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Der Erste Weltkrieg

Der 1. Weltkrieg in der Literatur

Walter Flex
In den meisten Schilderungen von Kriegen werden Feldherren, Generäle und Kampfverläufe geschildert. Meist kam das unendliche Leid der einfachen Soldaten oder auch Zivilisten kaum oder nur am Rande vor.
Das folgende Gedicht von Walter Flex (1887-1917) in dessen Buch "Der Wanderer zwischen beiden Welten" (1916), das von Robert Götz (1892–1978) vertont wurde, beschreibt auf eine melancholisch-sentimentale Art die Hoffnungslosigkeit der einfachen Soldaten.
Auch wenn Walter Flex, der als Kompaniechef an der Ostfront infolge einer schweren Verwundung am 16. Oktober 1917 verstarb, dies mit seinem Gedicht gar nicht verfolgt hatte.

1. Wildgänse rauschen durch die Nacht
Mit schrillem Schrei nach Norden –
Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht!
Die Welt ist voller Morden.

2.  Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt,
Graureisige Geschwader!
Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt,
Weit wallt und wogt der Hader.

3. Rausch' zu, fahr' zu, du graues Heer!
Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!
Fahrt ihr nach Süden übers Meer –
Was ist aus uns geworden!

4. Wir sind wie ihr ein graues Heer
Und fahr'n in Kaisers Namen,
Und fahr'n wir ohne Wiederkehr,
Rauscht uns im Herbst ein Amen!
 
Rainer Maria Remarque
Dagegen beschrieb Rainer Maria Remarque (1898-1970) in seinem Buch "Im Westen nichts Neues" (1929) in eindeutiger Weise die Schrecken des Krieges. Remarque, der eigentlich Erich Paul Remark hieß, nahm von 1916 nach seinem Notexamen bis zum Juni 1917 als Soldat an der Westfront teil. Sein berühmte Roman "Im Westen nichts Neues" war jedoch nicht sein Erstlingswerk. Bereits seit dem Jahr 1928 erschien "Im Westen nichts Neues" als Fortsetzungsroman in der Vossischen Zeitung. Sehr schnell, bereits im Jahr 1930, wurde das Buch durch Lewis Milestone in Hollywood verfilmt und damit weltbekannt.

Ernst Jünger
Geradezu verstörend in seiner abgehobenen Sachlichkeit wirkt der Roman "In Stahlgewittern" von Ernst Jünger (1895-1998). Ernst Jüngers Frühwerk, zudem auch das Buch „In Stahlgewittern“ (1920) zählt, lässt sich der Konservativen Revolution zurechnen. In dem Buch „In Stahlgewittern“ beschreibt Jünger seine von Januar 1915 bis August 1918 gemachten Fronterfahrungen. Bemerkenswert ist der changierende Charakter des Werkes, welches einerseits den Krieg in seiner ganzen Brutalität darstellt ohne ihn jedoch zu verdammen. Obwohl „In Stahlgewittern“ auf den Tagebucheinträgen Jüngers fußt, wurden seine Tagebücher erst im Jahr 2010 veröffentlicht.

Die Lage vor 1914

Im Jahr 1908 hatte Österreich-Ungarn die Provinz  Bosnien-Herzegowina annektiert. Am 28. Juni 1914 besuchte der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand (1863-1914) mit seiner Frau Herzogin Sophie von Hohenberg Sarajewo. Das Ehepaar fuhr zusammen mit einigen Begleitern in einem offenen "Doppel-Phäton" durch die Stadt. In der Franz-Joseph-Gasse wurden der Thronfolger und seine Frau von dem serbischen Nationalisten, dem 19-jährigen Schüler Gavrilo Princip (1894-1918) erschossen.
Der Attentäter war Mitglied der Mlada Bosna, einer revolutionär-nationalistischen Vereinigung von Schülern und Studenten, die Anfang des 20. Jahrhunderts im von Österreich-Ungarn beherrschten Bosnien-Herzegowina aktiv war und u.a. dafür kämpften, Bosnien-Herzegowina von der österreichisch-ungarischen Besatzung zu befreien. Er wurde anschließend zu 20 Jahren Haft verurteilt und verstarb bereits nach vier Jahren Haft unter erbärmlichen Umständen im Gefängnis in Theresienstadt - im heutigen Tschechien.

