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Tamil Nadu

Allgemeine Übersicht

Der Bundesstaat Tamil Nadu - bis 1969 hieß er Madras - liegt im südlichsten Teil Indiens und umfasst Fläche von 130.058 km². Die Hauptstadt  ist Chennai, das frühere Madras.
Tamil Nadu  grenzt im Westen an den Bundesstaat Kerala, im Nordwesten an Karnataka und im Norden an Andhra Pradesh.
An der Ostküste schließt Tamil Nadu die zum Unionsterritorium Puducherry gehörigen Enklaven Puducherry und Karaikal ein.
Im Osten wird der Bundesstaat vom Golf von Bengalen und im Südosten vom Golf von Mannar begrenzt. Der Bundesstaat hat eine  Küste mit einer Länge von rund 1.075 km.
Der südlichste Punkt von  Tamil Nadus ist das Kap Komorin, das zugleich der südlichste Punkt des indischen Festlandes ist. Der südlichste Punkt von Indien ist jedoch der Indira Point auf der Großen Nikobaren Insel (Great Nicobar Island).
Die am meisten gesprochene Sprache ist das Tamil, nach dessen Sprachgrenzen der Bundesstaat 1956 übrigens gebildet wurde.
Das kulturelle Erbe von Tamil Nadu offenbart sich u.a.  in der über 2.000 Jahre zurückreichenden Geschichte des Tamil sowie in der Architektur der hiesigen Tempelanlagen.
Rund 88% der Bevölkerung sind Hindus, die hier besonders die Gottheit Murugan (Skanda) verehren, der nach der Mythologie ein Sohn von Shiva ist. Rund 6% sind Christen und ebenfalls rund 6% sind Moslems.
Das Christentum soll bereits vom Apostel Thomas hierher gebracht worden sein, der angeblich um 70 n. Chr. auf dem St. Thomas Mount den Märtyrertod erlitten haben soll. Der  St. Thomas Mount ist eine  67 m hohe Anhöhe bei Chennai.

Folgende alphabetisch geordnete größere oder wichtige Städte liegen in dem Bundesstaat Tamil Nadu.

Name der Stadt Einwohnerzahl
Ambattur rund 480.000
Avadi  rund 350.000
Chennai rund 6 Millionen
Chidambaram rund 65.000
Coimbatore rund 1,1 Millionen
Erode rund 160.000
Kanchipuran rund 165.000
Kumbakonam rund 145.000
Madurai rund 1,1 Millionen
Nagercoil rund 227.000
Padmanabhapuram rund 23.000
Pallavaram rund 220.000
Salem rund 840.000
Thanjavur rund 225.000
Thiruvarur rund 60.000
Thoothukudi rund 2400.000
Tiruchirappalli rund 850.000
Tirunelveli rund 480.000/td>
Tiruppur rund 450.00
Tiruvottiyur rund 250.000

Chennai

Chennai (bis 1996 Madras) ist die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu. Die Stadt  liegt an der Ostküste von Südindien - am Golf von Bengalen. Man schätzt, dass hier über 6 Millionen Menschen leben.
Die Anfänge des heutigen Chennai gehen auf die britische Kolonialzeit zurück, als um das 1640 gegründete Fort St. George herum eine Siedlung und später die Stadt Madras entstanden war. Touristen wird es interessieren, dass vom hiesigen Hafen u.a. Fähren nach Port Blair auf den Andamanen abfahren.
Die Stadt ist ein wichtiges Industriezentrum in Indien  und ein Zentrum der Filmindustrie. Zudem befindet sich hier ein kulturelles Zentrum der Tamilen.
Es sei erwähnt, dass einer der bedeutendsten tamilischen Dichter Thiruvalluvar in Mylapore gelebt hatte, das heute ein Vorort von Chennai ist.
Er hatte wahrscheinlich zwischen dem 3. und 1. Jahrhundert v.Chr. gelebt - Näheres ist von ihm nicht bekannt. Sein größtes Werk ist das "Tirukkural", das sich u.a. mit Moral und Ethik befasst.

Basilika St. Thomas
Diese römisch-katholische Kirche entstand ursprünglich im Stil der Gotik im Jahr 1504. Sie wurde jedoch im Jahr 1893 in einem erheblichen Maße umgebaut.
Nach katholischem Glauben soll hier der Apostel Thomas im Jahr 72 n.Chr. beigesetzt worden sein. Das Gotteshaus befindet sich in dem Stadtteil Mylapore von Chennai

Fort St. Georg
Im Jahr 1639 wurde hier von der Ostindienkompanie (East India Company) am Ort einiger kleiner Ansiedlungen der Portugiesen erst eine englische und ab 1702  britische Siedlung errichtet.
Rund fünf Jahre später wurde hier von Francis Day und Andrew Gogan das Fort St. George errichtet, das im Laufe der Zeit mehrfach erneuert wurde. St. Georg ist der Schutzpatron von Großbritannien.
Von dem Fort aus agierte die East India Company mit ihren weitreichenden Handelsbeziehungen.
Heutzutage hat das Parlament des Bundesstaates Tamil Nadu hier seinen Sitz.

