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Deutschland: Könige und Kaiser

Inhaltsverzeichnis

Merowinger, Franken und Karolinger

Kyffhäuser: Kyffhaeuserdenkmal
Kyffhäuser: Barbarossadenkmal © goruma (T.Asthalter)

Da es ein Deutschland im heutigen Sinne lange Zeit nicht gab, beginnt eine ausführlichere Darstellung mit Karl dem Großen und werden seine Vorgänger nur kurz erwähnt. Die deutschen Kaiser trugen von Otto I.(912-973) an den Titel Kaiser des römischen Reiches. Otto wurde als erster "deutscher" König von Papst Johannes XII. am 2. Februar 962 in Rom zum römischen Kaiser gekrönt. Ab dem Jahr 1157 unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122-1190) wurde der Titel in "Kaiser des heiligen (sanctus) römischen Reiches erweitert.
Und erst im Mittelalter kam der Begriff "deutscher Nation" hinzu, so dass ab dieser Zeit die Kaiser wie folgt hießen: "Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation. Es sei erwähnt, dass ab dem Jahr 1562 unter Maximilian II. (1527-1576 ) die Kaiserkrönungen nicht mehr in Rom sondern meistens in Frankfurt/Main stattfanden. Am 6. August 1806 ließ der Habsburger Franz II. (1768-1835) seinen Verzicht auf die Krone des "Heiligen römischen Reiches deutscher Nation" verkünden, womit die Geschichte des "Heiligen römischen Reiches deutscher Nation" endete. Franz regierte übrigens danach als Kaiser Franz I. von Österreich noch bis zum Jahr 1835, also bis zu seinem Tod.
Zu unterscheiden sind die Krönungen zum römisch-deutschen König und die zum Kaiser des "Heiligen römischen Reiches deutscher Nation" bzw. davor zum "Römischen Kaiser" bzw. zum "Kaiser des heiligen römischen Reiches." In der "Goldenen Bulle" von 1356 unter Kaiser Karl IV. (1316-1378) wurde die bis zum Jahr 1806 geltende Wahlordnung festgeschrieben. Ihre ersten 23 von insgesamt 31 Kapitel(n) wurden am 10. Januar 1356 auf dem Nürnberger Hoftag verkündet, während die restlichen Kapitel fast ein Jahr später am 25. Dezember 1356 in Metz verkündet wurden. Die Goldene Bulle stellt eines wichtigsten Reichsdokumente des Mittelalters dar.

Mit den Zahlen in den runden Klammern sind jeweils Geburts- und Sterbejahr des betreffenden Herrschers gemeint. Die Ehefrauen der Könige und Kaiser werden nur genannt, wenn sie von besonderer historischer Bedeutung waren.

Merowinger (Franken) [~425 bis ~640]

  • Chlodwig I. (466-511)

Karolinger (Franken) [~650 bis ~900]

  • Pippin I. der Ältere
  • Pippin II. der Mittlere
  • Karl Martell
  • Pippin III. der Jüngere

Kaiserthron Karls d.G. im Aachener Dom © goruma (V.Koppenwallner)

  • Karl der Große (742-814)
    768 König
    800 Kaiser
    Karl betrieb eine sehr wirkungsvolle Politik zur Ausweiterung und Festigung des fränkischen Reiches.
    Im Jahr 774 eroberte er Norditalien, im Jahr 778 den Norden des damals arabischen Spanien.
    Über drei Jahrzehnte (von 772-804) führte er Krieg mit den Sachsen (d.h. mit einem Volksstamm, der im Bereich etwa des heutigen Niedersachsen siedelte). Nach zahllosen Aufständen der Sachsen und ihrer Niederschlagung wurden diese schließlich unterworfen und christianisiert.
    Karl machte sich außerdem Böhmen tributpflichtig, und er bekämpfte die Awaren, die südöstlich des Reichs beheimatet waren.
    Die alten und neu entstandenen Grenzen wusste Karl zu sichern, außerdem förderte er die Verwaltung und die Gesetzgebung und zog Gelehrte in seine Umgebung. All dies trug dazu bei, dem fränkischen Reich insbesondere in seiner Zeit, eine absolute Vormachtstellung in Europa zu sichern. Seine sterblichen Überreste liegen in einem Marmorsarkophag im Aachener Münster.
  • Ludwig I. der Fromme (778-840)
    Mitkaiser 813 und ab 814 Kaiser
    Ludwig erließ im Jahr 817 die "Ordinatio Imperii", um das Reich vereint zu halten.
    Trotzdem ergaben sich fortwährende Streitigkeiten mit seinen Söhnen um eine Teilung des Reichs.
  • Ludwig II. der Deutsche (804-876)
    843 König
    Im Jahr 843 wurde der Vertrag von Verdun über eine Reichsteilung beschlossen. Von diesem Zeitpunkt an gab es ein Ostfränkisches Reich und ein Westfränkisches Reich, wobei sich dafür alsbald die Bezeichnungen "Frankreich" bzw. "Heiliges Römisches Reich" ergaben. Letztere, um die Verbundenheit mit dem christlichen Römischen Reich, das in den letzten Jahrzehnten des fünften Jahrhunderts dem germanischen Ansturm erlag, hervorzuheben.
  • Ludwig III. der Jüngere (835-882)
    876 König
    Im Vertrag von Ribemont (880) wurde die (kurzfristige) Dreiteilung des Reichs beendet; Für Jahrhunderte lag die Grenze zwischen Frankreich und dem Reich fest.
  • Ludwig IV. das Kind (893-911)
    900 König
    Zwei Bischöfe regierten für den Unmündigen, allerdings bei erstarkenden fürstlichen Teilgewalten.

Konradiner (Franke)

  • Konrad I. (geb.? † 918)
    911 König
    Konrad wurde von den Stammesherzögen gewählt, damit wurde der Grundstein für das Reich als Wahlmonarchie gelegt (auch wenn ggf. Vater-Sohn-Nachfolgen stattfanden).
    Es zeigte sich schon unter seiner Regierung die später immer wieder auftretende Rivalität zwischen Kaiser (König) und den Fürsten (territoriale Teilgewalten).