Hinweis

Es sei erwähnt, dass das Auto, in dem der Thronfolger und seine Frau erschossen wurden, im "Heeresgeschichtlichen Museum" in Wien im Sarajewo-Trakt ausgestellt wird.

Um gegen Serbien militärisch vorgehen zu können suchte Österreich die Unterstützung von Deutschland, da in diesem Fall ein Eingreifen Russlands befürchtet wurde. Diesem Gesuch wurde durch Kaiser Wilhelm II. und seinen Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg stattgegeben. Daraufhin stellte Österreich-Ungarn am 23. Juli den Serben ein Ultimatum mit der Forderung, dass Serbien unter Beteiligung von Österreich-Ungarn u. a. eine gerichtliche Untersuchung gegen die Teilnehmer des Komplotts vom 28. Juni einleiten müsse. Zunächst schien es, als würde Serbien das Ultimatum erfüllen, doch durch Zusagen von Russland im Fall eines Angriffs den Serben zu helfen, wurde der Wille zur Erfüllung des Ultimatums geschmälert. Eine Gesamteuropäische Dimension bekam der Konflikt im Verlauf des Staatsbesuches der Franzosen in St. Petersburg zwischen dem 20. und 23. Juli 1914. Bei diesem Besuch wurde die Französisch-Russische Allianz bekräftigt und den Russen für einen eventuellen Krieg mit Deutschland Unterstützung zugesagt.

Kriegsausbruch

Am 28. Juli 1914 erklärten Österreich-Ungarn dem Königreich Serbien den Krieg. Die Interessen der Großmächte und ihre Bündnisverpflichtungen ließen den Krieg auf dem Balkan innerhalb weniger Tage zum Kontinentalkrieg eskalieren - unter Beteiligung Russlands, dem Deutschland am 1. August 1914 den Krieg erklärt hatte und Frankreichs mit der deutschen Kriegserklärung am 3. August 1914.
Wegen der Verletzung der Neutralität Belgiens und Luxemburgs infolge des Schlieffenplans – erklärte Großbritannien als belgische Garantiemacht am 4. August 1914 Deutschland den Krieg. Damit befanden sich alle europäischen Großmächte miteinander im Krieg.

Bereits am 1. August 1914 hatte Kaiser Wilhelm II. eine Ansprache vom Balkon des Stadtschlosses aus gehalten (2. Balkonrede), in der er u.a. verkündete,
dass er keine Parteien und auch keine Konfessionen mehr kenne, stattdessen seien wir heute alle nur noch deutsche Brüder.

Diese Rede wiederholte er am 4. August im Deutschen Reichstag mit dem abgewandelten und "berühmt" gewordenen Ausspruch:
"Ich kenne keine Parteien und Konfessionen mehr, sondern nur noch Deutsche."

Der Schlieffen-Plan

Der Schlieffen-Plan sah vor - unter Umgehung der französischen Festungen zwischen Verdun und Belfort - Frankreich vom Nordosten her anzugreifen, auch wenn dabei die Neutralität von Belgien und Luxemburg verletzt werden musste.
Diese Pläne stammten aus dem Jahr 1905 von dem Generalfeldmarschall Alfred Graf von Schlieffen (1833-1913). Mit Hilfe dieser Strategie sollte durch einen schnellen Sieg über Frankreich verhindert werden, dass Deutschland in einen zermürbenden Zweifrontenkrieg mit Frankreich und Russland geraten würde, da man davon ausging, dass das Russische Zarenreich längere Zeit zu einer Mobilmachung benötigen würde. Wie bekannt, war der Plan nicht erfolgreich, dessen Scheitern hatte der 1913 verstorbene Schlieffen aber nicht mehr erlebt. Jedoch sollte erwähnt werden, dass der Umsetzung des Schlieffen-Plans bis zur Schlacht an der Marne (5. - 12. September 1914) funktionierte.

Im Zuge dieses Plans griffen deutsche Truppen am 4. August 1914 Lüttich an, wo man auf unerwartet heftigen Widerstand stieß.