Georgetown
Georgetown ist ist ein Stadtteil der sich nördlich des Forts St. Georg erstreckt.
Der Stadtteil ist ein lebendiges Viertel, in dem sich u.a. der 1892 errichtete Highcourt, die Armenische Kirche von 1772 sowie die armenische Kirche "St. Mary of the Angels" von 1642 befinden.
Im Inneren der St. Mary´s Kirche wird an bedeutende Persönlichkeiten erinnert, die hier kürzere oder längere Zeit gelebt hatten.
Wobei der damalige Gouverneur der hiesigen Ostindienkompanie Eluhi Yale (1648-1721) erwähnenswert ist, da nach ihm die 1701 gegründete Yale Universität im US-Bundesstaat Connecticut benannt worden ist.

Kalakshetra

Kalakshetra ist ein 1936 von der Politikerin und Tänzerin Rukmini Devi Arundale (1904-1986) gegründetes Zentrum für klassische Künste.
Die hiesige Tanzschule für Bharatanatyam hat sich mittlerweile ein internationales Renommeeé erworben. Bharatanatyam  ist einer der acht klassischen Tänze von Indien, das hier in Tamil Nadu seinen Ursprung hat.
Das Zentrum befindet sich im Süden von Chennai in der Nähe des Strandes.

Kapaleeshvarar-Tempel

Der Kapaleeshvarar-Tempel befindet sich im Stadtteil Mylapore. Der Tempel stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist der Gottheit Shiva gewidmet.
Im Innenhof des Tempels findet man ein Heiligtum für die  Ehefrau der Gottheit, die hier als Pfau verehrt wird.
Sie war ursprünglich von Shiva mittels eines Fluchs in diese Gestalt verwandelt worden, aber nach intensiver Buße wurde der Fluch unwirksam.
Einer der beiden Eingangstore zum Tempel besitzt einen 37 m hohen Gopuram, der mit zahlreichen Stuckfiguren der zahlreichen hinduistischen Götter verziert ist.

Kirche unserer Frau des Lichts
Die Kirche unserer Frau des Lichts (Church Our Lady of Light) wurde um 1582 noch von den Portugiesen errichtet und ist damit die älteste Kirche von Channai.
Das Gotteshaus liegt westlich des Kapaleeshvarar-Tempels.

Parthasarathy-Tempel
Der hinduistische Parthasarathy Tempel stammt aus dem 8. Jahrhundert und wurde unter der Herrschaft von König Narasimhavarman errichtet. Der Tempel ist der Gottheit Krishna gewidmet.
Der Tempel ist eines der ältesten Gebäude in Chennai und verfügt über Schreine für Vedavalli Thayar, Ranganatha, Rama, Gajendra Varadaraja, Narasimha, Andal , Hanuman , Alvars, Ramanuja , Swami Manavala Mamunigal und Vedanthachariar.

Denkmal von Thiruvalluvar
Das Denkmal zu Ehren des bedeutenden tamilischen Dichters Thiruvlluvar ist eine aus Stein gefertigte Nachbildung des Tempelwagens von Thiruvarur.
In die Steine wurden 1.330 Zweizeiler von ihm eingraviert.  Thiruvalluvar hat wahrscheinlich zwischen dem 3. Jahrhundert und dem 1. Jahrhundert vor Christus gelebt.
Sein berühmtestes Werk ist die "Thirukkural", die sich u.a. mit Moral und Ethik befasst.

Staatliches Museum und Kunstgalerie
Das Staatliche Museum und die Kunstgalerie wurden bereits im Jahr1857 unter den Briten gegründet. Dabei sollte beachtet werden, dass sich die Einrichtung auf mehrere Gebäude aufteilt.
Der Besucher findet hier Exponate aus der Steinzeit, Gegenstände aus dem Leben der Stammesbevölkerung oder auch zahlreiche Porträts bekannter britischer Personen, die in Indien gelebt und tätig waren.
Besonders erwähnenswert sind zudem Werke aus der Bronzezeit in Südindien, die man in dem relativ neuen Gebäude der "Bronze-Galerie" findet.

