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Ägypten: Geschichte

Vor dem Jahr 1000

Ägypten, Luxor-Tempel © goruma (Dominik Jesse)

Das Gebiet des heutigen Ägypten ist seit mehr als 250.000 Jahren von Menschen besiedelt.

Vor etwa 25.000 Jahren, als das Klima in der Region trockener wurde und sich das Grasland in eine trockene Wüstenlandschaft verwandelte, verloren die Jäger- und Sammlergesellschaften ihre Existenzgrundlage. Die ältesten neolithischen Kulturen Ägyptens (Prädynastik) fanden sich um etwa 5000 v. Chr. In der Folge entwickelten sich verschiedene Agrarkulturen in der Region, aus denen sich später Kleinkönigreiche bildeten, Unterägypten mit dem Zentrum in Buto im Nildelta und Oberägypten mit der Naqada-Kultur und der Hauptstadt Hierakonpolis. Unterägypten hatte als Staatssymbol die Rote Krone, als Hauptgottheit wurde Horus verehrt, in Oberägypten mit der Weißen Krone als Staatssymbol war Seth der Hauptgott. Etwa 3150 v. Chr. wurden beide Reiche unter oberägyptischer Herrschaft vereinigt, die anschließende Epoche wird als Frühdynastik bezeichnet.

Ägypten, Pyramiden von Gizeh, Chephren-Pyramide © goruma

Ab etwa 3000 bis 2134 v. Chr. bestand in Ägypten das Alte Reich (1.-8. Dynastie), dessen erster König Menes war. In der Frühzeit bis etwa 2665 v. Chr. (1. und 2. Dynastie) wurde der straff organisierte Beamtenstaat von oberägyptischen Königen beherrscht. In diese Epoche fiel die Entwicklung der Schrift und des Kalenders.

Um 2650 v. Chr. (3. Dynastie) wurde die Hauptstadt durch König Djoser nach Memphis verlegt. 
Während der 4. Dynastie, um 2590 bis 2479 v. Chr., ließen die Könige Snofru, Cheops, Chephren und Mykerinos die großen Pyramiden von Gizeh und Dahschur errichten. 
Unter den Königen der 5. Dynastie, zwischen 2470 und 2320 v. Chr., wurden Kultstätten für den Sonnengott Re erbaut. 
Nach dem Zerfall der Regierungsgewalt in der 6. Dynastie, von etwa 2320 bis 2160 v. Chr., brach das Alte Reich zwischen 2160 und 2134 v. Chr. (7. und 8. Dynastie) endgültig zusammen, während Hungersnöte und soziale Unruhen das Land plagten. 
In der Zeit von 2134 bis 2040 v. Chr. (9. bis 11. Dynastie) zerfiel Ägypten dann in Teilreiche. Dem König Mentu-hotep II. aus dem oberägyptischen Theben (11. Dynastie) gelang es, das Reich erneut zu vereinigen. Er begründete so das Mittlere Reich, das von etwa 2040 bis 1650 v. Chr. bestand. Zwischen 1991 und 1785 v. Chr. erreichte Ägypten unter den Pharaonen der 12. Dynastie (besonders Sesostris I., Sesostris III. und Amenemhet III.), die wieder bei Memphis residierten, eine weitere Blütezeit. Um 1785 bis 1650 v. Chr., in der Zeit der 13. und 14. Dynastie erlangten die asiatischen Hyksos die Macht über Ägypten. Sie beherrschten das Land während der 15. und 16. Dynastie bis etwa 1550 v. Chr., bis sie durch die thebanischen Könige Kamose und Amasis I. vertrieben wurden.

Ägypten, Pyramiden von Gizeh, Mykerinos-Pyramide © goruma


Letzterer leitete die Epoche des Neuen Reichs ein, das bis etwa 1070 v. Chr. (18. bis 20. Dynastie) bestand. Durch die Eroberung Syriens und Nubiens (besonders durch Thutmosis III.) wurde Ägypten eine Großmacht. Die Hauptstadt des Reichs war wieder Theben. Ein religiöser Erneuerungsversuch des Pharaos Amenophis IV. (Echnaton, um 1364-1346 v. Chr.) scheiterte.