Schlacht an der Marne

Die Schlacht an dem Fluss Marne bedeutete eine entscheidende Wende des Krieges. Die Kämpfe fanden vom 5. bis 12. September 1914 entlang der Marne östlich von Paris statt und stoppte den bis dahin erfolgreichen deutschen Vormarsch der fünf Armeen, der am 2. August begonnen hatte. Beim Vormarsch der Deutschen, die zu fluchtartigen Absetzbewegungen der Franzosen führten, kamm es zwischen der 1. und 2. Armee zu einer ca. 30 km breiten Lücke, was zu einem Innehalten der Deutschen führte - mit der Folge, dass sich die Franzosen neu sortieren konnten und Zeit gewannen, Verstärkungen aus ihren Kolonien heranzuholen. Die 1. deutsche Armee wurde von Generaloberst Alexander von Kluck und die 2. Armee von General Karl von Bülow kommandiert.

Der Plan der deutschen Heeresleitung - unter dem Kommando von Generaloberst Helmuth von Moltke - Frankreich in kurzer Zeit zu besiegen, war nach dieser Schlacht gescheitert. Die Franzosen sprachen vom "Wunder an der Marne":
Die Folgen dieser deutschen ersten Niederlage waren ein nahezu 4-jähriger Stellungskrieg mit unvorstellbarem Leid und Verlusten der beteiligten Soldaten. Die Gebeinhäuser bei Verdun erinnern noch heute an diese Kämpfe.

Kämpfe bei Langemark

Im Verlauf der ersten Flandernschlacht zwischen dem 20. Oktober und dem 18. November 1914 kam es am 10. November bei dem belgischen Dorf Langemarck zu einem Angriff der Deutschen, deren Einheiten aus unerfahrenen Kriegsfreiwillige, darunter viele Studenten, bestanden. Ohne erkennbares Ziel fanden hier Tausende einen sinnlosen Tod, der im Verlauf der Zeit als durch die Propaganda zum "Mythos von Langemarck" verklärt wurde in dem die Soldaten mit Gesängen in das feindliche Feuer gelaufen seien.

Der Stellungskrieg im Westen

Der Stellungskrieg im Westen begann nach dem Ende Bewegungskrieges. Üblicherweise wird diese Zäsur mit den Kämpfen bei Ypern (im Oktober/November 1914) datiert. Nach dem der sogenannte „Wettlauf zum Meer“ die Westfront auf eine Länge von ca. 750 km ausgedehnt hatte, reichte ebendiese vom Ärmelkanal bis zur Schweizer Grenze. Die Erstarrung der Front führte zur Etablierung eines umfangreichen Systems von Schützengräben. Die vordersten Grabenreihen lagen dabei meist nur 50 m auseinander. Diese defensiven Systeme versetzten die verteidigenden Armeen in eine vorteilhafte Stellung machten jegliche Durchbruchsversuche nahezu unmöglich. Als Sinnbild für das Erstarren des Frontverlaufes steht die „Schlacht um Verdun“. Dieser Angriff deutscher Truppen auf die französische Festung Verdun dauerte vom 21.02.1916 bis zum 19.12.1916 und brachte insgesamt mehr als 300.000 Soldaten den Tod (es sei angemerkt, dass dies eine konservative Schätzung ist und die Todeszahlen wahrscheinlich sehr viel höher waren). Die Schlacht ging sowohl in die deutsche als auch in die französische Erinnerungskultur ein. Teils als „Hölle von Verdun“ teils als „Weißbluten des Feindes“ oder „Blutpumpe“ und „Knochenmühle“. Das Ergebnis der Schlacht war eine minimale Verschiebung des Frontverlaufs ohne einen Durchbruch erzielt zu haben.
Spätere Versuche die erstarrte Front zu durchbrechen führte zum Einsatz von Giftgas wie dem Chlorgas. Der erste Einsatz von Chlorgas erfolgte am 22. April 1915 bei Ypern. In der pervertierenden Logik des Krieges führte dies zur Entwicklung von noch grausameren Gasen wie dem Senfgas, welches zuerst 1917 ebenfalls bei Ypern eingesetzt wurde. Das Ende des Stellungskrieges leitete jedoch der Einsatz von Panzern auf alliierter Seite.

Die Kämpfe im Osten

An der so genannten Ostfront spielten sich im Ersten Weltkrieg die Kampfhandlungen zwischen den Mittelmächten (Deutschland, Österreich-Ungarn) und Russland ab. Das Gebiet der Kampfhandlungen umfasste nahezu ganz Osteuropa und reichte vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer. Die Kämpfe an der Ostfront kontrastieren das erstarrte Grabensystem der Westfront, da hier größere Frontverschiebungen stattfanden. Die Kampfhandlungen wurden durch den Friedensvertrag von Brest-Litowsk beendet. Auf dem ehemaligen Kampfgebiet der Ostfront fanden nach Beendigung des Ersten Weltkrieges die größten politischen Umwälzungen statt. Neben der erfolgreichen Oktoberrevolution und der Etablierung der Sowjetherrschaft in Russland zerfiel auch der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn und sorgte somit für das Entstehen neuer bzw. historischer Staaten wie Österreich, Polen und die Tschechoslowakei.