Sachsen (Ottonen) und Salier

Meißen: Denkmal Heinrichs I. © goruma (V.Koppenwallner)

Sachsen (Ottonen)  [919 bis 1024
]Die Sächsischen Herrscher waren keine Franken mehr, damit wurde oft das Jahr 919 als Beginn der deutschen Geschichte (im engeren Sinn) angesehen.

  • Heinrich I. (875-936)
    919 König
    Es gelang Heinrich zunächst, die Herrschaft des Reichs über Lothringen auszudehnen.
    Das Reich wurde jetzt auch Regnum Teutonicum oder Regnum Teutonicorum genannt. Er gilt als der erste deutsche König. Sein 1.000stes Todesjahr 1936 wurde von der SS im Dom zu Quedlinburg in geradezu grotesker Überhöhung gefeiert.
    Fortwährende Angriffe durch Ungarn wurden durch die Schlacht bei Riade an der Unstrut 933 zunächst erfolgreich beendet . Unter Heinrichs Herrschaft kam auch Böhmen zum Reich, außerdem wuchs der Einfluss in Richtung Osten im Bereich der mittleren Elbe (Elbslawen).
  • Otto I. der Große (912-973)
    936 König
    962 Kaiser
    Die ersten Regierungsjahre Ottos waren geprägt durch Rivalitäten und Kämpfe mit Stammesfürsten. Trotzdem gelang es ihm, dem Reich eine Hegemonialstellung in Europa zu verschaffen. Dabei glückte es ihm, die Kirche als Stütze seiner Macht zu gewinnen. Neuerliche Ungarneinfälle wurden abgewehrt, insbesondere durch die Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg) 955.
    Durch drei Italienzüge erwarb er die Herrschaft über Italien. Dabei erhob sich allerdings das Problem, das Verhältnis zum benachbarten Byzanz zu klären.
  • Otto II. (955-983)
    961 König
    967 Mitkaiser, 973 Kaiser
    Ottos Heirat mit Theophanu von Byzanz im Jahr 972 führte zur Anerkennung des (deutschen) Kaisertums durch Byzanz.
    Ein Italienzug im Jahr 982, ausgeführt auch mit dem Ziel, Sizilien dem Byzantinischen Reich zu entreißen, endete in einer vernichtenden Niederlage. Slawenaufstände erschütterten den Norden des Reichs, insbesondere die Gegend der Mittleren Elbe, in der die Reichsherrschaft noch wenig gefestigt war.
  • Otto III. (980-1002)
    983 König
    996 Kaiser
    Die Kaiserinnen Adelheit (Ottos Großmutter) und Theophanu (Ottos Mutter) übten zunächst die Regentschaft aus. Slawenaufstände, der Aufstieg der Piasten in Polen und der Kapetinger in Frankreich relativierten die Vormachtstellung des Reichs.
    Ottos Ziel, das Reich zu dessen Erneuerung von Rom aus zu regieren (Renovatio imperii Romanorum) scheiterte; auch ging die Vormachtstellung des Reichs in Italien verloren.
  • Heinrich II. der Heilige (973-1024)
    1002 König
    1004 König von Italien
    1014 Kaiser
    Auch Heinrich strebte eine Erneuerung des Reichs an, aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger als Renovatio regni Francorum, also als eine "Erneuerung im Geist des Frankenreichs".
    Erst nach drei Kriegen gegen Polen erfolgte die Anerkennung Heinrichs durch Polen. Drei Italienzüge etablierten wieder die Reichsherrschaft über Italien.
    Heinrich stärkte die Macht der Kirche durch Schenkungen sowie durch Reformen. Seine Politik wurde so auch von der Kirche mitgetragen.

Salier [1024 bis 1125]

  • Konrad II. (990-1039)
    1024 König
    1026 König von Italien
    1027 Kaiser
    Er sicherte weiterhin die Herrschaft des Reichs über Italien. Er erwarb Burgund und die Lausitz.
  • Heinrich III. (1017-1056)
    1038 König von Burgund
    1039 König
    1046 Kaiser
    Heinrich definierte sich als Vicarius (Stellvertreter) Christi im Reich, und setzte sich für eine kirchliche Neuordnung auf der Grundlage der Lehren der Kluniazenser ein. Die Einsetzung von Bischöfen und Äbten (Investitur) sollte nach kirchengemäßen Regeln erfolgen.
    Er führte einen Italienzug durch, setzte drei gegeneinander kämpfende Päpste ab und bestimmte (als Patricius Romanorum) die vier nachfolgenden Päpste. Es waren deutsche Bischöfe. Hier lag ein Beispiel für die große Macht dieses Kaisers. Heinrich unterwarf Böhmen, Ungarn und Lothringen.
  • Heinrich IV. (1050-1106)
    1056 König
    1083 Kaiser
    Nach dem Tod seines Vaters regierte Heinrichs Mutter Agnes von Poitou.
    Im Jahr 1075 gelang es Heinrich, die gegen seine Machtstellung aufgestandenen Sachsen niederzuringen.
    Investiturstreitigkeiten führten im Jahr 1076 durch eine Fürstenversammlung in Tribur zu Heinrichs Absetzung und zu einem (päpstlichen) Bann. Durch seinen "Gang nach Canossa" (in Oberitalien) gelang es ihm, den Bann zu lösen.
    Drei Italienzüge blieben letztlich erfolglos.
    Seine Machtstellung wurde immer wieder durch aufständische Fürsten, etwa in Sachsen und Bayern in Frage gestellt.
    Zwei seiner Söhne erhoben sich gegen ihn, dabei wurde seine Abdankung betrieben (1105). Diese Familienstreitigkeiten hatten ganz allgemein einen Niedergang der Macht der Salier zur Folge.
  • Heinrich V. (1086-1125)
    1098 König
    1111 Kaiser
    Im Jahr 1110 zog Heinrich nach Rom. Ein neuerlicher Streit mit dem Papst über Investiturfragen wurde durch das Wormser Konkordat in Form eines Kompromisses zwischen kaiserlichen und päpstlichen Interessen beendet (1122).

Staufer [1125 bis 1268]

Lothar III. von Supplingenburg (1075-1137)
1125 König
1133 Kaiser
Der Staufer Konrad (s. u.) wurde im Jahr 1127 als Gegenkönig eingesetzt.
Lothar wurde schließlich anerkannt. In den folgenden Jahren förderte er die Ostsiedlung, das Städtewesen und die Hanse.