Die asiatischen Besitzungen Ägyptens fielen an die Hethiter. Sethos I. (um 1304 bis 1290 v. Chr.) schlug den Angriff der libyschen und ägäischen Völker zurück. Ramses II. (1290 bis 1224 v. Chr.) schloss einen Frieden mit den Hethitern. Ramses III. (um 1194 bis 1163 v. Chr.) wehrte den erneuten Angriff der libyschen und ägäischen Völker ab. In der Phase des endgültigen Verfalls regierten die Hohenpriester des Amun fast selbständig in Theben, während im Norden die schwache 21. Dynastie (um 1080 bis 945 v. Chr.) begann. Zwischen 945 bis 720 v. Chr. besetzte mit Schoschenk I. ein libyscher Söldner den Thron (22. Dynastie). Während der 23. und 24. Dynastie zerfiel Ägypten erneut in Teilstaaten und wurde in der 25. Dynastie (um 712 bis 655 v. Chr.) von den Nubiern eingenommen. König Psammetich I., der zwischen 664 und 525 v. Chr. herrschte (26. Dynastie), vertrieb sie wieder und Psammetich III. (525-504 v. Chr.) konnte noch einmal die Unabhängigkeit Ägyptens herstellen.

Nach der zweiten persischen Eroberung wurde Ägypten in den Jahren 332/331 v. Chr. von Alexander dem Großen eingenommen. Nach seinem Tod bekämpften sich die Diadochen (ehemalige Generäle Alexanders, die das Reich untereinander aufgeteilt hatten) und im Jahr 304 v. Chr. gewann Ptolemaios die Herrschaft. Die Hauptstadt des Reichs der Ptolemäer wurde das neu gegründete Alexandria. 51 v. Chr. unterstellte Cäsar das Reich zugunsten der ägyptischen Königin Kleopatra dem römischen Senat. 30 v. Chr. wurden Antonius und Kleopatra von Augustus besiegt. Ägypten wurde römische Provinz und fiel im Jahr 395 n. Chr. an Byzanz.

 

Vom Jahr 1000 bis zum 17. Jahrhundert

Ägypten, Hieroglyphen in Karnak © goruma

Nach der Eroberung durch die Araber 640/41 gehörte Ägypten zum Islamischen Reich. 868 bis 905 herrschte die Dynastie der Tuluniden, es folgten 935 bis 969 die Ichschididen, dann die schiitischen Fatimiden. 1171 gründete Saladin die Dynastie der Ajjubiden, unter denen Ägypten eine kulturelle Blütezeit erreichte. Unter der Herrschaft der Mamluken-Sultane von 1250 bis 1517 erstarkte das Land zuerst wirtschaftlich, wurde dann aber durch innerdynastische Kämpfe geschwächt.
Im Jahr 1517 folgte die Eroberung Ägyptens durch die Türken.

 

Im 18. und 19. Jahrhundert

Ägypten, Das Niltal von Kairo © goruma

1798 eroberte Napoleon mit der "Ägyptischen Expedition" das Land. Der Feldzug hatte aufgrund der mitgeführten Wissenschaftler die Entdeckung der altägyptischen Kultur durch die Europäer zur Folge. Sein Heer wurde jedoch 1801 von den Briten zum Rückzug gezwungen.

Im Jahr 1805 übernahm Mohammed Ali die Regierung. Während seiner Herrschaft unterwarf er das Reich der Wahhabiten in Arabien sowie Teile des oberen Niltals (heute Sudan) und eroberte 1833 Syrien.

Unter Ismail wurde 1869 der Suezkanal erbaut. 1875 musste Ismail aufgrund der Verschuldung des Landes den ägyptischen Anteil an den Suezkanal-Aktien an England abtreten. Frankreich und England übernahmen die Kontrolle der Staatsfinanzen. Ein Putschversuch nationalistischer Offiziere im Jahr 1881 wurde im Jahr darauf von britischen Truppen niedergeschlagen. Die Herrschaft Ägyptens im Sudan brach zusammen. Ägypten blieb bis nach dem 2. Weltkrieg von Großbritannien besetzt. Die Oberhoheit des Osmanischen Reichs bestand jedoch bis 1914 formell weiter und die Dynastie Mohammed Alis behielt den Thron.

Zwischen 1896 bis 1898 wurde der Sudan von der ägyptischen Armee unter Führung Großbritanniens zurückerobert und bis 1956 als britisch-ägyptisches Kondominium verwaltet.

 

Im 20. Jahrhundert

Kairo: Ägyptische Museum © goruma

1914 wurde Ägypten offiziell britisches Protektorat. 1936 wurde unter König Faruk I. ein britisch-ägyptischer Bündnisvertrag abgeschlossen, der die britische Besatzung auf die Suezkanalzone beschränkte. Das deutsche Afrikakorps und die italienische Armee wurden 1942 von den Briten und ihren Verbündeten zurückgeschlagen. 1948 beteiligte sich Ägypten am Feldzug der arabischen Armeen gegen den neuen Staat Israel, in dessen Folge Ägypten die Verwaltung des Gazastreifens übernahm.

