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Geschichte

Bis 1300

Thailand: Ayutthaya © goruma (Dominik Jesse)

Etwa 10.000 v. Chr. ließen sich erstmals Menschen am Mekong und in der Khorat-Ebene nieder. Die älteste bisher bekannteste Bronzekultur der Welt lebte ca. 3.000 v.Chr. in Ban Chiang. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends n. Chr. herrschten in der Region des heutigen Thailands zwei Kulturen: In Zentralthailand das von den Mon errichtete buddhistische Königreich Dvaravati (sieh auch Buddhismus)um die Hauptstadt Lop Buri und das Khmerreich von Angkor, das aus dem heutigen Kambodscha vorgedrungen war und Elemente des Hinduismus ins Land brachte. In Nordthailand kam es zu einer Besiedlung durch Stämme der Thai, die sich ab dem 11./12. Jh. mit den Mon vermischten. Die Khmer nannten die Thais Siam - daher rührt der ursprüngliche Name Thailands "Siam".

Im 13. Jh. beendeten die Thai und die Mon die Oberherrschaft der Könige von Angkor und gründeten das erste Thai-Reich, das Reich von Sukothai ("Entstehung der Glückseligkeit") unter König Sri Indraditya (um 1240 bis 1270). Unter König Ramkhamhaeng (um 1279 - 1298) wurde Sukothai zum Herrschaftszentrum im Menambecken. Sein Einflussbereich reichte von Luang Prabang im Norden bis Nakhon Si Thammarat auf der Malaiischen Halbinsel im Süden. Nördlich von Sukothai entstand das Reich Lan Na unter König Mangrai (1259 - 1317). Dieser eroberte im Jahr 1281 das Monreich Haripunjaya und bezog 1296 die neuerbaute Hauptstadt Chiang Mai.

 

1300 bis 1800

Unter den südlich von Sukothai gelegenen Thaifürstentümern kam es zu Vormachtstreitigkeiten, aus denen Mitte des 14. Jahrhunderts Fürst Uthon Thong als Sieger hervorging. Er gründete die Stadt Ayutthaya und errichtete das Reich von Ayutthaya unter seiner Führung (König Ramathibodi I.). Die Lage der Stadt Ayutthaya war strategisch gut gewählt: Sie war umgeben von Reisfeldern mit einem Zugang zum Meer und somit zu Handelswegen. Sie entwickelte sich entsprechend schnell. König Ramathibodi I. eroberte Sukothai und Kambodscha. Bald darauf kam es zu lang andauernden Kämpfen mit Birma. 1569 unterlag Ayutthaya und wurde zum Vasallenstaat Birmas. Erst König Naresuan (1590 - 1605) stellte die Unabhängigkeit des Reiches wieder her.

1686 wurde Frankreich in einem Vertrag die zeitweilige Errichtung von Handelsniederlassungen, die Missionstätigkeit von Priestern und die Stationierung von Truppen in der Hauptstadt Ayutthaya erlaubt. 1767 jedoch wurde Ayutthaya vom birmanesischen König Alaungpaya erobert und zerstört. König Taksin (1767 - 82) vertrieb die Birmanesen und eroberte die Gebiete der Khmer. Sein Nachfolger war König Rama I. (1782 - 1809). Er bestieg als Begründer der noch heute herrschenden Chakridynastie den Thron und gründete die neue Hauptstadt Bangkok.

 

1800 bis 1900

Von nun an begann sich das Land gegenüber europäischen Großmächten und den USA zu öffnen. Eine erfolgreiche Außen- und Handelspolitik ließen Thailand als einziges Land Südostasiens unabhängig vom Kolonialismus bleiben. 1855 kam es zu einem Freundschaftsabkommen mit Großbritannien, 1856 zu Handelsabkommen mit den USA und Frankreich. Dennoch musste Thailand auf Druck Frankreichs und Großbritanniens Ende des 19. und Anfang des 20. Jh. Gebiete an Laos und Kambodscha abtreten. König Rama V. modernisierte alle Bereiche des öffentlichen Lebens: Er führte ein westlich orientiertes Schul-, Steuer- und Justizwesen ein, schaffte die Sklaverei und den Frondienst ab und begann Straßen und Eisenbahnwege zu bauen.