  • Konrad III. (1093-1152)
    König von 1127-1135 und wieder von 1137-1152
    König der Lombardei
    Er wurde nicht zum Kaiser gekrönt.
    Er führte den Zweiten Kreuzzug durch (1147-1149), zu dem er vor allem durch den Abt Bernhard von Clairvaux gedrängt wurde. Er hatte dabei keinen Erfolg.

Goslar: Friedrich I. Barbarossa
Goslar: Friedrich I. Barbarossa © goruma (T.Asthalter)
  • Friedrich I. Barbarossa (1122-1190)
    1152 König
    1155 Kaiser
    1178 König von Burgund (durch eine seiner Eheschließungen).
    Zunächst erfolgte eine gute Kooperation mit den Reichsfürsten (insbesondere mit Herzog Heinrich dem Löwen von Sachsen und Markgraf Albrecht dem Bären von Brandenburg). Fünf Italienzüge erbrachten nicht den gewünschten Erfolg der Herrschaft über Italien, da Heinrich der Löwe seine Hilfe verweigerte. Daraufhin zerschlug er die Macht Heinrichs: Seine Herzogtümer Bayern und Sachsen wurden geteilt und anderweitig vergeben.
    Das Ziel Friedrichs war es, relativ kleine Herzogtümer zu schaffen, die dem Kaiser verpflichtet waren. Tatsächlich begann hier die verstärkte Territorialisierung des Reichs.
    Er beteiligte sich am Dritten Kreuzzug (1189-1192). Dabei scheiterte der Versuch Friedrichs, Jerusalem von Sultan Saladin zurückzuerobern. (Der gebildete Sultan wurde auch in Europa hoch geachtet, so in G.E. Lessings Werk: "Nathan der Weise".)
    Friedrich I. fand im Jahr 1190 den Tod in Südanatolien durch Ertrinken.
  • Heinrich VI. (1165-1197)
    1190 König
    1191 Kaiser
    1194 König von Sizilien.
    Er kämpfte um seine Erbansprüche in Sizilien. Eine gegen ihn gerichtete Fürstenkoalition zwang ihn zunächst zur Rückkehr ins Reich. Nach deren Überwindung erreichte er im Jahr 1194 seine Krönung als König von Sizilien.
  • Otto IV. (Welfe) (1175-1218), Sohn Heinrichs des Löwen.
    1198 König
    1209 Kaiser
    Otto konnte sich gegen die mächtigen Reichsfürsten kaum durchsetzen. Ein Italienzug, den er zur Gewinnung Siziliens durchführte, scheiterte. Er wurde völlig machtlos.
  • Friedrich II. (1194-1250)
    1196 König, er wurde auf Drängen seines Vaters als Gegenkönig zu König Otto IV. gewählt.
    Nach langen Streitigkeiten wurde er 1215 nach militärischen Niederlagen Ottos gekrönt.
    Als Erbin Siziliens ließ ihn seine Mutter Konstanze im Jahr 1197 zum König von Sizilien krönen.
    1220 Kaiser
    Im Jahr 1220 erließ Friedrich die "Fürstengesetze", welche im Reich die Beziehungen zwischen König, Fürsten und Städten (neu) regelten.
    1227 wurde der Bann über ihn verhängt, da er einen vom Papst angemahnten Kreuzzug nicht durchführte. Im Jahr 1228 führte Friedrich diesen Zug doch noch durch, wobei es ihm gelang, Jerusalem zurück zu gewinnen und sich zum König von Jerusalem zu krönen.
    Seine letzten Lebensjahrzehnte verbrachte er zumeist in seinem sizilianischen Erbreich.
    Während des letzten Teils seiner Herrschaft erfuhr er im Reich wachsende Ablehnung, im Jahr 1248 wurde er vom Papst abgesetzt, nachdem schon zwei Gegenkönige gewählt worden waren:
    Heinrich Raspe im Jahr 1246 und Wilhelm von Holland im Jahr 1247.
    Trotz dieser Widrigkeiten ist ihm im Reich eine erfolgreiche Politik gelungen, und es gelang ihm auch, seinen Sohn Konrad als Nachfolger durchzusetzen.
    Er hatte weitgehende wissenschaftliche und philosophische Interessen. Er schrieb zahlreiche Werke, z.B. über die Falkenjagd ("De arte venandi cum avibus"). Außerdem führte er eine sehr aufwendige Hofhaltung. Dies alles resultierte in dem Attribut: "Stupor mundi" ("der die Welt zum Erstaunen bringt").
  • Konrad IV. (1228-1254)
    1237 zum König gewählt, jedoch nicht gekrönt.
    Er hatte zwei Gegenkönige, nämlich diejenigen seines Vaters, gegen die er sich kaum durchsetzen konnte.
    Im Jahr 1251 zog sich Konrad auf seine Position als König von Sizilien und Jerusalem zurück.
    Die Regierungszeit Konrads wurde manchmal schon als Vorstufe für das Interregnum 1254-1273 (Zwischenregierung) gesehen.
    In der Zeit des eigentlichen Interregnums gab es wiederum mehrere Könige, die jedoch mehr oder weniger machtlos blieben, so dass die Landesfürsten und die großen Städte bzw. auch Städtebünde eine relativ starke Machtstellung gewannen.
  • Konradin ("der letzte Staufer") (1252-1268)
    Bei dem Italienzug, den er durchführte, um sein Erbe anzutreten, wurde Konradin von Karl von Anjou geschlagen und auf dem Marktplatz von Neapel im Jahr 1268 hingerichtet.

