal der Brandenburgische Landtag zusammengetreten war, wurde nach der Auflösung Preußens im Juli 1947 in Land Brandenburg umbenannt, allerdings schon 1952 im Zuge der DDR-Verwaltungsreform aufgelöst. Es zerfiel in die drei Bezirke Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam, währenddessen der Landkreis Perleberg an den Bezirk Schwerin und die Landkreise Prenzlau und Templin an den Bezirk Neubrandenburg gingen.
Das Land Brandenburg wurde nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 durch eine Zusammenlegung v.a. der Bezirke Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam neu gegründet, wobei der neue Brandenburgische Landtag am 26. Oktober 1990 zu seiner ersten Sitzung zusammentreten konnte. Es ist das größte der neuen Bundesländer.
Bei der Volksabstimmung zur Länderfusion von Berlin und Brandenburg stimmten im Mai des Jahres 1996 die Brandenburger mit einer großen Mehrheit (63%) gegen diese Vereinigung. Die Berliner dagegen sprachen sich mit einer knappen Mehrheit für eine solche Fusion aus. Was die Brandenburger zur Nicht-Zustimmung brachte, waren v.a. die Finanzprobleme des Landes Berlin und die zahlenmäßige Dominanz des Stadtstaates (3,5 Mio Berliner im Gegensatz zu 2,5 Mio Brandenburgern). In Berlin sah man eher die geringeren Verwaltungskosten, aber auch den Verlust des Stadtstaatenprivilegs.
Trotz des Scheiterns des Volksentscheids sehen sich beide Länder in einer ähnlichen historischen Vergangenheit und einem einheitlichen Lebensraum verwurzelt. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeiten beide Länder intensiver denn je zusammen und haben viele Behörden zusammengelegt. Dazu gehören u.a. der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, der Rundfunk Berlin-Brandenburg, die Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg oder das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.

Die Ministerpräsidenten von Brandenburg waren bzw. sind

Karl Steinhoff von der SPD/SED (1946-1949)
Rudolf „Rudi“ Jahn von der SED (1949-1952)
Das Land Brandenburg gab es zwischen 1952 und 1990 in der DDR nicht mehr.
Manfred Stolpe von der SPD (1990-2002)
Matthias Platzeck von der SPD (seit 2002 - amtierend) 

 

Landeshymne

Das Lied Märkische Heide wurde von Gustav Büchsenschütz (1902-1996) im Jahr 1923 getextet und komponiert. Es ist aber "nur" die inoffizielle Hymne des Landes und  wird nicht bei Staatsakten - obwohl es bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Landtags 1990 gesungen wurde -, sondern nur bei eher privaten Anlässen (bspw. Sportveranstaltungen oder Volksfesten) gespielt bzw. gesungen. Daher unterliegt die Hymne auch nicht dem Schutz des §90a des Strafgesetzbuches - wie z.B. das Deutschlandlied oder die Bayerische Hymne!

1. Märkische Heide,
Märkischer Sand
Sind des Märkers Freude,
Sind sein Heimatland.
Refrain
Steige hoch, du roter Adler,
Hoch über Sumpf und Sand,
Hoch über dunkle Kiefernwälder,
Heil dir mein Brandenburger Land

2. Uralte Eichen,
Dunkler Buchenhain,
Grünende Birken
Stehen am Wiesenrain. 
Refrain

3. Blauende Seen,
Wiesen und Moor,
Liebliche Täler,
Schwankendes Rohr.
Refrain

4. Knorrige Kiefern
Leuchten im Abendrot,
Sah'n wohl frohe Zeiten,
Sah'n auch märk'sche Not. 
Refrain

5. Bürger und Bauern
Vom märk'schen Geschlecht,
Hielten stets in Treu
Zur märk'schen Heimat fest! 
Refrain

6. Hie Brandenburg allewege -
Sei unser Losungswort!
Dem Vaterland die Treue
In alle Zeiten fort.
Refrain

 

Sehenswürdigkeiten

Interessante und wichtige Sehenswürdigkeiten des Landes finden Sie bei goruma unter: Brandenburg.

 

Kupfererz in der Lausitz

Schon zur Zeit der DDR waren die ergiebigen Kupfererzvorkommen in der Lausitz im Gebiet von Spremberg an der Grenze zu Sachsen bekannt. Aber ein Abbau, mit dem in den 1970er Jahren begonnen wurde, musste bereits 1981 eingestellt werden - nicht zuletzt wegen der für die DDR nicht bezahlbaren Kosten. Und nach der Wende geriet das Ganze vorerst in Vergessenheit. Aber um das Jahr 2007 begann sich der amerikanische Minera-Konzern für die Lager zu interessieren und eine Abbaugenehmigung zu beantragen. Die Vorkommen liegen in bis zu 1.000 m Tiefe und haben einen Umfang 15 km x 3 km - bei einer Dicke von rund 2,5 m. Im Kernbereich der Lagerstätte befinden sich rund 100 Mio. Tonnen Kupferschiefer - was rund 1,5 Millionen Tonnen reines Erz ergäbe. Das wäre etwa ein Zehntel der  jährlichen weltweiten Kupferproduktion weltweit. Der Abbau ist vorerst für eine Zeit von ca. 40 Jahren vorgesehen. Das Erzbergwerk ist  dann das einzige seiner Art in Deutschland.
Aber wie mittlerweile in Deutschland schon üblich, verzögern derzeit juristische Auseinandersetzungen den Beginn des Abbaus, sodass frühestens im Jahr 2014 mit dem Abbau begonnen werden kann.

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