Strand
Der Strand am Golf von Bengalen erstreckt sich über eine Länge von rund 18 km, ein Teil von ihm ist die berühmte rund 5 km lange Marina Beach.
Aber man kann hier nicht nur baden oder sich sonnen sondern auch die Gedächtnisstätten für die bisherigen Ministerpräsiden des Bundesstaates von Tamil Nadu bewundern.
Allerdings findet das Badevergnügen anders als in der westlichen Welt meist in voller Kleidung statt und es wird eher nicht richtig geschwommen, sondern nur bis etwa zur Hüfte ins Wasser gegangen und dort umherspaziert.
Auch liegt man nicht leicht bekleidet im Sand, um sich zu sonnen.
Am Abend und besonders am Wochenende erlebt man hier ein buntes Treiben von Händlern, Imbissen und natürlich  von großen Mengen an Spaziergängern.

Universität von Chennai

Die Universität von Chennai (University of Madras) ist eine staatliche Universität, die noch die alte Bezeichnung von Chennai im Nahmen führt. Mit der University of Mumbai und der University of Calcutta gehört sie zu den ältesten und renommiertesten Universitäten von Indien. Die Hochschule ist auf vier Standorte in Chennai verteilt: Chepauk, Marina, Guindy und Taramani. Sie wurde 1857 unter den Briten nach dem Vorbild der University of London gegründet. Im Jahr 2004 wurden die ingenieurwissenschaftlichen Fachbereiche in die Anna University ausgelagert.

Anna Universität
Die Anna Universität (Anna University) wurde 1978 gegründet, um die diversen technische Hochschulen der Stadt in einer technischen Universität zu vereinen.
Mittlerweile gehört die Universität zu den führenden technischen Hochschulen in Indien.
Ihren Namen erhielt sie zu Ehren des Politikers, Dramatikers und Drehbuchautors Conjeevaram Natarajan Annadural (1909-1969) - genannt Anna.

Chidambaram und Umgebung

Die Stadt hat rund 65.000 Einwohner und liegt am Delta des rund 760 km langen Kaveri-Flusses - im Distrikt Cuddalore. Die Stadt wird wegen des hiesigen Nataraja-Tempels, dem Zentrum der Stadt, von zahlreichen Pilgern besucht.
Von den Einwohnern sind rund 90% Hindus, rund 8% Moslems und rund 1% Christen.

Nataraja-Tempel

Der Tempel entstand unter der Herrschaft des Chola-Geschlechts im 10. Jahrhundert. Er ist dem Gott Shiva in seiner Erscheinungsform als Nataraja (König des Tanzes) gewidmet.
Im Laufe der folgenden Jahre entstand um den Tempel herum die heutige Stadt Chidambaram.
Unter dem Panya-Herrscher Kulothunga III. , der von 1178 bis 1216 regierte, sowie den Herrschern des Vijayangar-Geschlechts, das zwischen 1336 und 1565 regierte, wurde der Tempel weiter ausgebaut.
Ein weiterer Ausbau erfolgte im 17. Jahrhundert  unter den Herrschern des  Nayakkar-Geschlechts. Auffallend sind die vier Tortürme (Gopuram) an deren Seitenwänden Tanzpositionen zu sehen sind.
Im Innenhof des Tempels befinden sich die Götterhalle, die Weisheitshalle, die Tanzhalle und die Goldene Halle. Die Tanzhalle besitzt 56 Säulen und erscheint als Tempelwagen, die Goldene Halle und die Weisheitshalle imponieren durch ihre vergoldeten Dächer.
Die Weisheitshalle darf von Nichthindus nicht betreten werden, während dies bei den drei anderen möglich ist.

Tempelteich
Eine Besonderheit bildet der Tempelteich neben dem Tempel, der von imposanten Säulen umgeben ist. Der Teich dient den Gläubigen für rituelle Reinigungen und Waschungen.

Gangaikonda-Cholapuram-Tempel

Dieser Tempel liegt in einem nahezu verlassenen Dorf rund 40 km südwestlich von Chidambaram.
Der Tempel wurde von dem Herrscher Rajendra (gest. 1044) am Beginn des 11. Jahrhunderts  zur Erinnerung an den Sieg des Herrschers über die Könige der Reiche in Nordindien errichtet.
Erwähnenswert ist, dass hier zum ersten Mal eine Versammlungshalle mit 150 Säulen errichtet worden ist.