Habsburger und andere Geschlechter

  • Rudolf I. von Habsburg (1218-1291)
    Seit 1273 König und damit der erste Habsburger auf dem "deutschen" Thron. Vorher war er als Rudolf IV. Graf von Habsburg, Kyburg und Löwenstein - sowie Landgraf im Thurgau.
    Nach seiner Wahl musste sich Rudolf mit König Ottokar II. (Přemysl) von Böhmen auseinandersetzen, der diese Wahl nicht anerkannte. Die Schlacht bei Dürnkrut auf dem Marchfeld 1278, bei der Ottokar getötet wurde, erbrachte einen Sieg für Rudolf. Das Ergebnis der Auseinandersetzung:
    Rudolf konnte seine Söhne Albrecht und Rudolf mit Österreich und der Steiermark belehnen, Böhmen wurde Ottokars Sohn Wenzel übertragen.
    Ab dieser Zeit bildete Österreich (die "Österreichischen Erblande") den Kern der Habsburgischen Hausmacht.
    Was die Politik im Reich anbetraf, begann Rudolf eine straffe Verwaltung aufzubauen, und er betrieb die Rückgewinnung bestimmter, früher verloren gegangener Reichsgebiete (Revindikation). Rudolf verstarb am 15. Juli 1291 in Speyer.
  • Adolf von Nassau (1250-1298)
    1292 König
    Im Zuge des Versuchs, seine Machtstellung zu erweitern, führte er Feldzüge gegen verschiedene Reichsfürsten durch. Dabei hat er den Tod gefunden.
  • Albrecht I. (Habsburger) (1255-1308)
    1298 König
    Er führte eine erfolgreiche Politik zur Vergrößerung seiner Hausmacht durch und erzielte einen Ausgleich mit dem Papst.
    Er wurde durch seinen Neffen (Johann "Parricida") ermordet (vgl. F. Schiller: "Wilhelm Tell").
  • Heinrich VII. (Luxemburger) (1275-1313)
    1308 König
    Er gewann Böhmen als Luxemburgische Hausmacht. Ein Italienzug 1310 scheiterte jedoch.
  • Friedrich III. (Habsburger) (1281-1330)
    314 König (in Doppelwahl mit Ludwig, s. u.)
    Es folgte ein langjähriger Kampf mit Ludwig, den er in der Schlacht bei Mühlberg im Jahr 1322 militärisch verlor. Trotzdem blieb ein gemeinsames Königtum mit Ludwig bestehen.
  • Ludwig IV. (Wittelsbacher) (1282-1347)
    1314 König als Gegenkönig zu Friedrich III.
    1328 Kaiser
    Er führte eine zielstrebige Machtpolitik im Reich durch, was zu einer gegnerischen Fürstenkoalition führte und (nach dem Tod Friedrichs) zur Wahl eines Gegenkönigs (Karl IV. s. u.). Kurz darauf starb er bei einem Jagdunfall.
  • Karl IV. (Luxemburger) (1316-1378)
    1346 König
    1347 König von Böhmen
    1355 Kaiser
    Karl führte zwei Italienzüge durch. Zu seinem Hauptsitz bestimmte er Prag. Er erwarb eine große Machtfülle, und er förderte den Handel (Hanse sowie den Ostsee-Adria-Handel).
    Die "Goldene Bulle" aus dem Jahr 1356 regelte das Verfahren der Königswahl neu und dauerhaft, im Prinzip bis zum Jahr 1806.
    Im Jahr 1376 bildete sich der Schwäbische Städtebund, der sich zumindest vorsichtig gegen seine wachsende Macht wendete. Im Jahr 1378 führte das Kirchenschisma zur Einsetzung eines Gegenpapstes in Avignon. Karl konnte dieser Entwicklung nicht mehr Einhalt gebieten.
  • Wenzel I. (Luxemburger) (1361-1419)
    1363 König von Böhmen als Wenzel IV.
    1376-1400 König
    1377
    Eine wachsende Einflussnahme der Territorialfürsten und der Städte erschwerte Wenzels Herrschaft mehr und mehr. Adelsaufstände, besonders in Böhmen, ließen ihn völlig machtlos werden. Im Jahr 1400 wurde er als (deutscher) König abgesetzt, er blieb jedoch bis zu seinem Tod König von Böhmen.
  • Ruprecht von der Pfalz (Wittelsbacher) (1352-1410)
    1398 König
    Ruprecht blieb als Herrscher ohne Einfluss.
  • Sigismund (Luxemburger) (1368-1437)
    1376 König von Ungarn
    1410 König
    1429 König von Böhmen
    1433 Kaiser
    Außerordentlich wichtige Maßnahmen und Ereignisse während Sigismunds Regierungszeit waren:
    1411 Brandenburg ging an Friedrich von Zollern
    (Begründung der Hohenzollerndynastie).
    1414-1415 Konzil von Konstanz, bei dem Jan Hus (1369-1415) trotz des ihm zugesicherten freien Geleits, verbrannt wurde. Dies führte zu den Hussitenkriegen.
    Erst nach einem Kreuzzug gegen die Hussiten gelang es ihm, auch König von Böhmen zu werden.
  • Albrecht II. (Habsburger) (1397-1439)
    1437 König von Ungarn und Böhmen
    1438 König
    Juden und Ketzer verfolgte Albrecht mit Hass und Grausamkeit. Er führte Feldzüge gegen die (osmanischen) Türken, wobei er den Tod fand.
  • Friedrich III. (Habsburger) (1410-1493)
    1440 König
    1442 Kaiser
    Friedrich residierte meist in Graz, jedoch auch in Wien.
    In der Reichspolitik blieb er vergleichsweise inaktiv, tätig war er allerdings bezüglich seiner Interessen in den österreichischen Erblanden geworden.
    Er konnte nicht verhindern, dass sich in Böhmen und Ungarn "nationale" Interessen durchsetzten:
    1458-1471 Der böhmische Adelige Georg von Podiebrad wurde König von Böhmen.
    1458-1490 Der Adelige Matthias Corvinus wurde König von Ungarn und in der Zeit 1471-1490 auch König von Böhmen.
    Zwischen 1485 und 1490 gelang es Corvinus sogar, Friedrich aus Wien zu vertreiben.
  • Maximilian I. der letzte Ritter (Habsburger) (1459-1519)
    1453 König
    1508 Kaiser
    Maximilian gelang es, Einfluss auf Böhmen und Ungarn zurück zu gewinnen.
    Er heiratete 1477 Maria von Burgund und sicherte den zukünftigen Besitz von Teilen Burgunds und der Niederlande. Dies führte allerdings zu heftiger Opposition in den Niederlanden und zu einem Krieg mit Frankreich. Den Krieg gewann Friedrich zwar, aber hier entstand eine der Ursachen für den deutsch-französischen Gegensatz während der gesamten Neuzeit.