Schlacht von Tannenberg

Die Schlacht fand zwischen dem 26. August und 30. August 1914 südlich von Allenstein in Ostpreußen zwischen deutschen und russischen Verbänden statt und endete mit einem Sieg der deutschen Verbände unter dem Oberbefehl von Paul von Hindenburg. Sie endete mit einem Sieg der deutschen Truppen und der Zerschlagung der in Ostpreußen eingedrungenen russischen Truppen.
Auf Wunsch von Paul von Hindenburgs wurde die Schlacht als "Schlacht bei Tannenberg" bezeichnet und propagandistisch überhöht. Damit sollte zudem die gleichnamige Niederlage der Ritter des Deutschen Ordens im Jahr 1410 gegen die Polnisch-Litauische Union vergessen gemacht werden.

Lenins Fahrt nach Russland

Im Verlauf der Februarrevolution von 1917 war der Zar gestürzt worden, aber die russische Armee kämpfte dennoch weiter gegen die Deutschen. Um den russischen Kampfeswillen zu schwächen und in Russland Chaos zu erzeugen, beschloss die deutsche Oberste Heeresleitung Wladimir Iljitsch Uljanow Lenin (1870-1924) zusammen mit anderen prominenten Kommunisten aus ihren schweizer Exil über das Gebiet Deutschlands nach Russland zurückkehren zu lassen. Dies geschah in einem versiegelten Zug, der als exterritorial erklärt worden war. Lenin und seine Gefährten erreichten im April 1917 Petrograd und planten die Revolution zur Machtergreifung durch die Arbeiter, Bauern und Soldaten.
Lenin stellte sich damit gegen die provisorische Regierung, die unter der Leitung Kerenski regierte. Bereits am 4. Juni verkündete Lenin im Rahmen des 4. Allrussischen Sowjetkongresses, dass die Bolschewiki die Macht im Land übernehmen wollten.
Dabei waren ihre Parolen ein sofortiger Friedensschluss, die Verteilung des Bodens an die Bauern und die Übernahme der Fabriken durch die Arbeiter. Die Partei setzte unter dem Vorsitz von Lenin den Rat der Volkskommissare als bolschewistische Regierung ein. Im Februar 1918 wurden sie dabei durch die Rote Armee unter der Führung von Leo Trotzki und die Geheimpolizei Tscheka unter Felix Dserschinski unterstützt.

Der Frieden von Bresk-Litowsk

Am 3. März 1918 beendete der Sonderfrieden von Brest-Litowsk den Krieg Russlands mit Deutschland, dabei nahm Russland erhebliche Landverluste in Kauf, ca. 26 % des damaligen europäischen Territoriums. Und Deutschland glaubte, damit seine Probleme an der Ostfront gelöst zu haben.

Kriegsende, Vertrag von Versailles, Weimarer Republik

Offiziell wurde der Erste Weltkrieg mit dem Friedensvertag von Versailles beendet. Aber bereits mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 11. November 1918 waren alle Kampfhandlungen eingestellt worden.
Der Krieg hatte zwischen 17 und 20 Millionen Tote und zahlreiche Verwundete gekostet. Von den materillen Schäden ganz zu schweigen.

Die Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens fand in einem Eisenbahn-Salonwagen statt, der sich in einem Waldstück östlich der nordfranzösischen Stadt Compiègne befand.
Der Waffenstillstand wurde vom Rat der Volksbeauftragten unterzeichnet - einem Gremium, das nach dem Ende des Krieges zwischen 1918 und 19119 die höchste Regierungsgewalt im Deutschen Reich innehatte.
Vorsitzender des Rates war Friedrich Ebert, dem am 9. November von dem "kaiserlichen" Reichskanzler Max von Baden das Amt des Reichskanzlers vorläufig übertragen worden war. Max von Baden gab auch den Rücktritt von Kaisers Wilhelm II. bekannt, der am 10. November Deutschland verlassen hatte und bis zu seinem Tod in Doorn in den Niederlanden im Exil lebte. Offiziell hatte Wilhelm II. am 28. November 1918 seine Abdankung bekannt gegeben. Damit war Deutschland auch de jure eine Republik.
Am Nachmittag des 9. Novembers 1918 hatte der SPD-Politiker Philipp Heinrich Scheidemann (1865-1939) von einem Balkon des Reichstags aus die Republik ausgerufen - ohne dass er Friedrich Ebert darüber informiert hatte.