Tempelstadt Kanchipuran

Kanchipuram hat rund 165.000 Einwohner und ist eine der ältesten Städte in Südindien. Sie gehört zu den sieben heiligen Orten der Hindus.
Die Stadt entstand unter der Pallava-Dynastie und war fast 500 Jahre deren Hauptstadt, aber sie blieb auch unter den nachfolgenden Herrschern der Cholas, Panyas und Vijayanar ein bedeutendes Zentrum der Hindus sowie des Jainismus und des Buddhismus.
Diese bedeutende hinduistische Tempelstadt liegt rund 70 km westlich der Hauptstadt Chennai. Die Tempelanlagen sind eine wichtige Pilgerstätte, wo Shiva und Vishnu verehrt werden.
Rund 93% der Einwohner sind Hindus und rund 6% sind Moslems, während rund 1% Christen sind. Eine wichtige Erwerbsquelle bilden die Herstellung und der Verkauf von Seidensaris.
Man findet hier zahlreiche über 1.000 Jahre alte Tempel, die sich über die Stadt verteilen. Einige der Tempel werden im Folgenden beschrieben:

Ekambareshvara-Tempel
Dier  Tempel ist der größte der hiesigen Tempel. Er sticht mit seinem 58 m hohen Gopuram  hervor. Er entstand im Jahr 1509 zur Zeit der Vijayanagar-Dynastie.
Unter einem Gopuram versteht man in der religiösen Architektur von Südindien den Torturm, der den Zugang zum Tempelareal ermöglicht.
Die Tempelanlage umfasst mit ihren fünf Höfen eine Fläche von rund 100.000 m² = 10 ha.
Der zentrale und für Nichthindus verbotene Tempel befindet sich im ersten Hof und verfügt über zwei Vorhallen und dem Sanktum mit dem Lingam (eine Darstellung) von Shiva.
Erwähnenswert ist zudem der fünfte Innenhof mit der so genannten 1000-Säulenhalle und einem geheimnisumwitterten Teich.

Kailasanathar-Tempel
Dieser großartige Tempel wurde  unter der Pallava-Herrscher Narasimhavarman II. (680-728) errichtet.
Der Tempel ist von einer Mauer umgeben, an der sich 58 Schreine mit Skulpturen von Shiva, Parvati und vielen anderen Gottheiten befinden.
Der Haupteingang wird von einem Aufbau gekrönt, der die Form einer Pagode besitzt.

Kamakshi-Amman-Tempel
Dieser Tempel ist der Frau von Shiva, Shakti - in der Erscheinungsform von Kamakshi - gewidmet. Der Legende nach soll sie Shiva hierher nach Kanchipuram gelockt haben, um ihn hier zu heiraten.
Ihr zu Ehren findet jährlich im Februar/März ein großes Fest statt.
Shakti bedeutet im Hinduismus die weibliche Urkraft des Universums. Die zahlreichen indischen Göttinnen gelten jeweils als eine Erscheinungsform von Shakti.

Vaikuntha-Perumal-Tempel
Dieser Tempel - auch als Thiru Parameswara Vinnagaram bezeichnet, wurde unter dem Pallava-Herrscher Nandivarman II. (720-796) errichtet.
Der prächtige und große Tempel ist der Gottheit Vishnu gewidmet. Er wird von einer Mauer aus Granit umgeben und an den Wänden des Tempels befinden sich beeindruckende Skulpturen

Varadaraja-Perumal-Tempel
Dieser auffallend große Tempel stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist der Gottheit Vishnu geweiht. Um den Tempel zieht sich eine Mauer hin.
Die besonders schöne "Hundert-Säulenhalle kann auch von Besuchern, die keine Hindus sind, betreten und besichtigt werden.

Tiruppur

Tiruppur  ist eine Industriestadt mit rund 450.000 Einwohnern.
Sie ist das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Distrikts Tiruppur und liegt an dem rund 175 km langen Fluss Noyyal. In der Stadt befindet sich der Hauptstandort der indischen Baumwollindustrie, die hier in klein-  und mittelgroßen Betrieben vor allem für den Export produziert.
Zudem gibt es hier Färbereien, Bleichereien, Druckereien und Stickereiwerkstätten. So stammen rund 90% der indischen Exporte an Baumwollstrickwaren von hier.
Das hat zu einer extremen Verschmutzung des Fluss Noyyal  geführt, in der Folge dessen muss beispielsweise das Trinkwasser aus einer Entfernung von mehr als 50 km bezogen werden.
Der Fluss gehört zu den zehn am meisten verschmutzten Flüssen weltweit.
Rund 86% der Einwohner sind Hindus, 10% sind Muslime und 3% sind Christen.
Ein Besuch als Tourist lohnt sich wegen der starken industriellen Nutzung der Stadt und der Umweltprobleme eher nicht.