    In das Jahr 1492 fallen zwei äußerst bedeutsame Ereignisse in Spanien:
    Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus und die Vollendung der Reconquista, d. h. die Rückeroberung des letzten Teils von Spanien (Granada) durch die Vertreibung der Araber. Diese Geschehnisse, maßgeblich von Königin Isabella von Kastilien (s. u.) beeinflusst, haben sich in der Folgezeit auch auf das Reich ausgewirkt, nämlich über die kurz darauf entstandene Linie der spanischen Habsburger.
    Im Jahr 1499 schied nach dem "Schwabenkrieg" die Schweiz aus dem Reich aus.
  • Philip der Schöne (1478-1506)
    Einziger Sohn von Maximilian I.
    Seine Ehe mit Johanna (der Wahnsinnigen) (1479-1555), der Tochter von Isabella von Kastilien und von Ferdinand von Aragon ("Reyes Catolicos") bildete den Ausgangspunkt für ein äußerst bedeutsames historisches Geschehen, nämlich dem Entstehen der spanischen Linie der Habsburger Dynastie, die bis zum Jahr 1700 an der Macht blieb.
    Johanna wurde der Titel, die Wahnsinnige u.a. deshalb verliehen, weil sie mit der Leiche ihres verstorbenen Ehemannes Philip jahrelang durch die Lande zog.
    Philip war der Vater von Karl V., Ferdinand I., s. u. sowie von zwei Töchtern. Er wurde König von Kastilien, aber er gelangte zu keiner politischen Funktion im Reich.
  • Karl V. (1500-1558), in dessen Reich die Sonne nie unterging.
    1506 erbte Karl Burgund und die Niederlande.
    1516 König von Spanien als Karl I.
    1519 erbte er Österreich (genauer: die Österreichischen Erblande).
    1519 König
    1519 zum Kaiser gewählt und 1530 gekrönt
    Er bekämpfte vehement den aufkommenden Protestantismus:
    Verhängung der Reichsacht gegen Martin Luther auf dem Wormser Reichstag.
    1521-1522 überschrieb Karl Österreich seinem Bruder Ferdinand I. Außerdem bestimmte er diesen zu seinem Vertreter im Reich.
    1524-1526 ereigneten sich die Bauernkriege.
    1520 wurde Mexiko von Spanien erobert und 1533 Peru. Damit begannen die Jahrhunderte eines riesigen spanischen Kolonialreichs in Nord- und Südamerika.
    Karl führte Krieg gegen die immer wieder vordringenden Türken, die 1526 die Schlacht bei Mohacs (Ungarn) gewannen, sich jedoch nach wechselndem Kriegsglück wieder zurückzogen.
    Karl führte vier Kriege gegen Frankreich (König Franz I.). Der letzte endete mit dem Ergebnis, dass Frankreich die Herrschaft Karls über die Niederlande und Teile Italiens anerkannte.
    Während der Regierungszeit Karls breitete sich die Reformation im Reich weiter aus, im Schmalkaldischen Krieg konnte er zwar das Heer der Protestanten besiegen. Aber es gelang ihm nicht, den Protestantismus nachhaltig zurückzudrängen. Im Jahr1555 besiegelte der Augsburger Religionsfrieden diesen Sachverhalt.
    Im Jahr 1556 dankte Karl resigniert ab und zog sich in das Kloster San Yuste zurück. Er war damit einer der ganz wenigen Herrscher, die ihre Macht aus freien Stücken abgaben.
    Sein Bruder Ferdinand I. wurde Nachfolger im Reich (s. u.), sein Sohn Philip wurde Nachfolger in Spanien (König Philip II.).
  • Ferdinand I. (Habsburger) (1503-1564)
    1521/22 übertrug ihm sein Bruder Karl die Österreichischen Erblande
    1526 König von Ungarn
    1526 König von Böhmen
    Seit dieser Zeit bestand die enge Zugehörigkeit dieser Länder zu Österreich bis zum Jahr 1918. Insbesondere galt dies in der Zeit 1867 bis 1918, in der es die "Donaumonarchie" gab.
    1531 König
    1556 Kaiser
    Die osmanischen Türken konnte er an einem Vordringen hindern.
    Am Zustandekommen des Augsburger Religionsfriedens 1555 war er maßgeblich beteiligt. Ferdinand betrieb eine relativ tolerante Religionspolitik.
    1556 wurde er nach der Abdankung seines Bruders Kaiser.
  • Maximilian II. (Habsburger) (1527-1576)
    1562 König
    1564 Kaiser
    Maximilian übte konfessionelle Toleranz, u.a. indem er den Weiterbestand des Augsburger Religionsfriedens sicherte.
    Gegen türkische Angriffe erwies er sich als machtlos.
  • Rudolf II. (1552-1612), erster Sohn Maximilians II.
    1572 König von Ungarn
    1575 König von Böhmen
    1576 Kaiser
    Rudolf residierte in Prag. Er förderte Kunst und Wissenschaften (die Astronomen Kepler und Brahe weilten an seinem Hof).
    Trotz wachsender Probleme, wie Aufständen in Ungarn und türkischen Angriffen, blieb er politisch inaktiv und wurde 1608 zur Abdankung vom Königtum Ungarn und 1611 von Böhmen gezwungen.
    Sein Bruder Matthias wurde Nachfolger.
    1609 erließ er den "Böhmischen Majestätsbrief", der den protestantischen böhmischen Ständen Religionsfreiheit garantierte.
    1608 bzw. 1609 wurden unter den Reichsfürsten Bündnisse geschlossen. 1608 die (protestantische) Union und 1609 die (katholische) Liga - für eine weitere Stabilität im Reich kein gutes Vorzeichen.
  • Matthias (1557-1619), zweiter Sohn Maximilians II.
    1608 König von Ungarn
    1611 König von Böhmen
    1612 Kaiser
    1615 die Kämpfe gegen die (osmanischen) Türken endeten mit einem ungünstigen Friedensschluss.
    Es gelang Matthias auch nicht, einen Ausgleich zwischen den sich mehr und mehr verschärfenden konfessionellen Gegensätzen herbeizuführen.
    Er erwies sich mehr und mehr als krank und politisch schwach. Ab 1617 führte Erzherzog Ferdinand (s. u.) die politischen Geschäfte.
  • Ferdinand II. (Habsburger) (1578-1637)