 

Ab 1900

Thailand: Tempel des Smaragd-Buddha in Bangkok © goruma (Dominik Jesse)

Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs unter thailändischen Offizieren und Beamten die Unzufriedenheit mit dem absolutistischen Regierungssystem. 1930 gründete sich die so genannte Volkspartei unter Führung von Luang Pridi Banomjong (1900 - 1983). Er leitete im Juni 1932 einen Staatsstreich ein, in dessen Folge König Rama VII. am 10. Dezember 1932 eine neue Verfassung verkünden musste. Siam wurde zu einer konstitutionellen Monarchie mit einem Einkammersystem, dessen Mitglieder zur Hälfte vom König ernannt und zur anderen Hälfte im Rahmen eines Zweiklassenwahlrechts gewählt wurden.

General Pibul Songkhram (1887 - 1964) wurde 1938 Ministerpräsident und errichtete eine Militärdiktatur. 1939 nannte er Siam in Thailand um, mit der Idee, auf diese Weise den Herrschaftsanspruch des siamesischen Staates auf alle, auch in Nachbarländern lebenden Thais anzumelden. Während des Zweiten Weltkriegs war Thailand Verbündeter Japans. 1942 erklärte Thailand den USA und Großbritannien den Krieg. Im Land formierte sich eine Widerstandsbewegung gegen Pibul Songkhram, so dass dieser 1944 zurücktreten musste.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat am 30. April 1946 eine neue Verfassung in Kraft. König Bhumibol Adulyadej, Rama IX. (1927-2016), bestieg 1949 den Thron. Im Land kam es immer wieder zu Unruhen, geschürt u. a. durch Pibul Songkhram, der zwischenzeitlich von 1947 bis 1951 eine neue Militärdiktatur errichtete. 1957 wurde er endgültig gestürzt. In den Folgejahren kam es zu ständigen Wechseln zwischen einem autoritär-diktatorischen Führungsstil und parlamentarisch-demokratischen Strukturen.

Auch die sozialen Spannungen verschärften sich nach und nach. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich in den 1960er Jahren vor allem im Nordosten Thailands eine von vietnamesischen und laotischen Kommunisten unterstützte Guerilla-Bewegung, die von der thailändischen Regierung mithilfe der USA bekämpft wurde. Im Gegenzug nahm Thailand als Mitglied der SEATO am Vietnamkrieg teil (siehe auch Vietnam).

Seit 1992 etabliert sich Thailand zunehmend als demokratischer Staat. 1997 wurde eine demokratische Verfassung erlassen. dieser Demokratisierungsprozess wurde jedoch  unterbrochen, als im September 2006 die Militärs mit Unterstützung des Königs die Macht im Land übernahmen. Der gewählte Ministerpräsident Thaksin Shinawatra (geb. 1949), der seit Februar 2001 das Land regierte, musste ins Exil gehen. Bei den Wahlen im Dezember 2007 aber gewann die neu gegründete "Partei der Volksmacht" (PPP) dann klar die Wahlen. Sie gewann sie 230 der insgesamt 480 Sitze im Parlament. Die PPP gilt als Thaksin-nahe politische Gruppierung. Der Vorsitzende der PPP Samak Sundaravej (geb. 1935) kündigte nach seinem Wahlsieg an, unter seiner Führung eine Regierung bilden zu wollen. Im Januar 2008 wurde er - rund 16 Monate nach dem Militärputsch -  mit 310 zu 163 (bei einigen Enthaltungen) zum neuen Regierungschef des Landes gewählt. Am 9. September 2008 entschied das Verfassungsgericht, dass Samak mit einer Nebentätigkeit als Koch in einer Fernsehshow gegen die Verfassung verstoßen habe. Aufgrund des Urteils wurde Samak kurz darauf abgesetzt. Sein Nachfolger wurde Sonchai Wongsawat (geb.1947).

