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Äthiopien: Pflanzen

Bäume

Bäume gibt es fast ausschließlich nur in den höheren Regionen. Hier wachsen Schirmakazien, Maulbeerfeigenbäume und Affenbrotbäume, so genannte Baobabs. Dieser Baum mit seinem auffällig geformten Stamm und der silbergrauen Rinde gehört zu den Wollbaumgewächsen und kann bis zu 1000 Jahre alt werden. Weiterhin zeichnet er sich durch seine gurkenförmigen und holzschaligen Früchte sowie fettreiche Samen aus. Der Baobab kann in der Trockenzeit bis zu 5000 Liter Wasser speichern, wobei er dann allerdings alle seine Blätter verliert, um sich vor übermäßiger Verdunstung und so vor dem Verdursten zu schützen. Den größten Teil des Baumbestandes machen Eukalyptusbäume aus, die zum Schutz vor Bodenerosion angepflanzt wurden.

Andere Pflanzen

Charakteristisch für die unteren Lagen, die als Kolla bezeichnet werden, sind Dornenbüsche, Wüstensträucher und Savannengräser. In den gemäßigten Zonen wird man überwiegend auf baumarmes Grasland stoßen.

Nutzpflanzen

Im Süden des Landes wird Zuckerrohr, Mais, Gemüse, Baumwolle und Gerste sowie Kaffee angebaut. Die Kaffeesträucher sind typisch für Äthiopien, erkennbar an den roten Steinfrüchten. Die bekannten Kaffeebohnen befinden sich in zwei Samenfächern im Fruchtfleisch. Teff (Zwerghirse) wird eher in den mittleren Zonen angepflanzt. Diese Kulturhirse gehört zur Familie der Süßgräser und hat auffällig kleine Samenkörner. In diesen Regionen werden auch Weizen, Kartoffeln und Ölsamen angebaut. Kichererbsen gehören ebenfalls zu Äthiopiens Nutzpflanzen. Von allen Ländern Afrikas werden sie überwiegend hier angebaut.

Heilpflanzen

Den Eukalyptusbaum kennt man auch unter den Bezeichnungen Fieberbaum und Blaugummibaum. Er gehört zur Familie der Myrtengewächse, wächst sehr schnell und erreicht eine Größe von 6 m. Typisch für den Baum mit der rötlichen bis hellbraunen Rinde sind die älteren, herabhängenden, bis zu 20 cm langen und lederartigen Blätter. Sowohl die getrockneten Blätter wie auch das ätherische Öl werden als Heilmittel verwendet. Es ist auswurffördernd, entkrampfend und lokal aufgetragen durchblutungsfördernd. Daher wird der Eukalyptus bei Erkältungserkrankungen der Luftwege und als Öl äußerlich bei rheumatischen Beschwerden angewandt. Der Myrrhebaum mit den rosafarbenen und gelben Blüten, der auch als Strauch wachsen kann und bis zu 3 m groß wird, ist in ganz Nordostafrika verbreitet. Als Myrrhe bezeichnet man den aus der Rinde ausgetretenen getrockneten Harz. Myrrhe hat eine antiseptische und entzündungshemmende Wirkung und wird gerne bei Erkältungen, Wunden, Geschwüren sowie Entzündungen des Mund- und Rachenraumes angewandt.

Giftpflanzen

Der Kathstrauch, der auch als "Abessinischer Tee" bezeichnet wird, gehört zur Familie der Spindelbaumgewächse und ist in Äthiopien ein verbreitetes Rauschmittel. Die jungen Blätter werden gekaut und helfen gegen Hunger, Müdigkeit und Durst. Bei allzu großen Mengen kann es allerdings zu Vergiftungen kommen, die sich u.a. in Benommenheit, Magenkrämpfen und Erbrechen äußern.






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