    1619 König von Böhmen (mit Unterbrechung 1619-1620)
    1619 König von Ungarn
    1619 Kaiser
    Ferdinand begann mit einer Politik der massiven Rekatholisierung, womit er insbesondere die Rechte der böhmischen Stände verletzte, die im "Böhmischen Majestätsbrief" von 1609 festgelegt worden waren. Dies führte zum Böhmischen Aufstand und zum Prager Fenstersturz, der den Dreißigjährigen Krieg auslöste (1618-1648).
    Als Ergebnis dieses Aufstands setzten die böhmischen Stände Ferdinand am 22.8.1619 als König von Böhmen ab und wählten Friedrich von der Pfalz als dessen Nachfolger. Sechs Tage später, am 28.8.1619, wurde Ferdinand zum Kaiser gewählt.
    In der Schlacht am Weissen Berg (bei Prag) 1620 besiegten kaiserlich-katholische Truppen das (böhmische) Heer Friedrichs. Damit war der Böhmische Aufstand niedergeschlagen; er endete mit der Flucht Friedrichs, mit Hinrichtungen von böhmischen Aufständischen und mit der Wiedereinsetzung Ferdinands als König von Böhmen. Er betrieb eine intensive Rekatholisierung, und Böhmen wurde bis zum Jahr 1918 von Österreich beherrscht.
    Die intensive Rekatholisierungspolitik auch im Reich (insbesondere in Kooperation mit Kurfürst Maximilian von Bayern) rief Christian IV. (König von Dänemark und Oberster des Niedersächsischen Reichskreises) auf den Plan. Es kam zu mehreren Schlachten zwischen dem kaiserlichen Heer (Feldherr J. T. Tilly) und einem Söldnerheer (Feldherr A. v. Wallenstein) einerseits und dem dänischem Heer sowie einem protestantischem Söldnerheer (Feldherr E. v Mansfeld) andererseits.
    Dabei fielen den Kaiserlichen die wesentlichen Siege zu.
    Dies führte zum Höhepunkt Ferdinands Macht. Im Jahr 1629 erließ er das "Restitutionsedikt", welches die Forderung beinhaltete, bestimmte, im Zuge der Reformation protestantisch gewordene Kirchengüter, an die katholische Kirche zurückzugeben. Allerdings wurde er zu diesem Zeitpunkt (im Jahr 1630) gezwungen, Wallenstein zu entlassen, da dieser den Reichsfürsten, insbesondere den katholischen, zu mächtig geworden war.
    Im selben Jahr griff König Gustav Adolf von Schweden auf Seiten der Protestanten in das Kriegsgeschehen ein, da die neu gewonnene kaiserliche Machtstellung im Norden des Reichs seinen eigenen Plänen der Machterweiterung im Ostseeraum zuwider lief. Sein Heer zog zusammen mit anderen protestantischen Truppen unaufhaltsam durch das Reich bis München, so dass der Kaiser sich veranlasst sah, Wallenstein zurückzurufen.
    Mehrere Schlachten (z.B. bei Rain am Lech und bei Lützen nahe Leipzig, beide im Jahr 1632) konnten das Kriegsglück keiner der beiden Seiten endgültig besiegeln. Gustav Adolf fiel in der Schlacht bei Lützen, Wallenstein wurde wegen Unbotmäßigkeit abgesetzt und im Jahr 1634 in Eger ermordet.
    In der Zeit des Friedensschlusses von Prag 1635 zwischen dem Kaiser und verschiedenen Reichsfürsten war das Reich schon so geschwächt, dass es seine Angelegenheiten nicht mehr souverän lösen konnte. Französische und schwedische Truppen operierten daher jahrelang im Reichsgebiet und zwar bis zum Jahr 1648.
    Langatmige Friedensverhandlungen, die 1644 begannen, führten endlich 1648 zum Ende des Dreißigjährigen Krieges und zum Frieden von Münster und Osnabrück. Zum Beginn dieser letzten Epoche des Krieges, im Jahr 1637, starb Ferdinand II.
  • Ferdinand III. (Habsburger) (1608-1657)
    1625 König von Böhmen
    1627 König von Ungarn
    1636 König
    1637 Kaiser
    In die Regierungszeit Ferdinands fiel das Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) und der Frieden von Münster und Osnabrück (1648). Krieg und Frieden hatten für das Reich gravierende Folgen:
    Der Krieg brachte drastische Bevölkerungsverluste und unübersehbare materielle Schäden mit sich.
    Der Friedensschluss beließ das Gebiet und die territoriale Gliederung (Zersplitterung) des Reichs i. W. bestehen, und er hatte zur Folge, dass konfessionelle Aspekte in der Politik nur noch eine nach geordnete Rolle spielten und dass die Macht und Eigenständigkeit der Territorialfürsten auf Kosten der kaiserlichen Macht gestärkt wurde.
  • Leopold I. (Habsburger) (1640-1705)
    1655 König von Ungarn
    1656 König von Böhmen
    1658 König
    1658 Kaiser
    1655-1660 kämpfte Leopold auf der Seite Brandenburgs im 1. Nordischen Krieg gegen Schweden mit dem Ergebnis, dass jegliche politische Einflussnahme Schwedens auf Brandenburg d. h. auf das Reich unterbunden wurde.
    Ein anderer Gegner Leopolds war Frankreich, dessen Politik unter König Ludwig XIV. besonders aggressiv war:
    Im Holländischen Krieg (1672-1679), im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) und im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) hatte er Kämpfe gegen Frankreich auszutragen.
    Der "Große Türkenkrieg" (1683-1699), in welchem die Türken bis Wien vordrangen, begann mit der Schlacht am Kahlenberg bei Wien (1683). In der Folgezeit konnten die türkischen Heere jedoch aus dem Reich und aus Ungarn zurückgedrängt werden. Von diesem Zeitpunkt an waren die Habsburger bei weitem die mächtigste Dynastie im Reich. In diese Zeit fiel auch der Umschlag der österreichischen Politik von "balkandefensiv" zu "balkanexpansiv" zu werden.