Über die Inhalte eines Friedensvertrags bestand bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 im Schloss von Versailles bei den Gegnern Deutschlands und ihren Verbündeten bis Mai 1919 weitgehend Einigkeit.
Das Vertragswerk stellte die alleinige Verantwortung des Deutschlands und seiner Verbündeten für den Ausbruch des Krieges fest und verpflichtete es daher zu Gebietsabtretungen, Abrüstung und Reparationszahlungen an die Siegermächte. Die Delegation Deutschlands wurde zu den Verhandlungen nicht zugelassen, sondern konnte erst am Schluss einige wenige Nachbesserungen erreichen.
Nach starkem politischem Druck unterzeichnete die deutsche Delegation am 28. Juni 1919 unter Protest im Spiegelsaal von Versailles den Vertrag. Er trat offiziell  am 10. Januar 1920 in Kraft, wurde aber wegen der restriktiven Bedingungen und der Art seines Zustandekommens von vielen  Deutschen nicht anerkannt und diente der Rechten und den Nationalsozialisten als Grund für ihren politischen Kampf gegen die Weimarer Republik. Die Unterzeichner des Vertrags wurden neben anderen in Deutschland von den Nationalisten als "Novemberverbrecher" tituliert.

Am 19. Januar 1919 wurde die Weimarer Nationalversammlung in allgemeinen, freien und geheimen Wahlen gewählt. Diese verabschiedete am 6. Februar ein Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt. Danach wählte die Nationalversammlung am 11. Februar 1919 Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten, der zwei Tage später die Regierung Scheidemann einsetzte. Damit endete die Zeit des Rats der Volksbeauftragten. Die berühmte Weimarer Verfassung wurde am 31. Juli 1919 ebenfalls in Weimar beschlossen und trat am 14. August 1919 in Kraft

Der Krieg hatte rund 9 Millionen Soldaten und ca. 6 Millionen Zivilisten das Leben gekostet. Zudem hatte der Friedensschluss von Versailles den Grundstein für den Zweiten Weltkrieg und hatte die Erfolge Hitlers letztendlich erst möglich gemacht.

Gedenken

Hartmannsweilerkopf
Am 3. August 2014 - 100 Jahre nach der Kriegserklärung an Frankreich - legten Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Staatspräsident François Hollande auf dem 956 m hohen Hartmannsweilerkopf (Franz: Vieil Armand, Elsässisch: Hartmannswillerkopf) im Elsass einen Grundstein für einen Deutsch-Französisches Kriegsmuseum. Eine französische Gedenkstätte befindet sich hier bereits.
Der Berg in der Umgebung der Ortschaften Cernay, Uffholtz und Guebwiller war während des Ersten Weltkriegs heftig umkämpft und wechselte während des vierjährigen Stellungskrieges acht Mal den Besetzer.
Insgesamt kamen hier rund 30.000 deutsche und französische Soldaten ums Leben und viel mehr wurden verwundet.
Von den Menschen erhielt der Berg den Namen "Todesberg". Von den früheren 90 km langen Schützengräben sind noch ca. 60 km erhalten. Auf dem Gipfel befindet sich ein 20 m hohes Kreuz, das nachts angestrahlt wird.

Lüttich
Rund 20 Regierungs- und Staatschefs - darunter Bundespräsident Joachim Gauck - fanden sich am 4. August in Lüttich zusammen, um hier des 100sten Jahrestags des deutschen Angriffs auf die Stadt zu gedenken





Kommentare
88 Jahre alt  (Montag, 01.06.2015)
Man sollte doch meinen, dass die Menschen nach zwei entsetzlichen Weltkriegen im 20. Jahrhundert von Krigen genug hätten. Aber Pustekuchen, überall auf der Welt schlagen sich die Menschen wieder gegenseitig die Köpfe ab. Der für Europa gefährlichste Krieg ist der in der Ostukraine.

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