Thiruvarur

Thiruvarur ist eine alte und traditionsreiche Stadt, die heutzutage rund 60.000 Einwohner hat. Erwähnenswert ist, dass hier Kakarla Tyagabrahmam (1767-1847) einer der größten Komponisten der Carnatic-Musik, der klassischen indischen Musik geboren wurde.

Thyagaraja-Tempel

Der hinduistische Tempel ist der Gottheit Shiva gewidmet. Die Anfänge des Tempels stammen aus dem  9. Jahrhundert unter der Herrschaft der Chola - Dynastie.
Erweiterungen fanden unter den Herrschern der Sangama - Dynastie (1336-1485), der Saluva - Dynastie und der Tuluva - Dynastie (1485-1570) statt.
Der Tempelwagen des Thyagaraja-Tempels  ist eine große Besonderheit. Er besitzt ein Gewicht von 300 Tonnen und ist 27 m hoch. Er ist damit der größte Tempelwagen in Tamil Nadu.
Jährlich findet hier im April ein großes religiöses Fest statt

Thanjavur

Thanjavur hat rund 225.000 Einwohner. Eine gewisse Besonderheit besteht darin, dass hier 1953 durch Papst Pius XII. (1876-1958) ein römisch-katholisches Bistum errichtet wurde.

Brihadishvara-Tempel
Der hiesige der Gottheit Shiva gewidmete Brihadishvara-Tempel wurde  zwischen 1003 und 1010 unter dem Chola-König Rajaraja I. (947-1014) errichtet.
In dem Allerheiligsten (Garbhagriha) der Tempelanlage befinden sich ein 3,5 m hoher Linga sowie zwei vorgelagerte Säulenhallen.
Über dem  Allerheiligsten befindet sich ein weithin sichtbarer 61 m hoher Tempelturm. Zudem findet man kleinere Schreine für die Söhne von  Shiva Ganesha und Subrahmanya sowie seine Frau Parvati.
Das Eingangstor wird von einem prächtigen Torturm (Gopuram ) gekrönt.
Das monumentale hinduistische Gebäude im südindischen Dravida-Stil gehört seit 1987 zusammen mit zwei weiteren großen Tempeln der "Chola-Dynastie“ zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Palast von Thanjavur
Der Palast von Thanjavur entstand im  Verlauf des 16. Jahrhundert unter dem Geschlecht der  Nayaks und wurde später von den Marathen-Herrschern erweitert.
Der weitläufige Palast besteht aus zahlreichen Gebäudeteilen, wobei besonders sehenswert die Audienzhalle (Durbar Hall) und der rund 60 m hohe Turm sind.
Heutzutage befinden sich in dem Palast eine Kunstgalerie und die Saraswati-Mahal-Bibliothek mit einer umfangreichen Sammlung wertvoller Palmblatt-Manuskripte, die meist  in Sanskrit verfasst  wurden.

 

Tiruchirappalli

Tiruchirappalli hat rund 850.000 Einwohner und  liegt am Ufer der Kaveri. Wenige Kilometer nördlich der Stadt beginnt das Delta der Kaveri, das die Kornkammer des Bundesstaates darstellt.
Tiruchirappalli ist ein bedeutender Industriestandort, eine Universitätsstadt und der Sitz der Verwaltung des gleichnamigen Distrikts Tiruchirappalli.

Rock Fort
Das Fort war eine Festungsanlage auf einem steilen rund 80 m hohen Felsen mitten in der Stadt. Es ist das Wahrzeichen  von Tiruchirappalli .Auf der Spitze des Felsens steht ein Genedha-Tempel.
Man kann den Felsen über eine Treppe mit 435 Stufen erklimmen.

Tempelstadt Srirangam
Die Tempelstadt Srirangam befindet sich auf einer Insel zwischen dem Kaveri-Fluss und dessen Seitenarm Kollidam etwa 3 km nördlich von Tiruchirappalli.
Besondere Sehenswürdigkeiten sind u.a. die beiden Heiligtümer derSri-Ranganathaswami-Tempel und der Sri-Jambukeshwara-Tempel.