    1701 erkannte Leopold an, dass die Hohenzollern in Preußen die Königswürde annahmen. Da es diesen alsbald gelang, die preußische Königswürde auch in Brandenburg geltend zu machen, oder anders: auch Brandenburg zu Preußen zu "machen", begann jetzt der unaufhaltsame Aufstieg der Hohenzollern, der später zum österreichisch-preußischen Dualismus führte. Dieser gipfelte in der Frage nach der "kleindeutschen" oder "großdeutschen" Lösung und in der Schlacht von Königgrätz (1866).
    Neben den unzähligen kriegerischen Aktivitäten, in der Leopold während vier Jahrzehnten in drei verschiedene Richtungen hineingezogen wurde, fand er Zeit und Interesse für die Wiener Barockkultur, die er förderte und an der er aktiv teilnahm.
  • Josef I. (Habsburger) (1678-1711)
    1705 König
    1705 Kaiser
    Josef versuchte vergeblich, Bayern zu annektieren.
    Kriegerische Handlungen gegen Frankreich im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges erbrachten keine Entscheidung.
  • Karl VI. (Habsburger) (1685-1740)
    König von Ungarn
    1711 Kaiser
    Karl führte erfolgreich Kriege gegen die Türken (Feldherr: Prinz Eugen von Savoyen), wodurch die Machtstellung Österreichs auf dem Balkan weiter erhöht wurde. 1713 erließ Karl in der "Pragmatischen Sanktion" Erbregeln für den Habsburgerischen Besitz. Da er keine männlichen Nachkommen besaß, bedeutete dies in seinem Fall, dass die älteste seiner Töchter erbberechtigt war.
  • Karl VII., Albrecht (Wittelsbacher) (1697-1745)
    1741 König von Böhmen
    1742 Kaiser
    Durch Nichtanerkennung der Pragmatischen Sanktion und durch Anmelden gewisser Erbansprüche (als Verwandter der Habsburger) konnte er König und Kaiser werden.
  • Franz I. Stephan von Lothringen (1708-1765)
    1745 Kaiser als Franz I.
    Verheiratet mit Maria Theresia, der ältesten Tochter von Karl VI. (s. o.).
  • Maria Theresia (Habsburgerin) (1717-1780)
    1740 Königin von Böhmen
    1740 Königin von Ungarn
    Seit der Krönung ihres Mannes zum Kaiser wurde Maria Theresia Kaiserin genannt (allerdings nicht gekrönt).
    Im Jahr 1740 entriss König Friedrich II. von Preußen Österreich in einem Angriffskrieg Schlesien. Dieser Krieg war ein Teil des österreichischen Erbfolgekriegs (1740-1748), in welchem Maria Theresia, verbündet mit England, zunächst gegen Kaiser Karl VI, verbündet mit Frankreich, stand und in welchem auch französisch-englische Rivalitäten eine große Rolle spielten. In dieser Zeit herrschte noch der alte französisch-habsburgische Gegensatz, der allerdings im Jahr 1756 abrupt endete und zwar durch eine französisch-österreichische Allianz ("renversement des alliances").
    Der Siebenjährige Krieg (1756-1763) wurde einerseits geführt, um die Wiedergewinnung Schlesiens zu erreichen (Österreich verbündet mit Frankreich und Russland gegen Preußen, das mit England verbündet war), andererseits wurden in diesem Krieg englisch-französische Rivalitäten, die in Nordamerika bestanden, ausgetragen.
    Für Preußen ging der Krieg in unerwarteter Weise siegreich aus, so dass Schlesien endgültig bei Preußen verblieb (Friede von Hubertusburg, 1763).
    Im Jahr 1765 starb Franz, und sein Sohn Josef wurde Mitregent Maria Theresias.
    Durch die erste polnische Teilung 1772 gewann Österreich Galizien hinzu.
    Was die Innenpolitik anbetraf, galt Maria Theresia als gemäßigte Reformerin. Sie förderte das Verwaltungs- und Behördenwesen, sie verbesserte das Schulwesen, sie begrenzte die Macht der Kirche, und sie setzte sich ein für ein humaneres Strafrecht und für die Abschaffung von Fron und Foltereien.
    Maria Theresia gebar 16 Kinder.
  • Josef II. (Habsburger) (1741-1790)
    1765 Kaiser als Mitregent seiner Mutter Maria Theresia
    1780 nach deren Tod Alleinherrscher
    Seine vielfältigen Aktivitäten als "aufgeklärter Reformer" brachten ihn häufig in Gegensatz zu Adel und Klerus.
    In seine Regierungszeit fiel der Ausbruch der Französischen Revolution im Jahr 1789.
  • Leopold II. (1747-1792)
    1790 König von Ungarn
    1791 König von Böhmen
    1790 Kaiser
    Seine wenigen Regierungsjahre waren gekennzeichnet durch eine eher mäßigend wirkende Außenpolitik und durch eine vorsichtige Fortführung der Reformen im Inneren.
    In seine Regierungszeit fielen wichtige Jahre der Französischen Revolution.
    In der Pillnitzer Konvention 1791 schloss er ein Bündnis mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm II. gegen das revolutionäre Frankreich.
  • Franz II. (1768-1835)
    1792 bis 1806 Kaiser
    ((1804-1835 Kaiser von Österreich als Franz I.))
    In seine Regierungszeit als Kaiser fielen die letzten Jahre der Französischen Revolution und der Aufstieg Napoleons I. Dessen militärische Schläge gegen das Reich und seine politischen Aktivitäten (Gründung des Rheinbunds, womit ein beträchtlicher Teil des Reichs auf die Seite Frankreichs gezogen wurde) veränderten die politische Situation Mitteleuropas ganz erheblich.
    Im Jahr 1804 erklärte sich Franz zum Kaiser von Österreich, als Franz I. (1804-1835), im selben Jahr krönte sich auch Napoleon zum Kaiser.
    Im Jahr 1806 erklärte Franz die Kaiserwürde des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation für erloschen.
    Danach gab es in Deutschland, im Gegensatz zu Österreich, bis zum Jahr 1871 keinen Kaiser mehr. Es regierten eine große Anzahl an regionalen Herrschern auch als Könige, so in Bayern, Württemberg, Preußen oder Sachsen. Erst am 18. Januar 1871 wurde Wilhelm I. König von Preußen, vor allem auch auf Betreiben Bismarcks, in Versailles zum deutschen Kaiser gekrönt.