 

Die politische Krise seit 2008

Nach der Wahl von Sonchai Wongsawat gingen die Proteste auf Seiten der Regierungsgegner weiter. So besetzten am 7. Oktober einige Protestierene das Parlamentsgebäude. Die Polizei griff gewaltsam durch; zwei Menschen starben und 400 wurden verletzt. Weiterhin wurde am 20. November 2008 ein Oppositioneller in Folge eines Anschlags vor dem Parlamentsgebäude getötet. Am 25. November und am 27. November 2008 besetzten Demonstranten zwei Flughäfen von Bangkok, so dass der ganze Flugverkehr zum Erliegen kam. Am 2. Dezember kam es zum einem Bombenanschlag auf den Regionalflughafen Don Mueang, bei dem eine Person starb und etwa 20 Menschen verletzt wurden. Jetzt setzte der Verfassungsgerichtshof - wohl mit stiller Billigung des Königs - die Regierung ab und verbot deren Partei PPP mit der Begründung, es wäre bei den Wahlen zu Betrügereien gekommen. Außerdem wurde dem Regierungschef  Sonchai Wongsawat und weiteren 30 hochrangigen Parteimitgliedern verboten, innerhalb von fünf Jahren ein Regierungsamt auszuüben. Dem vorläufigen Premierminister Chaovarat Chanweerakul folgte am 15. Dezember 2008 der Oppositionspolitiker Abhisit Vejjajiva nach. Bereits Anfang April 2009 rief Abhisit Vejjajiva den Notstand aus, als mehere hundert regierungskritische Demonstranten den ASEAN-Gipfel in Pattaya blockiert hatten. Diese Unruhen flammten nun auch in Bangkok auf, wo es zu Straßenkämpfen mit Polizei und Militär kam. Trauriges Resultat war zwei Tote.

Im März 2010 flammten erneut Proteste der so genannten „Rothemden“ (National United Front of Democracy Against Dictatorship - UDD) auf. Diese Protestanten setzen sich überwiegend aus Menschen aus ärmeren ländlichen Regionen zusammen, die sich zum früheren Regierungschef Thaksin Shinawatra bekennen und den Rücktritt von Abhisit Vejjajiva, weil der nicht legitim gewählt worden sei. Bei den Protesten im März sind Demonstranten in das Parlamentsgelände eingedrungen, was Abhisit dazu veranlasste, den Notstand erneut über Bangkok auszurufen. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten zog Tote und Verletzte nach sich. Aber zu Beginn des Mai willigte Abhisit Vejjajiva - durch den andauernden Protest gezwungen -, Mitte November 2010 vorgezogen neuwählen zu lassen. Seine Bedingungen wurden von der Opposition akzeptiert.

Aber die so genannten "Rothemden" forderten eine Verfolgung der Vorfälle bei den Protesten und blockierten daher das Geschäftsviertel Bangkoks. Generalmajor Seh Daeng, der Führer der Protestbewegung, wurde bei weiteren Eskalationen (seit dem 12. Mai 2010) erschossen, was einen offenen Kampf zwischen Regierungsgegnern und dem Militär nach sich zog. Mehrere Menschen wurden dabei getötet, zumal die Regierung bewusst auf Scharfschützen gesetzt hat. Nachdem weiteren Vorrücken der Armee gaben die Anführer der Regierungsgegner auf und stellten sich der Polizei.
Trotzdem weiteten einige militante Gruppen der "Rothemden" ihren Protest weiter aus und zündeten in der Innenstadt Bangkoks mehrere Gebäude an.
Am 13. Oktober 2016 war König Bhumibol verstorben.






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