Sri-Ranganathaswami-Tempel
Der Tempel steht  in der Tempelstadt Srirangam  und  ist einer der wichtigsten Hindu-Heiligtümer von Tamil Nadu und zugleich einer der größten Tempel von Indien. Er ist ohne Zweifel die Hauptattraktion von Srirangam.
Der Tempel ist Vishnu in seiner Escheinungsform als Ranganatha  gewidmet. Zwei weitere Tempe auf auf Inseln des Kaveri, die Vishnu gewidmet sind,  befinden sich in Srirangapattana und an den Shivanasamudra-Fällen am Oberlauf des Kaveri - im Bundesstaat Karnataka..
Die ältesten Teile des Tempels stammen aus de Zeit von  Parantaka I. (907–955)., dem Herrscher des Chola-Reiches.
Unter den nachfolgenden Dynastien der Hoysala und Pandya im 13. Jahrhundert, der Vijayanagar Könige ab dem 14. Jahrhundert aowie der Nayaks ab dem 16. Jahrhundert wurde der Tempel ständig  erweitert.
Der Haupttempel  liegt im  Mittelpunkt der Tempelanlage. Der gesamte Tempelkomplex  wird von sieben konzentrisch angeordneten Mauerringen mit 21 Tortürmen (Gopurams) umschlossen. Das Haupttor am Südeingang der Tempelkanlage besitzt eine imposante Höhe von 72 m und wurde sogar erst 1987 fertiggestellt.
In den äußeren Bereichen befindet sich eine Art Stadtviertel, das  hauptsächlich von Brahmanen bewohnt wird. hier findet man, wie in der Stadt,  Stadtviertel mit Straßen, Wohnhäusern und Geschäften.
Srirangam ist ein wichtiges  Zentrum des Vishnuismus im sonst eher auf Shiva ausgerichteten Tamil Nadu. Es sei erwähnt, dass  Im 12. Jahrhundert hier  der berühmte Vishnu-Philosoph Ramanuja (1050-1137) gewirkt  und hatte und in Srirangam  verstorben war.

Sri-Jambukeshwara-Tempel
Der Tempel steht ebenfalls in der Tempelstadt Srirangam, und zwar an dessen Ostrand. Der Tempel ist dem Gott Shiva in seiner Erscheinungsform als Jambukeshwara geweiht.
Die ältesten Teile des Tempels gehen auf das 10. Jahrhundert zurück. Der Tempel wurde wie der Sri-Ranganathaswamy-Tempell unter den in der Pandya-, Hoysala-, Vijayanagar- und Nayak-Herrschern erweitert.
Heutztage stellt er sich mit fünf konzentrischen Mauerringen und sieben Tortürmen (Gopurams) dar.

Velankanni

Die Stadt Velankanni hat etwa 12.000 Einwohner und wird wegen der hiesigen Marienerscheinungen auch als "Lourdes des Ostens" bezeichnet.
Die Stadt liegt im Distrikt Nagapattinam an der Koromandelküste am Golf von Bengalen.
Trotz dieser Bedeutung als Wallfahrtsort für die Christen, bilden sie nur rund 31% der Bevolkerung, während rund 62% Hindus und 6% Moslems sind.
Jedes Jahr im August/September findet in der Stadt ein elftägiges Kirchenfest, das von ca. zwei Millionen Pilgern besucht wird an.
Auf dem Höhepunkt des Festes wird ein Bildnis Marias aus der Marienbasilika auf einem Prozessionswagen von den Gläubigen durch die Stadt gezogen.  

Marienbasilika von Velankanni
Mit der Marienbasilika von Velankanni befindet sich hier der wichtigste christliche (römisch-katholisch) Wallfahrtsort Indiens.
Dem Bau der Basilika gehen Berichte aus der Zeit um 1600 von Marienerscheinungen sowie von  Wunderheilungen voraus. Um diese Zeit war  dann auch die erste Kapelle entstanden.
Danach entstand hier eine Filialkirche der Pfarrkirche von Nagapattinam und 1771 wurde  Velankanni zur Pfarrei.
Die Kapelle wurde daraufhin um Langhaus erweitert, und infolge der zahlreichen Pilger, wurde 1917 mit dem Ausbau zu einer neugotischen Basilika begonnen und  bis 1933 abgeschlossen.
Nachdem im Jahr 1953 das  Bistums Tanjore - im heutigen Thanjavur - gegründet worden war, wurde  die Wallfahrtskirche von Papst Johannes XXIII. (1881-1963) zur Basilica minor erhoben und danach bis 1974 nach Westen hin auf nahezu das Doppelte vergrößert.

Padmanabhapuram

Padmanabhapuram liegt im Distrikt Kanyakumari etwas von nördlich der Südspitze Indiens, dem Kap Komorin, entfernt und zwar in der Nähe der Grenze zum Bundesstaat Kerala.
Die Stadt hat rund 23.000 Einwohner. Bis auf den Königspalast ist Padmanabhapuram heutzutage nicht mehr allzu bedeutend.