Preußen und Brandenburg, Hohenzollern

Der Große Kurfürst vor dem Charlottenburger Schloss © goruma (Dr.Ramm)

Ergänzend zu den deutschen Kaisern und Königen seien eine Reihe Herrscher in Brandenburg/Preußen dargestellt. Dabei ist zu bedenken, dass es mit Wilhelm I. wieder einen deutschen Kaiser gab.
Im Jahr 1415 schickte Kaiser Sigismund den Markgrafen von Nürnberg, Friedrich den VI. zur Bekämpfung des Raubrittertums in Brandenburg dorthin. Er machte ihn im Jahr zum Kurfürsten.

Der Große Kurfürst, Friedrich I.
Der bekannteste Kurfürst von Brandenburg war sicherlich Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst (1620-1688) - ab 1640 Kurfürst, der u. a. die Hugenotten ins Land holte und aus der "Streusandbrücke" des Landes ein starkes Staatsgebiet machte.
Sein Nachfolger war Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1657-1713), der sich als Friedrich I. am 18. Januar 1701 zum König in (nicht von) Preußen krönte. Die Königswürde hatte er sich mit 2 Mio. Goldtalern vom  Kaiser erkaufen müssen. Sein Nachfolger war Friedrich-Wilhelm I. (1688-1740), ab 1713 König von Preußen der Soldatenkönig. Die weiteren preußischen Könige waren:

Friedrich der Große "Unter den Linden" in Berlin © goruma (Dr.Ramm)

  • Friedrich II. der Große (1712-1786)
    König von Preußen ab 1740
  • Friedrich-Wilhelm II. (1744-1797)
    König von Preußen ab 1786
  • Friedrich-Wilhelm III. (1770-1840)
    König von Preußen ab1797
    Ehemann von Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz, die bereits im Alter von 34 Jahren verstarb. Wegen mehrerer Schlaganfälle konnte er ab dem Jahr 1857 die Regierungsgeschäfte nicht mehr wahrnehmen, deshalb wurde sein Bruder, der spätere Kaiser Wilhelm I. zum Regenten bestimmt.
  • Friedrich-Wilhelm IV. (1795-1861)
    König von Preußen ab 1840

Hamburg, Reiterstandbild Wilhelm I. in Altona
Hamburg, Reiterstandbild Wilhelm I. in Altona
© goruma (Dr.Ramm)
  • Wilhelm I. (1797-1888)
    König von Preußen und deutscher Kaiser
    (Bruder des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV.).
    Wilhelm erhielt zunächst den Titel Prinz von Preußen.
    In den vierziger Jahren begonnene sozialrevolutionäre Aufstände wurden von Wilhelm brutal niedergeschlagen, z.B. die Märzrevolution in Berlin 1848 und spätere Aufstände in Baden und in der Pfalz. Er erhielt damals den Beinamen "der Kartätschenprinz". Im Jahr 1849 wurde Wilhelm Generalgouverneur vom Rheinland und von Westfalen. Ab 1858 regierte er in Vertretung für seinen psychisch erkrankten Bruder.
    Im Jahr 1861 wurde Wilhelm König von Preußen.
    1862 ernannte Wilhelm Otto von Bismarck zum Ministerpräsidenten. Dessen Politik lief auf der Errichtung eines noch mehr gestärkten Obrigkeitsstaats heraus und auf das Herausdrängen Österreichs aus dem Deutschen Bund (Schlacht von Königgrätz 1866), die so genannte "Kleindeutsche Lösung".
    Am 18. Januar 1871 wurde nach dem gewonnenen preußisch-französischen Krieg das Deutsche Reich proklamiert. Wilhelm wurde als Wilhelm I. deutscher Kaiser. Die Krönung fand im Spiegelsaal von Versailles statt. Er starb in dem so genannten Drei-Kaiser-Jahr 1888. Das abgebildete Reiterstandbild vor dem Altonaer Rathaus entstammt einem Entwurf von Prof. Gustav Eberlein (1847-1926) und wurde im Jahr 1898 eingeweiht.

Standbild Friedrich III in Essen
  • Friedrich III. (1831-1888)
    König von Preußen und deutscher Kaiser.
    Friedrich III. war der Sohn von Kaiser Wilhelm I. und seiner Frau Augusta. Er ist als der "99-Tage-Kaiser" in die Geschichte eingegangen, da er nur vom 9. März 1888 als König von Preußen und deutscher Kaiser bis zum  15. Juni 1888 regierte. Er verstarb an den Folgen seines Kehlkopfkrebses.
  • Wilhelm II. (1859-1941)
    König von Preußen und deutscher Kaiser
    Wilhelm II. war ab dem Todestag von Friedrich III. (15. Juni 1888) König von Preußen und deutscher Kaiser. Er war der letzte König von Preußen und der letzte deutsche Kaiser. Mit ihm endete die Herrschaft des Adels in Deutschland, das fortan eine Republik wurde.
    In seiner Jugend orientierte Wilhelm sich deutlich gegen seine liberalen Eltern und an seinem antiliberalen, reaktionären Großvater sowie an Bismarck.
    Als er an die Regierung gelangte, zerschlug sich allerdings bald der Konsens mit Bismarck, der 1890 zurücktrat. Wilhelm führte die Regierungsgeschäfte mit dröhnender Selbstsicherheit, aber er repräsentierte mehr, als dass er die Politik des Reichs wirklich leitete. Verbände aller Art (die z.B. dem Militär und der Wirtschaft nahe standen bzw. deren Interessen vertraten) wurden immer einflussreicher.
    Der wachsenden Kriegsgefahr sah er zwar eher mit Sorgen entgegen, aber er erwies sich als völlig unfähig, den ersten Weltkrieg zu vermeiden, in seinem Verlauf einzugrenzen oder gar zu beenden. Während der letzten Kriegsjahre (1916-1918) diktierte allein die oberste Heeresleitung das Kriegsgeschehen.
    Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg wurde er am 9. November 1918 aus dem Amt enthoben und emigrierte am 10. November nach Doorn in den Niederlanden und verzichtete dort offiziell am 28. November 1918 auf seinen Thron. Die Amtsenthebung erfolgte nach einer eigenmächtigen Erklärung vom Reichskanzler Max von Baden, der dessen Rücktritt erklärte.
    Seine Ehefrau war bis 1921 Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. 1922 heiratete er ein 2. Mal und zwar die verwitwete Prinzessin Hermine von Schönaich Carolath.
    Mit dem Rücktritt Wilhelms II. endete in Deutschland auch die Adelsherrschaft.

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