Am 18. 6. 1953 wurde die Republik Ägypten proklamiert. Der erste Staatspräsident, General M. Nagib, wurde bereits 1954 vom "Führer der Freien Offiziere", Oberst G. A. Nasser abgelöst. Nasser errichtete ein diktatorisches sozialistisches Regime mit Bodenreform, Verstaatlichungen und einer Einheitspartei. Frauen erhielten das Stimmrecht. Nach dem Abzug der britischen Truppen verstaatlichte Ägypten 1956 die Suezkanalzone und kurz darauf den Suezkanal. Dies führte noch im Oktober 1956 zu einer Militärintervention durch Großbritannien, Frankreich und Israel, die sich jedoch unter dem Druck der USA und der UdSSR wieder zurückziehen mussten. Nasser verfolgte eine Politik des Panarabismus, deren größter Erfolg 1958 die Gründung einer Vereinigten Arabischen Republik mit Syrien war, die jedoch nur bis 1961 bestand. Mit sowjetischer Hilfe wurde ab 1959 der Hochdamm von Assuan gebaut. Der ägyptische Staat wurde in der Folgezeit militärisch und wirtschaftlich zunehmend von der UdSSR abhängig. 1967 sperrte Ägypten den Golf von Aqaba für israelische Schiffe, erzwang den Abzug der UN-Truppen von der ägyptisch-israelischen Waffenstillstandslinie und provozierte damit einem israelischen Präventivschlag, den sogenannten "Sechstagekrieg", in dem Israel die gesamte Sinai-Halbinsel eroberte. 

Im Jahr 1970 starb Nasser. Sein Nachfolger Anwar al-Sadat liberalisierte Politik und Wirtschaft, löste die Bindung an die UdSSR und wandte sich dem Westen zu. Im Oktober 1973 führte Ägypten mit syrischer Hilfe den vierten Krieg gegen Israel (Yom Kippur- Krieg), der mit US-amerikanischer Vermittlung zu einem Teilrückzug Israels auf dem Sinai führte und die Wiedereröffnung des Suezkanals ermöglichte.

Nach der spektakulären Reise von Sadat nach Jerusalem im Jahr 1977 sowie der völkerrechtlichen Anerkennung Israels durch Ägypten konnte 1979 in Washington der ägyptisch-israelische Friedensvertrag unterzeichnet werden. Dieser sah u. a. die vollständige Räumung des Sinai durch Israel innerhalb von drei Jahren vor sowie die Aufnahme von Verhandlungen über die Autonomie der palästinensischen Araber in den von Israel besetzten Gebieten. Daraufhin ergriffen die meisten arabischen Staaten Boykottmaßnahmen gegen Ägypten und suspendierten es bis 1989 von der Mitgliedschaft in der Arabischen Liga.

1978 führte Präsident Sadat ein Mehrparteiensystem ein. Nach 11jähriger Amtszeit fiel Sadat 1981 einem Attentat islamischer Fundamentalisten zum Opfer. Sein Nachfolger Husni Mubarak bemühte sich mit Erfolg, die Isolierung Ägyptens innerhalb des arabischen Lagers zu überwinden. Er wurde 1987 und 1993 mit großer Mehrheit wiedergewählt. Im Golfkonflikt 1990/91 stand Ägypten auf der Seite der USA und führte Kampfhandlungen gegen den Irak. Die wirtschaftlichen Probleme des Landes begünstigten ein Anwachsen des militanten islamischen Fundamentalismus seit dem Beginn der 1990er Jahre. In den Jahren 1994 und 1996 scheiterten zwei Attentate auf Mubarak. In der Folgezeit richtete sich der fundamentalistische Terror vor allem gegen die Tourismusindustrie, den wichtigsten Wirtschaftszweig Ägyptens; die Anschläge von Luxor und Kairo im Jahr 1997 führten hier zu einem erheblichen Rückgang. 1999 und im September 2005 wurde Mubarak für eine vierte und fünfte Amtszeit wiedergewählt. 
Nach rund 18-tägigen Protesten von teilweise Millionen Menschen trat Präsident Mubarak am 11. Februar 2011 von seinen Ämtern zurück. Sein Nachfolger war der Angehörige der Moslem-Bruderschaft Mohammed Mursi, der in einer demokratischen Wahl am 30 Juni 2012 mit 51,7% die Mehrheit der Stimmen erhielt. Nachdem aber Millionen Ägypter gegen ihn demonstriert hatten, wurde er am 3. Juli 2013 vom Militär abgesetzt und unter Hausarrest gestellt. Die Amtsgeschäfte des Präsidenten übernahm bis zu Neuwahlen der Präsident des Verfassungsgerichts Adli Mansur.






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