Königspalast
Der Königspalast ist die Hauptsehenswürdigkeit von Padmanabhapuram. Er gilt als der größte Holzpalast in  Asiens. Der rund 2,4 ha große Palast-Komplex besteht aus zahlreichen Gebäuden aus verschieden Zeiten, die größtenteils aus Holz erbaut sind.
Das Bauwerk stellt eines der bedeutendsten Beispiele für die Architektur von Kerala dar. Interessant ist, dass sich der Palast im Eigentum der Regierung von Kerala befindet, obwohl Padmanabhapuram heutzutage in Tamil Nadu liegt.
Hinweis
Von 1550 bis 1750 war die Stadt der Regierungssitz des Fürstentums Travancore, die den südlichen Teil des heutigen Kerala beherrscht hatte. Im Jahr 1750 wurde dann Thiruvananthapuram die Hauptstadt des Fürstentums, das bis 1949 bestand.
Seit 1956 ist Thiruvananthapuram die Hauptstadt von Kerala ist

 

Nationalparks in Tamil Nadu

Guindy Nationalpark
Der Guindy Nationalpark wurde im Jahr 1976 gegründet. Der Park umfasst eine Fläche von nur rund 3 km². Er liegt im Südwesten von Chennai.
Man findet hier u.a. eine Reihe von Affen- und Antilopenarten. Erwähnenswert ist zudem der hiesige Schlangenpark.

Indira Gandhi Nationalpark
Der Indira Gandhi Nationalpark wurde im Jahr 1989 gegründet. Der Park umfasst eine Fläche von rund 117 km² - während das gesamte geschützte Gebiet, einschließlich des Indira-Gandhi-Wildreservats, eine Fläche von insgesamt 958 km² umfasst.
Das Geschützte Gebiet erstreckt sich von einer Höhe von rund 300 m bis auf 1.250 m im Valparai-Plateau.
Seinen ursprünglichen Namen Namen "Anaimalai-Nationalpark" erhielt er nach den  hiesigen Bergen, den Anaimalais (Elefantenberge).
Dieser Name wurde aber wurde zu Ehren von Indira Gandhi (), der früheren Premierministerin des Landes, in Indira Gandhi Nationalpark umbenannt. Der Nationalparks erstreckt sich über die Distrikte Coimbatore und Tiruppur.
Man findet in dem Park eine Velzahl von Tieren, darunter  Axishirsche, Bengalenwarane, Bengalkatzen, Elefantenherden, Fischotter, Fleckenmusang (eine Schleichkatze), Flughunde, Füchse, Gaur (eine Rinderart),  Hasen, Indische Schuppentiere, Leoparden, Lippenbären, Mangusten, Marder, Muntjakhirsche, Otter,  Rohrkatzen,  Sambarhirsche, Stachelschweine, Sumpfkrokodile, Wildhunde, Wildschweine und Zibetkatzen. Unter den hiesigen Primaten befinden sich Bartaffen, Hanuman-Languren, Indische Hutaffen, Nilgiri-Languren und Schlankloris.
Zudem leben hier über 300 verschiedene Vogelarten - darunter der besonders erwähnenswerte baumbewohnende Doppelhornvogel aus der Familie der Hornvögel.

Mudumalai Nationalpark
Der Mudumalai Nationalpark wurde im Jahr1990 gegründet. Der Park umfasst eine Fläche von rund 103 km². Er ist grenzüberschreitend zu den indischen Bundesstaaten Karnataka und Kerala
In dem Mudumalai Nationalpark und dem Wildlife Schutzgebiet befindet sich auch eines der 53 Tiger-Schutzgebiete.
Unter den hiesigen Tieren sind zu erwähnen:
Ameisenbären, Bengaltger, Dschungelkatzen, Faultiere, Fleckenkantschile (aus der Gattung der Hirschferkel), Gaur (eine Rinderart), Gestreifte Hyänen, Goldschakale, Indische Elefanten, Indische Leoparden, Leopardkatzen, Muntjakhirsche, Panther, Sambarhirsche, Tiger,  Wildhunde, Wildschweine  und Zibetkatzen.
Unter den Primaten findet man hier die graue Languren und die Motorhauben-Makaken.
Außerdem gibt es hier rund 270 Vogelarten, darunter sind die vom Aussterben bedrohten indischen Bengalgeier und Baudins-Geier
Bei den hiesigen Reptilien findet man u.a.Pythons, fliegende Eidechsen,  Brillenschlangen, Kraits, asiatische Grubenvipern sowie Warane.

Mukurthi Nationalpark
Der Mukurthi Nationalpark wurde im Jahr 1990 gegründet. Der Park umfasst eine Fläche von rund 79 km². Ursprünglich war der Park nach dem Nilgiri Tahr (eine ziegenartige Paarhuferart) benannt.
Der Mukurthi National Park grenzt im Südwesten an den Silent Valley Nationalpark im Bundesstaat Kerala. Der Nationalpark erstreckt sich von einer Höhe von rund 1.500 m bis zum 2.629 m hohen Kollaribetta. Weitere hohe Berge sind u.a. der 2.554 m hohe  Mukurthi und der 2.476 m hohe Nilgiri.
Der Park wird von den Flüssen  Billithadahalla, Pykara und Kundah durcfhlossen - außerdem liegen die Oberläufe des Bhavani  und der Mukurthi in dem Park.
Neben anderen Tieren sind besonders erwähnenswert:
Asiatische Elefanten, Ceylon-Kantschile (aus der Familie der Hirschferkel), Goldschakale, Indische Hutaffen, Leoparden, Marder, Muntjakhirsche, Nilgiri Languren (eine Primatenart), Nilgiri Tahre (eine ziegenartige Paarhuferart),
Rohrkatzen, Sambarhirsche, Schwarznackenhasen, Südindische Stachelbilche (eine Mäuseart), Tiger, Weichfellotter, Wildhunde, Zibetkatzen
Vogelfreunde seien darauf hingewiesen, dass es hier rund 250 Vogelarten gibt. Darunter sind  Gleitaare (aus der Familie der Habichtartigen), Graubrusthäherlinge, Graukopflaubsänger, Malaienadler, Nilghiripieper, Nilgirischnäpper, Nilghiritauben, Orangeschnäpper, Rotschnabelbülbüle (aus der Familie der der Sperlingsvögel), sowie Zimtbrusthäherlinge.
 
Hinweis
In dem Park herrscht oft ein ziemlich raues Klima mit Niederschlagsmengen zwischen von etwa 2.010 mm bis 6.300 mm. Zudem friert es hier im Winter häufig und Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h sind möglich.

Golf von Mannar Marine Nationalpark
Der Golf von Mannar Marine Nationalpark (Gulf of Mannar Marine Nationalpark) wurde im Jahr 1980 gegründet. Der Park umfasst eine Landfläche von rund 6,2 km² und eine gesamte Fläche von 560 km².
Der Nationalpark ist der Kernbereich des Golf von Mannar Biosphärenreservat , das sich über große Teile des Golfs mit 21 darin befindlichen Inseln - die zwischen 0,25 ha uns130 ha groß sind - erstreckt. Die Gesamtfläche der Inseln beträgt rund 6,2 km².
Der Park ist Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Bei den Pflanzen sind besonders erwähnenswert die Mangroven und das Seegras, die besonders die Nahrungsquelle für die hier lebenden Seekühe (Dugongs) sind.
Neben den Seekühen leben hier u.a. zahlreiche Walarten, wie z.B. Kleinwale,  Buckelwale, Finnwale, und Blauwale. Weiterhin gibt es hier Delfine, Tümmler und Schildkröten. Zudem  leben hier u.a. Papageienfische, Clownfische, Eichhörnchenfische,  Papageienfische oder Snapper.

Hinweise
- Der Golf von Mannar ist eine Meeresbucht zwischen Indien und Sri Lanka. Er wird im Norden durch die Insel Pamban und die Adamsbrücke - eine Reihe kleiner Inseln zwischen Indien und Sri Lanka - sowie durch die nördlich davon befindliche Palkstraße begrenzt.
   Östlich befindet sich der Golf von Bengalen und im Süden geht der Golf in den Indischen Ozean über.
- Der Park kann von der 16.000 Einwohner zählenden Stadt Mandapam aus mit Hilfe von Glasbodenbooten besichtigt werden. Das Betreten der Inseln ist verboten.

Kaveri

Der Kaveri entspringt in den Westghats in einer Höhe von rund 1.275 m westlich der rund 35.000 Einwohner zählenden Stadt Madikeri im Bundesstaat Karnataka. Der Fluss besitzt eine Länge von 760 km  und mündet in den Golf von Bengalen.
Der Kaveri wird mehrmals mehrfach gestaut, wobei die größten Stauseen  der Krishnarajasagara-Stausee nahe Mysore in Karnataka und der Stanley-Stausee bei der 55.000 Einwohner zählenden Stadt Mettur in Tamil Nadu sind.
An dem Fluss liegen die größeren Städte Erode, Tiruchirappalli, Thanjavur  sowie Kumbakonam, die alle in Tamil Nasu liegen






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